Magenbeschwerden Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von egonman
Bitte nur schlucken , nicht kauen !
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
„Kapsel-Endoskopie“
Die Kamera wandert in den Verdauungs-Trakt und funkt Bilder an den Rechner : Die „Kapsel-Endoskopie“ wird klinischer Alltag !
Seine ganze Hoffnung ruht auf einer winzigen Kamera , eingebaut in einer Kapsel , die Aufnahmen von dem Verdauungs-Trakt machen soll . Was ihn erwartet , wenn er die Kapsel verschluckt , weiß er nicht so genau , aber schlimmer als die bisherigen „Horror-Untersuchungen“ wird es wohl nicht werden . Drei Magen- und zwei Darm-Spiegelungen , eine Computer-Tomographie und eine Röntgen-Untersuchung sind über ihn in den vergangenen Wochen hereingebrochen , um die Ursache für den Gewichts-Verlust und die Blutungen zu finden . Die Ärzte waren mit ihrem Latein am Ende . Deshalb wartet er auf eine „Kapsel-Endoskopie“ .
Das Verfahren wurde von Wissenschaftlern des Diagnostik-Unternehmens „Given Imaging“ in Israel entwickelt . Seit Mai 2001 ist diese Methode in Europa zugelassen , seit August auch in en USA . In Deutschland wenden Magen-Darm-Spezialisten die „Pille mit dem scharfen Blick“ in circa 30 Kliniken an . Zum Beispiel in der Charite werden fast täglich Patienten zur „Kapsel-Endoskopie“ bestellt . Für heute auch , man darf sich erstmal hinlegen . Es wird eine Schablone auf den Bauch plaziert und mit einem Filzstift acht Punkte markiert : Dort werden Sensoren angebracht , vorher wird man an diesen Stellen glatt rasiert . Danach muss man aufstehen und es wird einem ein schwarzer Gürtel um die Hüften gelegt . Mit Klett-Verschluss und Daten-Decoder , der die Bilder speichert , und eine Batterie wird außerdem auch noch befestigt . Das alles wird mit den Sensoren verbandelt .
Ein Glas Wasser , angereichert mit einem Mittel , das den Magen schneller entleert , sowie einem weiteren zum Einschäumen des Magen-Saftes , steht bereit : Jetzt kommt der Augenblick , mit dem technischen Wunderwerk in der Hand , das bereits munter vor sich hin blitzt . Bitte nur schlucken , nicht kauen - und weg ist die „Kapsel“ . Das ging leicht und schmerzlos . Der Internist gibt seinem Patienten noch eine kleine Verpackung auf den Weg - mit der Bemerkung : Falls Sie sie finden . Denn die vier Gramm schwere „Einweg-Kapsel“ mit Miniatur-Farb-Video-Kamera , einer Licht-Quelle , Batterien , Miniatur-Sender und Antenne wird auf dem natürlichen Weg wieder ausgeschieden . Ihre Außen-Haut besteht aus biokompatiblem Material , das gegen Verdauungs-Sekrete resistent ist .
Zwei Aufnahmen pro Sekunde schafft die elf mal 26 Millimeter große Sonde binnen acht Stunden , dann ist die Batterie leer . Das macht am Ende 60 000 Bilder . Die werden drahtlos an die Sensoren übertragen . Zwei Kilo wiegt die Montur um den Bauch , mit der man die Klinik verlassen darf . An der nächsten Pommes-Bude sollte man freilich schnell vorbei gehen . Denn Essen ist erst nach vier Stunden wieder erlaubt , weil die Nahrung sonst die „Kapsel“ einholt . Dann war alles vergeblich , auf den Bildern ist nichts medizinisch Verwertbares zu sehen . Wie unlängst bei einer Patientin , die schon nach einer Stunde frühstückte . Ein teurer Spaß . Immerhin kostet das Kleine Wunderwerk 500 Euro . Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten . Zu den Indikationen gehören unklare Magen- und Darm-Blutungen mit dem verdacht auf Gefäß-Mißbildungen , Geschwüre , Polyopen oder Morbus Crohen . eine Magen- oder Dick-Darm-Spiegelung ersetzt die „Kapsel-Endoskopie“ zwar nicht , weil die Pille sich nicht steuern lässt und von diesen Regionen nur unvollständige Bilder liefert . Sie wird aber eingesetzt , wenn die anderen Untersuchungen keinen Befund ergaben , und sie erspart Patienten die schmerzhafte Endoskopie des Dünn-Darms .
