Erfahrungsbericht von lieblingsbabe
Zu kurz um sich zu verlieben
Pro:
Grandiose Geschichte
Kontra:
Leider nicht genauso grandios umgesetzt
Empfehlung:
Ja
Nein. Es geht - auch wenn der Titel so klingt - nicht um Sex, sondern das zweite Buch von Benjamin Lebert.
Nachdem ich sein erstes (hochgelobtes) Buch "crazy" ganz schön misslungen fand, hab ich ihm eine zweite Chance gegeben und die hat er auch genutzt. Als positives Zeichen empfand ich alleine schon die Tatsache, dass kaum jemand über das Buch gesprochen hat und ich bisher keinerlei Kritik darüber gelesen hab.
Kurze Zusammenfassung:
Auf einer Zufahrt von München nach Berlin begenen sich Henry (18) und Paul (Anfang 20, Erzähler) in einem Schlafwagen, den sie sich zusammen teilen müssen. Paul, auf der Suche nach "dem Licht", nach dem Leben, nach leuchtenden Augen, eigentlich absolut ziellos auf dem Weg nach Berlin, beginnt schließlich ein Gespräch mit Henry. Henry beginnt zu erzählen über seine beiden Freunde, seine beiden einzigen Freunde, Chrstine und Jens. Henry kennt Christine schon seit seiner Kindheit, sie ist über viele Ecken mit ihm verwandt und in den Ferien haben sie sich häufig gesehen. Eines Tages ist Christine zu ihrer Großmutter nach München gezogen. Zu Beginn des Buches erfährt man nur, dass Christine sehr krank ist, blass, klein und sehr dünn, später wird deutlich, dass sie essgestört ist. Magersucht.
Sie wird schließlich in München in eine Klinik für Essgestörte eingewiesen, in welcher sich Jens zur selben Zeit befindet. Dieser leidet allerdings an Fettleibigkeit (Fresssucht). Die beiden freunden sich an und als Christina eines Tages mit Paul etwas trinken geht, lernt dieser Jens kennen. Die drei werden die besten Freunde. Es wird schnell klar, dass Henry und Paul beide in Christine verliebt sind. Im Gegenteil zu Paul, tut Henry jedoch alles für Christine. Er bedient sie von vorne bis hinten, fährt sie in der Gegend rum und so weiter, jedoch gesteht er seine Liebe zu Christine nie.
Jens versuchte sich zweimal das Leben zu nehmen, mit Schlaftabletten und vor jedem Selbstmordversuch ruft er bei Christine an um sich von ihr zu verabschieden. Beide Mal wurde er von ihr auch gerettet, bzw. ins Krankhaus gefahren.
Während der Zugfahrt spricht Paul kaum ein Wort, er ist Zuhörer und Denker gleichzeitig. Erinnert sich, während Henry spricht, immerzu an Mandy (vermutlich seine Exfreundin). "Bist du das, Mandy?"
Henry erzählt weiter:
Jeny zog sich immer zurück wenn er und Christine etwas ohne ihn unternahmen, dann rief er wochenlang nicht an und sprach kein Wort. An einem Abend im November gesteht Henry ihr schließlich, dass er sie liebt, doch Christine (26) sagt ihm, dass er ihr zu jung ist. Nachdem das Thema sich scheinbar erledigt hat, erzählt Christine schließlich Jens davon, der so tut als wäre es ihm gleichgültig. Henry spricht davon, dass er Christine mehr liebt als alles andere auf der Welt, aber auf der andere Seite auch so sehr hasst, dass er sie umbringen könnte.
Als die drei Freunde zusammen eine Wochenendeausflug zu dem Haus von Jens' Großmutter planen, passiert das wovor Henry Angst hatte: Er schläft mit Christine als die beiden davon ausgehen, dass Jens tief und fest schläft.
Als Jens allerings wach wird, erwischt er die beiden dabei dabei, rennt aus dem ZImmer und verkriecht sich wochenlang in seiner Wohnung.
Als sich CHristine und Henry vier Tage später in einem Restaurant treffen, sagt diese ihm, dass das nicht hätte passieren dürfen und nie wieder passieren wird.
