Lenny - Lenny Kravitz Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von P.Nibel
"Gefühl nichts als Gefühl..."
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Der 29. Oktober 2001 – ein lang ersehnter Tag, der die Erwartungen von Millionen gierigen Musikfans erfüllen sollte: Lenny Kravitz veröffentlichte sein sechstes Album. Ich sitze vor meiner HiFi-Anlage, stülpe den Sturzhelm über, ziehe die Knieschützer fest und lege die Gurte an. Vor mir, im CD-Player der Anlage, das neue Album von Kravitz mit dem vielsagenden Titel „Lenny“. Ein letztes Mal hole ich tief Luft und drücke dann mit äußerster Vorsicht den Play-Knopf:
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Song 1 – „BATTLEFIELD OF LOVE“
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Von Ferne dringen kriegsähnliche Explosionen, Schüsse, Helikopter, das Klirren von Panzerketten und Schreie an mein Ohr. Nach 24 Sekunden werden die Geräusche jäh unterbrochen: Schwere E-Gitarren, untermalt von kräftigen Bässen, preschen heran und donnern aus den Boxen. Ständig wird der Song durch ein träges Rock-Schlagzeug getrieben. Lenny Kravitz singt in altbekannter Manier und zeigt, dass er noch immer in üblicher Seventies-Hardrock-Manier arbeiten kann. Dabei weiß er seine unverkennbare Stimme schamlos auszunutzen. Mit „Battlefield of Love“ präsentiert uns Lenny einen urtypischen Rock-Song der wunderbar an die Vorgänger-Alben des Künstlers anknüpft:
“I AM A SOLDIER A CASUALTY OF LOVE I´VE BEEN FROM HEAVEN ALL THE WAY TO HELL I´VE HAD A JOURNEY MUCH MORE THAN I CAN TELL I´VE GOT STORIES MUCH MORE THAN I CAN SELL ALL THIS MASS CONFUSION CAUSES CHAOS IN MY BRAIN I´M ON THE BATTLEFIELD THE BATTLEFIELD OF LOVE WITH ALL OF THE ILUSIONS…”
Song 2 – “IF I COULD FALL IN LOVE”
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Schonungslos hart geht es weiter. „If could i fall in Love“ ist ein Song, der sich eher in die „Mama Said“-Ära einordnen lässt. Und trotzdem will der Künstler zeigen, dass diese Zeiten wohl vorüber sind. Immer wieder drängen schrammelnde Gitarren in den melancholischen Song hinein, um die leichten, zart modifizierten, Wah-Gitarren zu überlagern und den elektronisch angehauchten Echo-Refrain einzuläuten. Mit diesem Song beginnt der geneigte Zuhörer zu begreifen, dass es Lenny nicht nur auf der alten Rock-Schiene belassen will:
„WHEN I WAS YOUNG I FELL IN LOVE SHE WAS A GODDESS WITH A WORLD INSIDE OF HER MIND WHEN SHE MOVED ON SOMETHING WENT WRONG SHE TOOK MY POWER AND THE LOVE I HAD INSIDE NOW THAT I FOUND YOU I DON´T KNOW HOW TO IF I COULD FALL IN LOVE AGAIN I´D FALL IN LOVE WITH YOU IF I COULD CHANGE…”
Song 3 – “Yesterday is gone (MY DEAR KAY)”
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Diese schöne Ballade wird getragen durch eine einfach 12-Seiten-Gitarre und die Stimme von Kravitz. Unüberhörbar sind in diesem Song die Parallelen zu „Sister“. Und doch bringt Lenny Kravitz, Dank dem Einsatz von Hörnern und Sold-Gitarren, etwas Abwechslung ins Geschehen. Einfach wunderbar leicht fließt das recht einfallsreiche „Yesterday is gone“ in die Gehörgänge, ohne sich dort festzufressen. Relaxte 3 Minuten und 52 Sekunden werden uns beschert:
„I´M SORRY YOUR SITUATION HAS LET YOU DOWN I KNOW THAT THINGS DID NOT GO AS PLANNED ´CAUSE IN THIS TIME YOU´RE FEELING ALONE AND SAD THIS IS WHAT YOU MUST UNDERSTAND THERE IS A WAY YESTERDAY IS GONE IT´S A NEW DAY YESTERDAY IS GONE YESTERDAY IS GONE…”
Song 4 – “STILLNESS OF HEART”
