Live after Death - Iron Maiden Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von djrene
SCREAM FOR ME LONG BEACH!
Pro:
Tolles Liveerlebnis, 1a Sound, ein Klassiker.
Kontra:
Song 11, die Unterbrechungen zwischen einigen Songs, kastriertes "Running free"
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich Euch eine meiner ersten CDs die ich mir gekauft habe näher bringen. Es handelt sich um IRON MAIDENs 85er Livealbum „Live after Death“, das auf der World Slavery Tour 84/85 aufgenommen wurde. IRON MAIDEN selbst braucht man glaube ich nicht weiter vorstellen, die kennt man einfach. Die Engländer, die man auch zur NWOBHM (New Wave of British Heavy Metal) zählt, starteten am 9. August in Warschau zu einer der längsten, größten (nein, gigantischten), erfolgreichsten und aufreibendsten Touren die die Welt bis heute gesehen hat. Sie ging während 322 Tagen durch 24 Länder, man legte 160.000 km zurück und benutzte während dieser Zeit 7.778 Hotelzimmer. Die Soundanlage während dieser Tour hatte unvorstellbare 173.000 Watt und alleine die Lichtanlage wog fast 10 Tonnen. Man spielte u.a. eine komplette Woche mit 7 Shows in der legendären Radio City Music Hall in N.Y.C. Die fünf „Eisernen Jungfrauen“ waren zu dieser Zeit:
Bruce Dickinson – Gesang
Dave Murray – Gitarren
Adrian Smith – Gitarren
Steve Harris – Bass
Nicko McBrain – Schlagzeug
„Live after Death“ wurde auch als Doppel-LP veröffentlicht. Diese wurde nicht wie die CD an 4 Abenden in der Long Beach Arena aufgenommen, sondern meines Wissens nach auch in London (auch Song 10 und 12 der CD habe ich da im Verdacht). Die LP hat eine etwas andere Songlist und besonders „Running Free“ weicht stark von der CD ab. Auf der LP ist eine geniale, über 10 Minuten lange, Version zu hören, die man der CD, aus welchen Gründen auch immer (der Platz wäre dafür noch da gewesen) nicht spendieren wollte. Ich bespreche hier die CD, da mir die Do-LP leider gemopst wurde.
Tracklist:
1. Aces High
2. 2 Minutes to Midnight
3. The Trooper
4. Revelations
5. Flight of Icarus
6. Rime of the ancient Mariner
7. Powerslave
8. The Number of the Beast
9. Hallowed be thy Name
10. Iron Maiden
11. Run to the Hills
12. Running free
Gesamtspielzeit: 70:35
Im einzelnen:
1. ACES HIGH (5:29)
Mit den berühmten Worten Winston Churchills „...we shall never surrender“ beginnt das Spektakel. Wir hören eine deutliche Live-Atmosphäre die einem wirklich durch Mark und Bein geht und nach einem kurzen Gitarrenintro legen die fünf los wie die Feuerwehr. Der Song ist vom „Powerslave“-Album und kommt deutlich besser als im Studio. Der Uptempo-Rocker kommt daher wie aus einem Guß mit einer wirklich geilen Gitarrenarbeit. Kein melodiöses Highlight, aber das sollte ein Opener einer Show vielleicht auch gar nicht sein. Man startet hier einfach von 0 auf 100 durch.
Wertung: 9/10
2. 2 MINUTES TO MIDNIGHT (6:06)
„Scream for me Long Beach Arena – 2 Minutes to Midnight“. Der nächste Titel aus dem „Powerslave“-Album nimmt den Fuß etwas vom Gas. Noch ist Bruce sichtlich gut bei Stimme und meistert alle Stimmlagen problemlos. Ein typischer Maiden-Rocker ist das Gebotene. So und nicht anders müssen die Jungs klingen.