Nach wochenlanger Funkstille zwischen den dreien, steht ein paar Tage nach Sylvester plötzlich Jens vor Henrys Tür, läuift in sein Zimmer, weint und erzählt: Christine hätte gesagt, sie wolle ihn nie wieder sehen, er solle verschwinden. Henry ist absolut nicht klar, wieso sie so etwas sagen sollte.
Plötzlich wird Jens wütend, und befiehlt Henry, dass dieser mit ihm sofort zu seiner Wohnung fahren und die Sachen, die er dort noch von Christine herumliegen hat, zu ihr zu bringen.
Dort angekommen holt Jens einen Karton unter seinem Bett hervor, in dem er lauter Sachen von Christine gesammelt hat: einen Slip, eine Zahnbürste, einen Kamm, etc...
Jens befiehlt Henry, dass er sofort bei Christine anrufen solle, was dieser auch tut.
Als es sie am Apparat hat, panisch und voller Angst, sagt sie ihm, er solle sofort von Jens verschwinden und sich retten. "Hau von ihm ab", brüllt sie immer wieder.
Da ist Henry allerdings unmöglich, da Jens ihm befiehlt mit ihm zusammen zu Christine zu fahren. Er wird von ihm gezwungen an ihrer Tür zu klingeln, und ihr den Karton mit den Sachen von ihr zu bringen, während Jens im Auto warten wollte. Erst nachdem sich CHristine abgesichert hat, dass Henry alleine ist, öffnet sie ihm die Tür. Die ist voller blauer Flecken, blutverschmiert. Schließlich erzählt sie, dass Jens sie vor einigen Stunden im Büro aufgesucht und verprügelt hatte. Als eine Kollegin auftauchte, ist er davongerannt.
Als Henry kurz die Tür öffnet, steht Jens davor, zwang ihn wieder in sein Auto einzusteigen und fuhr auf die Autobahn. Er sagt Henry, dass er sich umbringen wird und er ihn dabei begleiten müsse. Er schlägt ihm vor, zu ihm zu fahren, ein Spiel zu spielen. "Zuerst darfst ich das Messer in irgendeine Stelle deines Körper rammen. Und dann darfst du bei mir das gleiche machen."
Plötzlich bremst Jens, Henry nutzt die Gelegenheit, springt aus dem Wagen und rennt und rennt und rennt. Rennt zu Christine. Dort angekommen, lässt diese ihn nicht in ihre Wohnung, aus Angst Jens könne nachkommen und sie dort beide aufsuchen. Zum ersten Mal gesteht Henry ihr durch die Tür, dass er sie liebt. Darauf geht diese nicht ein, schickt ihn weg, sagt, er solle sich in Sicherheit bringen und dass es vorbei wäre.
Er geht jedoch nicht, hämmert gegen die Tür und schreit, dass sie ihn hereinlassen soll. Christine sagt ihm zum widerholen Male, dass er verschwinden soll. Schließlich gibt er auf und geht.
Beschließt nach Berlin zu fahren.
Es ist jetzt früh am Morgen, die ganze Nacht über hat Henry diese Geschichte erzählt, sie frühstücken zusammen im Speisewagen.
Wieder erinnert sich Paul - nur in Gedanken - an Mandys wunderschönes Gesicht.
"Wie sie aussah als, als sie dalag. Auf dem Bett. Bevor ich sie verließ. Ihr Gesicht war weiß. Und ihre Augen waren auch ganz weiß. Und ich hab sie liegen gelassen"
Er denkt zurück an den Tag, an dem er sie kennengelernt hat. In Berlin lernte er auf der Straße einen Mann kennen, der ihm einen Ort zeigen möchte, ein Paradies. Er läd ihn schließlich in ein Bordell ein. Dort trinken sie Champagner, er lernt Mandy kennen, eine Prostituierte. Nach einigen Stunden gehen diese auf ein Zimmer und er schläft mit Mandy. Denkt von da ab nur noch an sie.
Am nächsten Tag geht er wieder ins Bordell, sagt, er möchte mit Mandy sprechen. Einer der Männer macht ihm jedoch klar, dass diese gerade mit einem anderen "Kunden" beschäftigt sei. Als diese nach einigen Stunden fertig war, kam sie herunter. Paul sagte ihr, er wolle mit ihr sprechen, sonst nichts, sie war jedoch müde und wollte schalfen. Nachdem er sie überredet hat, gehen sie beiden nach draußen und Paul gesteht ihr, dass er sie liebt. Diese interessiert sich dafür nicht sonderlich, wimmelt ihn ab.