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Das langsame Tempo wird beibehalten. Ein interessantes Gitarren-Intro leitet ein, Lenny singt unverfälscht, das Drum-Kit pocht monoton dahin. Zum ersten Mal verspüre ich, nach rund einer Minute, das Verlangen, den Skip-Knopf auf dem CD-Player zu drücken. Doch ich halte ich mich zurück; möglicherweise bringt eine Bridge noch den erhofften Lebensschimmer. Doch warte ich vergebens 4 Minuten und 14 Sekunden. Abgesehen von einem kurzen Gitarren-Lückenfüller passiert nichts mehr. Somit der erste Song, der recht trostlos anmutet und das nächste Mal wohl nicht mehr von mir angespielt wird:
„I´M OUT HERE ON THE STREET THERE´S NO ONE LEFT TO MEET THE THINGS THAT WERE SO SWEET NO LONGER MOVE MY FEET BUT I KEEP TRYING I KEEP ON TRYING ALL THAT I WANT IS STILLNESS OF HEART SO I CAN START TO FIND MY WAY…”
Song 5 – “BELIEVE IN ME”
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Und noch immer wird es nicht schneller. Doch dafür versetzt uns Lenny Kravitz mit „Believe in me“ in eine traurig-melancholische Stimmung und kostet jede Sekunde des zugefügten Herzschmerzes aus. Der Zuhörer vernimmt in diesem ungewöhnlichen Song eine faszinierende Untermalung. Basierend auf einem seicht dahinpochenden Computersound, lässt Kravitz die Streicher zu Wort kommen. Eine anmutende Kombination aus gefühlvoller Stimme, dezenten Streichern und ab und ab dazwischenklingender Spanien-Gitarre lässt uns träumen:
„WHERE´S THE LOVE WE HAD? WHEN DID IT GO BAD? OR AM I JUST INSECURE? GIVE ALL I CAN BABY I´M YOUR MAN TELL ME WHAT WE´RE IN THIS FOR REMIND ME I CAN´T GO ON I KNOW NOT WHAT TO DO MY HEART IS WORN I FEEL AS IF I´M THROUGH PLEASE BELIEVE IN ME…”
Song 6 – “PAY TO PLAY”
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Kurz und bündig pfeffert uns Lenny Kravitz mit „Pay to play“ entgegen. Aufwachen! Es geht weiter! In nur 2 Minuten und 47 Sekunden lässt uns Kravitz wissen, dass ihm auch das Scratchen und Mixen von Elektro-Klängen nicht fern liegt. Zart angemischt mit trockenem Rock serviert uns der Künstler allerdings somit nicht mehr als eine gewöhnungsbedürftige Interlude. Von einem Song kann eigentlich nicht die Rede sein:
“SHE SAID I WANT THE MONEY I KNOW YOU WANT THIS MONEY YOUR SKIES WILL NOT BE SUNNY IF YOU DON´T BRING IT HOME TO ME DON´T WANT TO HEAR YOUR DRYING CAUSE BABY I´M NOT TRYING TO WAIT FOR YOUR DREAMS TO FLY IN THEN SHE SMILED AND SAID TO ME WELL I DON´T BELIEVE IN WHAT YOU DO AND I DON´T BELIEVE IN WHAT YOU SAY I DON´T BELIEVE IN YOU YOU´VE GOT TO PAY THE PRICE IF YOU WANT TO PLAY YOU…”
Song 7 – “A MILLION MILES AWAY”
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Herzlich Willkommen in den 70ern! Wie in alten Zeiten spielt Kravitz wieder auf. Unvermeintlich überkommt mich ein Déja-vu. Dieser sanfte Song ist nichts Neues aber trotzdem ein Meisterwerk. Irgendwie fühle ich mich an alte „Let Love Rule“-Zeiten erinnert. Mit viel Einfühlungsvermögen bringt Lenny seine Stimme zu diesem samtweichen Song ein. Es darf getanzt und gekuschelt werden. Doch ich frage mich, wo ist der harte Kravitz von damals? Selten wurden unsere Ohren so oft, so weich gebettet wie auf dem Album „Lenny“:
„YOU THINK I´M COOL BUT I AM NOT YOU THINK THAT I AM NONCHALANT YOU THINK I´M HARD THAT I PLAY THE PART DON´T BE FOOLED YOU ARE MY HEART OH BABE I´M JUST SO TRIED OF BEING ON THE RUN BABE WHEN I CAN´T FEEL YOUR TOUCH AND WE´VE LOST ANOTHER DYA SEEMS LIKE I´M A MILLION MILES AWAY…”
Song 8 – “GOD SAVE US ALL”
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Mit dieser straighten Rocknummer will uns der ach so coole Rockmusiker wieder einmal Gefühl zeigen. Doch gelingt ihm das kaum. Leider vermisse ich bei diesem Song die notwendige Leidenschaft. Eher lapidar plätschert die staubtrockene Melodie dahin, ohne zu animieren. Schade, dabei passt dieser Song zur derzeitigen Situation in den USA. Ob Kravitz zu diesem Track gezwungen wurde?!
