Das Haus der Schwestern (Taschenbuch) / Charlotte Link Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von butterkeks
Wie ein Fels in der Brandung
Pro:
spannend, schöne Charaktere, ereignisreich
Kontra:
nix
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich euch ein weiteres Werk von Charlotte Link schmackhaft machen, das ich in den letzten vier Tagen förmlich verschlungen habe: „Das Haus der Schwestern“
Allgemeine Informationen:
Ich habe die Bertelsmann Club Ausgabe für 7,90 Euro erstanden und diese hat genau 600 Seiten.
Inhalt:
Barbara und Ralph wollen ihr Weihnachtsfest einmal in einem abgelegenen Haus in Yorkshire verbringen, da die Ehe der beiden kriselt und sie sich über ihre Gefühle klar werden wollen, was an einem einsamen Ort nach Barbaras Ansicht leichter zu bewerkstelligen ist. Leider schneien die zwei vollkommen ein und die Hausbesitzerin Laura macht sich große Sorgen um das Haus. Allerdings macht sie sich nur Sorgen, weil sie befürchtet, dass die beiden ein Manuskript finden könnten, das ihre Herrin Frances vor über 16 Jahren geschrieben hat; ein autobiographisches Werk, das ein schreckliches Geheimnis aufdecken könnte.
Barbara findet das Manuskript durch Zufall und fängt auch prompt an zu lesen, um sich die Zeit zu vertreiben, denn Ralph bricht nach ein paar Tagen ins nächste Dorf auf, weil ihnen die Lebensmittel ausgegangen sind.
Frances Gray erzählt in diesem Manuskript von ihrem Leben, in dem so manches vorgefallen ist. Schon als Kind war sie in den Nachbarsjungen John verliebt und als er ihr schließlich einen Heiratsantrag macht, reagiert sie nicht so wie sie es sich vorgestellt hat. Sie merkt, dass sie John im Moment noch nicht heiraten kann, weil sie in ihrem Leben noch nichts erlebt hat. Frances stand von jeher im Schatten ihrer kleinen Schwester Victoria, die hübsch und lieblich war und von ihrem Vater mehr geliebt wurde. Frances beschließt also nach London zu gehen, denn kurz vorher hatte ihr Bruder George seine Freundin mit nach Westhill gebracht, die in London für die Frauenrechte kämpfte, also eine sogenannte Suffragette war. Durch diese Frau kam es zum Bruch zwischen George und seinem Vater und als Frances einige Zeit später im Gefängnis landet, weil sie mit den Suffragetten sympathisiert, setzt ihr Vater zwar sämtliche Hebel in Bewegung, um sie aus der Gefangenschaft zu retten, verzeiht ihr aber nie den Ärger, den sie ihm bereitet hat.
Frances erholt sich nur langsam von den Folgen des Gefängnisses und Philipp, ein junger Mann, der bei ihrer Tante untergekommen ist, steht ihr in der schlimmen Zeit bei. Philipp ist ein sehr labiler junger Mann, der sich unsterblich in Frances verliebt, die aber nicht mehr als brüderliche Gefühle für ihn aufbringen kann. Als Frances nach Westhill zurück kehrt, schreibt sie Philipp in einem Brief, dass sie seine Gefühle nicht erwidern kann und Philipp nimmt sich daraufhin das Leben.
Bei ihrer Rückkehr nach Westhill findet Frances ihre alte Welt zerstört vor. Ihre große Liebe John hat mittlerweile ihre Schwester geheiratet und es bricht Frances fast das Herz. Sie zieht zurück nach London zu ihrem Bruder George und dessen Freundin Alice, doch die Frauen verstehen sich nicht allzu gut und als George schließlich an die Front gerufen wird, verzweifeln beide fast vor Sorge. Der zweite Weltkrieg ist ausgebrochen und als George schwer verletzt wird, zieht es Alice und Frances nach Frankreich in ein Lazarett. Frances hilft dort wo sie nur kann, doch George kann sie nicht helfen, weil er einen psychischen Schaden davon getragen hat. Aber sie findet nach einigen Schwierigkeiten John und die beiden leben ihre Liebe aus, obwohl er immer noch mit Victoria verheiratet ist.
Frances kehrt erneut mit George nach Westhill zurück und findet das Haus in Trauer vor, da ihre Mutter noch einmal schwanger geworden war und sowohl Mutter als auch Kind die Geburt nicht überlebt haben. Frances übernimmt nun die Verwaltung von Westhill, weil ihr Vater am Tod der Mutter zerbricht. Victorias Ehe zerbricht und das gibt dem Vater den Rest: Er stirbt an gebrochenem Herzen.