Wochen oder Tage später. Sylvesterabend. Paul besucht das BOrdell erneut, sieht Mandy dort auf dem Sofa sitzen. Er sagte, er wollen erneut mit ihr sprechen, lud sie aufs Zimmer ein.
Schnitt.
Zehn Minuten später kam er wieder herunter, fuhr nach Hause.
Die Zugfahrt endet, Henry bittet Paul, dass die beiden sich in Berlin treffen könnten, Paul jedoch ist damit nicht einverstanden.
Als die beiden aussteigen, wird Paul von Polizisten festgenommen.
"Sie sind verdächtigt, die Prostituierte Luise Sheffler erwürgt zu haben"
Zum Abschied sagt dieser zu Henry: "Ich bin eben keiner Ezähler wie du"
PERSÖNLICHE MEINUNG:
Die Story an sich hat mich sehr begeistert.
Obwohl das Buch im Prinzip sehr dünn ist (126 Seiten), braucht man eine Menge Zeit um darüber nachzudenken.
Leider lässt der Sprachstil sehr zu wünschen übrig. Meiner Meinung nach könnte dieser sehr wohl anspruchsvoller sein, da das Thema an sich ja auch keine leichte Kost ist. Das Buch bietet teilweise sehr kurze, einfach und rationale Sätze bzw. Dialoge, die sich aber auch wunderbar lesen lassen.
Etwas unglaubwürdig wirken jedoch oftmals die Dialoge, die Art wie die beiden Jungen miteinander sprechen, ins Gespräch kommen oder sich überhaupt kennengelernt haben. Es ist leider recht unrealistisch, dass man jemandem sein halbes Leben auf einer Zugfahrt von München nach Berlin erzählt, der während der ganzen Fahrt nicht mehr als "Ja" und "Nein" sagt. Genauso finde ich es unglaubwürdig, wie offen Henry erzählt, wie ausführlich er z.b. von den sexuellen Erfahrungen mit Christine spricht, mit einem Menschen, den er gerade eben erst kennengelernt hat.
Das Buch ist in Ich-Form geschrieben, wechselt stänig zwischen Henrys und Pauls Dialogen, zwischen Henrys Erzählungen und zwischen Pauls Gedanken. Wo die Sprache recht einfach ist, ist der Inhalt oftmals doch sehr anspruchsvoll, was ich als Nachteil empfinde, da ich nicht so recht weiss für welche Zielgruppe dieses Buch dann letztendlich geschrieben wurde.
Die Idee, die jedoch dahinter steckt, ist fantastisch. Und ich muss (auch wenn das vielleicht merkwürdig klingt) trotzdem sagen, dass ich den Autor für seine Leistungen bewundere. Auch wenn das Buch sicherlich rein sprachlich um einiges besser sein könnte, so ist das doch eine enorme Leistung solch einen Roman in so jungen Jahren zu schreiben.
DIe Art und Weise, wie die Spannung nach hinten aufgebaucht wird, und wenn man fast schon glaubt, dass das Buch keinerlei Überraschungen mehr liefert, doch noch eine kommt, ist bewundernswert.
Rein inhaltlich würde ich die Kernaussage darin sehen, dass man niemals vollständig in einen Menschen hineinsehen kann. Oftmals stecken gerade die Menschen, die still sind, die kaum etwas sagen, die zuhören und das Leid anderer tragen und teilen, selbst in Schwierigkeiten. Viel mehr noch als man denkt.
Gerade eben weil sie nicht davon sprechen,
Und so hat Henry die ganze Zugfahrt über, von einem Menschen gesprochen, den er hasst, den er für absolut gestört und krank hält, und genau die selbe Art von Mensch sass ihm die ganze Zeit gegenüber und zugehört. Fast kommentarlos.
Das Buch lässt sich gut in 2 oder 3 Stunden durchlesen, man braucht allerdings etwas Zeit um es zu verarbeiten. Es ist zwar schade, dass es so kurz ist, ich denke aber, dass es ausreicht. Es muss nicht immer ein 500-Seiten-Roman sein, der alles beschreibt. Menschen mit Phantasie können sich das meiste selbst ausmalen und das ist doch eigentlich viel mehr wert.