„WE NEED A LEADER WE CAN´T SEEM TO HELP OURSELVES FIGHTING AND LYING WE CAN´T SEEM TO LET IT GO WE LIVE EACH DAY ON A SMALL PIECE OF BORROWED TIME WHY AREN´T WE TRYING TO ENJOY THIS CRAZY RIDE WHAT ARE GONNA DO ABOUT IT? GOD SAVE US ALL GOD SAVE US ALL…”
Song 9 – “DIG IN”
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Und da ist er wieder, der aggressive Rockmusiker. Doch nur verhalten beweist uns Lenny mit der soliden Single-Auskoppelung „Dig in“, dass er noch kräftig die Klampfe bedienen und doch schon mal ins Mikrofon schreien kann. P.Nibel. Zwar ist „Dig in“ ein schönes Stück Musik aber für Lenny Kravitz eher ungewohnt bürgerlich. Lieb und brav dudelt sich Kravitz in die Ohren eines Jeden. Sind die Zeiten des Rock`n`Roll-Berserkers Kravitz vorbei?
„IT´S TIME TO FACE IT COME ON IN AND JOIN THE PARTY LIFE HAS BEEN WAITING FOR YOU TO CARE DON´T TRY TO FAKE IT JUMP ON IN AND GET IT STARTED THERE´S SO MUCH LOVING FOR YOU TO SHARE THERE IS NOWHERE TO RUN THERE IS NOWHERE TO HIDE DON´T LET IT BEAT YOU SAY NICE TO MEET YOU AND FIGHT ONCE YOU DIG IN…”
Song 10 – “YOU WERE IN MY HEART”
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Es folgt nun ein dunkler Song, der uns unweigerlich hinab zieht, in die Traurigkeit. Und wieder überbekommt mich ein Déja-vu. „You were in my Heart“ klingt ungewohnt elektronisch und erinnert an einige Songs des Vorgänger-Longplayers „Five“. Pompös beginnt der Song mit Paukenschlägen, um sodann durch tiefe, bassintensive Elektroströme dahingetragen zu werden. Ab und an schreien dunkle Gitarren auf. Langsam entwickelt dieser Song seinen eigenen Reiz, einen mysteriösen Reiz, dem man sich schwerlich entziehen kann. Ein ungewohnter Kravitz aber dafür ungemein interessant:
„I WANT TO BE A BETTER MAN LORD KNOWS THAT I´M TRYIN`I WANT TO KEEP THE MASTER´S PLAN BUT SOMETIMES THINGS GET WILD DEMONS SLEEP WITH ME IN BED I CAN FEEL THEIR FIRE WHEN DARKNESS GETS AROUND MY HEAD SOMETIMES I GO BLIND BUT YOU WERE IN MY HEART WHILE THE EVIL WAS SEARCHING OUT…”
Song 11 – “BANK ROBBER MAN”
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Der Titel zu diesem Song sagt alles. Aggressiv, hart und brutal jagt Kravitz seine Gitarrensaiten, lässt das Drum unaufhörlich arbeiten und gibt stimmlich absolut alles. Da ist er wieder, der alte Lenny! Polizeisirenen heulen unaufhörlich im Takt. Kaum ein anderer Song auf dem Album versprüht eine derartig Authentizität. Knallhart und schonungslos quillt ein intensiver Rocksong aus den Lautsprecherboxen. Und so plötzlich wie „Bank Robber Man“ beginnt, hört er auch auf:
„I WAS WALKING DOWN THE STREET TODAY JUST AS SOMEBODY BLEW THE DOORS OFF OF THE B OF A JUST THEN I HEARD THEM CALL MY NAME AS I WAS THROWN AGAINST THE CAR I WAS BEING FRAMED ALL UNITS WE´VE GOT OUR MAN WE´VE GOT THE BANK ROBBER MAN…”
Song 12 – “LET´S GET HIGH”
