London Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von tyranessa
DAUMENSCHRAUBEN SIND KINDERSPIELZEUG
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Für uns war es klar, dass wir, wenn wir schon einmal in London sind, uns auch den London Dungeon ansehen würden. Was uns direkt erwartete, wussten wir nicht sicher. Nur, dass es irgendwas mit mittelalterlichen Foltermethoden zu tun haben würde. Ein Museum für die Grausamkeiten und menschenverachtenden Behandlungen, die im Mittelalter in London so üblich waren. Doch der Reihe nach!
Schlange stehen!
**************
Eigentlich war es geplant, erstmal zu schauen, wo sich der Dungeon überhaupt befindet. Wir holten also unsere Karte heraus und wuselten uns durch das Gewirr der gezeichneten Strassen. Zu unserem Glück saßen wir gerade direkt bei der Tower Bridge, wir mussten diese nur noch Richtung Millennium Rad überqueren, ein wenig laufen und wären schon da! Erst waren wir nicht sicher, ob wir die Karte auch richtig gedeutet hatten, denn wir kamen in eine etwas schmuddeligere Gegend und weit und breit nichts vom Dungeon zu sehen. Bis wir eine lange Schlange Menschen sahen, die für irgendetwas anstanden. Wir hatten ihn also endlich gefunden, aber unsere Laune trübte sich gleich wieder beim Anblick der Menschenmasse. Zwar nicht so schlimm, wie an einem Samstag Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett zu besuchen, aber es reichte, um uns einen genervten Gesichtsausdruck zu zaubern. Trotz der Uhrzeit, ich glaube, es war schon etwa 17:30, wir waren total müde, denn es war unser Ankunftstag, entschieden wir uns dazu, Schlange zu stehen und den Dungeon noch an diesem Tag zu besuchen, wenn wir schon mal da waren.
Eingang
********
Aha, daher hat das so lange gedauert! Am Eingang wurde ein Foto geschossen! Einer bekam eine riesige Plastikaxt in die Patschehand gedrückt, der andere musste seinen Hals auf ein Holzbrett legen und davon wurde ein Foto geschossen, welches man am Ausgang kaufen konnte! An sich ging das Bezahlen der 11 Pfund (etwa 18€) Eintritt relativ rasch über die Bühne.
Endlich drin!
***********
Drinnen sahen wir uns ein paar nette Grausamkeiten an. Anschaulich und in erschreckender Qualität standen dort Puppen, die folterten oder gefoltert wurden. Liebe Eltern, wenn ihr vorhabt, mit Euren Kids London zu besuchen, lasst den Dungeon aus, oder die Kinder im Hotel! Um sanft zu beschreiben, was zu sehen war, einer Puppe quollen die Eingeweide aus dem Unterleib, aufgespießte Köpfe blickten aus leeren Augen auf einen herab, Mary, Queen of Scotts, verbrannte gerade einen Erzbischof und dergleichen. Für uns war es ja ganz nett, aber richtig überzeugt waren wir davon noch nicht.
Plötzlich ging es nicht mehr weiter. Wir mussten vor einer großen Holztür warten, bis ein verkleideter Mitarbeiter uns einen Raum weiter ließ. Dort wartete eine ebenfalls mittelalterlich gekleidete junge Dame und begann sogleich, uns einige ihrer Lieblingsfolterwerkzeuge zu erklären. Ihre schrille Stimme quiekte vor Begeisterung, bei der Vorstellung, jemandem einen Kieferspanner zu verpassen, oder seine Zunge in voller Länge zu sehen. Damenhaft war das dann nun wirklich nicht mehr!
Im nächsten Raum wurde uns eine Gerichtsverhandlung demonstriert, wobei ich feststellen musste, dass mein Schatz sich am vorangegangenen Tag in Frauenkleidern an der Themse herumgetrieben hatte! Ihr merkt, es wurde alles etwas ins Lächerliche gezogen, was die Sache wieder interessant machte und nicht ganz so grausam erschienen ließ.
Interessant wurde auch die Geschichte von Jack the Ripper dargestellt. Leider war die Luft nicht so ganz frisch, dass es anstrengend wurde, den Texten auf Englisch zu lauschen, darauf zu achten, dass man den anderen aus der Gruppe nicht auf die Füße trat und trotzdem noch einiges mitzubekommen.