In London hat Alice sich einen neuen Mann gesucht und zwei Kinder von ihm bekommen: Laura und Marjorie und sie bittet während der Bombenangriffe Frances darum die Kinder bei sich aufzunehmen. Laura fühlt sich wohl auf Westhill, doch Marjorie ist ein durch und durch boshaftes Kind und geht schließlich wieder zurück zu ihren Eltern nach London. Laura findet auf einem Spaziergang einen verletzten Mann, einen Deutschen, der sich als Spion herausstellt. Sie päppeln den jungen Mann wieder auf und bewahren alle samt das Geheimnis, dass er bei ihnen lebt.
Als es wieder einmal zum Streit zwischen Frances und Victoria kommt, beschließt Victoria den jungen Deutschen, der ihr kurz zuvor einen Korb gegeben hat, der Polizei auszuliefern. Da sich aber auch alle Anwesenden strafbar gemacht haben, muss Frances ihre Schwester davon abhalten...
Meine Meinung:
Ich bin froh wieder ein Buch gelesen zu haben, das mich absolut begeistert hat! Charlotte Link hat hier einen pfiffigen Übergang von der Gegenwart zur Vergangenheit geschaffen, in dem sie Barbara das Manuskript lesen lässt.
Die Geschichte der Frances Gray, einer äußerst starken Persönlichkeit, ist wieder einmal wunderbar detailliert dargestellt und die Autorin hat ihre Charaktere mit Worten so fein gezeichnet, dass man sich ohne Probleme in die Geschichte und die Gefühle der Menschen hereinversetzen kann. Auch bei den recht vielen wichtigen Personen ist ihr dies gelungen, jede einzelne in ihren verschiedenen Lebenslagen sympathisch oder auch unsympathisch zu machen.
Frances hat in ihrem Leben wirklich sehr viel mitmachen müssen und hat doch alles mehr oder weniger gut wegstecken können. Die unerfüllte Liebe, die Angst um die geliebten Menschen, der Bruch mit dem Vater, der ewige Streit mit der selbstgefälligen und jammernden Victoria, der Kampf für die Frauenrechte, der Krieg und seine Folgen, die Verantwortung für Laura und Marjorie, die Verwaltung Westhills und schließlich die Aufnahme des jungen deutschen Spions. Sehr viel für nur ein Leben, aber Frances steht wie ein Fels in der Brandung, aber es wirkt wirklich nicht wie Fiktion, sondern wie die pure Realität.
Dann ist da noch die Geschichte von Barbara und Ralph. Mit ihnen kann sich der Leser auf jeden Fall identifizieren, denn die beiden stammen schließlich aus unserer Zeit, sind Anwälte und haben sich in ihrer Ehe auseinander gelebt. Hier tauchen sie in die Abgeschiedenheit Westhills ein und sehen sich mit Problemen konfrontiert, die wir in unseren modernen Häusern und Wohnungen kaum mehr kennen: keine Elektrizität, nur eine sehr knappe Lebensmittelration, abgeschnitten von der Außenwelt.
Ralph schafft es natürlich die Lebensmittel zu besorgen, aber als er wieder nach Westhill zurück kommt, abgekämpft und durchgefroren, erwartet ihn eine unangenehme Überraschung, die ich aber hier nicht verraten möchte, denn sonst geht die ganze Spannung des Buches flöten.
Mir hat auch sehr gut gefallen, dass die Autorin diesmal nicht zu sehr auf den eigentlichen Krieg eingeht, wie sie es in der Sturmzeit-Trilogie gemacht hat. Hier hat sie die Ereignisse nur kurz angerissen, denn sonst wäre die Geschichte aus dem Ufer gelaufen...wieder ein Pluspunkt für „Das Haus der Schwestern“!
Fazit:
Das Buch ist spannend, ereignisreich, realistisch, liebenswert, hart, brutal, ergreifend und detailliert geschrieben. Es wird nicht auf einer Seite langweilig und lässt einen intensiven Leser die Welt um sich herum vergessen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe mir dadurch teilweise den Unmut meines Freundes eingehandelt, da ich kaum mehr ansprechbar war. Meist habe ich nicht vor zwei Uhr in der Nacht das Licht ausgeschaltet und hatte das Buch bei jeder Gelegenheit in der Hand.
Ich kann euch den Roman nur ans Herz legen, um lange Winterabende zu verschönern und ich denke, dass euch „Das Haus der Schwestern“ genauso fesseln wird wie mich.