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Zum Abschluss spielt uns Lenny Kravitz das Lied vom Tod. Nein, natürlich nicht. Eher ein melodiöses Stück, wie zu alten Zeiten. Mit „Let´s get high“ beweist uns Kravitz, dass er noch immer die Kunst des Retro-Rock beherrscht. Mit diesem Stück erinnert er uns an die guten alten Zeiten, in denen die Songs noch Seele hatten. Kraft- und energievoll erhebt sich Lenny Kravitz in die Höhe und nimmt uns mit in eine Welt des Friedens. Oh pardon, da habe ich wohl zu tief an der Lunte gezogen....
„LET´S GO OUT ON AN OCEAN RIDE LEAVE ALL YOUR CARES AND THE PAST BEHIND LET´S VENTURE OUT TO A DESERTED ISLE LET´S GET IN TOUCH WITH WHAT IS ALIVE OHHH I LOVE YOU OHHH IT´S WONDEFRULL OHHH IT´S MAGICAL LET´S GET HIGH…”
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FOCUS: Mit „Lenny“ betritt Rock-Meister Kravitz wahrlich kein Neuland. Nachdem mit dem „Greatest Hits“-Album und dem Charts-Stürmer „Again“ in 2000 eine Lücke gefüllt wurde, so war in 2001 wieder richtige Handarbeit im Studio gefragt. Was bei dieser Studio-Session herauskam, lässt sich sehen und hören.
Unbestritten ist Lenny Kravitz ein unglaublich talentierter Star, der aus eigener Kraft schreibt, produziert, singt und spielt. Es gibt Alben des Künstlers, die nur so vor Inspiration und Kreativität strotzen. P.Nibel. Es gibt aber auch Longplayer die scheinbar müde und schwach eingespielt wurden. Mit „ Lenny“ pendelt sich der Künstler eher im Mittelfeld ein.
Das neue Album hält keine Überraschungen parat, zeugt aber von solider Arbeit. Jeder einzelne Song ist perfekt durchdacht und explizit geplant. Genau das scheint dem Hörgenuss etwas abträglich zu sein. Zwar schwelgt Lenny Kravitz im Perfektionismus, nur leider geht dabei zu oft das notwendige Feeling verloren. Vermutlich kehrt der ehemalige Rockmusiker nicht mehr zu seinen alten Wurzeln zurück. „Vorwärts oder stehen bleiben.“ könnte die Devise zum Album gelautet haben. Wer Kravitz kennt, wird sicher das Feuer und den Drang des Sängers vermissen.
Gekonnt bewegt sich Lenny in einem vorgefertigten Rahmen. Ein Ausbruch ist unwahrscheinlich. Und so scheint es leider, dass Lenny Kravitz mehr und mehr in Richtung Mainstream abrutscht. Dieser Eindruck entsteht bereits, wenn man das edle Hochglanz-Cover in den Händen hält. Lediglich Stil und Coolness werden in den Vordergrund gestellt. So bewegt sich denn Kravitz in vorgefahrenen Spuren, ohne dem Zuhörer etwas Abwechslung zu gönnen. Ungeschliffene Diamanten findet man auf „Lenny“ nicht mehr. Dabei lies Kravitz einmal verlauten: „Für meine Arbeit ist Gefühl, nicht als Gefühl, entscheidend.“
Lange Rede, kurzer Sinn: Lenny Kravitz beweist uns erneut, dass er ein fantastischer Musiker ist, der noch immer so einiges auf dem Kasten hat. Etwas enttäuscht bin ich doch von der Einfallslosigkeit seines Albums „Lenny“; Ich wage zu bezweifeln, dass Kravitz die Erwartungen seiner Fans erfüllt. Doch trotzdem lohnt sich auf jeden Fall ein Kauf dieser CD, denn klasse Musik ist und bleibt es.