Es ist ohnehin nahezu unmöglich , den gesamten vier bis sieben Meter langen Dünn-Darm endoskopisch abzubilden . Diese diagnostische Lücke wird mit der „Kapsel“ behoben , Tumore des Dünn-Darms wurden bisher sehr oft erst an den Metastasen , zum Beispiel in der Leber , festgestellt , somit bringt die „Kapsel“ für die Patienten einen wesentlichen Fortschritt . Zwar erkrankt der Dünn-Darm seltener als andere Darm-Abschnitte , doch oft sind die Leiden bedrohlich oder äußerst unangenehm wie etwa der Morbus Crohen , eine chronische Entzündung der Schleim-Haut . Ein Nachteil der neuen Technik besteht freilich darin , dass im Unterschied zur herkömmlichen Endoskopie nicht während der Untersuchung Proben entnommen und Geschwüre entfernt werden können . Und ganz ohne Risiko ist auch diese Verfahren nicht : Wurde ein Patient schon vor der „Kapsel-Endoskopie“ einmal am Magen-Darm-Trakt operiert . Könnte das Engstellen hinterlassen haben , zum Beispiel Narben an der Naht-Stellen . Dann besteht die Gefahr , dass sich die „Pille“ festsetzt und dann heraus operiert werden muss . Durch vorausgehende Röntgen-Untersuchung und eine ausführliche Anamese lassen sich aber solche Komplikationen jedoch im Prinzip vermeiden .
Am Abend kehrt der Patient munter in die Charite zurück , wo er alle Geräte wieder abliefert . Bis zum Befund vergeht nun allerdings einige Zeit .Allein drei Stunden dauert es , bis die Daten des Rekorders in den Computer eingelesen sind . Aus den digitalen Bildern entsteht eine Art Video-Film : In dem man wie mit einem U-Boot in den Darm fährt . Auf dieser Reise , die sich an jeder beliebigen Stelle unterbrechen lässt , sind zum Beispiel Adern zu sehen , die auf eine dünne Schleim-Haut hindeuten , oder weißliche Stellen als Hinweis auf eine Entzündung . So auch bei diesem Patienten aus . Es handelt sich aber nicht um eine auffälligen Befund , es wird vermutet , dass sich an der betreffenden Stelle eine Entzündung befindet , die am abheilen ist .
So viel Glück wie bei dem beschrieben Beispiel hat man nicht immer . Aber es ging hier bei ja auch nur um die Untersuchungs-Methode zu erklären . Die „Kapsel-Endoskopie“ bringt für den Patienten wie schon beschrieben , doch einige Vorteile . Und wer Probleme mit dem Magen oder Darm hat sollte seinen behandelnden Arzt mal daraufhin ansprechen . Mir bleibt nur noch allen eine gute Gesundheit zu wünschen !
Die Kamera wandert in den Verdauungs-Trakt und funkt Bilder an den Rechner : Die „Kapsel-Endoskopie“ wird klinischer Alltag !
Seine ganze Hoffnung ruht auf einer winzigen Kamera , eingebaut in einer Kapsel , die Aufnahmen von dem Verdauungs-Trakt machen soll . Was ihn erwartet , wenn er die Kapsel verschluckt , weiß er nicht so genau , aber schlimmer als die bisherigen „Horror-Untersuchungen“ wird es wohl nicht werden . Drei Magen- und zwei Darm-Spiegelungen , eine Computer-Tomographie und eine Röntgen-Untersuchung sind über ihn in den vergangenen Wochen hereingebrochen , um die Ursache für den Gewichts-Verlust und die Blutungen zu finden . Die Ärzte waren mit ihrem Latein am Ende . Deshalb wartet er auf eine „Kapsel-Endoskopie“ .
Das Verfahren wurde von Wissenschaftlern des Diagnostik-Unternehmens „Given Imaging“ in Israel entwickelt . Seit Mai 2001 ist diese Methode in Europa zugelassen , seit August auch in en USA . In Deutschland wenden Magen-Darm-Spezialisten die „Pille mit dem scharfen Blick“ in circa 30 Kliniken an . Zum Beispiel in der Charite werden fast täglich Patienten zur „Kapsel-Endoskopie“ bestellt . Für heute auch , man darf sich erstmal hinlegen . Es wird eine Schablone auf den Bauch plaziert und mit einem Filzstift acht Punkte markiert : Dort werden Sensoren angebracht , vorher wird man an diesen Stellen glatt rasiert . Danach muss man aufstehen und es wird einem ein schwarzer Gürtel um die Hüften gelegt . Mit Klett-Verschluss und Daten-Decoder , der die Bilder speichert , und eine Batterie wird außerdem auch noch befestigt . Das alles wird mit den Sensoren verbandelt .
