Lexmark X74 Testbericht
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- Handhabung & Komfort:
- Druckqualität:
Erfahrungsbericht von topfmops
Ein Kombi-, aber kein Nationengerät
Pro:
Hübsch anzusehen
Kontra:
Dass es überhaupt existiert
Empfehlung:
Nein
Technik ist für mich ein Buch mit mindestens sieben Siegeln, sie bleibt mir so etwas von verschlossen, dass ich es kaum beschreiben mag.
Einen Nagel schlag’ ich nur dann in die Wand, wenn der Notarzt daneben steht. Ich mag einfach keine Technik, also so weit sie mit irgendwelchen Geräten zu tun hat. Im zwischenmenschlichen Bereich kann sie manchmal sehr hilfreich sein.
Technik hat für mich nur einen einzige Funktion zu haben: Sie muss funktionieren!! Warum sie das tut?? Kümmert mich nicht! Interessiert mich nicht! Will ich auch gar nicht wissen! Denn auch die Kapazität des menschlichen Gehirns ist begrenzt und man muss sich vor unnötigen Informationen hüten. Es juckt mich nicht, ob ein Auto eine siebenfach unten gelagerte Pleuelstange oder Kurbelwelle hat, genauso wenig ob es auf vier Rädern, 6 Zylindern und acht Wechseln läuft.
Bei der Gelegenheit: Wozu braucht ein Auto 6 Hüte??
Das Einzige, das ich verlange: Schlüssel rumdrehen und dann muss die Karre laufen. Für alles andere gibt es Techniker und die werden in unserer Firma hoch bezahlt.
Nun gehe ich seit 1966 mit Rechnern und seit 1987/88 mit elektronischen Medien um. Die Gebrechlichen unter uns werden sich noch an Btx erinnern, es fing an mit der Leitseite 20000 und diese Seite wurden von der Post in der Reihenfolge der Anträge vergeben – wir hatten die Leitseite 20003.
Was sich allerdings im Inneren eines solchen Rechners abspielt: Keine Ahnung
Mit dem Aufkommen der Rechner haben wir vom ‚papierlosen’ Büro geträumt. Welch grandioser Irrtum. Übrigens schätzte der damalige Vorstandsvorsitzende der IBM noch 1952 den weltweiten Bedarf an Rechnern auf 12 ( i.W. zwölf).
Um den Rechner herum hat sich nun eine gewaltige Industrie für Zubehör entwickelt. Ob man das alles braucht, das wage ich zu bezweifeln, aber darüber an anderer Stelle. Allerdings haben sich Faxgerät, Drucker und Scanner als brauchbar und hilfreich erwiesen.
Als ich mich im Sommer 2003 entschloss, aus der Firma auszusteigen und endlich das zu studieren, was ich schon immer wollte, war ich schlagartig über Hunderte von Kilometern von unseren Technikern getrennt.
Alles Gerät hatte ich im Büro gelassen, außer meinem privaten Rechner.
Einer meiner Nichten – sie arbeitet in einer Hardware-Firma - schilderte ich meine diesbezüglichen Defizite und sie riet mir zu einem Multifunktionsgerät. Zum
LEXMARK X74.
Dies sei ein kleines kompaktes Maschinchen, mit dem könne ich faxen, scannen und drucken.
Wie könnte ich einem liebreizenden Mägdelein, das noch dazu Fachfrau ist, widersprechen. Trotz meiner Vorbehalte gegen Multifunktionsgeräte wurde diese Apparat für – wenn ich mich richtig erinnere – ca. 90 Euro gekauft.
Vorbehalte?? Ja, sicher, wenn dir eine Funktion ausfällt und das Gerät muss in die Werkstatt, bist du alle anderen Funktionen auch los. Deshalb habe ich immer für Einzelgeräte plädiert. Aber auch ein alter Zausel – so wie ich – stemmt sich nicht gegen den vermeintlichen Fortschritt.
Das Gerät passt auf einen Beistelltisch und steht in seiner grauen Farbe ziemlich unauffällig in meinem Arbeitszimmer rum.
Mit technischen Einzelheiten verschone ich Euch, denn ich verstehe sie selbst nicht. Siehe oben.
Das mir ehelich angetraute Weib ist eine Küchenmeisterin und als solche sind Kochsendungen im Fernsehen für sie Schul-TV. Insbesondere die Sendung mit Tim Mälzer hat es ihr angetan und ich beschloss, die Rezepte der gesamten Datenbank heimlich auszudrucken, sie hübsch zu ordnen und ihr ein Geschenk daraus zu machen.