Peace P.Nibel
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Song 1 – „BATTLEFIELD OF LOVE“
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Von Ferne dringen kriegsähnliche Explosionen, Schüsse, Helikopter, das Klirren von Panzerketten und Schreie an mein Ohr. Nach 24 Sekunden werden die Geräusche jäh unterbrochen: Schwere E-Gitarren, untermalt von kräftigen Bässen, preschen heran und donnern aus den Boxen. Ständig wird der Song durch ein träges Rock-Schlagzeug getrieben. Lenny Kravitz singt in altbekannter Manier und zeigt, dass er noch immer in üblicher Seventies-Hardrock-Manier arbeiten kann. Dabei weiß er seine unverkennbare Stimme schamlos auszunutzen. Mit „Battlefield of Love“ präsentiert uns Lenny einen urtypischen Rock-Song der wunderbar an die Vorgänger-Alben des Künstlers anknüpft:
“I AM A SOLDIER A CASUALTY OF LOVE I´VE BEEN FROM HEAVEN ALL THE WAY TO HELL I´VE HAD A JOURNEY MUCH MORE THAN I CAN TELL I´VE GOT STORIES MUCH MORE THAN I CAN SELL ALL THIS MASS CONFUSION CAUSES CHAOS IN MY BRAIN I´M ON THE BATTLEFIELD THE BATTLEFIELD OF LOVE WITH ALL OF THE ILUSIONS…”
Song 2 – “IF I COULD FALL IN LOVE”
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Schonungslos hart geht es weiter. „If could i fall in Love“ ist ein Song, der sich eher in die „Mama Said“-Ära einordnen lässt. Und trotzdem will der Künstler zeigen, dass diese Zeiten wohl vorüber sind. Immer wieder drängen schrammelnde Gitarren in den melancholischen Song hinein, um die leichten, zart modifizierten, Wah-Gitarren zu überlagern und den elektronisch angehauchten Echo-Refrain einzuläuten. Mit diesem Song beginnt der geneigte Zuhörer zu begreifen, dass es Lenny nicht nur auf der alten Rock-Schiene belassen will:
„WHEN I WAS YOUNG I FELL IN LOVE SHE WAS A GODDESS WITH A WORLD INSIDE OF HER MIND WHEN SHE MOVED ON SOMETHING WENT WRONG SHE TOOK MY POWER AND THE LOVE I HAD INSIDE NOW THAT I FOUND YOU I DON´T KNOW HOW TO IF I COULD FALL IN LOVE AGAIN I´D FALL IN LOVE WITH YOU IF I COULD CHANGE…”
Song 3 – “Yesterday is gone (MY DEAR KAY)”
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Diese schöne Ballade wird getragen durch eine einfach 12-Seiten-Gitarre und die Stimme von Kravitz. Unüberhörbar sind in diesem Song die Parallelen zu „Sister“. Und doch bringt Lenny Kravitz, Dank dem Einsatz von Hörnern und Sold-Gitarren, etwas Abwechslung ins Geschehen. Einfach wunderbar leicht fließt das recht einfallsreiche „Yesterday is gone“ in die Gehörgänge, ohne sich dort festzufressen. Relaxte 3 Minuten und 52 Sekunden werden uns beschert:
„I´M SORRY YOUR SITUATION HAS LET YOU DOWN I KNOW THAT THINGS DID NOT GO AS PLANNED ´CAUSE IN THIS TIME YOU´RE FEELING ALONE AND SAD THIS IS WHAT YOU MUST UNDERSTAND THERE IS A WAY YESTERDAY IS GONE IT´S A NEW DAY YESTERDAY IS GONE YESTERDAY IS GONE…”
Song 4 – “STILLNESS OF HEART”
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Das langsame Tempo wird beibehalten. Ein interessantes Gitarren-Intro leitet ein, Lenny singt unverfälscht, das Drum-Kit pocht monoton dahin. Zum ersten Mal verspüre ich, nach rund einer Minute, das Verlangen, den Skip-Knopf auf dem CD-Player zu drücken. Doch ich halte ich mich zurück; möglicherweise bringt eine Bridge noch den erhofften Lebensschimmer. Doch warte ich vergebens 4 Minuten und 14 Sekunden. Abgesehen von einem kurzen Gitarren-Lückenfüller passiert nichts mehr. Somit der erste Song, der recht trostlos anmutet und das nächste Mal wohl nicht mehr von mir angespielt wird:
