Kunella Leinöl Testbericht

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  • Geschmack:  sehr gut

Erfahrungsbericht von LeaofRafiki

Flachs zum Essen?

Pro:

sehr gesund und lecker

Kontra:

nicht jedermanns Geschmack

Empfehlung:

Ja

Die Tage der Prasserei sind vorbei, und obwohl es zu Beginn der Fastenzeit ja noch ein büschen dauert, kann es ja doch sein, daß (nicht nur) durch die Einschnitte in unser gewohnt und liebgewonnenes soziales Netz, ich sag nur Gesundheits\"Reform\" - der eine oder andere entweder den Gürtel enger schnallen muß oder aber das heulende Elend kriegt angesichts der Ebbe auf dem Konto und im Portemonnaie. So möchte ich nun über ein Produkt berichten, daß schon meine Großmutter in der Küche verwendet hat, wenn es darum ging, eine preiswerte, leckere und nebenbei schnelle Mahlzeit auf den Tisch zu bringen: Leinöl.

Leinöl wird aus den Samen des Öllein (Linum usitatissum) gewonnen, sofern die Leinsamen nicht im Ganzen im Brot (Leinsamenbrot!) oder im Müsli landen, einer Pflanze, die eng verwandt ist mit dem Faserlein, aus dessen Fasern Flachs gewonnen wird - vielleicht kennt ja jemand noch das alte Wort „Linnen\" für Leinen als Stoff für Bettwäsche und Kleidung.

Leinöl ist ein wertvolles Speiseöl wegen seines hohen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren. Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure, die zu den essentiellen Fettsäuren gehören, die, da der Körper sie nicht selber herstellen kann, Körper lebensnotwendig sind.
Es hat eine dunkelgelbe Farbe und einen (leicht bitteren) eigenen, sehr typischen Geschmack. Daher eignet es sich nicht besonders gut als Salatöl, obwohl es dem Demeter Bauck Salatöl zur Farbgebung in geringer Menge beigegeben wurde.
Traditionell aber wird es (und wurde schon seit ewigen Zeiten) es in unserer Familie zu Pellkartoffeln mit Quark verwendet. Meine Großmutter, die eine Anhängerin der Reformbewegung zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gewesen war (sprich gegen Korsetts und für viel Bewegung in frischer Luft), kaufte es immer im Reformhaus.
Ich selbst verwendete jahrelang Leinöl der Firma Schneekoppe (im Supermarkt bei den Diätprodukten zu finden), bis es seit einigen Jahren auch kaltgepresstes Leinöl in Bioqualität im Naturkostladen gibt (u.a. von Byodo, Rapunzel etc.)

Wie Pellkartoffeln zubereitet werden, weiß hoffentlich jeder, also konzentriere ich mich auf die Beilage, nämlich den Quark...
Meine Großmutter, eine aus dem Spreewald stammende Berlinerin, nahm immer gut zwei Pfund Magerquark, verrührte sie mit etwas Milch zu einem sämigen Brei, den sie mit Salz abschmeckte. In diesen kamen je nach Größe ein bis zwei feingehackte Zwiebeln und zwei Teelöffel ungemahlener Kümmel und so viel Leinöl, bis der Quarkbrei eine hellgelbe Farbe angenommen hatte.
Dieser mußte nun über Nacht an einem kühlen Ort „ziehen\" und konnte am nächsten Tag zu den frisch gekochten Kartoffeln gereicht werden.
Im Prinzip mache ich es heute immer noch so, lasse aber manchmal entweder die Zwiebeln und/oder den Kümmel weg, die ich durch frischgehackte Kräuter je nach Jahreszeit ersetze.

Im Ruhrgebiet lernte ich eine Variation dieses Gerichts kennen, die darin besteht, daß das Leinöl nicht in den Quark eingearbeitet wird, sondern in einer Flasche auf dem Tisch steht, so daß sich jeder so viel er mag, davon über die Kartoffeln mit Quark auf seinem Teller geben kann, denn der Eigengeschmack des Leinöls ist nicht jedermanns Sache.

Dieses einfache Gericht war früher ein typisches „arme Leute Essen\", was man bei den heutigen Preisen für Leinöl, die je nach Hersteller zwischen € 1,50 - 5,00 für 250 ml reichen können, nicht mehr in jedem Fall behaupten kann.
Es wird wenn dann immer nur in kleinen Gebindegrößen angeboten, da es nicht lange haltbar ist - bzw. sein soll, bei kühler und dunkler Lagerung aber etliche Monate braucht, bevor es doch ranzig wird...

Aber selbst dann braucht man es nicht wegzuschütten, sondern könnte es wie unsere Altvorderen weiter im Haushalt verwenden, denn

weitere Verwendungsmöglichkeiten von Leinöl sind (bzw. waren):
In Kombination mit Schlämmkreide die Herstellung von Fensterkitt, dem sogenannten Leinölkitt zum Abdichten der Glasscheiben im Holzrahmen aufgrund seiner enormen Elastizität, da dieser Kitt sehr lange zum Aushärten brauchte - heutzutage bei Kunststofffenstern recht überflüssig geworden...
Als Konservierungsmittel für Holz, das dadurch sehr wetterbeständig wurde sowie als Bindemittel für Farben und Lacke. Hierzu wurden dem Öl Farbpigmente beigegeben. Auch heute benutzen viele Hersteller von Naturfarben noch oder wieder Leinöl zur Herstellung umweltfreundlicher Farben.
Sowie zur Herstellung von Linoleum, einem Bodenbelag, der aus Leinöl, Harz, Holzmehl, Kalksteinmehl und Jute als Träger besteht - und dem einen oder anderen vielleicht noch aus alten Wohnungen oder aber aus dem Kunstunterricht in der Schule (Linoleumschnitte) bekannt ist.

Verwendete und weiterführende Infos unter
http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/Leinoel.htm
http://www.die-maus.de/sachgeschichten/linoleum
http://www.gruener-pfad.de/lexikon/definition/define_l.html

Nun laßt es Euch schmecken!


© LeaofRafiki, 05.01.2004

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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Yopi, nach dem Relaunch selten Dooyoo, und noch seltener auf irgendwelchen anderen Plattformen, aber dafür vielleicht auf meiner Homepage www.leaofrafiki.de *grins*

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