Die Wanderhure (Taschenbuch) / Iny Lorentz Testbericht

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Erfahrungsbericht von Doro1975

Marie, Marie

Pro:

Zeitnah, sehr schön geschrieben

Kontra:

Am Anfang etwas langatmig

Empfehlung:

Ja

Hallo, heute möchte ich euch endlich mal wieder über einen historischenRoman berichten, den ich gerade zu Ende gelesen habe. Es handelt sich um \"Die Wanderhure\" von Iny Lorentz.


DIE AUTORIN:
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Ich habe auf verschiedenen Seiten versucht mehr von der Autorin zu erfahren, aber im großen und ganzen findet man eigentlich immer das selbe. Darum hier die kurze Zusammenfassung, die sich im Buch findet:

Iny Lorentz wurde in Köln geboren und hat in verschiedenen Berufen gearbeitet. Seit den frühen achtziger Jahren hat sie mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht. Ihre Romane \"Die Kastratin\" und \"Die Goldhändlerin\" waren große Erfolge.

Weitere Bücher dieses Autorin:
Paul und Stuppel (1986)
Medicopter 117, Jedes Leben zählt (1999)
Irrwege und neues Glück, Forsthaus Falkenau (1999)
Streifzüge durchs Revier, Forsthaus Falkenau (2002)
Die Kastratin (2003)
Die Golghändlerin (2003)
Die Wanderhure (2004)
Die Tatarin (2004)
Die Kastellarin (2005)


DAS BUCH:
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Die vorherrschende Farbe des Bildes ist rot. Man sieht das ausladende, rote Kleid einer Frau. Die obere Hälfte der Ärmel ist blau und die Untere gelb. Die Frau hält ein goldenes Gefäss in der rechten Hand und trägt einen schwarzen Gürtel. Mehr ist auf dem Cover auch nicht zu sehen, war diesmal eine kurze Beschreibung;
Es handelt sich hier um ein Taschenbuch mit 606 Seiten, die in sechs Teile unterteilt sind. Jeder Teil hat auch noch mal seine eigenen Kapitel.
Der Roman wurde vom Knaur- Verlag herausgebracht und von Iny Lorentz geschrieben.
Das Buch kam 2004 vier heraus, meine Auflage stammt alledings aus diesem Jahr.
Der Preis lag bei 8,90 Euro.
ISBN: 3-426-62934-8


DIE STORY:
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Als im Jahre 1410 Graf Ruppert um die Hand der jungen Kaufmannstochter Marie anhält, ist das Mädchen gerademal 17 Jahre alt. Ihr Vater ist ein sehr reicher Kaufmann, der aber von den Bürgern von Konstanz nicht anerkannt wird. Er gibt Marie dem adligen Herren zur Frau. Aber in der Nacht vor der Hochzeit treibt Ruppert ein böses, intrigantes Spiel, auf Grund dessen Marie ins Gefängnis geworfen wird. Ihr wird vorgeworfen sich als Hure etwas Geld nebenbei verdient zu haben. Darauf steht die Verbannung aus der Stadt, aber nicht ohne vorher eine gehörige Tracht Prügel bekommen zu haben. Aber da die Jungfräulichkeit nachgeprüft wird, vergehen sich die Verschwörer auch noch an der jungen Frau. Das Urteil steht fest. Nachdem Marie aus der Stadt vertrieben wurde, kommt ihr Vater auf \"mysteriöse\" Weise ums Leben und der gesamte Besitz fällt dem ehemaligem Bräutigam zu.
In den ersten Tagen der Verbannung hofft Marie noch darauf, das ihr Vater ihr zur Hilfe kommt, sie ahnt ja nichts von seinem schlimmen Ende. Sie trifft auf die Wanderhure Hiltrud, die sich ihrer annimmt und von da an sind die beiden Frauen unzertrennlich. Die Jahre vergehen und Marie wächst zu einer wunderschönen Frau heran, die unter den reichen Freiern äußerst beliebt ist. Aber sie hat die ganze Zeit nur eins im Sinn. Sie will Rache.
Wieder einige Jahre später kehrt sie wieder in ihre Heimatstadt zurück und erhält eine einmalige Chance ihr Ziel zu erreichen.
Kann sie es schaffen Rache zu nehmen? Kann sie wieder an die Liebe und die Gerechtigkeit glauben? Wie wird ihr leben weitergehen? All diese Fragen beschäftigen einen das ganze Buch über, aber mehr darf ich euch nicht verraten, dann braucht ihr das Buch ja nicht mehr selber zu lesen.