„I´M OUT HERE ON THE STREET THERE´S NO ONE LEFT TO MEET THE THINGS THAT WERE SO SWEET NO LONGER MOVE MY FEET BUT I KEEP TRYING I KEEP ON TRYING ALL THAT I WANT IS STILLNESS OF HEART SO I CAN START TO FIND MY WAY…”
Song 5 – “BELIEVE IN ME”
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Und noch immer wird es nicht schneller. Doch dafür versetzt uns Lenny Kravitz mit „Believe in me“ in eine traurig-melancholische Stimmung und kostet jede Sekunde des zugefügten Herzschmerzes aus. Der Zuhörer vernimmt in diesem ungewöhnlichen Song eine faszinierende Untermalung. Basierend auf einem seicht dahinpochenden Computersound, lässt Kravitz die Streicher zu Wort kommen. Eine anmutende Kombination aus gefühlvoller Stimme, dezenten Streichern und ab und ab dazwischenklingender Spanien-Gitarre lässt uns träumen:
„WHERE´S THE LOVE WE HAD? WHEN DID IT GO BAD? OR AM I JUST INSECURE? GIVE ALL I CAN BABY I´M YOUR MAN TELL ME WHAT WE´RE IN THIS FOR REMIND ME I CAN´T GO ON I KNOW NOT WHAT TO DO MY HEART IS WORN I FEEL AS IF I´M THROUGH PLEASE BELIEVE IN ME…”
Song 6 – “PAY TO PLAY”
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Kurz und bündig pfeffert uns Lenny Kravitz mit „Pay to play“ entgegen. Aufwachen! Es geht weiter! In nur 2 Minuten und 47 Sekunden lässt uns Kravitz wissen, dass ihm auch das Scratchen und Mixen von Elektro-Klängen nicht fern liegt. Zart angemischt mit trockenem Rock serviert uns der Künstler allerdings somit nicht mehr als eine gewöhnungsbedürftige Interlude. Von einem Song kann eigentlich nicht die Rede sein:
“SHE SAID I WANT THE MONEY I KNOW YOU WANT THIS MONEY YOUR SKIES WILL NOT BE SUNNY IF YOU DON´T BRING IT HOME TO ME DON´T WANT TO HEAR YOUR DRYING CAUSE BABY I´M NOT TRYING TO WAIT FOR YOUR DREAMS TO FLY IN THEN SHE SMILED AND SAID TO ME WELL I DON´T BELIEVE IN WHAT YOU DO AND I DON´T BELIEVE IN WHAT YOU SAY I DON´T BELIEVE IN YOU YOU´VE GOT TO PAY THE PRICE IF YOU WANT TO PLAY YOU…”
Song 7 – “A MILLION MILES AWAY”
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Herzlich Willkommen in den 70ern! Wie in alten Zeiten spielt Kravitz wieder auf. Unvermeintlich überkommt mich ein Déja-vu. Dieser sanfte Song ist nichts Neues aber trotzdem ein Meisterwerk. Irgendwie fühle ich mich an alte „Let Love Rule“-Zeiten erinnert. Mit viel Einfühlungsvermögen bringt Lenny seine Stimme zu diesem samtweichen Song ein. Es darf getanzt und gekuschelt werden. Doch ich frage mich, wo ist der harte Kravitz von damals? Selten wurden unsere Ohren so oft, so weich gebettet wie auf dem Album „Lenny“:
„YOU THINK I´M COOL BUT I AM NOT YOU THINK THAT I AM NONCHALANT YOU THINK I´M HARD THAT I PLAY THE PART DON´T BE FOOLED YOU ARE MY HEART OH BABE I´M JUST SO TRIED OF BEING ON THE RUN BABE WHEN I CAN´T FEEL YOUR TOUCH AND WE´VE LOST ANOTHER DYA SEEMS LIKE I´M A MILLION MILES AWAY…”
Song 8 – “GOD SAVE US ALL”
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Mit dieser straighten Rocknummer will uns der ach so coole Rockmusiker wieder einmal Gefühl zeigen. Doch gelingt ihm das kaum. Leider vermisse ich bei diesem Song die notwendige Leidenschaft. Eher lapidar plätschert die staubtrockene Melodie dahin, ohne zu animieren. Schade, dabei passt dieser Song zur derzeitigen Situation in den USA. Ob Kravitz zu diesem Track gezwungen wurde?!
