Das Haus der Schwestern (Taschenbuch) / Charlotte Link Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von Ed2001
Setzt neue Maßstäbe dieses Buch!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Mitten in der Einsamkeit im Hochmoor Yorkshires steht Westhill House, ein altes Farmhaus mit einer langen, bewegten und geheimnisvollen Vergangenheit. Hierhin reisen zwei deutsche Touristen, um ihre Ehe zu retten. Es ist Weihnachten, doch anstatt es sich in festlicher Stimmung vor dem Kamin gemütlich zu machen und über die Differenzen zu sprechen, sehen sich die beiden mit gewaltigen Problemen konfrontiert: Ein wahrer Schneesturm bricht los, Barbara und Ralph sind von der Umwelt abgeschnitten. Doch mehr noch, ihnen gehen die Lebensmittel aus, Strom- und Telefonleitungen sind unterbrochen und alle Probleme ihrer Beziehung treten immer deutlicher zu Tage.
Um nicht zu erfrieren macht sich Barbara auf die Suche nach Brennholz und stößt dabei auf ein gut verstecktes, altes Manuskript. Neugierig beginnt sie zu lesen, und bemerkt, daß es sich um die Lebensgeschichte der früheren Hausbesitzerin Frances Gray handelt.
Frances Gray war eine starke, fortschrittliche Frau, ihrer Zeit immer ein wenig voraus. 1893 geboren wächst in behütet in einer großen Familie in der Idylle Yorkshires auf. Einen wahren Freund findet sie in dem Nachbarjungen John, der immer zur Stelle ist, wenn sie Beistand braucht. Doch bereits in jungen Jahren zeichnet sich eine große Rivalität zu ihrer Schwester Victoria ab, ein hübsches, braves Ding ohne rechten Verstand.
Frances kämpft um ihren Platz in der Welt, zieht zu Verwandten in London, um zu sich selbst zu finden. Sie kämpft um das Frauenwahlrecht, gerät auf üble Weise mit der Polizei aneinander und läßt sich auf eine tragische Affäre ein. Für ihren Vater zur persona non grata erklärt, ist Frances viel zu schnell erwachsen geworden. Sie hat bereits mehr erlebt als andere Frauen, als der erste Weltkrieg ausbricht. Und ihr Bruder kämpft genauso an der Front gegen die verhaßten Deutschen wie John...
Frances Gray erlebt sehr turbulente Jahre, überlebt zwei Weltkriege und viele persönliche Tiefschläge. Doch unaufhaltsam treibt die Familie auf eine große Katastrophe zu.
Mit \"Das Haus der Schwestern\" ist Charlotte Link ein absolutes Meisterwerk gelungen! Obwohl der Titel etwas vollkommen anderes erwarten läßt, entfesselt sie ein wahres Feuerwerk. Die Geschichte ist hoch dramatisch, äußerst spannend und ausgeklügelt erzählt. Hier wird nicht nur ein sehr tragisches, außergewöhnliches Lebensschicksal erzählt, \"Das Haus der Schwestern\" ist zugleich ein hervorragender Gesellschaftsroman über die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Charlotte Link schafft es, die Angst, Verzweiflung und Beklemmung einer ganzen Nation während zweier Weltkriege überzeugend spürbar werden zu lassen, sie zeigt, wie Menschen daran zerbrechen, Familien zu Grunde gehen und der Weg eines ganzen Landes beeinflußt wird. Sie erzählt von der Brutalität, sinnlosen Gewalt, dem Elend des Krieges und weist doch auf die Hoffnungsschimmer hin, die das Überleben ermöglicht haben. Sie zeigt eine Gesellschaft im Wandel auf dem Weg in eine unbekannte Zukunft.
Die eigentliche Handlung des Buches, das Leben der Frances Gray, bettet sie dabei in eine interessante Rahmenhandlung. Wenn sich beide Ebenen gegen Ende des Buches vereinen, wenn das dunkle Geheimnis von Westhill House seine zerstörerische Kraft bis in die Gegenwart ausstrahlt, das Schicksal von Menschen an der Tragödie von einst zu zerbrechen droht, ist das Dramatik pur.
Dabei ist \"Das Haus der Schwestern\" kein Krimi im klassischen Sinne. Es gibt hier kein Verbrechen, das nach und nach aufgeklärt wird, keine Verdächtigen, keine verstrickten Ermittlungen. Insofern irrt auch der Klappentext, der Vergleiche zu Minette Walters und Elisabeth George zieht. \"Das Haus der Schwestern\" ist anders, eher psychologischer Spannungsroman denn Krimi. Und spannend ist dieses Buch in der Tat, sogar außerordentlich spannend. Doch die Spannung entsteht aus den sehr gut gezeichneten Charakteren und deren Zusammenspiel, deren Konflikten, Lei den und Freuden. Der Stil von Charlotte Link läßt den Leser den Atem anhalten und den nächsten Seiten entgegen fiebern. Dieses Buch ist ein Musterbeispiel dafür, wie man mit Erzählkunst und Tiefe bei Charakteren und Handlung wesentlich mehr erreicht als mit wilden Verfolgungsjagden und Schießereien.
Mit \"Das Haus der Schwestern\" gelang Charlotte Link der große Durchbruch, der Roman hielt sich wochenlang in den Bestsellerlisten. Bekannt geworden ist diese junge Autorin, die heute in München lebt, mit der \"Sturmzeit\" Trilogie, der bewegenden Geschichte einer preußischen Familie.
\"Das Haus der Schwestern\" ist von einer ganz seltenen Klasse, so hervorragend, daß Charlotte Link auch Vergleiche mit absoluten Klassikern wie \"Rebecca\" von Daphne du Maurier nicht zu scheuen braucht. Im Gegenteil, mit Charlotte Link hat eine großartige Erzählerin die internationale Bühne betreten, die neue Maßstäbe setzt. Ein ganz großer Wurf!
Um nicht zu erfrieren macht sich Barbara auf die Suche nach Brennholz und stößt dabei auf ein gut verstecktes, altes Manuskript. Neugierig beginnt sie zu lesen, und bemerkt, daß es sich um die Lebensgeschichte der früheren Hausbesitzerin Frances Gray handelt.
Frances Gray war eine starke, fortschrittliche Frau, ihrer Zeit immer ein wenig voraus. 1893 geboren wächst in behütet in einer großen Familie in der Idylle Yorkshires auf. Einen wahren Freund findet sie in dem Nachbarjungen John, der immer zur Stelle ist, wenn sie Beistand braucht. Doch bereits in jungen Jahren zeichnet sich eine große Rivalität zu ihrer Schwester Victoria ab, ein hübsches, braves Ding ohne rechten Verstand.
Frances kämpft um ihren Platz in der Welt, zieht zu Verwandten in London, um zu sich selbst zu finden. Sie kämpft um das Frauenwahlrecht, gerät auf üble Weise mit der Polizei aneinander und läßt sich auf eine tragische Affäre ein. Für ihren Vater zur persona non grata erklärt, ist Frances viel zu schnell erwachsen geworden. Sie hat bereits mehr erlebt als andere Frauen, als der erste Weltkrieg ausbricht. Und ihr Bruder kämpft genauso an der Front gegen die verhaßten Deutschen wie John...
Frances Gray erlebt sehr turbulente Jahre, überlebt zwei Weltkriege und viele persönliche Tiefschläge. Doch unaufhaltsam treibt die Familie auf eine große Katastrophe zu.
Mit \"Das Haus der Schwestern\" ist Charlotte Link ein absolutes Meisterwerk gelungen! Obwohl der Titel etwas vollkommen anderes erwarten läßt, entfesselt sie ein wahres Feuerwerk. Die Geschichte ist hoch dramatisch, äußerst spannend und ausgeklügelt erzählt. Hier wird nicht nur ein sehr tragisches, außergewöhnliches Lebensschicksal erzählt, \"Das Haus der Schwestern\" ist zugleich ein hervorragender Gesellschaftsroman über die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Charlotte Link schafft es, die Angst, Verzweiflung und Beklemmung einer ganzen Nation während zweier Weltkriege überzeugend spürbar werden zu lassen, sie zeigt, wie Menschen daran zerbrechen, Familien zu Grunde gehen und der Weg eines ganzen Landes beeinflußt wird. Sie erzählt von der Brutalität, sinnlosen Gewalt, dem Elend des Krieges und weist doch auf die Hoffnungsschimmer hin, die das Überleben ermöglicht haben. Sie zeigt eine Gesellschaft im Wandel auf dem Weg in eine unbekannte Zukunft.
Die eigentliche Handlung des Buches, das Leben der Frances Gray, bettet sie dabei in eine interessante Rahmenhandlung. Wenn sich beide Ebenen gegen Ende des Buches vereinen, wenn das dunkle Geheimnis von Westhill House seine zerstörerische Kraft bis in die Gegenwart ausstrahlt, das Schicksal von Menschen an der Tragödie von einst zu zerbrechen droht, ist das Dramatik pur.
Dabei ist \"Das Haus der Schwestern\" kein Krimi im klassischen Sinne. Es gibt hier kein Verbrechen, das nach und nach aufgeklärt wird, keine Verdächtigen, keine verstrickten Ermittlungen. Insofern irrt auch der Klappentext, der Vergleiche zu Minette Walters und Elisabeth George zieht. \"Das Haus der Schwestern\" ist anders, eher psychologischer Spannungsroman denn Krimi. Und spannend ist dieses Buch in der Tat, sogar außerordentlich spannend. Doch die Spannung entsteht aus den sehr gut gezeichneten Charakteren und deren Zusammenspiel, deren Konflikten, Lei den und Freuden. Der Stil von Charlotte Link läßt den Leser den Atem anhalten und den nächsten Seiten entgegen fiebern. Dieses Buch ist ein Musterbeispiel dafür, wie man mit Erzählkunst und Tiefe bei Charakteren und Handlung wesentlich mehr erreicht als mit wilden Verfolgungsjagden und Schießereien.
Mit \"Das Haus der Schwestern\" gelang Charlotte Link der große Durchbruch, der Roman hielt sich wochenlang in den Bestsellerlisten. Bekannt geworden ist diese junge Autorin, die heute in München lebt, mit der \"Sturmzeit\" Trilogie, der bewegenden Geschichte einer preußischen Familie.
\"Das Haus der Schwestern\" ist von einer ganz seltenen Klasse, so hervorragend, daß Charlotte Link auch Vergleiche mit absoluten Klassikern wie \"Rebecca\" von Daphne du Maurier nicht zu scheuen braucht. Im Gegenteil, mit Charlotte Link hat eine großartige Erzählerin die internationale Bühne betreten, die neue Maßstäbe setzt. Ein ganz großer Wurf!
13 Bewertungen, 3 Kommentare
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15.04.2006, 10:09 Uhr von Annabell234
Bewertung: sehr hilfreichsehr gut LG und auf wiederlesen :-)
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28.04.2005, 17:09 Uhr von zuchtperle
Bewertung: sehr hilfreichEin klasse Buch, welches du dir ausgesucht hast. Den Bericht hätte ich nicht besser schreiben können. Congratulation! Nicolé
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16.08.2004, 14:36 Uhr von Zarte_Scotty
Bewertung: sehr hilfreichist eines meiner Lieblingsautorinnen!! Du schreibst suuuper berichte!! Lg Sandra
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