Sorry, dass der Bericht so lang wurde ;)
NACHTRAG: (sorry, hab ich völlig vergessen!=
Preis: 9,90 ? (uhh)
Verlag: KIWI
ISBN 3-462-03336-0
Nachdem ich sein erstes (hochgelobtes) Buch "crazy" ganz schön misslungen fand, hab ich ihm eine zweite Chance gegeben und die hat er auch genutzt. Als positives Zeichen empfand ich alleine schon die Tatsache, dass kaum jemand über das Buch gesprochen hat und ich bisher keinerlei Kritik darüber gelesen hab.
Kurze Zusammenfassung:
Auf einer Zufahrt von München nach Berlin begenen sich Henry (18) und Paul (Anfang 20, Erzähler) in einem Schlafwagen, den sie sich zusammen teilen müssen. Paul, auf der Suche nach "dem Licht", nach dem Leben, nach leuchtenden Augen, eigentlich absolut ziellos auf dem Weg nach Berlin, beginnt schließlich ein Gespräch mit Henry. Henry beginnt zu erzählen über seine beiden Freunde, seine beiden einzigen Freunde, Chrstine und Jens. Henry kennt Christine schon seit seiner Kindheit, sie ist über viele Ecken mit ihm verwandt und in den Ferien haben sie sich häufig gesehen. Eines Tages ist Christine zu ihrer Großmutter nach München gezogen. Zu Beginn des Buches erfährt man nur, dass Christine sehr krank ist, blass, klein und sehr dünn, später wird deutlich, dass sie essgestört ist. Magersucht.
Sie wird schließlich in München in eine Klinik für Essgestörte eingewiesen, in welcher sich Jens zur selben Zeit befindet. Dieser leidet allerdings an Fettleibigkeit (Fresssucht). Die beiden freunden sich an und als Christina eines Tages mit Paul etwas trinken geht, lernt dieser Jens kennen. Die drei werden die besten Freunde. Es wird schnell klar, dass Henry und Paul beide in Christine verliebt sind. Im Gegenteil zu Paul, tut Henry jedoch alles für Christine. Er bedient sie von vorne bis hinten, fährt sie in der Gegend rum und so weiter, jedoch gesteht er seine Liebe zu Christine nie.
Jens versuchte sich zweimal das Leben zu nehmen, mit Schlaftabletten und vor jedem Selbstmordversuch ruft er bei Christine an um sich von ihr zu verabschieden. Beide Mal wurde er von ihr auch gerettet, bzw. ins Krankhaus gefahren.
Während der Zugfahrt spricht Paul kaum ein Wort, er ist Zuhörer und Denker gleichzeitig. Erinnert sich, während Henry spricht, immerzu an Mandy (vermutlich seine Exfreundin). "Bist du das, Mandy?"
Henry erzählt weiter:
Jeny zog sich immer zurück wenn er und Christine etwas ohne ihn unternahmen, dann rief er wochenlang nicht an und sprach kein Wort. An einem Abend im November gesteht Henry ihr schließlich, dass er sie liebt, doch Christine (26) sagt ihm, dass er ihr zu jung ist. Nachdem das Thema sich scheinbar erledigt hat, erzählt Christine schließlich Jens davon, der so tut als wäre es ihm gleichgültig. Henry spricht davon, dass er Christine mehr liebt als alles andere auf der Welt, aber auf der andere Seite auch so sehr hasst, dass er sie umbringen könnte.
Als die drei Freunde zusammen eine Wochenendeausflug zu dem Haus von Jens' Großmutter planen, passiert das wovor Henry Angst hatte: Er schläft mit Christine als die beiden davon ausgehen, dass Jens tief und fest schläft.
Als Jens allerings wach wird, erwischt er die beiden dabei dabei, rennt aus dem ZImmer und verkriecht sich wochenlang in seiner Wohnung.
Als sich CHristine und Henry vier Tage später in einem Restaurant treffen, sagt diese ihm, dass das nicht hätte passieren dürfen und nie wieder passieren wird.
Nach wochenlanger Funkstille zwischen den dreien, steht ein paar Tage nach Sylvester plötzlich Jens vor Henrys Tür, läuift in sein Zimmer, weint und erzählt: Christine hätte gesagt, sie wolle ihn nie wieder sehen, er solle verschwinden. Henry ist absolut nicht klar, wieso sie so etwas sagen sollte.