„WE NEED A LEADER WE CAN´T SEEM TO HELP OURSELVES FIGHTING AND LYING WE CAN´T SEEM TO LET IT GO WE LIVE EACH DAY ON A SMALL PIECE OF BORROWED TIME WHY AREN´T WE TRYING TO ENJOY THIS CRAZY RIDE WHAT ARE GONNA DO ABOUT IT? GOD SAVE US ALL GOD SAVE US ALL…”
Song 9 – “DIG IN”
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Und da ist er wieder, der aggressive Rockmusiker. Doch nur verhalten beweist uns Lenny mit der soliden Single-Auskoppelung „Dig in“, dass er noch kräftig die Klampfe bedienen und doch schon mal ins Mikrofon schreien kann. P.Nibel. Zwar ist „Dig in“ ein schönes Stück Musik aber für Lenny Kravitz eher ungewohnt bürgerlich. Lieb und brav dudelt sich Kravitz in die Ohren eines Jeden. Sind die Zeiten des Rock`n`Roll-Berserkers Kravitz vorbei?
„IT´S TIME TO FACE IT COME ON IN AND JOIN THE PARTY LIFE HAS BEEN WAITING FOR YOU TO CARE DON´T TRY TO FAKE IT JUMP ON IN AND GET IT STARTED THERE´S SO MUCH LOVING FOR YOU TO SHARE THERE IS NOWHERE TO RUN THERE IS NOWHERE TO HIDE DON´T LET IT BEAT YOU SAY NICE TO MEET YOU AND FIGHT ONCE YOU DIG IN…”
Song 10 – “YOU WERE IN MY HEART”
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Es folgt nun ein dunkler Song, der uns unweigerlich hinab zieht, in die Traurigkeit. Und wieder überbekommt mich ein Déja-vu. „You were in my Heart“ klingt ungewohnt elektronisch und erinnert an einige Songs des Vorgänger-Longplayers „Five“. Pompös beginnt der Song mit Paukenschlägen, um sodann durch tiefe, bassintensive Elektroströme dahingetragen zu werden. Ab und an schreien dunkle Gitarren auf. Langsam entwickelt dieser Song seinen eigenen Reiz, einen mysteriösen Reiz, dem man sich schwerlich entziehen kann. Ein ungewohnter Kravitz aber dafür ungemein interessant:
„I WANT TO BE A BETTER MAN LORD KNOWS THAT I´M TRYIN`I WANT TO KEEP THE MASTER´S PLAN BUT SOMETIMES THINGS GET WILD DEMONS SLEEP WITH ME IN BED I CAN FEEL THEIR FIRE WHEN DARKNESS GETS AROUND MY HEAD SOMETIMES I GO BLIND BUT YOU WERE IN MY HEART WHILE THE EVIL WAS SEARCHING OUT…”
Song 11 – “BANK ROBBER MAN”
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Der Titel zu diesem Song sagt alles. Aggressiv, hart und brutal jagt Kravitz seine Gitarrensaiten, lässt das Drum unaufhörlich arbeiten und gibt stimmlich absolut alles. Da ist er wieder, der alte Lenny! Polizeisirenen heulen unaufhörlich im Takt. Kaum ein anderer Song auf dem Album versprüht eine derartig Authentizität. Knallhart und schonungslos quillt ein intensiver Rocksong aus den Lautsprecherboxen. Und so plötzlich wie „Bank Robber Man“ beginnt, hört er auch auf:
„I WAS WALKING DOWN THE STREET TODAY JUST AS SOMEBODY BLEW THE DOORS OFF OF THE B OF A JUST THEN I HEARD THEM CALL MY NAME AS I WAS THROWN AGAINST THE CAR I WAS BEING FRAMED ALL UNITS WE´VE GOT OUR MAN WE´VE GOT THE BANK ROBBER MAN…”
Song 12 – “LET´S GET HIGH”
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Zum Abschluss spielt uns Lenny Kravitz das Lied vom Tod. Nein, natürlich nicht. Eher ein melodiöses Stück, wie zu alten Zeiten. Mit „Let´s get high“ beweist uns Kravitz, dass er noch immer die Kunst des Retro-Rock beherrscht. Mit diesem Stück erinnert er uns an die guten alten Zeiten, in denen die Songs noch Seele hatten. Kraft- und energievoll erhebt sich Lenny Kravitz in die Höhe und nimmt uns mit in eine Welt des Friedens. Oh pardon, da habe ich wohl zu tief an der Lunte gezogen....
