La Rambla Testbericht

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Erfahrungsbericht von Talianna

Eine Allee voller Wunder

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Ramblas wurde einmal von dem englischen Schriftsteller Somerset Maugham als die „schönste Straße der Welt“ bezeichnet.


Die berühmteste Straße der katalanischen Hauptstadt, ja ganz Spaniens, ist eine von Platanen überschattete lange Allee, ein Spaziergang im Herzen der Altstadt, eine unendlich lange, gerade Linie, die die beiden wichtigsten Punkte der Stadt, den Playa de Catalunya und den Portal de la Pau(katalonisch; auf spanisch: Plaza de Cataluna und Plaza de la Paz) miteinander verbindet.


Der Verkehr fließt dort zu beiden Seiten eines breiten, mit Steinen gepflasterten Fußwegs, wo man vollkommen frei spazieren gehen, spielen, sich ausruhen und schwatzen kann. Während die Ramblas für die Bürger Barcelonas eine Abwechslung, eine Ruhepause in ihrer Stadt bedeuten, repräsentiert die Placa de Catalunya Barcelonas strategischen und neuralgischen Knotenpunkt.
Hier treffen die wichtigsten Straßen zusammen, die die Stadt durchschneiden, und um den Platz herum erstreckt sich die „City“, das Geschäfts- und Bankenviertel zwischen dem alten und dem neuen Teil Barcelonas.


An der Placa de Catalunya beginnt die lange Gerade der Ramblas, deren Bäume während der napoleonischen Besatzungszeit gepflanzt wurden; General Duchesne ließ sie eigens aus dem über achtzig Kilometer entfernten Gerona einführen.
Die herrliche Straße wurde in einem einstigen Flussbett angelegt; während der Herrschaft der Mauren hatten die Araber den kleinen Wasserlauf „Rambla“ genannt, er markierte jahrhundertelang die Grenze der mittelalterlichen Stadt.
Genau entlang diesem Flüsschen wurde der zweite Ring der Stadtmauer des alten Barcelona gebaut, eine Erweiterung der römischen Siedlung.
Im Lauf der Jahre wurden am Rambla-Ufer vor allem Sakralbauten errichtet, so dass die heutigen Ramblas damals Calle de los Conventos hießen. Erst 1704 begann man den Wasserlauf mit Erde zuzuschütten und zu bebauen; so bekam die Straße nach und nach ihr heutiges Gesicht.


Die Ramblas sind ein farbenprächtiger, lärmender Markt unter freiem Himmel, ein spektakuläres Gewirr von Buden, die Buchhandlungen und Bars zugleich zu sein scheinen, Blumen- und Vogelhändlern, Possenreißern und Madonnenmalern, Komödianten und Seeleuten auf Landurlaub.


Heute ist "ramblejar", ein neugeprägtes Verb für das Spazieren gehen auf den Ramblas, ein Lieblingszeitvertreib in Barcelona. Man schlendert im Gedränge auf und ab; hier treffen sich die heftig diskutierenden Fans von Barcelonas beliebtester Fußballmannschaft Barca, dort drängen sich Gruppen von Jugendlichen auf der Suche nach den neuesten CDs vor den Schaufenstern eines Musikgeschäfts, Großeltern lassen sich von ihren eifrigen Enkel über die Straße ziehen usw..
Die regelmäßigen Reihen kleiner Kaffeehaustische wechseln mit Parkstühlen, die ordentlich im Schatten der Platanen aufgestellt sind; der Cobrador weist fürsorglich darauf hin, dass man sich für den bescheidenen Preis von ein paar Peseten einen bequemen Platz für mehrere Stunden sichern kann – in den heißesten Stunden am frühen Nachmittag ist das besonders angenehm.


Der Name Ramblas ist ein Plural, und das ist angemessen, weil die Straße in wenig mehr als einem Kilometer fünfmal, bei jedem Häuserblock, einen anderen Namen und ein anderes Gesicht annimmt.

Gleich nach dem Placa de Catalunya kommt das erste Stück mit dem Namen Rambla de Canaletas. Eine Legende erzählt, dass der schöne Springbrunnen, der fast am Anfang steht, magische Kräfte besitzt: Wer einmal von seinem Wasser trinkt, kann nicht anders, als nach Barcelona zurückzukehren.