Wertung: 9/10
3. THE TROOPER (4:28)
Durch diesen Song, vom „Piece of Mind“-Album wurde ich eigentlich zum Maiden-Fan. Die Gitarrenarbeit ist derart brillant, daß es mir damals (da lief sowas übrigens noch im Radio!!!) buchstäblich die Sprache verschlug. Was für eine Gitarren-Hookline. Der Song selbst ist minimal schneller gehalten als auf dem Studioalbum und rockt ganz schön ab. Steve und Nicko geben in der Rhythmussektion ganz schön Gas und sogar bei diesem Tempo gelingt es den beiden den Song richtig grooven zu lassen. Hut ab.
Wertung: 10/10
4. REVELATION (6:11)
Erstmals hören wir jetzt einen etwas komplexeren und trägeren Song. Er ist ebenfalls aus dem „Piece of Mind“-Album. Mir selbst hat er nie so richtig gefallen. Der Titel pendelt stetig zwischen ruhigen Passagen und härteren, schnelleren Teilen. Erwähnenswert sicherlich noch ein fast 2-minütiger Instrumentalteil, kurz vor dem Ende.
Wertung: 7/10
5. FLIGHT OF ICARUS (3:49)
Und noch ein Song aus dem gleichen Album. Vielleicht der Beste aus ihm. Ein genialer Midtempo-Stampfer der den berühmten Flug des Ikarus zum Thema hat. Ein Refrain, der alle Maiden-Fans in Entzückung versetzt und zwei wirklich geile Gitarrensoli sind die Höhepunkte eines wahren Rockers. Die Liveversion ist sehr nahe an der Studioversion.
Wertung: 10/10
6. RIME OF THE ANCIENT MARINER (13:09)
Nach einem kurzen Break (hier ist auch Seite 1 der Platte zu Ende), der nun wirklich nicht hätte sein müssen wird der Applaus wieder eingefadet und aus dem „Powerslave“-Album wird uns dieser wirklich komplizierte und anspruchsvolle Titel dargeboten. Um die Erzählung von Samuel Taylor Coleridge wird ein wahres Feuerwerk an Musik aufgebaut. Verschiedenste Stimmungen bringen die „Jungfrauen“ perfekt auf die Bühne, so daß die Geschichte schon alleine durch die Musik (ohne weiter auf den Text zu hören) derart an Dramatik gewinnt, daß es vor Spannung fast knistert. Sowas ist nur mit wirklich guten Musiker zu machen. Meines Erachtens kommt diese Liveversion erheblich besser rüber als das Ding aus dem Studio.
Wertung: 10/10
7. POWERSLAVE (7:34)
Der Titelsong des damals aktuellen Album lebt wieder hauptsächlich von seiner Komplexität. Lange Soloteile und mehrere Rhythmuswechsel lassen während der ganzen 7 Minuten niemals Langeweile aufkommen, dem Lied selbst fehlt’s aber irgendwie an Genialität.
Wertung: 8/10
8. THE NUMBER OF THE BEAST (4:35)
Vielleicht DER Titel überhaupt von IRON MAIDEN. Aus dem gleichbetitelten Album stammend, kennt wohl jeder Rockfan das weltberühmt Intro: „... for it is a human number. His number is 666“. Göttlich, einfach göttlich (oder sollte man hier eher teuflisch sagen?). Auch wenn man langsam merkt, daß Bruce langsam die Luft knapp wird, dieser Song ist ein Highlight sondergleichen. Deutlich ist hier auch zu hören wie wichtig Steve für die Band ist. Sein brillantes Baßspiel, zusammen mit seinem einzigartigen knurrenden Sound macht viel des Charakters der Maiden-Songs aus.
Wertung: 10/10
9. HALLOWED BE THY NAME (7:31)
Nach wiederum einer überflüssigen Pause auf der CD beginnt dieser Song aus dem „Number of the Beast“-Album. Sehr getragen und dramatisch mit einer geschlagenen Glocke geht es los. Der Song besitzt, nachdem er von Tempo und Härte etwas angezogen hat eigentlich nichts besonderes, bis auf, tja bis auf eben diese unnachahmliche Melodie, die von einer Gitarre gespielt wird und die eben NUR von Maiden sein kann. Sie treffen wir in der Mitte des Songs und seeeehr ausführlich nach dem Soloteil. Dann auch mal zweistimmig. Ich weiß wirklich nicht wie man das beschreiben soll. Selbst wenn man das Lied nicht kennt und diese Melodie hört, man weiß sofort, es kann nur Maiden sein.
