Kunella Leinöl Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Corni

°~° Was macht den Lausitzer stark?

Pro:

sehr hoher gesundheitlicher Wert durch Omega-3-Fettsäuren

Kontra:

verdirbt relativ rasch und ganz leicht bitter

Empfehlung:

Ja

• WAS MACHT DEN LAUSITZER STARK?
LEINÖL, PELLKARTOFFELN UND QUARK •

Beim Stöbern nach Rezepten im Internet, stieß ich kürzlich auf diesen Mundartspruch.
Mit dem Gedanken „Oh graus, Leinöl!!“ wollte ich die Seite gar nicht erst aufrufen. Aber plötzlich stiegen Erinnerungen in mir hoch: bei meiner Oma gab es das ja auch ab und an, wenn ich sie in den Ferien besuchte - und gern gegessen habe ich es damals doch eigentlich, hm. Aber die Oma wohnte mitten in Thüringen, wie kam das Lausitzer Traditionsgericht dorthin? *grübel* Ach ja, eine großväterliche Wurzel führt direkt in die Lausitz! Also wollte ich mal testen, inwieweit das Würzelchen noch Kraft besitzt, mir das Leinöl schmackhaft zu machen. Ich studierte also ein Rezept nach dem anderen, alles klang so appetitlich und bald war ich soweit, ich MUSSTE mir Leinöl kaufen!
Und nun möchte ich versuchen, Euch dieses gesunde und wohlschmeckende Öl auch ein wenig näher zu bringen.

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DAS PRODUKT
KUNELLA „ORIGINAL LAUSITZER LEINÖL“
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Die Leinpflanze (auch Flachs genannt) wurde bereits in der Jungsteinzeit zur Faser- und Ölgewinnung verwendet. Leinöl wird durch Pressung aus dem Samen gewonnen. Es ist cholesterinarm und überaus reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Dadurch ist es allerdings sehr sauerstoffempfindlich und sollte innerhalb von 6 Wochen nach dem Anbruch verwendet werden – sonst ist es ranzig!

Das \"Orginal Lausitzer Leinöl\" gibt es ist kalt- und warmgepresst, bei letzterer Pressung bekommt das Öl durch das dabei erfolgte Anrösten einen noch ausgeprägteren nussigen Geschmack. Seit August 1998 ist dieses Öl mit dem EU-Siegel für \"geschützte geographische Angabe\" versehen.

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HERSTELLER
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Der Hersteller ist die Kunella Feinkost GmbH in Cottbus. Bemerkenswert ist, dass die Ursprünge dieser Traditionsfirma bis ins Jahr 1894 zurückgehen. Ein Blick auf die Website www.kunella-feinkost.com lohnt sich unbedingt, da die Historie sehr interessant ist.
Kunella Feinkost ist mit seinem „Original Lausitzer Leinöl“ inzwischen Marktführer in Ost und West.

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PREIS
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Der Preis liegt um die 0,50 € für 100 ml; die größere Abpackung von 250 ml ist nur unerheblich günstiger – ich empfehle daher, mit der kleinen Flasche zu testen, zum einen, weil Leinöl rasch verdirbt, zum anderen hat man keinen großen Verlust, falls es Euch doch wider Erwarten doch nicht zusagen sollte.

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DIE FLASCHE
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Auf der sehr schlanken Glasflasche (ich habe die 100 ml Flasche vor mir stehen) befindet sich ein hellgrüner Verschluss. Man kann das Fläschchen bequem innerhalb einer Hand fassen. Auf dem in gelb-grünem Farbton gehaltenes Etikett dominiert eine schöne hellblaue Flachsblüte. Darüber in kräftig roter Schrift das Firmenlogo von „Kunella Feinkost“ sowie die Produktbezeichnung „Original Lausitzer Leinöl“. Das Wort „Öl“ ist dabei originellerweise in einem dicken gelben Öltropfen untergebracht. Zusätzlich ist das Etikett noch mit dem EU-Siegel für \"geschützte geographische Angabe\" versehen.
Wer es sich immer noch nicht vorstellen kann, hier ist der Link zum Produktbild: www.kunella-feinkost.com/deutsch/product/oel1/lausitz.gif.
Auf der Rückseite findet man Nährwertangaben, Produktinformationen und den Link zur Website.

