Kulturkaufhaus Dussmann Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von enno59
Ich gehe Kultur kaufen!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Unweit des S-Bahnhofes Friedrichstraße in Berlin steht das sogenannte (selbsternannte) \"Kulturkaufhaus\". Was ist das - ein Kulturkaufhaus, wird sich möglicherweise jetzt jemand fragen. Kann man da Kultur kaufen? Kann man Kultur vorher anfassen, bevor man sie kauft? Je nachdem, was der/die einzelne unter Kultur versteht, werden die Antworten auf diese Fragen unterschiedlich ausfallen. Für die einen ist Kultur die neueste CD der gerade angesagten Boy-Group, für andere dagegen verbindet sich mit Kultur ein Konzert (dessen Erlebnis sowieso mit Geld nicht adäquat abgegolten ist), ein Ausstellungsbesuch oder die Lektüre eines guten Buches. Erstere werden in dem Kaufhaus an der Friedrichstraße tatsächlich ihre Kultur käuflich erwerben können, letztere allenfalls die Voraussetzungen für ihre kulturellen Aktivitäten.
Wenn ich hier schreibe, daß das Angebot des Kulturkaufhauses sehr groß ist, darf man das getrost als glatte Untertreibung betrachten. Nimmt man allein die Buchabteilung, so werden die Dimensionen sichtbar: Nach eigenen Angaben des Kaufhauses umfaßt das Angebot ca. 120.000 Bücher auf 2.500 Quadratmetern auf insgesamt drei Etagen. Im Erdgeschoß auf der linken Seiten finde ich die gerade angesagten Bücher (aus Feuilleton und Bestseller-Listen), gleich neben Angeboten des modernen Antiquariats sowie, etwas weiter entfernt vom Eingang, Belletristik (in einem eigenen Raum) und Berlin-Literatur. Auf der ersten Etage (auch auf der linken Seite) finden sich Kinderbücher und Hobbyliteratur (über Garten, Essen und Trinken, Sport und Freizeit...). Immer dicht umlagert sind die Bücherständer zur Thematik Urlaub und Reisen. Hier finden sich neben den bekannten Reihen der Reiseratgeber auch Wander- und sonstige Karten verschiedenster Urlaubsregionen. Die zweite Etage ist der Fachliteratur vorbehalten (immer noch auf der linken Seite): Medizin, Recht, Wirtschaft, und Psychologie sind hier vertreten. Wenn ich mich in diesem Haus aufhalte, dann sehr häufig auch auf dieser Etage, denn hier gibt es auch die Bücher zum Thema Geschichte. Einen zunehmenden Anteil nehmen Hörbücher und englischsprachige Literatur ein.
Ein besonderer Bereich ist die Abteilung mit den Klassik-CDs. Diese befindet sich im Untergeschoß (nein, es ist kein Keller) und ist mit 50.000 CDs die größte Klassik-Abteilung in Deutschland. Die Atmosphäre in der Klassik-Abteilung ist eine ganz andere als in den anderen Etagen des Kaufhauses, auch weil hier das sonst übliche Durcheinander und die Hektik gänzlich fehlen.
Ebenfalls im Erdgeschoß (diesmal auf der rechten Seite) befindet sich das Angebot an CDs mit Jazz und Weltmusik. Pop-CDs kann ich mir im Erdgeschoß sowie im 1. Obergeschoß aussuchen, das Angebot hier ist aber etwas kleiner. Natürlich gibt es die Möglichkeit, in CDs reinzuhören, bevor man sich zum Kauf entschließt, die Stände mit den CD-Playern sind aber eigentlich immer belegt. CDs kaufe ich hier aber selten, denn ich habe den Eindruck, daß die CDs hier teurer sind als beispielsweise bei Saturn am Alexanderplatz.
Computerspielefans finden auf der zweiten Etage ein reichhaltiges Angebot. Hier habe ich aber noch selten einen regen Betrieb erlebt, wie etwa bei Saturn in der Computerabteilung.