Wertung: 8/10
10. IRON MAIDEN (4:21)
Mit dem Titelsong aus dem Debütalbum geht es langsam Richtung Ende (vermutlich ist das sogar das letzte Lied vor den Zugaben). Iron Maiden ist ein relative einfach strukturierter, ziemlich schneller Song mit einer tollen Gitarrenhookline. Aber es ist eben der Song mit dem Bandnamen, sonst würde er vermutlich nicht gespielt werden.
Wertung: 7/10
11. RUN TO THE HILLS (3:51)
Wer meine Berichte schon länger liest, weiß vielleicht, daß dies MEIN Maiden-Song ist. Vom „Number of the Beast“-Album. Leider ist er ziemlich verhunzt auf diesem Album. Bruce trifft nun endgültig kaum noch einen Ton und auch Adrian und Dave scheinen beim Intro besoffen zu sein. Der Refrain hat nur noch textlich mit dem Original zu tun, die Melodie ist nur noch andeutungsweise zu hören und man muß Angst haben, so wie Bruce nach Luft japst. Sowas ärgert mich einfach. Da wird alles mögliche auf einer Live-CD im Studio nachgebessert und neu eingespielt, aber so eine gequirlte Kacke (man verzeihe mir diesen Ausbruch) bleibt drauf. Ich weiß ja, daß er’s live einfach nicht besser kann. Schon gar nicht nach den Kilometern die er auf der Bühne zurücklegt, aber auf CD muß ich sowas doch nicht veröffentlichen.
Wertung: 4/10
12. RUNNING FREE (3:24)
Einer der Kultsongs von Maiden. Ursprünglich auf dem „Iron Maiden“-Album beheimatet, ist es damals immer der letzte Titel bei Live-Konzerten. Und was für einer. Ein Mitsinger par excellence. Leider bleibt uns dieser Mitsingteil aus Eingangs schon erwähnten unverständlichen Gründen verwehrt. Auf der LP ist das nämlich der absolute Höhepunkt des Albums, auf der CD wird der Song zum Mitläufer. Schade. Sehr schade.
Wertung: 8/10
Gesamtwertung: 8,3/10
FAZIT:
Was wäre das für ein Live-Album, hätte man „Run to the Hills“ noch nachbearbeitet? Man wäre nahe an die 9 Punkte gekommen. Die Stimmung in der Long Beach Arena wurde hervorragend transportiert und IRON MAIDEN scheinen eine schier unglaubliche Spiellaune zu haben. Am Sound gibt’s nun absolut nichts zu mäkeln, der kann sich mit heutigen Live-Mitschnitten locker messen, übertrifft diese sogar in den meisten Fällen. Bis auf ein leichtes Übersteuern bei einer Pyrodetonation bei „Rime of the ancient Mariner“ ist alles stets im grünen Bereich und man hört jedes Instrument glasklar.
Etwas mehr Kritik kann man vielleicht an der Songauswahl üben. Kein einziger Titel aus dem „Killers“-Album hat es auf die CD geschafft (ich glaube mich an „Wrathchild“ auf der LP zu erinnern). Zudem hätte ich gerne „The Prisoner“ gehört. Aber das ist vermutlich Geschmacksache. Zudem stört es, daß dort wo man die Platte umdrehen muß, auch auf der CD ein Pause ist. Da hätte ich mir einen durchgehenden Sound gewünscht.
Äußerst positiv ist noch die Tatsache zu erwähnen, daß bei der CD ein 28-seitiges Booklett mit vielen Bilder, allen Texten (!) und vielen interessanten Daten zur Tour dabei ist. Auch die Do-LP hatte etwas ähnliches in größerem Format zu bieten.
