Kurfürstendamm Testbericht

No-product-image
ab 8,09
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 01/2004

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Kikakeks

Moderne Architektur in der Friedrichstraße - Galeries Lafayette

Pro:

zentrale Lage, gute Verkehrsanbindung

Kontra:

teuere Geschäfte, viele Touristen

Empfehlung:

Ja

In meinem Bericht geht es nicht um die Einkaufsmöglichkeiten, sondern um die Geschichte der Friedrichstraße und der Galeries Lafayette. Ich habe den folgenden Text während einer Architekturführung als Vortrag gehalten.

Die Berliner Friedrichstraße galt als Hauptachse der ehemaligen Friedrichstadt, die 1688 auf Antrag des Kurfürsten von Brandenburg Friedrich III. erbaut wurde. Kurz nach der Entstehung der Friedrichstadt hielten sich hier viele Hugenotten auf, die Luxusgüter verkauften. Seit etwa 1900 war der südlich des S-Bahnhofs Friedrichstraße gelegene Teil Einkaufs-und Amüsierstraße mit repräsentativen Geschäften und gastronomischen Einrichtungen. Die Friedrichstraße war nicht nur ein wichtiger Vergnügungsort im 19.Jahrhundert, sie war auch das Symbol der Zwanziger Jahre in Berlin.
Der Krieg und die anschließende Teilung Berlins setzten der blühenden Zeit
der Friedrichstadt bzw. der Friedrichstraße ein Ende. Sie wurde zum Grenzgebiet.
Mit der Wiedervereinigung erhielt die Friedrichstraße ihre zentrale Lage
zurück.
Sie erstreckt sich mit 3,5 Kilometern Länge in gerader Linie heute vom Mehringplatz in Kreuzberg zum Oranienburger Tor in Mitte. Sie kreuzt die Leipziger Straße, die Straße unter den Linden und überquert auf der Weidendammer Brücke die Spree.
Für die Friedrichstraße wurde nach der Wende eine neue Gestaltung vorgesehen.
Dafür wurde ein Architekturwettbewerb vom Berliner Senat ausgeschrieben.
Die Jury wählte drei völlig unterschiedliche Architekten aus. Sie entschied sich für die Architekturentwürfe von Ungers, Cobb und Nouvel. Drei Quartiere entstanden: Quartier 205, Quartier 206 und Quartier 207.

Das Quartier 207, die sogenannte Galeries Lafayette, wurde zwischen 1993 und 1996 als ein
Teil der Friedrichstadt-Passagen von Jean Nouvel errichtet.
Die Eröffnung der Galeries Lafayette am 29. Februar 1996
war ein voller Erfolg.
Das Kaufhaus ist unterirdisch durch die Friedrichstadt-Passagen mit seinem Nachbarquartier verbunden.

Das gläserne Gebäude ist Ausdruck des Baustils von
Jean Nouvel.
Das Kaufhaus nutzt eine Fläche von 8.000 qm.
Mehrere Büroetagen sowie fünfzehn Wohnungen im Obergeschoss ergänzen
das Bauvolumen.
Es ist die vollverglaste Architektur des Gebäudes,
welche für die Galeries Lafayette wirbt.
Attraktion im Inneren des Hauses ist der 32 Meter hohe gläsernen Doppelkegel,
der drei Stockwerke nach oben und zwei in die Tiefe geht.
Dieser Kegel beeinflusst das Licht im Inneren des Kaufhauses
und regt zum Verweilen an.
Rund um den Kegel ist eine marktplatzähnliche Atmosphäre entstanden,
welche an die Pariser Lafayette erinnert.
Das Haus verbindet Stilelemente aus der Berliner Moderne der 20-er Jahre
des letzten Jahrhunderts mit Effekten heutiger Bauweisen.
Zwölf Kegel und Zylinder aus Glas und die kühne Glasfassade geben dem Gebäude Eleganz und Leichtigkeit, fast an Schwerelosigkeit grenzend
Jean Nouvel möchte die Materialität in der Architektur abschaffen,
sein Traum wäre es, unsichtbare Gebäude zu realisieren.
Aus diesem Grund bevorzugt er Glas und Licht.
Nouvel ist wie viele andere Architekten ein
Verehrer von Ludwig Mies van der Rohe.
Er möchte jedoch Mies van der Rohes Auffassung der
modernen Architektur neu interpretieren, denn er ist der Meinung,
dass sich die Architektur an die Gesellschaft anpassen sollte.

25 Bewertungen