„LET´S GO OUT ON AN OCEAN RIDE LEAVE ALL YOUR CARES AND THE PAST BEHIND LET´S VENTURE OUT TO A DESERTED ISLE LET´S GET IN TOUCH WITH WHAT IS ALIVE OHHH I LOVE YOU OHHH IT´S WONDEFRULL OHHH IT´S MAGICAL LET´S GET HIGH…”
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FOCUS: Mit „Lenny“ betritt Rock-Meister Kravitz wahrlich kein Neuland. Nachdem mit dem „Greatest Hits“-Album und dem Charts-Stürmer „Again“ in 2000 eine Lücke gefüllt wurde, so war in 2001 wieder richtige Handarbeit im Studio gefragt. Was bei dieser Studio-Session herauskam, lässt sich sehen und hören.
Unbestritten ist Lenny Kravitz ein unglaublich talentierter Star, der aus eigener Kraft schreibt, produziert, singt und spielt. Es gibt Alben des Künstlers, die nur so vor Inspiration und Kreativität strotzen. P.Nibel. Es gibt aber auch Longplayer die scheinbar müde und schwach eingespielt wurden. Mit „ Lenny“ pendelt sich der Künstler eher im Mittelfeld ein.
Das neue Album hält keine Überraschungen parat, zeugt aber von solider Arbeit. Jeder einzelne Song ist perfekt durchdacht und explizit geplant. Genau das scheint dem Hörgenuss etwas abträglich zu sein. Zwar schwelgt Lenny Kravitz im Perfektionismus, nur leider geht dabei zu oft das notwendige Feeling verloren. Vermutlich kehrt der ehemalige Rockmusiker nicht mehr zu seinen alten Wurzeln zurück. „Vorwärts oder stehen bleiben.“ könnte die Devise zum Album gelautet haben. Wer Kravitz kennt, wird sicher das Feuer und den Drang des Sängers vermissen.
Gekonnt bewegt sich Lenny in einem vorgefertigten Rahmen. Ein Ausbruch ist unwahrscheinlich. Und so scheint es leider, dass Lenny Kravitz mehr und mehr in Richtung Mainstream abrutscht. Dieser Eindruck entsteht bereits, wenn man das edle Hochglanz-Cover in den Händen hält. Lediglich Stil und Coolness werden in den Vordergrund gestellt. So bewegt sich denn Kravitz in vorgefahrenen Spuren, ohne dem Zuhörer etwas Abwechslung zu gönnen. Ungeschliffene Diamanten findet man auf „Lenny“ nicht mehr. Dabei lies Kravitz einmal verlauten: „Für meine Arbeit ist Gefühl, nicht als Gefühl, entscheidend.“
Lange Rede, kurzer Sinn: Lenny Kravitz beweist uns erneut, dass er ein fantastischer Musiker ist, der noch immer so einiges auf dem Kasten hat. Etwas enttäuscht bin ich doch von der Einfallslosigkeit seines Albums „Lenny“; Ich wage zu bezweifeln, dass Kravitz die Erwartungen seiner Fans erfüllt. Doch trotzdem lohnt sich auf jeden Fall ein Kauf dieser CD, denn klasse Musik ist und bleibt es.
Peace P.Nibel
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