Ich kann den Kauf dieser CD, besser noch der Do-LP, aber wer hat schon noch einen Plattenspieler, nur empfehlen. Sie bietet einen guten Einblick in das frühe Material der Band, das ich für wesentlich besser halte als alles was nach „Somewhere in Time“ oder vielleicht noch „7th Son of a 7th Son“ kam. Mit perfektem Sound und tollem Feeling bekommt man viel fürs Geld geboten. Als „Nice-Price“ dürfte man das Teil inzwischen für unter 10,- € bekommen, die LP ist vermutlich ein Sammlerstück. Da heißt es einfach mal zugreifen.
Keep on rockin‘ and stay tuned,
René
Bruce Dickinson – Gesang
Dave Murray – Gitarren
Adrian Smith – Gitarren
Steve Harris – Bass
Nicko McBrain – Schlagzeug
„Live after Death“ wurde auch als Doppel-LP veröffentlicht. Diese wurde nicht wie die CD an 4 Abenden in der Long Beach Arena aufgenommen, sondern meines Wissens nach auch in London (auch Song 10 und 12 der CD habe ich da im Verdacht). Die LP hat eine etwas andere Songlist und besonders „Running Free“ weicht stark von der CD ab. Auf der LP ist eine geniale, über 10 Minuten lange, Version zu hören, die man der CD, aus welchen Gründen auch immer (der Platz wäre dafür noch da gewesen) nicht spendieren wollte. Ich bespreche hier die CD, da mir die Do-LP leider gemopst wurde.
Tracklist:
1. Aces High
2. 2 Minutes to Midnight
3. The Trooper
4. Revelations
5. Flight of Icarus
6. Rime of the ancient Mariner
7. Powerslave
8. The Number of the Beast
9. Hallowed be thy Name
10. Iron Maiden
11. Run to the Hills
12. Running free
Gesamtspielzeit: 70:35
Im einzelnen:
1. ACES HIGH (5:29)
Mit den berühmten Worten Winston Churchills „...we shall never surrender“ beginnt das Spektakel. Wir hören eine deutliche Live-Atmosphäre die einem wirklich durch Mark und Bein geht und nach einem kurzen Gitarrenintro legen die fünf los wie die Feuerwehr. Der Song ist vom „Powerslave“-Album und kommt deutlich besser als im Studio. Der Uptempo-Rocker kommt daher wie aus einem Guß mit einer wirklich geilen Gitarrenarbeit. Kein melodiöses Highlight, aber das sollte ein Opener einer Show vielleicht auch gar nicht sein. Man startet hier einfach von 0 auf 100 durch.
Wertung: 9/10
2. 2 MINUTES TO MIDNIGHT (6:06)
„Scream for me Long Beach Arena – 2 Minutes to Midnight“. Der nächste Titel aus dem „Powerslave“-Album nimmt den Fuß etwas vom Gas. Noch ist Bruce sichtlich gut bei Stimme und meistert alle Stimmlagen problemlos. Ein typischer Maiden-Rocker ist das Gebotene. So und nicht anders müssen die Jungs klingen.
Wertung: 9/10
3. THE TROOPER (4:28)
Durch diesen Song, vom „Piece of Mind“-Album wurde ich eigentlich zum Maiden-Fan. Die Gitarrenarbeit ist derart brillant, daß es mir damals (da lief sowas übrigens noch im Radio!!!) buchstäblich die Sprache verschlug. Was für eine Gitarren-Hookline. Der Song selbst ist minimal schneller gehalten als auf dem Studioalbum und rockt ganz schön ab. Steve und Nicko geben in der Rhythmussektion ganz schön Gas und sogar bei diesem Tempo gelingt es den beiden den Song richtig grooven zu lassen. Hut ab.