So ging es weiter, bis wir in bootsähnliche Gefährte umsteigen mussten. Wir durchquerten die Geschichte Londons, den großen Brand, wurden vor ein „Erschießungskommando“ gestellt und durften am Ende trotzdem heil und unversehrt aussteigen.
Am Ausgang gab es ein Café, Souvenirs und natürlich die am Eingang geschossenen Fotos. Man musste sie nicht kaufen, aber da mein Schatz so eine fiese Fr.., äh Miene gezogen hat, als er mich köpfen durfte, konnten wir nicht widerstehen, das Foto sah richtig gut aus! Für 15 Pfund ergatterten wir meine Hinrichtung und schafften es, diese ungeknickt der Verwandtschaft zu Hause vorzuzeigen. Mein Paps wollte zwar schon die Schrotflinte holen und meine Mutti wetzte schon das Messer, aber da ich ja lebendig vor ihnen stand, verschoben sie ihre Rachegelüste *g*!
Erreichbarkeit
**************
Eine U-Bahnstation ist keine 10 Meter entfernt und auch ein Bahnhof befindet sich direkt nebenan. Beim Warten am Eingang kollidiert man zwangsläufig mit denen, die auf den Bus warten. Und für Leute, die gut zu Fuß sind, ist es von der Tower Bridge aus ein Katzensprung! Also keine Weltreise, beste Erreichbarkeit und da das U-Bahnnetz von London eines der Besten ist, kann man den Dungeon nahezu von überall erreichen und auch von dort überall hinkommen!
Fazit
****
Für Menschen meines Alters und solche, die sich mit dem Mittelalter und auch dessen dunklen Seiten beschäftigen, lohnt sich ein Besuch im Dungeon mehr, als das Wachsfigurenkabinett. Die Horrorabteilung dort ist in meinen Augen ein Witz gegen die Darstellungen im Dungeon. Wir haben uns auch richtig entschieden, den London Dungeon zu besichtigen, denn das war der erste seiner Art, die anderen, in Edinburgh etwa, sind nachgemacht, genau wie beim legendären HardRock Café. Der Eintrittspreis lag weit unter dem Tagespreis von Madame Tussaud, die Menschenmasse verlief sich im Inneren des Gebäudes und die Führung in Gruppen war aufschlussreicher und interessanter, als wenn man jedes Schild gelesen hätte. Die Mitarbeiter haben das einfach richtig klasse vermittelt. Beim Brand zum Beispiel, wurden wir von einem „Polizisten“ gebeten, doch den nächsten Raum zu betreten, wo eine junge Frau mit rußverschmiertem Gesicht und Panik in den Augen auf uns zugestürmt kam und uns in einen schmalen Gang riss, wo sich die Führung fortsetzte. Und das, obwohl der Dungeon kurz vor der Schließung an diesem Tag stand und die junge Frau das wohl schon den ganzen Tag gemacht hat!
Während man am Eingang steht und wartet, kann man sich schon mal ein paar Infotafeln ansehen. Was mich wunderte, waren die Warnungen für Eltern. Es war nicht verboten, seine Kinder mit in das Gebäude zu nehmen, es gab keine Altersbeschränkung, lediglich ein Hinweis, dass Eltern selbst wissen müssen, was sie ihren Kindern zumuten können. Es wurde darum gebeten, sorgsam abzuwägen, ob das eigene Kind in der Lage sein wird, das, was es erwartet, zu verkraften. Doch ich kann sagen, mindesten 14 Jahre alt sollten die Kids sein. Wir haben eine Mutter mit ihrem Sohn gesehen, etwa 10 Jahre alt, der hat sich verständlicherweise mehr unter Mamas Jacke versteckt.
Ich kann den Besuch nur empfehlen, es hat sich gelohnt! Wer behauptet, es könne sich auch ein paar nette Foltermethoden einfallen lassen, der kann seine dann gerne mit denen im Dungeon vergleichen und wird wahrscheinlich verlieren, Daumenschrauben sind Peanuts! Insgesamt haben wir etwa drei Stunden Zeit dort verbracht und waren begeistert!