Das war vielleicht eine – mit Verlaub gesagt – Scheiß-Idee. Denn jetzt begriff ich Am Anfang war ich vom Preis von ca. 90 Euro mehr als angenehm überrascht, dafür hätte ich niemals drei Einzelgeräte bekommen. Aber hinter diesem niedrigen Preis steht eine clevere Vermarktungsidee. Die verkaufen dir das Hauptgerät für kleines Geld und schlagen dann beim Zubehör dermaßen zu, dass dir schlecht wird. Neue Druckerpatronen – egal ob schwarz oder buntig – kosten um die 30 Euro. Selbst wenn ich in eine der sogenannten ‚Refill-Stationen’ gehe, immer noch zwischen 10 und 15 Euro. Der Ausdruck der Tim-Mälzer-Rezepte hat mich ungefähr 150 Euro gekostet, alleine an Druckerpatronen. Nicht das mich dieses Geld für ein Geschenk gereut hätte, aber ich musste mir Antworten einfallen lassen auf solche Fragen wie „Was gehst’e eigentlich dauernd Druckerpatronen kaufen?“
Lexmark refinanziert den Kampfpreis des X74 über die Patronen. Und das ist schlicht und einfach eine unverschämte Frechheit.
Von den Schwierigkeiten beim Papiereinzug spreche ich jetzt nicht. Das sprengt den Rahmen dieses Berichtes.
Die zweite Funktion – Scanner – hingegen ist hervorragend. Einfach zu bedienen, macht ungemein viel Spaß und du kannst die herrlichsten Karten oder Briefbögen oder ähnliches damit fabrizieren. Wenn nur nicht der Ärger mit den Druckerpatronen wäre. Denn irgendwann willst du die Karten und Briefbögen mal an Menschen verschicken, die nicht ans Internet angeschlossen. sind, die eine ganz altertümliche Hausanschrift haben und eine ‚imehl’ für ein neues Backpulver halten. Abgesehen davon habe ich auch altmodische Professoren, die darauf bestehen, eine Seminararbeit in Papierform vorgelegt zu bekommen.
Mit konstanter Bosheit fiel eine der Funktionen immer aus, das Gerät sollte oder musste in die Werkstatt, weil ich den fachchinesischen Sermon der Mitarbeiter an einer ‚Hot-Line’ nicht verstehe und auch nicht gewillt bin, Telefoneinheiten und damit Geld in einer endlosen Warteschleife zu verbraten. Und eigentlich will ich es auch nicht verstehen.
Daraufhin hab’ ich meine alte Reiseschreibmaschine wieder rausgeholt. Eingetrocknetes Farbband. Ich habe mal versucht, in einem Musikfachgeschäft einen Saphir für meinen Plattenspieler zu bekommen. Diese Ungläubigkeit und das Nichtwissen der angeblichen Verkäufer um dieses Teil war schon ein Erlebnis.
Aber in einem ‚Fachgeschäft’ ein neues Farbband zu verlangen, das ist – gemessen an den Reaktionen der dortigen Mitarbeiter – nur als todesmutig zu bezeichnen.
Nun hat der Lexmark X74 noch eine dritte Funktion: man soll damit faxen können. Ich weiß es nicht, denn seit September 2003 habe ich weder ein Fax bekommen noch eins versendet, aber in der Zwischenzeit jede Menge Faxen gemacht.
Inzwischen hab’ ich die Idee vom ‚papierlosen’ Büro für mich umgesetzt.
Dieses Gerät steht still und stumm auf dem Beistelltischchen und stört nicht weiter. Wenn ich partout etwas ausdrucken möchte, geh’ ich zu meiner Nichte; die wohnt um die Ecke. Auch brauche ich mir die Fragen der sparsamen Hausfrau nach dem Verbleib der Druckerpatronen nicht mehr anzuhören.
Mit drei Wörtern: Eine glatte Fehlinvestition!!
Das muss nicht für Jeden so sein. Es mag durchaus Gelegenheiten geben, in denen der Lexmark X74 ein nützliches Gerät ist, leider sind sie mir unbekannt geblieben. Denn er funktioniert zu wenig.
Und noch eine Frage zum Abschluss: Was machen eigentlich Funktionäre? Denn die funktionieren auch nicht!!
topfmops, der auch auf anderen Plattformen zu Gange ist, bedankt sich für’s Lesen und Bewerten und freut sich auf lesenswerte Kommentare.
31 Bewertungen, 6 Kommentare
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11.11.2005, 01:08 Uhr von antjeeule
Bewertung: sehr hilfreichDa kommt dann Freude auf! ;-)) Kombinationsgeräte können meistens alles, aber nichts richtig.
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10.11.2005, 10:50 Uhr von animaldream
Bewertung: sehr hilfreichsehr informativ! LG animaldream
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09.11.2005, 23:08 Uhr von Cicila
Bewertung: sehr hilfreichUnd er druckt und druckt und druckt... <br/>LG Cicila
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09.11.2005, 21:53 Uhr von Fluetie
Bewertung: sehr hilfreichsehr nützlich ( Sprache: Altyopi ) :-) lg Dirk
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09.11.2005, 18:09 Uhr von Lotosblüte
Bewertung: sehr hilfreichSehr informativ, besonders für einen "Technikexperten" wie mich. <br/>lg
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09.11.2005, 10:17 Uhr von redwomen
Bewertung: sehr hilfreichIch bin schon froh, wenn ich technische Berichte überhaupt lesen kann, geschweige denn verfassen. *lach* LG Maria
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