Der Name der alten Universität, die Felipe V. nach Cervera verlegte, ist als Bezeichnung des nächsten Stückes erhalten geblieben, das Ramblas dels Estudies heißt.
Heute ist dieser Abschnitt für die Vogelhändler mit ihren Hunderten von Käfigen berühmt, weshalb diese Rambla auch Vogel-Rambla (Rambla dels Ocells) genannt wird.
Ihren Abschluss bildet rechts die barocke Jesuitenkirche "Nuestra Senora de Belén", die im 17. und 18. Jahrhundert gebaut wurde. Leider wurde die Inneneinrichtung im Bürgerkrieg 1936 zerstört.
Ihr gegenüber steht der Palau Moja, ein besonders elegantes und ebenfalls barockes Bürgerhaus aus dieser Zeit.

Dann beginnt die schönste und belebteste Strecke der Ramblas, die Rambla de San José, wegen der vielen Blumenhändler auch genannt: Rambla dels Flors. Im 19. Jahrhundert fand hier der einzige Blumenverkauf von ganz Barcelona statt. Gleich zu Beginn findet man hier den Palau de la Virreina, den Palast der Vizekönigin, um 1775 erbaut. Es beherbergt heute neben dem kulturellen Informationszentrum der Stadt, auch wechselnde Ausstellungen.
Der Höhepunkt der Rambla San José ist der Mercat de la Boquería, er ist so beliebt und ungewöhnlich, dass er eine eigene Beschreibung verdient.
Der Mercat de la Boquería ist ein wahres gastronomisches Fest; er schlägt selbst die Bewohner von Barcelona jedesmal in seinen Bann. Unter dem sehr hohen Eisendach aus der Mitte des. 19 Jahrhunderts stehen in einem Durcheinander von Farben und Düften Reihen von Gestellen mit Gemüse und Obst jeder Art, geschmückt mit beeindruckenden Pyramiden aus Eiern, die nach Größe und Farbe der Schale sortiert sind; auf Mengen von gehacktem Eis scheinen die Thunfische und Meerbarsche noch zu schwimmen.
Auf dem Markt herrscht eine Ordnung und Sauberkeit, die eine Schweizer Klinik neidisch machen könnte.

Es folgt die Rambla dels Caputinxs, die Rambla der Cafés und Straßenakteure. Ebenfalls hier zu Hause ist das Gran Teatre del Liceu, eines der weltgrößten und schönsten Opernhäuser, der Wiederaufbau nach einem Brand wurde gerade beendet.

Der letzte Abschnitt ist die Rambla Santa Mónica. Hier steht das moderne Kulturzentrum Centre d'Art Santa Monica. In diesem Konvent ist seit einigen Jahren ein Museum untergebracht, welches Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zeigt.
Schräg gegenüber liegt in einer Seitengasse das Wachsfigurenmuseum "Museu de Cera", es beherbt über 300 Figuren weltberühmter Persönlichkeiten.
Eine weitere Besonderheit ist der Palau March. Er ist ein Beispiel für den Klassizismus des 18 Jahrhundert. In ihm befindet sich die Kulturabteilung der Generalitat (der Regierung van Katalonien) und ein Austellungszentrum.


Ein Sprichwort sagt: "Ningún barcelonés debe irse a la cama sin haber dado una vuelta por las Ramblas."

Was wörtlich soviel heißt wie: Kein Barcelonese geht zu Bett ohne vorher noch einen Spaziergang über die Rambla gemacht zu haben.



Ich kann meine Begeisterung für Barcelona fast nicht in Worte fassen, ich denke mein Bericht spricht Bände und möchte nichts weiteres hinzufügen, sondern nur jedem empfehlen sich die Pracht dieser Stadt einmal anzusehen.

19 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Jerry0205

    13.03.2002, 08:39 Uhr von Jerry0205
    Bewertung: sehr hilfreich

    ehr gut wiedergegeben. Ist herlich dort entlangzulaufen und mal einen gemütlichen Cafe Negro zu schlürfen.

  • rispetto

    11.03.2002, 18:46 Uhr von rispetto
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht! Hat mir gut gefallen. Gruß, rispetto

  • DrDuke

    11.03.2002, 18:22 Uhr von DrDuke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mich stören die Massen an Taschendieben bloss. Paar Freunden wurd sogar das Portemonaie aus der Brusttasche vorne geklaut

  • anonym

    11.03.2002, 18:19 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr ausführlich! man liest sich, gruß mibod