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NÄHRWERT
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Der Vollständigkeit halber sollen die auf der Flasche stehenden Angaben auch hier stehen: Brennwert: 3441 kJ/837 kcal, Eiweiß: 0 g, Kohlenhydrate: 0 g, Fett: 93 g (gesättigte Fettsäuren: 9,2 g, einfach ungesättigte Fettsäuren: 14,8 g, mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 69 g), Cholesterin: < 5 mg

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AUSSEHEN
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Das Leinöl hat eine herrlich satte und auffällig gelbe Farbe. Dieser Farbeindruck bleibt auch erhalten, wenn sich nur wenige Tropfen auf dem Teller oder auf der Speise befinden. Die Konsistenz ist eher dickflüssig, aber typisch ölig. Aber nun will ich endlich wissen, wie es riecht und drehe die Flasche auf.

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GERUCH
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Jetzt kann ich ganz schlecht sagen, es riecht nach Leinsamen, denn wer die noch nie gerochen hat, kann sich’s dann auch nicht besser vorstellen. Also probiere ich es mal ganz objektiv:
Ich empfinde den Geruch im ersten Eindruck sofort als sehr angenehm, ausgesprochen buttrig und sehr nussig. Der ausgeprägte Duft erinnert an frisch aufgeknackte Walnüsse mit ihrem ganz zart bitteren Geruch. Ich schnuppere immer wieder daran - was dem Fläschchen da entströmt, riecht ausgesprochen appetitlich!
Der Wunsch, nun auch zu kosten, überkommt mich vehement, aber ich gehe die Sache etwas vorsichtig und – zugegebenermaßen – nun doch etwas skeptisch an.

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GESCHMACK
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Ich lege meinen Zeigefingerkuppe auf die Öffnung der Flasche, drehe sie einfach um und lecke nun vorsichtig das ab, was auf meinem Finger hängen geblieben ist. *staun* Die pure Gesundheit schmeckt aber lecker!!! Ich versuche das mal zu beschreiben, auch wenn es nicht leicht ist:
Das Öl schmeckt exakt so, wie es riecht. Zuerst empfindet man einen intensiven buttrigen Geschmack, allmählich gesellt sich ein nussiges Aroma hinzu, um schließlich mit einem zart-bitteren, aber sehr angenehmen Geschmack zu enden. Dieser ist sowohl in der Geschmacksrichtung, als auch in der Intensität des sanft bitteren Aromas der Walnuss sehr ähnlich. Keinesfalls dominiert dieser leicht bittere Geschmack; ich bin in dieser Hinsicht ausgesprochen empfindlich und hätte sofort alles ausgespuckt!
Im Gegenteil, das Öl schmeckt überaus angenehm, so dass ich sofort beschließe, die Familie zu traktieren und - gemäß alter Lausitzer Tradition - Pellkartoffeln zu kochen und entsprechend gewürzten Quark anzurühren, Zwiebeln und/oder Kräuter nicht zu vergessen. Gesagt, getan – und ich muss sagen, das ist wirklich sehr, sehr lecker! Man kann das Öl nun über Pellkartoffeln und Quark gießen oder aber unter den Quark rühren. Ich wollte den vollen Geschmack und habe ersteres getan. Wie herrlich nun so eine heiße, leicht gesalzene Kartoffel mit dem frischen Leinöl harmoniert kann sich nur vorstellen, wer es einmal probiert!! Auch der Quark passt hervorragend hinzu und ich gestehe offen und ehrlich: ich habe mich überfressen *aua* !!!

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BEZUGSQUELLEN
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Das Leinöl bekommt man in fast allen Lebensmittelgeschäften, wie Edeka, Toom, Kaufland usw. Kunella selbst hat leider keinen Online-Shop auf seiner Website.

