Des Todes dunkler Bruder (Taschenbuch) / Jeff Lindsay Testbericht

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ab 8,70
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  humorvoll
  • Stil:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von GAWOnline1983

+++ Der ehrenwerte Serienmörder +++

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

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Kurzinhalt
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Dexter ist ein Serienmörder. Doch er ist anders als die anderen. Denn er ermordet nur die Bösen und tut der Menschheit damit quasi einen Gefallen. Doch dann taucht ein zweiter Killer auf…



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Inhalt
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Dexter Morgan wurde von einem Polizisten adoptiert, über seine Vergangenheit schweigt man sich aus. Irgendetwas Schreckliches ist vorgefallen, doch in Dexters Erinnerung tauchen immer wieder nur Fetzen davon auf. Mittlerweile ist sein Adoptivvater gestorben, und Dexter sowie seine Stiefschwester Deborah ist quasi in dessen Fußstapfen getreten. Debbie ist Polizistin, ist aber ins Rotlichtmilieu abgeschoben worden, in dem sie mit lächerlichen Outfits Jagd auf das Verbrechen macht. Dexter wiederum ist Spezialist für Blutanalysen. Doch sein dunkles Geheimnis ahnt niemand. Das Geheimnisvolle in seiner Kindheit hat ihn verändert, ihn anders gemacht als die anderen. Zunächst ließ er diesen Trieb nur an Tieren aus, immer kontrolliert von seinem Adoptivvater, doch irgendwann ließ sich dieser Drang nicht mehr unterdrücken und mit Erlaubnis von seinem Adoptivvater brachte er den ersten „bösen“ Menschen um. Mittlerweile sind Serienmörder Dexters Opfer und er ist der Überzeugung, der Menschheit einen Gefallen zu tun. Doch dann gerät er selbst in das Visier eines Killers, der ihm Konkurrenz macht. Bald kommt es zum Showdown zwischen den beiden, denn es gibt eine Verbindungen zwischen ihnen, die Dexter nicht ahnen kann…



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Meine Meinung
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Ich dachte einmal mehr, einen etwas kreativeren Serienmörder-Roman vor mir zu haben, der aus dem Raster fallen könnte. Diesmal kaufte ich das Buch erst im zweiten Anlauf, da mein guter Vorsatz, erst die Bücher daheim zu lesen, etwas länger vorhielt. Den Titel merkte ich mir jedoch und beim zweiten Mal konnte ich nicht wieder vorbeigehen. Ein Serienmörder, der aus „ehrenwerten“ Motiven handelt, indem er andere Serienmörder umbringt. Und zudem Spezialist für Blut ist und bei der Polizei arbeitet. Letzteres passte zwar nicht ganz ins Schema, sollte aber wohl die Spannung erhöhen.

Tat es aber letztendlich nicht, da überhaupt keine Spannung aufkam. Enorm flach hielt Jeff Lindsay den Ball und ich konnte mit dem Charakter des Dexters gar nichts anfangen. Er war unzugänglich und oberflächlich beschrieben. Irgendwie war auch das ganze Buch befremdlich und ich denke, dass ich mir diesbezüglich ein Urteil erlauben darf, da mir schon einige Leseerfahrung zuteil wird. Einzig interessant, aber auch abstoßend waren die Passagen aus Dexters Vergangenheit, in denen man erfuhr, wie er zum Mörder wurde. Ein großes Geheimnis in seiner Kindheit soll zu diesem Trieb bzw. Drang geführt haben. Während er ihn lange unterdrückte bzw. an Tieren ausließ, ließ er sich irgendwann nicht mehr kontrollieren. Und quasi mit Erlaubnis des Mannes, der ihn großgezogen hat, fing er an zu morden. Die ganze Familie ist indes etwas seltsam. Seine Stiefschwester Debbie bei der Polizei, aber abgestellt ins Rotlichtmilieu, in dem sie mit „wunderbaren“ Outfits brillieren darf. Und nun hat sie endlich einen Fall und Dexter soll ihr helfen, da er doch ein so „tolles“ Gespür hat. Ihr merkt die Ironie meinen Worten vielleicht schon an. Die Geschichte wurde irgendwie nicht mit Leben ausgefüllt. Einmal konnte man Dexter bei einem Mord „zusehen“. An einem Geistlichen, der sich an Kindern verging und sie anschließend tötete. Warum aber soll Dexter das alles wissen? Wegen seinen Träumen? Das ist doch an den Haaren herbeigezogen. Er hat damit Aufklärungsquoten, von denen jeder Polizist träumt. Und wundert sich keiner, warum bestimmte Taten nicht mehr begangen werden? Der modus operandi der Mörder ist doch stets der gleiche. In meinen Augen arg konstruiert, von Zufällen geprägt und schlechthin einfach an den Haaren herbeigezogen.

