La Strada - Das Lied der Straße (DVD) Testbericht

D
No-product-image
ab 8,29
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2003
5 Sterne
(4)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von Sabine_im_Netz

Die arme Gelsomina

5
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  andere Version

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es gibt Filme, die muss man einfach gesehen haben und einer der Klassiker schlechthin ist Federico Fellinis „La Strada“. Ich gebe ja zu, dass ich diesen Film vorher noch nicht kannte, aber in der vergangenen Woche konnte man diesen alten Klassiker noch einmal bei 3sat bewundern. Normalerweise schaue ich mir diesen Sender ja nicht an, aber weil in diesem Film Anthony Quinn in einer Paraderolle zu sehen war, habe ich ihn dann doch eingeschaltet. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Regisseur Fellini schafft es eben wie kein anderer Regisseur, dass die Charaktere sehr ausdrucksstark dargestellt werden.


Der Film
-----------
Der Künstler Zampano (Anthony Quinn) ist auf der Suche nach einer Begleiterin für seinen kleinen Zirkus fündig geworden: Seine Wahl trifft die junge Gelsomina (Giulietta Masima), die seine verstorbene Begleiterin ersetzen soll. Für eine Kaution von 10.000 Lire kauft Zampano das junge Mädchen aus ihrer Familie frei, was in den Fünfziger Jahren bestimmt noch eine Menge Geld war, denn die Familie war arm.
Gelsomina findet es anfangs sehr interessant, mit dem großen Künstler neue Dörfer kennenzulernen, denn Zampona hat nur ein Motorrad sowie einen Planwagen, wo er all sein Hab und Gut deponiert hat. Er gibt Gelsomina Tipps und Tricks wie sie zusammen noch mehr Geld verdienen können. Zamponas großer Erfolg basiert dabei auf ein Kunststück, wo er nur mit bloßer Muskelkraft eine Eisenkette zerreißen kann. Dieses Kunststück ist bei den Leuten sehr beliebt.
Gelsomina merkt aber schnell, dass der grosse Zampano auf seiner Reise immer nur hinter den Frauen her ist und Gelsomina behandelt er wie eine Sklavin. Als Gelsomina mal wieder genug von Zampano hat, reißt sie aus, doch Zampona findet sie wieder und ihr bleibt nichts anderes übrig, als weiter mit ihm zu reisen.
Als sie in Rom eintreffen, entdecken sie einen Zirkus, an dem sie sich anschließen. Inmitten einer Gemeinschaft macht es sehr viel mehr Spaß, die Menschen glücklich zu machen. Und das gute an diesem Zirkus ist eben, dass jeder seine Einnahmen behalten kann, wenn sie den Hut herumgehen lassen.
Aber in Rom macht Zampano auch das erste Mal die Bekanntschaft vom Künstler Matto (Richard Basehart), aber zwischen beiden kommt es bereits beim ersten Aufeinandertreffen zu einem Streit, weil Matto sich über den grossen Zampano lustig macht. Und dies kann Zampano beim besten Willen nicht ausstehen, wenn über ihn gelacht wird.
Gelsomina findet aber Gefallen an Matto, weil er sie Musik machen lässt und dies mag Gelsomina sehr gerne. Zum ersten Male darf sie eine Trompete benutzen und man sieht ihr sofort an, dass sie dies mit sehr viel Enthusiasmus macht. Als Zampona dies merkt, kommt es zu einer grossen Prügelei mit Matto und beide wandern ins Gefängnis. Der Zirkus will daraufhin mit beiden nicht mehr zusammenarbeiten und sie fahren ohne die beiden Unruhestifter weiter.
Gelsomina bleibt aber bei ihrem Zampano. Als beide wieder unterwegs sind, treffen sie ausgerechnet auf Matto, als dieser gerade einen Reifen wechselt. Es kommt wieder zu einer grossen Auseinandersetzung und im Kampf tötet Zampano seinen Rivalen. Gelsomina ist daraufhin völlig mit den Nerven fertig und sie versteht die Welt nicht mehr. Mit dem Tod hatte sie vorher nichts zu tun gehabt und es ist eine völlig neue Erfahrung für sie.
Der sture und gefühlslose Zampano lässt die verunsicherte Gelsomina plötzlich zurück und fährt alleine weiter. Werden beide sich jemals wieder sehen?


Was mir aufgefallen war
--------------------------
Ich empfand den Film als eine hervorragende Inszenierung, die man einfach gesehen haben muss. Sehr beeindruckt war ich von den Dialogen sowie den Augen von Gelsomina. Solche ausdrucksstarken Augen habe ich selten in einem Film gesehen.
Der Film ist in seinen etwa 105 Minuten immer wieder sehr spannend, auch wenn das Ende recht traurig ist und das ich an dieser Stelle noch nicht verraten möchte. Vor allem aber die ausdrucksstarken Charaktere von Zampano und Gelsomina haben mich einfach beeindruckt. Anthony Quinn ist hier in einem seiner besten Filme zu sehen und obwohl der Film schon fast 50 Jahre alt ist, schau ich ihn mir gerne auch ein zweites Mal an.
Federico Fellini war hier sowohl für das Drehbuch als auch für die Regie zuständig und als Zuschauer kann man hier sehr deutlich auch seine Handschrift erkennen. Er überlässt wirklich nichts dem Zufall und seine Charaktere sagen immer etwas Besonderes aus. Ein Lichtblick ist auf jeden Fall die Darstellerin von Gelsomina, die mich in der schauspielerischen Leistung einfach beeindruckt hat.


Meine Meinung
----------------
In den heutigen Kinofilmen stehen meist ja Action und Liebesfilme im Vordergrund, aber anspruchsvolle Filme sieht man heutzutage relativ selten. Keiner will sich eben im Kino nicht langweilen, aber „La Strada“ ist in keinster Weise langweilig. Es ist imposant, wie man aus einer einfachen Geschichte um das Raubein Zampano eine Geschichte zaubern kann.
Übrigens den Ausdruck „Zampano“, der auch im Duden enthalten ist, hat seinen Ursprung aus dem Film „La Strada“ und das zeigt ja eigentlich, dass dies ein Kultfilm ist, den viele noch nicht kennen. Wenn der Film aber nochmals wieder gezeigt wird, werde ich ihn mir auf jeden Fall wieder ansehen. Die Dialoge sind einfach erstklassig und Anthony Quinn gefiel mir hier von Beginn an. Sehr berührt hat mir dabei auch die letzte Sequenz wo man Zampano in Nahaufnahme sieht und er über seine Fehler nachdenkt.

7 Bewertungen