MEINE MEINUNG:
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Obwohl ich ein wenig skeptisch war, auf Grund des Titels, muss ich doch sagen, das es wirklich ein schönes Buch war.
Die Autorin schreibt in einer einfachen, beschaulichen Sprache, so das einem das Lesen leicht von der Hand geht. Sie verzichtet auf zu viele Wörter aus dem alten Sprachgebrauch und auch auf zu viele Fremdwörter. Daher kann man das Buch schön flüssig lesen und muß nicht zu viel über den Sinn verschiedener Wörter nachgrübeln. Andererseits schafft Iny Lorentz es, das man sich ein genaues Bild von den Personen machen kann. Und nicht nur von den Personen, sondern von der ganzen Zeit. Der Leser kann sich richtig in die Personen hineinversetzten und mit ihnen fühlen.
Die Spannung ist am Anfang des Buches noch nicht unbedingt besonders hoch, aber sie steigert sich gut zum Ende der Geschichte, so das man das Buch nach der Hälfte, nur noch schwer aus der Hand legen kann.
Falls man aber doch kleinere Pausen einlegen muss ist dieses auch kein Problem, da es durch die vielen kurzen Kapitel leicht möglich ist, den Anschluß zu halten.
Sehr faszinierend finde ich die Hauptperson Marie. Die junge Frau, wird fies hintergangen, geschändet und aus der Stadt verjagt, aber sie gibt nicht auf, sondern macht das beste aus ihrer Situation. Na ja, Wanderhure mag zwar nicht das beste sein, aber etwas anderes blieb ihr ja nicht übrig. Sie hat hohe Ansprüche an ihre Freier und auch an sich selbst. Und sie bleibt sich selbst immer treu. Auch unter den anderen Huren genießt sie nach einiger Zeit ein gewisses Ansehen, das sie auch zu ihren Zwecken nutzen kann.
Sehr überrascht war ich darüber, das kaum Stellen vorkommen, an denen die Autorin näher auf das Geschehen in den Zelten eingeht. Sexszenen sind so gut wie keine enthalten, höchstens mal die leisen Andeutungen. Es dreht sich zwar um den Beruf der Hauptperson, aber so wird es in diesem Buch auch dargestellt. So das man von ausschweifenden, Sexbeschreibungen verschont bleibt.
Man bekommt einen guten Eindruck über die Scheinheiligkeit, die in dieser Zeit herrschte. Marie wurde nur auf Grund von Verdächtigungen verurteilt und weil sich ein einflußreicher Mann den Besitz ihres Vaters unter den Nagel reißen wollte. Andererseits wurde über viele Verfehlungen hinweg geschaut, wenn man es sich leisten konnte. Der Adel bekriegt sich gegenseitig und einer ist gieriger und gewissenloser als der andere. Auch die Kirche steht mal wieder nicht gerade gut da, denn die Mönche und Priester leben auch nicht gerade so, wie sie sollten.
Das Einzige was mir nicht so gut gefallen hat, ist der Anfang. Es zieht sich erst ein wenig bis die Spannung beginnt und man von der Geschichte mitgerissen wird. Aber nach dem ersten Drittel konnte ich das Buch nur noch schwer aus der Hand legen, weil ich immer wissen wollte, wie es mit Marie weitergeht.


FAZIT:
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Es handelt sich hier um ein schönes, leicht zu lesendes Buch, das mir wirklich gefallen hat. Natürlich sollte man keine schwere Lektüre erwarten, denn das ist dieser Roman bestimmt nicht. Aber Freunden von historischen Büchern, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es ist spannend, verrät viel über die damalige Zeit und hat eine faszinierende Hauptfigur.
Dieser Roman bekommt von mir vier Sterne, einen muß ich leider abziehen, da ich den langatmigen Anfang, schon als ein wenig störend empfinde. Trotzdem bekommt dieses Buch eine klare Empfehlung, das Ende entschädigt einen zur genüge.
So jetzt kenn ich nur noch eins sagen:
Viel Spaß beim lesen !!!


Ich hoffe mein Bericht hat euch gefallen und freue mich auf eure Bewertungen und Kommentare.


Eure Doro1975 für Yopi und Ciao!

46 Bewertungen, 3 Kommentare

  • anonym

    20.08.2006, 12:00 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    *** sh & lg ***

  • Towelie

    08.06.2005, 19:32 Uhr von Towelie
    Bewertung: sehr hilfreich

    in der Buchhandlung auch davor und wusste nicht, ob ich es mitnehmen soll oder nicht, naja jetzt weiß ichs :-) Schöner bericht LG

  • novit

    08.06.2005, 19:05 Uhr von novit
    Bewertung: sehr hilfreich

    ganz schön lang *gg* aber wirklich sehr schön ..klasse "sn"