Mailand Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Southgirl
Ein Tag im malerischen Mailand.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hallo ihr Lieben!
Nachdem ich in meinem ersten Bericht von meinem Schüleraustausch über den Lago Maggiore und diverse Inseln erzählt habe, möchte ich mich nun „Milano“ (italienisch; Mailand) widmen. Hier verbachten wir einen äußerst interessanten Tag, an dem wir leider nur einen kleinen Teil dieser Metropole besichtigen konnten...
Da wir mit dem Zug nach Mailand fuhren und am Hauptbahnhof -ein sehr zentral gelegener Kopfbahnhof - ankamen, hatten wir es nicht weit bis zum Zentrum...
--°--°--°--°-- Das Abendmahl --°--°--°--°--
Zunächst machten wir uns auf den Weg zu einem nicht weit entfernten Dominikanerkloster mit der dazugehörigen Kirche Santa Maria Delle Grazie. In dem Speisesaal dieses Kloster malte Leonardo Da Vinci in der Zeit von 1495 bis 1498 sein berühmtes Secco, das Abendmahl („il cenacolo“). Gegen einen geringen Eintrittspreis - den ich leider nicht genau benennen kann, da wir alle Ausgaben gebündelt zahlten – konnten wir nach kurzer Wartezeit den Raum mit dem Abendmahl betreten.
Wie alle Kunstwerke ist auch dieses Secco lichtempfindlich. Das heißt, dass es nicht fotografiert werden darf. Des weiteren sorgen zwei Schleusen, die man durchqueren muss, dafür, dass kein Tageslicht einreten kann. Auch wird Ruhe bei der Besichtigung verlangt, lautes sprechen ist untersagt.
Die Zeit, die man in dem Raum bleiben darf, ist ebenso begrenzt wie die Anzahl der Besucher, die hineingelassen werden. Wir waren circa 15 Minuten in dem ehemaligen Speisesaal und sicher nicht mehr als 20 Besucher. Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass größere Gruppen angemeldet werden sollten!
Umso interessanter ist ein Besuch des Abendmahles sicherlich, wenn man sich im voraus ein wenig mit der Thematik beschäftigt hat. Wie sollte man sonst wissen, dass dieses Gemälde ein Secco ist, es also auf trockenem, gebundenen Putz gemalt wurde und daher viel weniger beständig ist als ein Fresko? So kam es bereits 20 Jahre nach Fertigstellung des Abendmahls zu ersten Verfallserscheinungen. Trotzdem überstand das Abendmahl seine ereignisreiche Geschichte, zu der ein Bombenangriff zählt, der fast das ganze Kloster zerstörte, aber das Gemälde unversehrt ließ. Auch wurde der ehemalige Speisesaal unter Napoleon als Pferdestall benutzt und stand 1801 unter Wasser. Alles Faktoren, die den Erhalt des Kunstwerkes nicht förderten. Um es in seinen Ausgangszustand zurückzuversetzen, gab es viele Restaurationsversuche, die zum größten Teil dem Bild mehr schadeten als halfen.
Trotz all dieser Tatsachen zeigt sich das Abendmahl dem Betrachter auch heute noch sehr eindrucksvoll. Es war eines der ersten Bilder, die räumlich gemalt wurden. Auch das gegenüberliegende Fresko - die große Kreuzigung – weist noch keine exakten räumlichen Perspektiven auf.
Insgesamt erwies sich der Besuch des Abendmahles als äußerst interessant und hinterließ einen angenehmen Eindruck. Ein wenig jedoch störte mich die begrenzte Aufenthaltszeit, die sich als zu kurz erwies. Trotzdem kann ich jedem empfehlen, bei einem Aufenthalt in Mailand sich dieses künstlerische Meisterwerk anzusehen.
--°--°--°--°-- Der Mailänder Dom --°--°--°--°--
Wenn man schon einmal in Mailand ist, kann man natürlich auch den Mailänder Dom (Baubeginn 1386) bei einer Stadtbesichtigung nicht auslassen. Der Dom ist Mailands bedeutendstes Monument und gleichzeitig das größte Werk gotischer Baukunst in ganz Italien. Ein wahrlich majestätischer Anblick bietet sich dem Besucher bereits bei der Betrachtung der Fassade, deren unterer Teil barocke Züge aufweist wohingegen der obere Teil eindeutig gotisch ist...
Wie nicht anders zu erwarten, wird von den Besuchern des Domes angemessene Kleidung erwartet. Das heißt, auf kurze Hosen, Röcke, ärmellose T-Shirts und ähnliches muss verzichtet werden, wenn man eingelassen werden möchte. Auch wird ein ruhiges Verhalten erwartet und das fotografieren ist innerhalb des Domes verboten. Ich denke, dass sind Bedingungen, die sich problemlos erfüllen lassen. Der Eintritt ist kostenlos.
Innerhalb der Kirche finden sich viele Gemälde, allesamt natürlich enthalten religiöse Themen, und einige interessante Statuen. Auch der Fußboden kann sich sehen lassen: Er wurde nach einem Entwurf Pellegrinis gestaltet.
Genauso künstlerisch ist die Architektur des Doms: Es handelt sich um ein fünfschiffiges Gotteshaus mit dreischiffigem Querschiff, welches das sich darüber befindende Gewölbe mit 52 Bündelpfeilern stützt, die mit Pflanzenornamenten verziert sind.
Der Dom tritt somit sehr gewaltig auf, was seine Bekanntheit begründet. Künstlerisch und architektonisch hat er vieles zu bieten und ist damit nicht nur für Gläubige empfehlenswert. Mir persönlich hat er gut gefallen, insbesondere da er sich in einer schwer zu beschreibenden Weise von vielen anderen berühmten Domen absetzt. Vielleicht liegt dies auch an dem farbigen, weichen Licht, dass durch die großen Fenster einströmt, die Kirche aber nicht über die Maße erhellt.