Wertung: 10/10
4. REVELATION (6:11)
Erstmals hören wir jetzt einen etwas komplexeren und trägeren Song. Er ist ebenfalls aus dem „Piece of Mind“-Album. Mir selbst hat er nie so richtig gefallen. Der Titel pendelt stetig zwischen ruhigen Passagen und härteren, schnelleren Teilen. Erwähnenswert sicherlich noch ein fast 2-minütiger Instrumentalteil, kurz vor dem Ende.
Wertung: 7/10
5. FLIGHT OF ICARUS (3:49)
Und noch ein Song aus dem gleichen Album. Vielleicht der Beste aus ihm. Ein genialer Midtempo-Stampfer der den berühmten Flug des Ikarus zum Thema hat. Ein Refrain, der alle Maiden-Fans in Entzückung versetzt und zwei wirklich geile Gitarrensoli sind die Höhepunkte eines wahren Rockers. Die Liveversion ist sehr nahe an der Studioversion.
Wertung: 10/10
6. RIME OF THE ANCIENT MARINER (13:09)
Nach einem kurzen Break (hier ist auch Seite 1 der Platte zu Ende), der nun wirklich nicht hätte sein müssen wird der Applaus wieder eingefadet und aus dem „Powerslave“-Album wird uns dieser wirklich komplizierte und anspruchsvolle Titel dargeboten. Um die Erzählung von Samuel Taylor Coleridge wird ein wahres Feuerwerk an Musik aufgebaut. Verschiedenste Stimmungen bringen die „Jungfrauen“ perfekt auf die Bühne, so daß die Geschichte schon alleine durch die Musik (ohne weiter auf den Text zu hören) derart an Dramatik gewinnt, daß es vor Spannung fast knistert. Sowas ist nur mit wirklich guten Musiker zu machen. Meines Erachtens kommt diese Liveversion erheblich besser rüber als das Ding aus dem Studio.
Wertung: 10/10
7. POWERSLAVE (7:34)
Der Titelsong des damals aktuellen Album lebt wieder hauptsächlich von seiner Komplexität. Lange Soloteile und mehrere Rhythmuswechsel lassen während der ganzen 7 Minuten niemals Langeweile aufkommen, dem Lied selbst fehlt’s aber irgendwie an Genialität.
Wertung: 8/10
8. THE NUMBER OF THE BEAST (4:35)
Vielleicht DER Titel überhaupt von IRON MAIDEN. Aus dem gleichbetitelten Album stammend, kennt wohl jeder Rockfan das weltberühmt Intro: „... for it is a human number. His number is 666“. Göttlich, einfach göttlich (oder sollte man hier eher teuflisch sagen?). Auch wenn man langsam merkt, daß Bruce langsam die Luft knapp wird, dieser Song ist ein Highlight sondergleichen. Deutlich ist hier auch zu hören wie wichtig Steve für die Band ist. Sein brillantes Baßspiel, zusammen mit seinem einzigartigen knurrenden Sound macht viel des Charakters der Maiden-Songs aus.
Wertung: 10/10
9. HALLOWED BE THY NAME (7:31)
Nach wiederum einer überflüssigen Pause auf der CD beginnt dieser Song aus dem „Number of the Beast“-Album. Sehr getragen und dramatisch mit einer geschlagenen Glocke geht es los. Der Song besitzt, nachdem er von Tempo und Härte etwas angezogen hat eigentlich nichts besonderes, bis auf, tja bis auf eben diese unnachahmliche Melodie, die von einer Gitarre gespielt wird und die eben NUR von Maiden sein kann. Sie treffen wir in der Mitte des Songs und seeeehr ausführlich nach dem Soloteil. Dann auch mal zweistimmig. Ich weiß wirklich nicht wie man das beschreiben soll. Selbst wenn man das Lied nicht kennt und diese Melodie hört, man weiß sofort, es kann nur Maiden sein.
Wertung: 8/10
10. IRON MAIDEN (4:21)
Mit dem Titelsong aus dem Debütalbum geht es langsam Richtung Ende (vermutlich ist das sogar das letzte Lied vor den Zugaben). Iron Maiden ist ein relative einfach strukturierter, ziemlich schneller Song mit einer tollen Gitarrenhookline. Aber es ist eben der Song mit dem Bandnamen, sonst würde er vermutlich nicht gespielt werden.