Ein Glas Wasser , angereichert mit einem Mittel , das den Magen schneller entleert , sowie einem weiteren zum Einschäumen des Magen-Saftes , steht bereit : Jetzt kommt der Augenblick , mit dem technischen Wunderwerk in der Hand , das bereits munter vor sich hin blitzt . Bitte nur schlucken , nicht kauen - und weg ist die „Kapsel“ . Das ging leicht und schmerzlos . Der Internist gibt seinem Patienten noch eine kleine Verpackung auf den Weg - mit der Bemerkung : Falls Sie sie finden . Denn die vier Gramm schwere „Einweg-Kapsel“ mit Miniatur-Farb-Video-Kamera , einer Licht-Quelle , Batterien , Miniatur-Sender und Antenne wird auf dem natürlichen Weg wieder ausgeschieden . Ihre Außen-Haut besteht aus biokompatiblem Material , das gegen Verdauungs-Sekrete resistent ist .
Zwei Aufnahmen pro Sekunde schafft die elf mal 26 Millimeter große Sonde binnen acht Stunden , dann ist die Batterie leer . Das macht am Ende 60 000 Bilder . Die werden drahtlos an die Sensoren übertragen . Zwei Kilo wiegt die Montur um den Bauch , mit der man die Klinik verlassen darf . An der nächsten Pommes-Bude sollte man freilich schnell vorbei gehen . Denn Essen ist erst nach vier Stunden wieder erlaubt , weil die Nahrung sonst die „Kapsel“ einholt . Dann war alles vergeblich , auf den Bildern ist nichts medizinisch Verwertbares zu sehen . Wie unlängst bei einer Patientin , die schon nach einer Stunde frühstückte . Ein teurer Spaß . Immerhin kostet das Kleine Wunderwerk 500 Euro . Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten . Zu den Indikationen gehören unklare Magen- und Darm-Blutungen mit dem verdacht auf Gefäß-Mißbildungen , Geschwüre , Polyopen oder Morbus Crohen . eine Magen- oder Dick-Darm-Spiegelung ersetzt die „Kapsel-Endoskopie“ zwar nicht , weil die Pille sich nicht steuern lässt und von diesen Regionen nur unvollständige Bilder liefert . Sie wird aber eingesetzt , wenn die anderen Untersuchungen keinen Befund ergaben , und sie erspart Patienten die schmerzhafte Endoskopie des Dünn-Darms .
Es ist ohnehin nahezu unmöglich , den gesamten vier bis sieben Meter langen Dünn-Darm endoskopisch abzubilden . Diese diagnostische Lücke wird mit der „Kapsel“ behoben , Tumore des Dünn-Darms wurden bisher sehr oft erst an den Metastasen , zum Beispiel in der Leber , festgestellt , somit bringt die „Kapsel“ für die Patienten einen wesentlichen Fortschritt . Zwar erkrankt der Dünn-Darm seltener als andere Darm-Abschnitte , doch oft sind die Leiden bedrohlich oder äußerst unangenehm wie etwa der Morbus Crohen , eine chronische Entzündung der Schleim-Haut . Ein Nachteil der neuen Technik besteht freilich darin , dass im Unterschied zur herkömmlichen Endoskopie nicht während der Untersuchung Proben entnommen und Geschwüre entfernt werden können . Und ganz ohne Risiko ist auch diese Verfahren nicht : Wurde ein Patient schon vor der „Kapsel-Endoskopie“ einmal am Magen-Darm-Trakt operiert . Könnte das Engstellen hinterlassen haben , zum Beispiel Narben an der Naht-Stellen . Dann besteht die Gefahr , dass sich die „Pille“ festsetzt und dann heraus operiert werden muss . Durch vorausgehende Röntgen-Untersuchung und eine ausführliche Anamese lassen sich aber solche Komplikationen jedoch im Prinzip vermeiden .
Am Abend kehrt der Patient munter in die Charite zurück , wo er alle Geräte wieder abliefert . Bis zum Befund vergeht nun allerdings einige Zeit .Allein drei Stunden dauert es , bis die Daten des Rekorders in den Computer eingelesen sind . Aus den digitalen Bildern entsteht eine Art Video-Film : In dem man wie mit einem U-Boot in den Darm fährt . Auf dieser Reise , die sich an jeder beliebigen Stelle unterbrechen lässt , sind zum Beispiel Adern zu sehen , die auf eine dünne Schleim-Haut hindeuten , oder weißliche Stellen als Hinweis auf eine Entzündung . So auch bei diesem Patienten aus . Es handelt sich aber nicht um eine auffälligen Befund , es wird vermutet , dass sich an der betreffenden Stelle eine Entzündung befindet , die am abheilen ist .
So viel Glück wie bei dem beschrieben Beispiel hat man nicht immer . Aber es ging hier bei ja auch nur um die Untersuchungs-Methode zu erklären . Die „Kapsel-Endoskopie“ bringt für den Patienten wie schon beschrieben , doch einige Vorteile . Und wer Probleme mit dem Magen oder Darm hat sollte seinen behandelnden Arzt mal daraufhin ansprechen . Mir bleibt nur noch allen eine gute Gesundheit zu wünschen !
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