Last but not least stellt das Kulturkaufhaus in der Videoabteilung 6.500 Videokassetten zum Verkauf. Das Angebot finde ich aber etwas unübersichtlich, da die Videokassetten sehr dicht stehen und die Gliederung doch sehr grob ist. Suche ich etwas bestimmtes und ich finde es nicht, so weiß ich dennoch nicht, ob es nicht doch vielleicht doch da ist.
Dann hilft, wie immer in solchen Fällen: fragen. Die Mitarbeiter schauen dann in ihren klugen Computer und wissen dann sofort (jedenfalls habe ich noch nichts anderes erlebt), ob das Buch, die CD oder was anderes vorrätig ist. Wenn ja, helfen sie meist beim Suchen. Wenn nicht, können sie auch sagen, ob das Gesuchte bestellt werden kann. Jedenfalls erhält man kompetente Hilfe. Das ist allerdings auch kein Wunder, den die Verkäufer sind ja meist \"leitende Angestellte\". Hä, wie das denn? Ein einfacher Verkäufer LEITENDER Angestellter? Ja, das geht, aber nur bei Dussmann. Vor einiger Zeit wollte man die Öffnungszeiten einfach drastisch verlängern. Aber die zuständige Behörde hatte was dagegen, ich glaube wegen Arbeitnehmerschutz. Kurzerhand wurden die Verkäufer \"befördert\", so daß es keine rechtlichen Hindernisse mehr für längere Öffnungszeiten gab. Und die können sich in der Tat sehen lassen: 12 Stunden täglich von montags bis sonnabends: von 10 Uhr bis 22 Uhr kann jeder völlig in Ruhe suchen, stöbern, sich einlesen. Dafür gibt es leider zu wenig Sitzmöglichkeiten. Vielleicht ist man ja auch gehalten, in das Café in der zweiten Etage einzukehren, was ich allerdings noch nie getan habe. Dazu habe ich gar keine Zeit. Und wenn ich mir kein Zeitlimit setze, dann kann ein Rundgang schon mal schnell zwei Stunden dauern. Der Gang an die Kassen, die im Erdgeschoß zu finden sind, hat es dann in sich. Und wer dann meint, Kultur ist doch etwas zum Erleben, der findet im Erdgeschoß gleich noch eine Theaterkasse.
Etwas überrascht war ich, als ich feststellte, daß Dussmann eine Unternehmensgruppe mit 54.000 Mitarbeitern ist, die in 26 Ländern aktiv ist und etwa 2,3 Mrd. DM Umsatz erzielt. Schwerpunkt der Tätigkeit ist nicht der Handel mit \"Kulturprodukten\", sondern der Dienstleistungsbereich. Aber das muß ich nicht wissen, wenn ich das nächste Mal durch die große gläserne Eingangstür das Kulturkaufhaus betrete.
Wenn ich hier schreibe, daß das Angebot des Kulturkaufhauses sehr groß ist, darf man das getrost als glatte Untertreibung betrachten. Nimmt man allein die Buchabteilung, so werden die Dimensionen sichtbar: Nach eigenen Angaben des Kaufhauses umfaßt das Angebot ca. 120.000 Bücher auf 2.500 Quadratmetern auf insgesamt drei Etagen. Im Erdgeschoß auf der linken Seiten finde ich die gerade angesagten Bücher (aus Feuilleton und Bestseller-Listen), gleich neben Angeboten des modernen Antiquariats sowie, etwas weiter entfernt vom Eingang, Belletristik (in einem eigenen Raum) und Berlin-Literatur. Auf der ersten Etage (auch auf der linken Seite) finden sich Kinderbücher und Hobbyliteratur (über Garten, Essen und Trinken, Sport und Freizeit...). Immer dicht umlagert sind die Bücherständer zur Thematik Urlaub und Reisen. Hier finden sich neben den bekannten Reihen der Reiseratgeber auch Wander- und sonstige Karten verschiedenster Urlaubsregionen. Die zweite Etage ist der Fachliteratur vorbehalten (immer noch auf der linken Seite): Medizin, Recht, Wirtschaft, und Psychologie sind hier vertreten. Wenn ich mich in diesem Haus aufhalte, dann sehr häufig auch auf dieser Etage, denn hier gibt es auch die Bücher zum Thema Geschichte. Einen zunehmenden Anteil nehmen Hörbücher und englischsprachige Literatur ein.
