Das Haus der Schwestern (Taschenbuch) / Charlotte Link Testbericht

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ab 10,00
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Erfahrungsbericht von CyberQueeny

Fesselnd und Genial

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

==Fesselnd und genial==

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

==ALLGEMEINES==

===Kaufgrund===
Da ich eine absolute Leseratte bin und gerne mal etwas Neues lese, habe ich mir wieder ein Buchpaket bei Ebay ersteigert, um auch mal etwas zu lesen, was ich sonst nie in die Finger bekommen hätte. Darunter war auch dieses Exemplar.


===Buchdaten===
Autor: Charlotte Link
Titel: Das Haus der Schwestern
Originaltitel:
Verlag: Goldmann
Erschienen:1999
ISBN-10: 3442444365
ISBN-13: 978-3442444366
Seiten:600
Einband:
Serie:

===Autor===
Charlotte Link (* 5. Oktober 1963 in Frankfurt am Main) ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie gehört zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen der Gegenwart.

==NACH DEM LESEN==

===Inhaltsangabe===
Während Ralph und Barbara durch ein einsetzendes heftiges Schneetreiben immer mehr von der Außenwelt abgeschnitten werden, dringt Barbara in eine verbotenene Welt ein, in der sie nichts zu suchen hat. Sie liest ein versteckte Manuskript, das sie bei ihrer Suche nach Brennholz in einem alten Schuppen des Westhill House findet. Es birgt ein schreckliches Geheimnis und Barbara wird sich erst am Ende der Lektüre der Aufzeichnungen von Frances Gray der Gefahr bewußt, in die sie sich begibt. Sie taucht unerlaubterweise in die Geschichte von Frances Gray ein, einer selbstbewußten, energischen und sehr fortschrittlichen Frau, die sich allen Konventionen ihrer Zeit widersetzt und in der Liebe wenig Glück erfährt. Statt ihren Geliebten John Leigh, einen begüterten Sohn aus besseren Kreisen, zu heiraten, bricht sie nach London auf, um sich den Suffragetten anzuschließen. Sehr viel später gesteht sich Frances diesen Fehler ein, für den sie bitter bezahlen muß.

===Leseprobe===
Es war ein Bild von beinahe schmerzhafter Intensität. Und wie ein Gemälde kam es Frances auch tatsächlich vor: eine Darstellung von etwas, das nichts mit der Wirklichkeit zu tun hatte. Es war, als bewegten sich alle Personen an unsichtbaren Fäden, als habe jemand im Hintergrund sie arrangiert und lasse nun eine Szene ablaufen wie auf einer Bühne. Das Stück hieß: Hochzeit.
Die Hauptdarsteller waren John Leigh und Victoria Gray.
Sie saßen an der längsten Tafel, die von einer Breitseite des Saales zur anderen reichte. Sie thronten genau in der Mitte, und vor ihnen stand ein gewaltiges Blumenbukett. John trug eine dunkle Uniform aus der Zeit seiner kurzen militärischen Ausbildung; sie hatte einen hohen , steifen Kragen und war geschmückt mit ein paar Abzeichen seines Regiments und verschiedener Vereinigungen, denen er angehörte. Victoria war bekleidet mit einem cremefarbenen Brautkleid und einem Schleier aus weißer Spitze, der mit einem Blütengesteck in ihrem Haar befestigt war. Sie sah bildschön aus und war während des vergangenen Jahres auf geheimnisvolle Weise Erwachsen geworden. Als Frances fortging, war sie gerade noch vierzehn gewesen, nun stand sie kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag. Das fünfzehnte Jahr schien sie genutzt zu haben, sich von Matrosenkleidchen, Stirnfransen und unentwegtem Gekicher zu befreien. Ihr Anblick erregte Übelkeit in Frances, und unwillkürlich presste sie die Hand auf den Mund.
Neben John saßen Maureen und Charles, neben Victoria Johns Mutter und Großmutter Kate. Sie alle waren in Gespräche vertieft. Es war schließlich Maureen, die ihre Tochter als erste entdeckte, als sie zufällig aufblickte. Sie erstarrte, und Frances konnte sehen, wie ihr Mund ihren Namen formte.
"Frances!"
Jetzt schauten auch Charles und John auf. John wurde blass. Victoria zuckte zusammen. Kate, die mit dem Herrn zu ihrer rechten plauderte, hielt inne. Und auf eigentümliche Weise setzte sich die Irritation, die bei den Hauptpersonen ihren Anfang genommen hatte, nach und nach durch alle Reihen fort. Schließlich verstummten alle Gäste, und endlich hörten sogar die Musiker, völlig verunsichert, auf zu spielen. Eine Geige klang noch einsam mit ein paar Tönen nach, dann senkte sich stille über den Saal, und an die hundert Augenpaare wandten sich Frances zu.
Sie stand da in ihrem blauen, zerknitterten Kleid, mit ihren vom schnellen Laufen und der Wärme des Tages geröteten Wangen, und begriff ganz langsam - als wolle sich etwas in ihr gegen den jähen Schock wappnen -, was geschehen war.