Plötzlich wird Jens wütend, und befiehlt Henry, dass dieser mit ihm sofort zu seiner Wohnung fahren und die Sachen, die er dort noch von Christine herumliegen hat, zu ihr zu bringen.
Dort angekommen holt Jens einen Karton unter seinem Bett hervor, in dem er lauter Sachen von Christine gesammelt hat: einen Slip, eine Zahnbürste, einen Kamm, etc...
Jens befiehlt Henry, dass er sofort bei Christine anrufen solle, was dieser auch tut.
Als es sie am Apparat hat, panisch und voller Angst, sagt sie ihm, er solle sofort von Jens verschwinden und sich retten. "Hau von ihm ab", brüllt sie immer wieder.
Da ist Henry allerdings unmöglich, da Jens ihm befiehlt mit ihm zusammen zu Christine zu fahren. Er wird von ihm gezwungen an ihrer Tür zu klingeln, und ihr den Karton mit den Sachen von ihr zu bringen, während Jens im Auto warten wollte. Erst nachdem sich CHristine abgesichert hat, dass Henry alleine ist, öffnet sie ihm die Tür. Die ist voller blauer Flecken, blutverschmiert. Schließlich erzählt sie, dass Jens sie vor einigen Stunden im Büro aufgesucht und verprügelt hatte. Als eine Kollegin auftauchte, ist er davongerannt.
Als Henry kurz die Tür öffnet, steht Jens davor, zwang ihn wieder in sein Auto einzusteigen und fuhr auf die Autobahn. Er sagt Henry, dass er sich umbringen wird und er ihn dabei begleiten müsse. Er schlägt ihm vor, zu ihm zu fahren, ein Spiel zu spielen. "Zuerst darfst ich das Messer in irgendeine Stelle deines Körper rammen. Und dann darfst du bei mir das gleiche machen."
Plötzlich bremst Jens, Henry nutzt die Gelegenheit, springt aus dem Wagen und rennt und rennt und rennt. Rennt zu Christine. Dort angekommen, lässt diese ihn nicht in ihre Wohnung, aus Angst Jens könne nachkommen und sie dort beide aufsuchen. Zum ersten Mal gesteht Henry ihr durch die Tür, dass er sie liebt. Darauf geht diese nicht ein, schickt ihn weg, sagt, er solle sich in Sicherheit bringen und dass es vorbei wäre.
Er geht jedoch nicht, hämmert gegen die Tür und schreit, dass sie ihn hereinlassen soll. Christine sagt ihm zum widerholen Male, dass er verschwinden soll. Schließlich gibt er auf und geht.
Beschließt nach Berlin zu fahren.
Es ist jetzt früh am Morgen, die ganze Nacht über hat Henry diese Geschichte erzählt, sie frühstücken zusammen im Speisewagen.
Wieder erinnert sich Paul - nur in Gedanken - an Mandys wunderschönes Gesicht.
"Wie sie aussah als, als sie dalag. Auf dem Bett. Bevor ich sie verließ. Ihr Gesicht war weiß. Und ihre Augen waren auch ganz weiß. Und ich hab sie liegen gelassen"
Er denkt zurück an den Tag, an dem er sie kennengelernt hat. In Berlin lernte er auf der Straße einen Mann kennen, der ihm einen Ort zeigen möchte, ein Paradies. Er läd ihn schließlich in ein Bordell ein. Dort trinken sie Champagner, er lernt Mandy kennen, eine Prostituierte. Nach einigen Stunden gehen diese auf ein Zimmer und er schläft mit Mandy. Denkt von da ab nur noch an sie.
Am nächsten Tag geht er wieder ins Bordell, sagt, er möchte mit Mandy sprechen. Einer der Männer macht ihm jedoch klar, dass diese gerade mit einem anderen "Kunden" beschäftigt sei. Als diese nach einigen Stunden fertig war, kam sie herunter. Paul sagte ihr, er wolle mit ihr sprechen, sonst nichts, sie war jedoch müde und wollte schalfen. Nachdem er sie überredet hat, gehen sie beiden nach draußen und Paul gesteht ihr, dass er sie liebt. Diese interessiert sich dafür nicht sonderlich, wimmelt ihn ab.