Ein besonderer Bereich ist die Abteilung mit den Klassik-CDs. Diese befindet sich im Untergeschoß (nein, es ist kein Keller) und ist mit 50.000 CDs die größte Klassik-Abteilung in Deutschland. Die Atmosphäre in der Klassik-Abteilung ist eine ganz andere als in den anderen Etagen des Kaufhauses, auch weil hier das sonst übliche Durcheinander und die Hektik gänzlich fehlen.
Ebenfalls im Erdgeschoß (diesmal auf der rechten Seite) befindet sich das Angebot an CDs mit Jazz und Weltmusik. Pop-CDs kann ich mir im Erdgeschoß sowie im 1. Obergeschoß aussuchen, das Angebot hier ist aber etwas kleiner. Natürlich gibt es die Möglichkeit, in CDs reinzuhören, bevor man sich zum Kauf entschließt, die Stände mit den CD-Playern sind aber eigentlich immer belegt. CDs kaufe ich hier aber selten, denn ich habe den Eindruck, daß die CDs hier teurer sind als beispielsweise bei Saturn am Alexanderplatz.
Computerspielefans finden auf der zweiten Etage ein reichhaltiges Angebot. Hier habe ich aber noch selten einen regen Betrieb erlebt, wie etwa bei Saturn in der Computerabteilung.
Last but not least stellt das Kulturkaufhaus in der Videoabteilung 6.500 Videokassetten zum Verkauf. Das Angebot finde ich aber etwas unübersichtlich, da die Videokassetten sehr dicht stehen und die Gliederung doch sehr grob ist. Suche ich etwas bestimmtes und ich finde es nicht, so weiß ich dennoch nicht, ob es nicht doch vielleicht doch da ist.
Dann hilft, wie immer in solchen Fällen: fragen. Die Mitarbeiter schauen dann in ihren klugen Computer und wissen dann sofort (jedenfalls habe ich noch nichts anderes erlebt), ob das Buch, die CD oder was anderes vorrätig ist. Wenn ja, helfen sie meist beim Suchen. Wenn nicht, können sie auch sagen, ob das Gesuchte bestellt werden kann. Jedenfalls erhält man kompetente Hilfe. Das ist allerdings auch kein Wunder, den die Verkäufer sind ja meist \"leitende Angestellte\". Hä, wie das denn? Ein einfacher Verkäufer LEITENDER Angestellter? Ja, das geht, aber nur bei Dussmann. Vor einiger Zeit wollte man die Öffnungszeiten einfach drastisch verlängern. Aber die zuständige Behörde hatte was dagegen, ich glaube wegen Arbeitnehmerschutz. Kurzerhand wurden die Verkäufer \"befördert\", so daß es keine rechtlichen Hindernisse mehr für längere Öffnungszeiten gab. Und die können sich in der Tat sehen lassen: 12 Stunden täglich von montags bis sonnabends: von 10 Uhr bis 22 Uhr kann jeder völlig in Ruhe suchen, stöbern, sich einlesen. Dafür gibt es leider zu wenig Sitzmöglichkeiten. Vielleicht ist man ja auch gehalten, in das Café in der zweiten Etage einzukehren, was ich allerdings noch nie getan habe. Dazu habe ich gar keine Zeit. Und wenn ich mir kein Zeitlimit setze, dann kann ein Rundgang schon mal schnell zwei Stunden dauern. Der Gang an die Kassen, die im Erdgeschoß zu finden sind, hat es dann in sich. Und wer dann meint, Kultur ist doch etwas zum Erleben, der findet im Erdgeschoß gleich noch eine Theaterkasse.
Etwas überrascht war ich, als ich feststellte, daß Dussmann eine Unternehmensgruppe mit 54.000 Mitarbeitern ist, die in 26 Ländern aktiv ist und etwa 2,3 Mrd. DM Umsatz erzielt. Schwerpunkt der Tätigkeit ist nicht der Handel mit \"Kulturprodukten\", sondern der Dienstleistungsbereich. Aber das muß ich nicht wissen, wenn ich das nächste Mal durch die große gläserne Eingangstür das Kulturkaufhaus betrete.
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