===Meine Meinung===
Das Buch war mir schon ein Begriff, als ich es aus dem Karton genommen hatte, da ich es meiner Mutter damals als Hardcover zu Weihnachten geschenkt hatte. Leider habe ich es nie gelesen, obwohl sie es als genial bezeichnet hat. Dementsprechend freute ich mich, dass ich erneut die Gelegenheit bekam.

Den Einsieg in die Geschichte muss man zwei Mal machen. Zum Einen erfährt man die Geschichte von Ralph und Barbara, die ihren Weihnachtsurlaub in Yorkshire machen. Die Eheprobleme werden sehr gut geschildert, so dass man von Anfang an gleich ein gutes Bild von beiden Partnern hat. Dazu kommt der Einstieg in Frances Lebensgeschichte. Ihr gehörte das vermietete Haus früher und vor ihrem Tode hat sie ihre Lebensgeschichte verfasst. Durch Zufall entdeckt Barbara dieses Manuskript und man beginnt mit dem Einstieg in Frances Leben. Diese Geschichte ist so fesselnd und tragisch geschrieben, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Man möchte einfach wissen, ob sie mit John doch noch zusammen findet und welche schwere Entscheidung sie damals gefällt hat, die im Prolog genannt wurde. Dazwischen taucht man in kleinen Abschnitten wieder in die Gegenwart von Barbara und Ralph, welche ich aber irgendwie störend fand. Zwar ist es immer passend, so dass man das Gefühl hat, sie würde wirklich das Manuskript lesen, aber man möchte nicht aus dieser Zeit gerissen werden, da diese Gegenwart doch gar nicht spannend ist. Die Landschaften, Menschen, Emotionen und das ganze Leid, sind so präzise geschrieben, dass man alles real miterlebt. Man merkt dadurch gar nicht, wie die Seiten an einem vorbei fliegen. Als ich an dem Punkt war, dass das Manuskript zu Ende war, war ich richtig erstaunt, wie schnell ich es gelesen hatte. Danach war irgendwie der Anreiz weiterzulesen kurz erloschen, da Barbaras Eheprobleme und ihre Notlage im Schneechaos gar nicht mehr so interessant waren. Doch auch hier wird es noch richtig spannend, so dass man es bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen kann.

Ich habe die 600 Seiten in genau zwei Tagen gelesen und bin sogar etwas traurig, weil es so schnell durchgelesen war.

Es ist eine geniale Mischung aus Thriller, Romantik, Historie und Gegenwart. Nach diesem Werk freue ich mich immer mehr auf weitere Werke dieser Autorin und werde sie zu meinen Lieblingsautorinnen zählen.

Empfehlen kann ich das Buch nicht nur Leseratten, die die Autorin mögen, sondern allen die spannende Bücher lieben, Liebesromane und historische Romane schätzen. Es ist ein gelungener Mix.


===Bewertung===
Von mir erhält dieses Buch, da es alles hat, was ein gutes Buch ausmacht, volle fünf Sterne. Spannend, romantisch und dazu ein guter, bildhafter Stil.

Pro: Stil, Thema
Contra: nichts

Danke fürs Lesen und Bewerten.


Eure Sarah

32 Bewertungen, 10 Kommentare

  • Clarinetta2

    13.02.2010, 19:47 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut beschrieben

  • katrinj83

    11.02.2010, 10:45 Uhr von katrinj83
    Bewertung: sehr hilfreich

    verschneite Grüße ... Katrin

  • Yolante

    11.02.2010, 07:11 Uhr von Yolante
    Bewertung: sehr hilfreich

    :-)

  • l.x.klar@gmx.net

    11.02.2010, 01:37 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    greetz from wallcity beartown

  • morla

    10.02.2010, 22:59 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^petra

  • Zzaldo

    10.02.2010, 21:19 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße sendet dir Stephan

  • rainbow90

    10.02.2010, 20:55 Uhr von rainbow90
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein toller Bericht. LG

  • sigrid9979

    10.02.2010, 19:18 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich lg sigi

  • AChristoteles

    10.02.2010, 18:46 Uhr von AChristoteles
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hallo, erstmal sh für die tolle Buchvorstellung und zweitens vielen Dank, dass du dieses Buch beschrieben hast. Das suche ich nämlich schon länger, hatte aber den Titel vergessen LG Chris

  • Lale

    10.02.2010, 17:33 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß