Der gelbe Vogel (Taschenbuch) / Levoy Myron Testbericht
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Erfahrungsbericht von Kuchenkruemel
Der gelbe Vogel
Pro:
ein echt tolles Buch
Kontra:
--
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich euch mal wieder etwas über ein Buch erzählen.
Da ich ja sehr ,sehr gerne lese, habe ich mir vor ein paar Tagen einmal wieder
ein neues Buch zugelegt. Ich fand das Buch so spannend ,dass ich es schon am
gleichen Tag durchgelesen hatte und fand, dass es ein Buch ist ,Über das ich mal hier
bei Yopi berichten könnte.
Der gelbe Vogel
Inhalt
In diesem Buch handelt es sich um ein 12-jähriges Mädchen namens Naomi, die mit ihrer Mutter aus dem von deutschen besetzten Frankreich nach New York flieht.
Naomi musste mit ansehen , wie ihr Vater von den Nationalsozialisten auf brutalste Art ermordet wurde , weil er als französischer Jude aktiv in der Widerstandsbewegung war.
Seit diesem grausamen Erlebnis ist Naomi total verstört und spricht nicht mehr. Sie
Spielt nur noch mit ihrer Puppe , die Yvette heißt und sitzt teilnahmslos in ihrem Zimmer
auf dem Bett. Kein Erwachsener schafft es ,ihr zu helfen.
Im selben Haus wohnt auch noch ein Junge. Er heißt Alan und ist ebenfalls acht Jahre alt.
Dieser Junge wird von seinem Vater gebeten , sich um Naomi zu kümmern.
Alan tut dies aber nur widerwillig
Alan gelingt es Schritt für Schritt das Vertrauen von Naomi zu gewinnen.
Er hilft ihr mit sehr viel Geduld aus der „Isolation.“ Schon nach kurzer Zeit entwickelt
sich eine Freundschaft zwischen den beiden. Mit Alan verlässt Naomi sogar ihr Zimmer.
Bei einem gemeinsamen Ausflug zu einem alten Flughafengelände lassen sie den gelben
Vogel fliegen. Jetzt ist Naomis Lebensfreude zurückgekehrt.
Doch als ein Junge auf der Straße die beiden als „Dreckige Juden“ beschimpft und
Alan verprügelt ,wird alles wieder zerstört. Vor lauter Angst läuft Naomi weg , weil
sie denkt ,das es wieder die Nationalsozialisten sind , die auch schon ihren Vater
umgebracht hatten. Später wird sie in einem völlig zerstörten Zustand in einem Kohle-
keller gefunden. Es ist ein Rückfall und Naomi muss jetzt in eine psychiatrische Klinik
gebracht werden. Alan zerstört seinen gelben Vogel , nachdem er Naomi in der Klinik
besucht hat.
Leseprobe
Hie habt ihr einen kleinen Ausschnitt aus dem Buch:
An diesem Abend spürte Alan gleich beim Eintreten, dass er eine andere Naomi vor sich hatte. Sie hatte klare Augen und lächelte schon halb, als sie Yvette die Schuhe anzog. Dennoch lagen noch überall Papierfetzen am Boden.
»Na, wie, Yvette?«, sagte Charlie, als Alan ihn auspackte.
»Nawie?«, fragte Yvette. »Was ist das?«
»Na, wie geht es?«, ließ Alan Charlie deutlich aussprechen.
»Três bien. Ist Zeit für Tanz, Scharly«, sagte Yvette
mit der Puppenstimme. »Kommen Sie... aus le papier, nein... Zeitung, und wir tanzen Polka oder Walzer, oui?«
Das lief ja großartig. Naomi war völlig gelöst. Kein Zögern mehr, kein Zurückweichen. Sein Vater hatte doch Recht behalten. Rede weiter! Rede immer weiter!
»He, Yvette«, sagte Charlie, »ich kann so gut wie kein Französisch, aber für eine Puppe sprichst du ganz gut Englisch.«
»Merci. Ich lerne von sie.«
»Von wem?«
»Sie! Sie!« Die Puppe deutete auf Naomi.
»Ach so, von ihr.«
»Von ihr, c'est le dativ, n 'est-ce -p as? «
»Oui, ich meine ja«, sagte Charlie. »Das ist der Dativ, aber du musst ganz schön schlau sein, Yvette, dass du so viel Englisch kannst, was?«
»Eh bien, ich lerne Englisch mit viel Fleiß drei Jahre in die Schweiz«, sagte die Puppe. »Aber ist difficile, ich will sagen, schwere Sprache.«
»Französisch auch. Er lernt Französisch in der Schule«, sagte Alan und richtete Charlies Arm auf sich selbst.