Ich hoffe, Ihr kreidet es mir jetzt nicht an, dass ich nur über den Dungeon geschrieben habe, nicht über ganz London. Allerdings würde das den Rahmen sprengen und ich hoffe, Euch trotzdem einen unterhaltsamen und interessanten Bericht geliefert zu haben!
Schlange stehen!
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Eigentlich war es geplant, erstmal zu schauen, wo sich der Dungeon überhaupt befindet. Wir holten also unsere Karte heraus und wuselten uns durch das Gewirr der gezeichneten Strassen. Zu unserem Glück saßen wir gerade direkt bei der Tower Bridge, wir mussten diese nur noch Richtung Millennium Rad überqueren, ein wenig laufen und wären schon da! Erst waren wir nicht sicher, ob wir die Karte auch richtig gedeutet hatten, denn wir kamen in eine etwas schmuddeligere Gegend und weit und breit nichts vom Dungeon zu sehen. Bis wir eine lange Schlange Menschen sahen, die für irgendetwas anstanden. Wir hatten ihn also endlich gefunden, aber unsere Laune trübte sich gleich wieder beim Anblick der Menschenmasse. Zwar nicht so schlimm, wie an einem Samstag Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett zu besuchen, aber es reichte, um uns einen genervten Gesichtsausdruck zu zaubern. Trotz der Uhrzeit, ich glaube, es war schon etwa 17:30, wir waren total müde, denn es war unser Ankunftstag, entschieden wir uns dazu, Schlange zu stehen und den Dungeon noch an diesem Tag zu besuchen, wenn wir schon mal da waren.
Eingang
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Aha, daher hat das so lange gedauert! Am Eingang wurde ein Foto geschossen! Einer bekam eine riesige Plastikaxt in die Patschehand gedrückt, der andere musste seinen Hals auf ein Holzbrett legen und davon wurde ein Foto geschossen, welches man am Ausgang kaufen konnte! An sich ging das Bezahlen der 11 Pfund (etwa 18€) Eintritt relativ rasch über die Bühne.
Endlich drin!
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Drinnen sahen wir uns ein paar nette Grausamkeiten an. Anschaulich und in erschreckender Qualität standen dort Puppen, die folterten oder gefoltert wurden. Liebe Eltern, wenn ihr vorhabt, mit Euren Kids London zu besuchen, lasst den Dungeon aus, oder die Kinder im Hotel! Um sanft zu beschreiben, was zu sehen war, einer Puppe quollen die Eingeweide aus dem Unterleib, aufgespießte Köpfe blickten aus leeren Augen auf einen herab, Mary, Queen of Scotts, verbrannte gerade einen Erzbischof und dergleichen. Für uns war es ja ganz nett, aber richtig überzeugt waren wir davon noch nicht.
Plötzlich ging es nicht mehr weiter. Wir mussten vor einer großen Holztür warten, bis ein verkleideter Mitarbeiter uns einen Raum weiter ließ. Dort wartete eine ebenfalls mittelalterlich gekleidete junge Dame und begann sogleich, uns einige ihrer Lieblingsfolterwerkzeuge zu erklären. Ihre schrille Stimme quiekte vor Begeisterung, bei der Vorstellung, jemandem einen Kieferspanner zu verpassen, oder seine Zunge in voller Länge zu sehen. Damenhaft war das dann nun wirklich nicht mehr!
Im nächsten Raum wurde uns eine Gerichtsverhandlung demonstriert, wobei ich feststellen musste, dass mein Schatz sich am vorangegangenen Tag in Frauenkleidern an der Themse herumgetrieben hatte! Ihr merkt, es wurde alles etwas ins Lächerliche gezogen, was die Sache wieder interessant machte und nicht ganz so grausam erschienen ließ.
Interessant wurde auch die Geschichte von Jack the Ripper dargestellt. Leider war die Luft nicht so ganz frisch, dass es anstrengend wurde, den Texten auf Englisch zu lauschen, darauf zu achten, dass man den anderen aus der Gruppe nicht auf die Füße trat und trotzdem noch einiges mitzubekommen.
So ging es weiter, bis wir in bootsähnliche Gefährte umsteigen mussten. Wir durchquerten die Geschichte Londons, den großen Brand, wurden vor ein „Erschießungskommando“ gestellt und durften am Ende trotzdem heil und unversehrt aussteigen.