Charlotte Link erhält mal wieder die volle Punkt- oder Sternenzahl von mir!
Allgemeine Informationen:
Ich habe die Bertelsmann Club Ausgabe für 7,90 Euro erstanden und diese hat genau 600 Seiten.
Inhalt:
Barbara und Ralph wollen ihr Weihnachtsfest einmal in einem abgelegenen Haus in Yorkshire verbringen, da die Ehe der beiden kriselt und sie sich über ihre Gefühle klar werden wollen, was an einem einsamen Ort nach Barbaras Ansicht leichter zu bewerkstelligen ist. Leider schneien die zwei vollkommen ein und die Hausbesitzerin Laura macht sich große Sorgen um das Haus. Allerdings macht sie sich nur Sorgen, weil sie befürchtet, dass die beiden ein Manuskript finden könnten, das ihre Herrin Frances vor über 16 Jahren geschrieben hat; ein autobiographisches Werk, das ein schreckliches Geheimnis aufdecken könnte.
Barbara findet das Manuskript durch Zufall und fängt auch prompt an zu lesen, um sich die Zeit zu vertreiben, denn Ralph bricht nach ein paar Tagen ins nächste Dorf auf, weil ihnen die Lebensmittel ausgegangen sind.
Frances Gray erzählt in diesem Manuskript von ihrem Leben, in dem so manches vorgefallen ist. Schon als Kind war sie in den Nachbarsjungen John verliebt und als er ihr schließlich einen Heiratsantrag macht, reagiert sie nicht so wie sie es sich vorgestellt hat. Sie merkt, dass sie John im Moment noch nicht heiraten kann, weil sie in ihrem Leben noch nichts erlebt hat. Frances stand von jeher im Schatten ihrer kleinen Schwester Victoria, die hübsch und lieblich war und von ihrem Vater mehr geliebt wurde. Frances beschließt also nach London zu gehen, denn kurz vorher hatte ihr Bruder George seine Freundin mit nach Westhill gebracht, die in London für die Frauenrechte kämpfte, also eine sogenannte Suffragette war. Durch diese Frau kam es zum Bruch zwischen George und seinem Vater und als Frances einige Zeit später im Gefängnis landet, weil sie mit den Suffragetten sympathisiert, setzt ihr Vater zwar sämtliche Hebel in Bewegung, um sie aus der Gefangenschaft zu retten, verzeiht ihr aber nie den Ärger, den sie ihm bereitet hat.
Frances erholt sich nur langsam von den Folgen des Gefängnisses und Philipp, ein junger Mann, der bei ihrer Tante untergekommen ist, steht ihr in der schlimmen Zeit bei. Philipp ist ein sehr labiler junger Mann, der sich unsterblich in Frances verliebt, die aber nicht mehr als brüderliche Gefühle für ihn aufbringen kann. Als Frances nach Westhill zurück kehrt, schreibt sie Philipp in einem Brief, dass sie seine Gefühle nicht erwidern kann und Philipp nimmt sich daraufhin das Leben.
Bei ihrer Rückkehr nach Westhill findet Frances ihre alte Welt zerstört vor. Ihre große Liebe John hat mittlerweile ihre Schwester geheiratet und es bricht Frances fast das Herz. Sie zieht zurück nach London zu ihrem Bruder George und dessen Freundin Alice, doch die Frauen verstehen sich nicht allzu gut und als George schließlich an die Front gerufen wird, verzweifeln beide fast vor Sorge. Der zweite Weltkrieg ist ausgebrochen und als George schwer verletzt wird, zieht es Alice und Frances nach Frankreich in ein Lazarett. Frances hilft dort wo sie nur kann, doch George kann sie nicht helfen, weil er einen psychischen Schaden davon getragen hat. Aber sie findet nach einigen Schwierigkeiten John und die beiden leben ihre Liebe aus, obwohl er immer noch mit Victoria verheiratet ist.
Frances kehrt erneut mit George nach Westhill zurück und findet das Haus in Trauer vor, da ihre Mutter noch einmal schwanger geworden war und sowohl Mutter als auch Kind die Geburt nicht überlebt haben. Frances übernimmt nun die Verwaltung von Westhill, weil ihr Vater am Tod der Mutter zerbricht. Victorias Ehe zerbricht und das gibt dem Vater den Rest: Er stirbt an gebrochenem Herzen.