Aber das war es, an dem die Inhaltsangabe sich hochzog und was das Besondere an diesem Roman sein sollte. Dann tritt der andere Mörder in Erscheinung und nun kommen tauschend Zufälle ins Spiel. Oft musste ich mehrere Seiten zurückblättern und schauen, ob ich etwas übersehen hatte, da mir das Beschriebene sich nicht immer eindeutig erschloss. Falls überhaupt einmal irgendwelche Spannung vorhanden gewesen sein sollte, war diese nun endgültig weg.

Außerdem verrät der Titel des Romans schon viel zu viel. Der englische Titel wäre passender gewesen und hätte die Lösung etwas länger im Dunkeln gelassen. So aber kann man von Beginn an zuviel erahnen und das ruiniert das Buch nun wirklich endgültig. Das Finale war absolut lächerlich und überhaupt nicht nachvollziehbar. Dann ging alles schnell. Schnitt. Neue Szene. Alles zu Ende. Wow. Toll. Damit hat man dann auch wirklich seine Freude.

Ich hatte mich eigentlich auf ein paar spannende Stunden gefreut, doch diese traten bei diesem Roman wirklich nicht ein. Während des Lesens machte sich Enttäuschung und Frustration breit. Ich konnte den roten Faden in diesem Werk einfach nicht finden und die Charaktere wollten sich mir auch nicht erschließen. Zu klischeehaft, zu banal, zu überspitzt das ganze in vielen Szenen. Sie wirkten wie Marionetten absolut hölzern und die ganze Geschichte schien nach Schema F abzulaufen. Schade, denn die Idee eines „ehrenwerten“ Serienmörders wäre doch mal neu gewesen und Jeff Lindsay hätte damit Erfolge feiern können. Doch es nützt auch die beste Idee nichts, wenn man sie nicht umzusetzen vermag und der Stil bei meiner Wenigkeit nicht ankommt und ein richtiges Konzept hinsichtlich der Geschichte nicht erkennbar ist. Zu auffällig ist doch Dexters Verhalten alleine schon an den Tatorten und niemand hinterfragt ihn wirklich. Vielleicht greift ja irgendjemand eines Tages diese eigentlich brillante Idee auf und setzt sie besser um, so dass etwas neuer Wind in die Serienmörder-Ecke kommt. Ihr könnt gern zu dem Buch greifen, doch sagt nicht, dass ich euch nicht gewarnt habe… Vielleicht bin ich aber auch einfach mit der falschen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen, wer weiß, aber nun ist es zu spät.



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Das Buch
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„Des Todes dunkler Bruder“ erschien in Deutschland erstmals im Mai 2005 bei Droemer/Knaur. Der Roman umfasst 350 Seiten und ist unter der ISBN 3-426-62807-4 für 7,95 Euro im Handel erhältlich. Unter dem Originaltitel „Darkly Dreaming Dexter“ erschien das Werk bereits im Jahr 2004 bei Doubleday in New York. Übersetzt ins Deutsche wurde es von Frauke Czwikla.



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Der Autor
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Der Autor lebt mit seiner Frau sowie den drei Töchtern im Süden Floridas.
(Quelle: Autoreninfo in „Des Todes dunkler Bruder“)



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Mehr von Jeff Lindsay
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Bisher sind in Deutschland keine weiteren Romane von Jeff Lindsay erschienen.





(copyright by Laura Thoma, Juni 2005)

40 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Binki

    26.09.2006, 16:23 Uhr von Binki
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lieben Gruß Binki