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GESUNDHEITLICHER WERT
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Ich habe lange überlegt, wo ich den gesundheitlichen Wert hinsetze – am Anfang schien es mir eher abschreckend, denn was soooooo gesund ist, kann ja nicht auch noch schmecken.... *lach* Am Ende fürchtete ich, wird es von den „Schnelllesern“ gefunden, die nun denken, es ist die pure Medizin. Könnte mir ja theoretisch egal sein, aber ich habe mir eben vorgenommen, heute einmal zu missionieren, damit Ihr es auch wirklich ausprobiert!
Also folgt hier nur eine kurze Aufzählung dessen, was das Öl so gesund macht und alles weitere könnt Ihr dann in dem vorgeschlagenen Link ausführlich lesen:

Leinöl besteht zu fast 70 % aus wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Olivenöl enthält 6 %, Kokosfett 2 %. Dabei liegt die a-Linolensäure (Omega-3-Fettsäuren) in einer besonders hohen Konzentration vor, nämlich 55 % (im Vergleich – Hanföl 22%, Rapsöl 9 %, Olivenöl 1 %, Sonnenblumenöl 0,5 % und Distelöl 0,5 %).
Obwohl die Linolensäure für die Bildung von Gewebehormonen und für den Sauerstofftransport in den Zellen benötigt wird, kann sie vom Körper nicht selbst gebildet werden und muss entsprechen von außen zugeführt werden. Nebenher ist Leinöl auch noch reich an Lecithin (gut für die Nerven) und Vitamin E (beschleunigt die Zellerneuerung). Als natürliche Medizin kann Leinsamen/Leinöl äußerlich oder innerlich eingesetzt werden. Ich zähle einfach einmal ein paar Bespiele auf: Verstopfung, Schleimhautreizung, Husten, Heiserkeit, Mittelohrentzündung, äußerliche Geschwüre, Erkrankungen der Harnwege und vieles mehr.
Weiterführende Informationen findet Ihr unter www.kraeuter-apotheke.net/lein.htm

Mit einem Zitat möchte ich den Exkurs Richtung Medizin beenden:

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Ende Zitat von www.cysticus.de/medikam.htm, wo Ihr weitere ausführliche Informationen findet.

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REZEPTVORSCHLAG
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Quark mit Leinöl und Kartoffeln:
- mageren Speisequark mit Milch glatt rühren
- fein gehackte Zwiebeln hinzufügen, mit Salz abschmecken
- den Quark auf Tellern anrichten und mit „Original Lausitzer Leinöl“ übergießen
- dazu Salz- oder Pellkartoffeln reichen

Weitere sehr leckere Rezepte findet Ihr unter:
http://www.spreewald-anni.de/Kulinarisches.html

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FAZIT
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Von dem Öl bin ich überaus begeistert und habe mich geärgert, es erst jetzt – obwohl ich doch eigentlich so experimentierfreudig bin – „wieder“ entdeckt zu haben. Die kleinen Fläschchen von 100 ml und der günstige Preis sprechen unbedingt dafür, dieses Öl einmal auszuprobieren (siehe Rezepttipps).
Abgesehen von seinem außerordentlich hohen gesundheitlichen Wert ist das Leinöl eben auch noch sehr schmackhaft. Frisches Leinöl hat ein buttriges und angenehm nussiges Aroma, das nicht nur hervorragend zur Lausitzer Traditionsspeise Pellkartoffeln und Quark passt, sondern in der Küche vielfältig einsetzbar ist.
Ich hoffe sehr, ich konnte Euch dieses sehr leckere Öl etwas näher bringen und vielleicht auch ein paar Vorurteile abbauen. Ich jedenfalls habe schon wieder großen Appetit darauf (man könnte ja mal die Leinöl-Stippe probieren, hmmm) und befürchte fast, dass es ein wenig süchtig macht :-)

Viel Spaß beim Ausprobieren und einen recht guten Appetit wünscht Euch

© Corni

43 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Flute

    17.01.2006, 22:19 Uhr von Flute
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich mag das nicht, der Geschmack erinnert mich an rohen Fisch. <br/>Aber meinen Alten Holzmöbeln tut es gut. Lg. Dunja