Am Ausgang gab es ein Café, Souvenirs und natürlich die am Eingang geschossenen Fotos. Man musste sie nicht kaufen, aber da mein Schatz so eine fiese Fr.., äh Miene gezogen hat, als er mich köpfen durfte, konnten wir nicht widerstehen, das Foto sah richtig gut aus! Für 15 Pfund ergatterten wir meine Hinrichtung und schafften es, diese ungeknickt der Verwandtschaft zu Hause vorzuzeigen. Mein Paps wollte zwar schon die Schrotflinte holen und meine Mutti wetzte schon das Messer, aber da ich ja lebendig vor ihnen stand, verschoben sie ihre Rachegelüste *g*!
Erreichbarkeit
**************
Eine U-Bahnstation ist keine 10 Meter entfernt und auch ein Bahnhof befindet sich direkt nebenan. Beim Warten am Eingang kollidiert man zwangsläufig mit denen, die auf den Bus warten. Und für Leute, die gut zu Fuß sind, ist es von der Tower Bridge aus ein Katzensprung! Also keine Weltreise, beste Erreichbarkeit und da das U-Bahnnetz von London eines der Besten ist, kann man den Dungeon nahezu von überall erreichen und auch von dort überall hinkommen!
Fazit
****
Für Menschen meines Alters und solche, die sich mit dem Mittelalter und auch dessen dunklen Seiten beschäftigen, lohnt sich ein Besuch im Dungeon mehr, als das Wachsfigurenkabinett. Die Horrorabteilung dort ist in meinen Augen ein Witz gegen die Darstellungen im Dungeon. Wir haben uns auch richtig entschieden, den London Dungeon zu besichtigen, denn das war der erste seiner Art, die anderen, in Edinburgh etwa, sind nachgemacht, genau wie beim legendären HardRock Café. Der Eintrittspreis lag weit unter dem Tagespreis von Madame Tussaud, die Menschenmasse verlief sich im Inneren des Gebäudes und die Führung in Gruppen war aufschlussreicher und interessanter, als wenn man jedes Schild gelesen hätte. Die Mitarbeiter haben das einfach richtig klasse vermittelt. Beim Brand zum Beispiel, wurden wir von einem „Polizisten“ gebeten, doch den nächsten Raum zu betreten, wo eine junge Frau mit rußverschmiertem Gesicht und Panik in den Augen auf uns zugestürmt kam und uns in einen schmalen Gang riss, wo sich die Führung fortsetzte. Und das, obwohl der Dungeon kurz vor der Schließung an diesem Tag stand und die junge Frau das wohl schon den ganzen Tag gemacht hat!
Während man am Eingang steht und wartet, kann man sich schon mal ein paar Infotafeln ansehen. Was mich wunderte, waren die Warnungen für Eltern. Es war nicht verboten, seine Kinder mit in das Gebäude zu nehmen, es gab keine Altersbeschränkung, lediglich ein Hinweis, dass Eltern selbst wissen müssen, was sie ihren Kindern zumuten können. Es wurde darum gebeten, sorgsam abzuwägen, ob das eigene Kind in der Lage sein wird, das, was es erwartet, zu verkraften. Doch ich kann sagen, mindesten 14 Jahre alt sollten die Kids sein. Wir haben eine Mutter mit ihrem Sohn gesehen, etwa 10 Jahre alt, der hat sich verständlicherweise mehr unter Mamas Jacke versteckt.
Ich kann den Besuch nur empfehlen, es hat sich gelohnt! Wer behauptet, es könne sich auch ein paar nette Foltermethoden einfallen lassen, der kann seine dann gerne mit denen im Dungeon vergleichen und wird wahrscheinlich verlieren, Daumenschrauben sind Peanuts! Insgesamt haben wir etwa drei Stunden Zeit dort verbracht und waren begeistert!
Ich hoffe, Ihr kreidet es mir jetzt nicht an, dass ich nur über den Dungeon geschrieben habe, nicht über ganz London. Allerdings würde das den Rahmen sprengen und ich hoffe, Euch trotzdem einen unterhaltsamen und interessanten Bericht geliefert zu haben!
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