Solange du da bist (Taschenbuch) Testbericht

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ab 5,51
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Erfahrungsbericht von Thunerin

Seelenverwandt...

Pro:

Story fürs Herz in überragender Levymanier

Kontra:

Leider nur 276 Seiten...

Empfehlung:

Ja

#Der Autor
Der Franzose Marc Levy wird 1961 in Frankreich geboren. Trotz seiner Liebe zur Literatur und zum Kino erlernt er den Beruf des Architekten. Später entschließt er sich doch seinen Gefühlen in Form von Worten Ausdruck zu verleihen: „Ich schreibe, wie ich sehe!“. Mittlerweile lebt Marc Levy als freier Schriftsteller in London und New York.

#Bibliographie
Levys erster Roman „Solange Du da bist“, der 2000 erschien, wurde zu einem internationalen Bestseller (er erschien zeitgleich in 28 Ländern) und daraufhin unter der Regie von Steven Spielberg verfilmt.
Sein zweiter Roman „Wo bist du?“ erschien 2003 und auch dieser sicherte sich schnell die vordersten Platzierungen internationaler Bestsellerlisten.


#Story
Marc Levy versteht es, den Leser schon auf den ersten Seiten zu fesseln. Der klare und flüssige Stil bringt einem schnell die Charaktere näher und man kann einmal von der Handlung gefangen das Buch erst nach den letzten Seiten wieder weglegen.

Die junge Assistenzärztin Lauren verunglückt aufgrund einer defekten Lenkung mit ihrem alten Auto auf dem Weg in ein erholsames und stressfreies Wochenende. Daraufhin liegt sie Wochen und Monate im Koma – Hoffnung machen sich Ärzte und Mutter fast keine mehr.

Der Architekt Arthur zieht in Laurens Wohnung, nachdem ihre Mutter die Wohnung wieder freigegeben hat. Zusammen mit seinem Partner Paul betreibt er ein angesehenes Architektenbüro.
Als er eines Abends beim Duschen bemerkt, dass die Stimme von Peggy Lee aus dem Radio nicht das einzige ist, was er hört, lauscht er und findet eine Frau mit geschlossenen Augen und zur Musik wippend und summend in seinem Badezimmerschrank.
Es ist Lauren – oder vielmehr ihr Geist, ihre Seele. Sie selbst kann sich unabhängig von ihrem Körper bewegen, alle hören, alles sehen. Doch alle anderen können sie nicht hören und nicht sehen. Deshalb ist sie anfangs genauso verwundert wie Arthur, dass gerade er sie sehen und hören kann. Sie versucht ihm die Sache zu erklären. Anfangs glaubt er ihr kein Wort, doch mehr und mehr fassen beide Vertrauen zueinander.
Zusammen wälzen sich Unmengen an Literatur zum Thema Koma, aber nirgends finden sie eine Lösung des Problems. Aus dem Vertrauen entwickelt sich Liebe. Bis die Ärzte Laurens Mutter überzeugen können, dem aussichtslosen Kampf ein Ende zu machen. Ihre Mutter bittet noch um vier Tage und gibt die Erlaubnis danach die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden. Arthur lässt das jedoch nicht zu und „entführt“ als Arzt getarnt mit seinem Partner Paul als Krankenpfleger Laurens Körper aus dem Krankenhaus. Sie bringen ihn nach Carmel ins Haus von Arthurs Mutter. Dort war er seit ihrem frühen Tot nicht. Er konnte es nicht und nun muss er sich der schmerzlichen Vergangenheit stellen.

Nach und nach kommt ihm jedoch Inspektor Pilguez auf die Spur und folgt ihm nach Carmel. Auf ein friedliches Abkommen lässt sich Arthur aus Liebe zu Lauren jedoch nicht ein. Doch sie öffnet die Tür zum Zimmer, in dem ihr Körper liegt, so dass Pilguez seine Vermutung bestätigt sieht. Pilguez bringt Lauren wieder ins Krankenhaus und lässt den Fall ad acta legen.
Auch Arthur und Lauren (s Seele) fahren wieder mit nach San Francisco – doch eines Nachts wird sie immer blasser und entschwindet immer mehr. Sie weiß, dass es zu Ende geht und ist bald nicht mehr da. Arthur schließt sich ein, legt den Telefonhörer daneben und suhlt sich in seinem Schmerz, sie für immer verloren zu haben.

Nach Tagen tritt ihm Paul bald die Tür ein und auch Pilguez versucht schon seit Tagen ihn zu erreichen! Lauren ist aufgewacht. Arthur eilt sofort in die Klinik doch Lauren kann sich nicht bewegen und auch noch nicht wieder sprechen nach so langer Zeit. Er verbringt jeden Tag an ihrem Bett, um mit ihr zu sprechen und um bei ihr zu sein.

Ihre ersten Worte an ihn sind „Aber wer sind Sie? Wieso sind Sie jeden Tag hier?“

Und er beginnt Lauren ihre Geschichte zu erzählen…

#Fazit
Ich habe erst „Wo bist Du?“, den zweiten Roman von Marc Levy gelesen und war auf Anhieb von seinem Stil und seinen einfühlsamen Schilderungen angetan. Jetzt habe ich mir auch seinen Debütroman vorgenommen und er hat auch wieder gehalten, was er verspricht. Die Story ist ungewöhnlich und eigentlich nicht wirklich realistisch, wenn man den Klappentext dazu liest. Doch wer weiß schon, wo sich unsere Seelen mal rumtreiben, wenn wir mal nicht mehr sind? Lässt man sich also zusammen mit Levys Schilderungen treiben, kommt einem das ganze gar nicht mehr so ungewöhnlich vor…
Die Charaktere sind wieder einzigartig: Der einfühlsame Arthur, sein Partner Paul, der ihm die ganze Geschichte nicht abnimmt und ihn zum Arzt schleppt, weil er ihn für ganz bekloppt hält und sich höllisch Sorgen macht. Am Ende schließt man sogar den kauzigen Inspektor Pilguez ins Herz.
Leider ist das Buch mit 276 nicht gerade lang. Einmal angefangen ist man ruck zuck durch und muss wieder in den Alltag zurückfinden ; ) Trotzdem ein herrlicher Levy – ich hoffe auf einen baldigen nächsten!


ISBN 3 352 00565 6
Rütten & Loening GmbH (Berlin)
Preis: 18.00 Euro
(Taschenbuchpreis: 8.50 Euro)


[Der Bericht ist im Februar bereits bei Ciao erschienen]

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