In London hat Alice sich einen neuen Mann gesucht und zwei Kinder von ihm bekommen: Laura und Marjorie und sie bittet während der Bombenangriffe Frances darum die Kinder bei sich aufzunehmen. Laura fühlt sich wohl auf Westhill, doch Marjorie ist ein durch und durch boshaftes Kind und geht schließlich wieder zurück zu ihren Eltern nach London. Laura findet auf einem Spaziergang einen verletzten Mann, einen Deutschen, der sich als Spion herausstellt. Sie päppeln den jungen Mann wieder auf und bewahren alle samt das Geheimnis, dass er bei ihnen lebt.
Als es wieder einmal zum Streit zwischen Frances und Victoria kommt, beschließt Victoria den jungen Deutschen, der ihr kurz zuvor einen Korb gegeben hat, der Polizei auszuliefern. Da sich aber auch alle Anwesenden strafbar gemacht haben, muss Frances ihre Schwester davon abhalten...
Meine Meinung:
Ich bin froh wieder ein Buch gelesen zu haben, das mich absolut begeistert hat! Charlotte Link hat hier einen pfiffigen Übergang von der Gegenwart zur Vergangenheit geschaffen, in dem sie Barbara das Manuskript lesen lässt.
Die Geschichte der Frances Gray, einer äußerst starken Persönlichkeit, ist wieder einmal wunderbar detailliert dargestellt und die Autorin hat ihre Charaktere mit Worten so fein gezeichnet, dass man sich ohne Probleme in die Geschichte und die Gefühle der Menschen hereinversetzen kann. Auch bei den recht vielen wichtigen Personen ist ihr dies gelungen, jede einzelne in ihren verschiedenen Lebenslagen sympathisch oder auch unsympathisch zu machen.
Frances hat in ihrem Leben wirklich sehr viel mitmachen müssen und hat doch alles mehr oder weniger gut wegstecken können. Die unerfüllte Liebe, die Angst um die geliebten Menschen, der Bruch mit dem Vater, der ewige Streit mit der selbstgefälligen und jammernden Victoria, der Kampf für die Frauenrechte, der Krieg und seine Folgen, die Verantwortung für Laura und Marjorie, die Verwaltung Westhills und schließlich die Aufnahme des jungen deutschen Spions. Sehr viel für nur ein Leben, aber Frances steht wie ein Fels in der Brandung, aber es wirkt wirklich nicht wie Fiktion, sondern wie die pure Realität.
Dann ist da noch die Geschichte von Barbara und Ralph. Mit ihnen kann sich der Leser auf jeden Fall identifizieren, denn die beiden stammen schließlich aus unserer Zeit, sind Anwälte und haben sich in ihrer Ehe auseinander gelebt. Hier tauchen sie in die Abgeschiedenheit Westhills ein und sehen sich mit Problemen konfrontiert, die wir in unseren modernen Häusern und Wohnungen kaum mehr kennen: keine Elektrizität, nur eine sehr knappe Lebensmittelration, abgeschnitten von der Außenwelt.
Ralph schafft es natürlich die Lebensmittel zu besorgen, aber als er wieder nach Westhill zurück kommt, abgekämpft und durchgefroren, erwartet ihn eine unangenehme Überraschung, die ich aber hier nicht verraten möchte, denn sonst geht die ganze Spannung des Buches flöten.
Mir hat auch sehr gut gefallen, dass die Autorin diesmal nicht zu sehr auf den eigentlichen Krieg eingeht, wie sie es in der Sturmzeit-Trilogie gemacht hat. Hier hat sie die Ereignisse nur kurz angerissen, denn sonst wäre die Geschichte aus dem Ufer gelaufen...wieder ein Pluspunkt für „Das Haus der Schwestern“!
Fazit:
Das Buch ist spannend, ereignisreich, realistisch, liebenswert, hart, brutal, ergreifend und detailliert geschrieben. Es wird nicht auf einer Seite langweilig und lässt einen intensiven Leser die Welt um sich herum vergessen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe mir dadurch teilweise den Unmut meines Freundes eingehandelt, da ich kaum mehr ansprechbar war. Meist habe ich nicht vor zwei Uhr in der Nacht das Licht ausgeschaltet und hatte das Buch bei jeder Gelegenheit in der Hand.
Ich kann euch den Roman nur ans Herz legen, um lange Winterabende zu verschönern und ich denke, dass euch „Das Haus der Schwestern“ genauso fesseln wird wie mich.
Charlotte Link erhält mal wieder die volle Punkt- oder Sternenzahl von mir!
20 Bewertungen, 1 Kommentar
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22.11.2004, 12:36 Uhr von JanoschBerlin
Bewertung: sehr hilfreichsehr netter Testbericht. Vielleicht ein gutes Weihnachtsgeschenk... Gruß Janosch
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