»Oh, da ich bin gut. Ich weiß viel Französisch.«
»Ah ja, natürlich.«
»Ich kann fluchen in Französisch, ich weiß viele Wörter«, sagte die Puppe Yvette.
»Ah oui.«
»Sie auch?«, fragte Charlie und deutete auf Naomi.
»Non. Non. Sie ist stupid. Dumm. Sie ist folle.«
»Folle? Ist das ein Fluch?«
»Non. Ist verrückt im Kopf.«
Alan wusste jetzt nicht, was Charlie darauf sagen sollte. War ihr denn klar, dass sie... also dass sie verrückt war?
»0. K., Yvette«, sagte Charlie. »Wollen wir tanzen?«
»Ukay.«
»Wie wär's mit einem Stepptanz?«
»Ukay.«
Alan stimmte einen Schlager an und ließ die Handpuppe im Takt hüpfen. Naomi ließ Yvette das nachmachen und bald tanzten die beiden Puppen in großen Sprüngen vom Bett zum Boden, auf die Kommode und wieder zurück. Dann ließ Alan Charlie auf dem Kopf tanzen. Sofort folgte ihm Yvette.
»Ich glaube, wir sind verkehrt herum«, sagte Charlie.
»Non, non, ich sehe das Gesicht von Scharly richtig. Wir sind richtig.«
»Du meinst, richtig herum.«
»Oui, richtig herum. Die Zimmer ist verkehrt.«
»Genau. Das Haus steht auf dem Kopf.«
»Die Tisch ist auf dem Kopf.«
»Und das Bett.«
»Dumme Zimmer. Macht Schwindel.«
Das war das erste Mal, dass Naomi lachte.
»He«, ließ Alan Charlie sagen, »ich muss mal verschnaufen. Du tanzt ja wie der Teufel, Mädchen.«
»Du auch«, sagte Yvette.
»Jawohl. Ich bin sensationell. Denn ich bin der berühmte Charlie... Weißt du was, Yvette? Ich hab dich gern.«
»Ich hab dich gern, ich auch, Scharly. Du bist mein Freund, oui?«
»Sicher. Dann bist du... « Es fiel Alan schwer, es auszusprechen, selbst von Puppe zu Puppe. »Ehem ... also meine Freundin, stimmt's?«
»Ah oui. Aber du bist plus. Nicht nur Freund für Tanz...
»Wie meinst du das?«
»Du bist Freund. Bis jetzt ich habe keine Freund. Jetzt ich habe Freund.«
»Und ich habe eine Freundin«, sagte Charlie.
»Nächste Woche Sie lernen mir... »Du lehrst mich.«
»Du lehrst mich ... amerikanische Chanson, oui?«
»Lieder? Sicher. Zum Beispiel?«
»Alle. Beispiel die Mexikanische Serenade. So schöne Melodie. Und amerikanische Hymne. Schwere Lied, die Hymne.«
»Ich weiß«, sagte Charlie. »Selbst ich kann sie nicht richtig. Also gut. Ich bring sie dir bei und du lehrst mich ›La Marseillaise‹.« Alan musste gerade in der Schule die Marseillaise lernen, die französische Nationalhymne.
»Das ist nicht Lied.«
»Aber die französische National -«
»Tot«, kreischte die Puppe. »Ist tot. Ich weiß nicht tote Lied. Sie da, sie weiß. Aber sie auch ist tot.« Naomi schleuderte die Puppe auf den Boden. Dann stürzte sie aufs Bett, in eine Ecke und drückte sich gegen die Wand.
Alan fühlte seine Kopfhaut eiskalt werden, sie spannte sich wie elektrisch aufgeladen. Schon wieder. Schon wieder das Falsche. Was macht man jetzt? Was kann man jetzt tun?
Er hob die Puppe auf und setzte sie behutsam auf die Bettkante. Naomi rührte sich nicht.
»He, Yvette«, ließ er Charlie zur Puppe sagen, »ich bringe dir ein großes Buch mit vielen Liedern aus der Bibliothek mit. 0. K.? Für dich. Zum Lesen. Oui, Yvette?«
Naomis Lippen zitterten, als sie zu sprechen versuchte. Sie hob die Hand vor den Mund.