Wertung: 7/10
11. RUN TO THE HILLS (3:51)
Wer meine Berichte schon länger liest, weiß vielleicht, daß dies MEIN Maiden-Song ist. Vom „Number of the Beast“-Album. Leider ist er ziemlich verhunzt auf diesem Album. Bruce trifft nun endgültig kaum noch einen Ton und auch Adrian und Dave scheinen beim Intro besoffen zu sein. Der Refrain hat nur noch textlich mit dem Original zu tun, die Melodie ist nur noch andeutungsweise zu hören und man muß Angst haben, so wie Bruce nach Luft japst. Sowas ärgert mich einfach. Da wird alles mögliche auf einer Live-CD im Studio nachgebessert und neu eingespielt, aber so eine gequirlte Kacke (man verzeihe mir diesen Ausbruch) bleibt drauf. Ich weiß ja, daß er’s live einfach nicht besser kann. Schon gar nicht nach den Kilometern die er auf der Bühne zurücklegt, aber auf CD muß ich sowas doch nicht veröffentlichen.
Wertung: 4/10
12. RUNNING FREE (3:24)
Einer der Kultsongs von Maiden. Ursprünglich auf dem „Iron Maiden“-Album beheimatet, ist es damals immer der letzte Titel bei Live-Konzerten. Und was für einer. Ein Mitsinger par excellence. Leider bleibt uns dieser Mitsingteil aus Eingangs schon erwähnten unverständlichen Gründen verwehrt. Auf der LP ist das nämlich der absolute Höhepunkt des Albums, auf der CD wird der Song zum Mitläufer. Schade. Sehr schade.
Wertung: 8/10
Gesamtwertung: 8,3/10
FAZIT:
Was wäre das für ein Live-Album, hätte man „Run to the Hills“ noch nachbearbeitet? Man wäre nahe an die 9 Punkte gekommen. Die Stimmung in der Long Beach Arena wurde hervorragend transportiert und IRON MAIDEN scheinen eine schier unglaubliche Spiellaune zu haben. Am Sound gibt’s nun absolut nichts zu mäkeln, der kann sich mit heutigen Live-Mitschnitten locker messen, übertrifft diese sogar in den meisten Fällen. Bis auf ein leichtes Übersteuern bei einer Pyrodetonation bei „Rime of the ancient Mariner“ ist alles stets im grünen Bereich und man hört jedes Instrument glasklar.
Etwas mehr Kritik kann man vielleicht an der Songauswahl üben. Kein einziger Titel aus dem „Killers“-Album hat es auf die CD geschafft (ich glaube mich an „Wrathchild“ auf der LP zu erinnern). Zudem hätte ich gerne „The Prisoner“ gehört. Aber das ist vermutlich Geschmacksache. Zudem stört es, daß dort wo man die Platte umdrehen muß, auch auf der CD ein Pause ist. Da hätte ich mir einen durchgehenden Sound gewünscht.
Äußerst positiv ist noch die Tatsache zu erwähnen, daß bei der CD ein 28-seitiges Booklett mit vielen Bilder, allen Texten (!) und vielen interessanten Daten zur Tour dabei ist. Auch die Do-LP hatte etwas ähnliches in größerem Format zu bieten.
Ich kann den Kauf dieser CD, besser noch der Do-LP, aber wer hat schon noch einen Plattenspieler, nur empfehlen. Sie bietet einen guten Einblick in das frühe Material der Band, das ich für wesentlich besser halte als alles was nach „Somewhere in Time“ oder vielleicht noch „7th Son of a 7th Son“ kam. Mit perfektem Sound und tollem Feeling bekommt man viel fürs Geld geboten. Als „Nice-Price“ dürfte man das Teil inzwischen für unter 10,- € bekommen, die LP ist vermutlich ein Sammlerstück. Da heißt es einfach mal zugreifen.
Keep on rockin‘ and stay tuned,
René
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