Wochen oder Tage später. Sylvesterabend. Paul besucht das BOrdell erneut, sieht Mandy dort auf dem Sofa sitzen. Er sagte, er wollen erneut mit ihr sprechen, lud sie aufs Zimmer ein.
Schnitt.
Zehn Minuten später kam er wieder herunter, fuhr nach Hause.
Die Zugfahrt endet, Henry bittet Paul, dass die beiden sich in Berlin treffen könnten, Paul jedoch ist damit nicht einverstanden.
Als die beiden aussteigen, wird Paul von Polizisten festgenommen.
"Sie sind verdächtigt, die Prostituierte Luise Sheffler erwürgt zu haben"
Zum Abschied sagt dieser zu Henry: "Ich bin eben keiner Ezähler wie du"
PERSÖNLICHE MEINUNG:
Die Story an sich hat mich sehr begeistert.
Obwohl das Buch im Prinzip sehr dünn ist (126 Seiten), braucht man eine Menge Zeit um darüber nachzudenken.
Leider lässt der Sprachstil sehr zu wünschen übrig. Meiner Meinung nach könnte dieser sehr wohl anspruchsvoller sein, da das Thema an sich ja auch keine leichte Kost ist. Das Buch bietet teilweise sehr kurze, einfach und rationale Sätze bzw. Dialoge, die sich aber auch wunderbar lesen lassen.
Etwas unglaubwürdig wirken jedoch oftmals die Dialoge, die Art wie die beiden Jungen miteinander sprechen, ins Gespräch kommen oder sich überhaupt kennengelernt haben. Es ist leider recht unrealistisch, dass man jemandem sein halbes Leben auf einer Zugfahrt von München nach Berlin erzählt, der während der ganzen Fahrt nicht mehr als "Ja" und "Nein" sagt. Genauso finde ich es unglaubwürdig, wie offen Henry erzählt, wie ausführlich er z.b. von den sexuellen Erfahrungen mit Christine spricht, mit einem Menschen, den er gerade eben erst kennengelernt hat.
Das Buch ist in Ich-Form geschrieben, wechselt stänig zwischen Henrys und Pauls Dialogen, zwischen Henrys Erzählungen und zwischen Pauls Gedanken. Wo die Sprache recht einfach ist, ist der Inhalt oftmals doch sehr anspruchsvoll, was ich als Nachteil empfinde, da ich nicht so recht weiss für welche Zielgruppe dieses Buch dann letztendlich geschrieben wurde.
Die Idee, die jedoch dahinter steckt, ist fantastisch. Und ich muss (auch wenn das vielleicht merkwürdig klingt) trotzdem sagen, dass ich den Autor für seine Leistungen bewundere. Auch wenn das Buch sicherlich rein sprachlich um einiges besser sein könnte, so ist das doch eine enorme Leistung solch einen Roman in so jungen Jahren zu schreiben.
DIe Art und Weise, wie die Spannung nach hinten aufgebaucht wird, und wenn man fast schon glaubt, dass das Buch keinerlei Überraschungen mehr liefert, doch noch eine kommt, ist bewundernswert.
Rein inhaltlich würde ich die Kernaussage darin sehen, dass man niemals vollständig in einen Menschen hineinsehen kann. Oftmals stecken gerade die Menschen, die still sind, die kaum etwas sagen, die zuhören und das Leid anderer tragen und teilen, selbst in Schwierigkeiten. Viel mehr noch als man denkt.
Gerade eben weil sie nicht davon sprechen,
Und so hat Henry die ganze Zugfahrt über, von einem Menschen gesprochen, den er hasst, den er für absolut gestört und krank hält, und genau die selbe Art von Mensch sass ihm die ganze Zeit gegenüber und zugehört. Fast kommentarlos.
Das Buch lässt sich gut in 2 oder 3 Stunden durchlesen, man braucht allerdings etwas Zeit um es zu verarbeiten. Es ist zwar schade, dass es so kurz ist, ich denke aber, dass es ausreicht. Es muss nicht immer ein 500-Seiten-Roman sein, der alles beschreibt. Menschen mit Phantasie können sich das meiste selbst ausmalen und das ist doch eigentlich viel mehr wert.
Sorry, dass der Bericht so lang wurde ;)
NACHTRAG: (sorry, hab ich völlig vergessen!=
Preis: 9,90 ? (uhh)
Verlag: KIWI
ISBN 3-462-03336-0
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