»Yvette. Was glaubst du, was wir zusammen für einen Spaß mit den Liedern haben werden. O.K.?... O.K.?«
Die Hand noch vor dem Mund, sagte Naomi mit zittriger Stimme für ihre Puppe: »U ... ukay.«
»Also dann. Bis morgen, Yvette. Au revoir.. . Hör mal, sagst du nicht Auf Wiedersehen?«
Naomi rutschte auf dem Bett zu ihrer Puppe, zögerte, kroch dann näher und riss sie an sich. »Au... au revoir, Scharly«, ließ sie Yvette sagen, immer noch mit etwas bebender Stimme.
»Hör mal, Charlie spricht man mit ›Tsch‹ aus. Verstehst du, wie Tscharli.«
»Tsch.«
»Genau.«
»Charlie?« Naomis Puppenstimme klang schon etwas gefestigter.
»Sehr gut so.«
»Au revoir, Charlie.«
»Au revoir, Yvette.«
Alan seufzte erleichtert. Naomi hatte jetzt keine Angst mehr. Er ließ Charlie zum Abschied winken und Yvette winkte zurück. Am Ende hatte er es doch richtig gemacht. Zur Abwechslung war ihm einmal ein Ziellauf über sämtliche Male gelungen.
(S. 68 – 73)
Der Autor
Myron Levoy wurde 1930 in New York City geboren. Dort wuchs er während der 30ger und 40ger Jahre in einem ethnisch-gemischten Milieu im New Yorker Stadtteil Queens auf seine Mutter stammt aus Ungarn und sein Vater aus Hannover. Myron Levoy studierte Chemical Engineering an der Purdue – Universität. Mit seinen Büchern, in denen gesellschaftliche Randfiguren im Mittelpunkt der Handlung stehen, will er nicht nur Vorurteile und Rassismus bekämpfen, sondern die Probleme der Identitätsfindung, des Zu-sich-Selbst-Findens und -Stehens. Levoy lebt heute mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Rockaway , New Jersey. Er teilt seine Zeit zwischen seiner schriftstellerischen Arbeit und seiner Beratertätigkeit auf dem Gebiet des Wärmeaustauschs auf. Er ist aktiv in der amerikanischen Friedensbekämpfung tätig. Er nahm auch mit seiner Familie an der großen Friedensdemonstration in New York teil. Er hat mittlerweile Gedichte, Theaterstücke, einen Roman, mehrere Kurzgeschichten für Kinder, ein Bilderbuch und zwei Jugendbücher veröffentlicht. Er wurde 1982 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
Weitere Bücher von Myron Levoy sind:
- Drei Freunde
- Adam und Lisa
- Kelly und ich
- Ein Schatten wie ein Leopard
Der Preis
Das Buch kostete früher 9,90 DM.
Heute ist das Buch für 5,50 Euro erhältlich.
Der Verlag
Das Buch erscheint im Deutschen-Taschenbuch-Verlag (dtv junior) Weitere Infos gibt es auf: www.dtv.de
Das Buch hat 191 Seiten und war früher unter dem Titel „Alan und Naomi“ bekannt.
Meine Meinung
Ich bin total begeistert von diesem Buch , obwohl es ziemlich traurig ist und der Vater von Naomi umgebracht wird Man kommt oft zum Nachdenken. Der Autor hat dieses Buch sehr gefühlsreich geschrieben. Das Buch ist auf jeden Fall zu empfehlen. Falls ihr in den nächsten Tagen in ein Bücherladen kommt , solltet ihr euch dieses Buch auf jeden Fall kaufen.
Ich hoffe ,mein Bericht hat euch gefallen
Liebe Grüße eure Kathi
62 Bewertungen, 5 Kommentare
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25.07.2005, 21:03 Uhr von killforyou
Bewertung: sehr hilfreichIch liebe dieses Buch <3 Und dein Bericht hat mir richtig Lust darauf gemacht, das Buch nochmal zu lesen :)
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02.07.2005, 02:00 Uhr von antjeeule
Bewertung: sehr hilfreichDa ist dir ein guter bericht gelungen. Dieses Buch kannte ich gar nicht. Vielleicht besorge ich es mir einmal. LG, Antje
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01.07.2005, 02:08 Uhr von mami_online
Bewertung: sehr hilfreichausführlich und übersichtlich! Weiter so!!!
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29.06.2005, 14:54 Uhr von PaSsiOnFrUiT
Bewertung: sehr hilfreichdieses buch wollten wir mal in der schule lesen, dann haben wir uns doch für ein anderes entschieden...schöner bericht!lg passion
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29.06.2005, 14:53 Uhr von miro_la_luna
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht. Würde mich freuen, wenn du auch mal meine liest. lg miro
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