--°--°--°--°-- Unsere Freizeit In Mailand --°--°--°--°--
Nachdem wir nun schon eine nicht gerade kurze Zeit für die Besichtigungen genutzt hatten, wurde es langsam Zeit für eine Pause. Somit sprach unser Lehrer uns eine „Auszeit“ von immerhin drei Stunden zu, die wir nutzen konnten, wie wir wollten.
Da wir ein Lunchpaket dabei hatten und weder Lust hatten, uns von Fast Food zu ernähren, noch Mengen an Geld für „normales“ Essen auszugeben, brauchten wir für das Mittagessen nicht lange und konnte so die meiste Zeit für weitere Erkundungen nutzen.
Da Mailand als die Modehauptstadt ihren ganz eigenen Ruf genießt, entschlossen wir uns zunächst „shoppen“ zu gehen. Es zog uns nahezu magisch in das nahegelegene - wir waren zu diesem Zeitpunkt auf dem Domplatz - und wohl bekannteste Einkaufszentrum Mailands, die Galleria Vittorio Emanuele II, welche von 1865 bis 1877 erbaut wurde. Das diese Galerie nicht von ungefähr bekannt war, wurde uns schnell klar. Nicht auf die Geschäfte viel unser erster Blick, sondern die mittige Kuppel aus Stahl und Glas. Aber auch der Fußboden war ein richtiges Kunstwerk: In einem Achteck liegen vier Mosaike, die Europa, Afrika, Asien und Amerika darstellen.
Nach einigen Minuten und vielen Fotos konnten wir uns schließlich wieder losreißen, um dann doch noch die umliegenden Geschäfte zu erkunden. Wie wir sehr schnell feststellten, tummelten sich hier vor allem Luxuscafés und Luxusgeschäfte, die allesamt unser Schülerportemonnaie bei weitem überbelastet hätten. Das hatten wir aber auch von einer Galleria mit einem solchen Ruf nicht anders erwartet! Trotzdem war es nicht uninteressant...
Nach diesem kurzen Abstecher in die Galleria Vittorio Emanuele II, beschlossen wir uns wieder dem draußen herrschenden Regen auszusetzen und auf die Suche nach Geschäften mit angenehmerer Preisklasse zu suchen. Zwar fanden wir ein paar kleine und auch ein paar größere Geschäfte mit einem ansprechenden Sortiment, doch gaben trotzdem bald die Suche nach Kleidung auf. Die Preise waren auch hier nicht angemessen und verhältnismäßig einfach zu hoch.
Daher zogen wir uns bald in eine kleine, am Domplatz gelegene Eisdiele zurück, die auf Grund des Wetters recht leer war. Leider war es wieder einmal ein unglaublich hoch angesetztes Preisniveau, dass uns davon abhielt, einen Eisbecher zu bestellen. Somit entschlossen wir uns lediglich zwei Bällchen Eis zum mitnehmen zu kaufen. Auch das war schon nicht günstig. Das erste Bällchen kostete einen Euro, jedes weitere 60 Cent. Nun ja, ähnliche Preise ist man ja schon aus Deutschland gewohnt. Lecker war es aber auf jeden Fall und wenn man schon in Italien ist, sollte man auch wenigstens das italienische Eis einmal probiert haben...
So verstrichen drei Stunden in der Metropole unter vielem hin- und herrennen - aber immerhin dank Stadtplan ohne verlaufen - recht schnell. Wie am Tag zuvor am Lago Maggiore, mussten wir auch in Mailand wieder ein sehr hohes Preisniveau feststellen. Davon ließen wir uns aber nicht die Laune verderben, denn es gab genug Möglichkeiten auch ohne Konsum eine angenehme Freizeit zu verbringen. Wäre das Preisniveau niedriger gewesen, hätten wir sicherlich weniger von der – trotz Regenwetter - schönen Kulisse zu sehen bekommen...
--°--°--°--°-- Castello Sforzesco --°--°--°--°--
Als wir uns nun alle mehr oder weniger pünktlich wieder gesammelt hatten, machten wir uns auf zu unserer letzten Etappe: Dem „Castello Sforzesco“ - einer Burg, wie der Name ja bereits sagt. Nicht selten wird diese im 15. Jahrhundert erbaute Burg als „Prunkstück der Mailänder Renaissance“ betitelt – und das zu Recht.
Betritt man diese Burg, so fühlt man sich direkt in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt. Schöne Türme mit einer ansehnlichen Fassade, einen geräumigen Burghof und ein grosser Springbrunnen (Nun gut, der ist eindeutig jünger als die Burg...) runden das Ganze ab. Es fehlen wohl nur noch die Ritter und prunkvollen Burgdamen, um zu vergessen, dass man mitten im 21. Jahrhundert ist. Na ja, fast zumindest... Es gibt da ja immer noch die Souvenirhändler, die natürlich an keinem schönen Ort fehlen dürfen... (*grummel*) Schafft man es, ihnen auszuweichen, so findet man im inneren der Burg diverse Museen, die sicherlich lohnenswert zu betrachten sind. Leider konnten wir in diesen Genuss nicht mehr kommen, da es Zeit für uns wurde, zum Bahnhof zurückzukehren.
Dies war der Punkt, der mich an diesem schönen Tag in Mailand am meisten störte! Wir hatten zwar viele interessante Fleckchen besucht, doch gefiel mir diese Burg persönlich am besten. Wir bekamen aber nur eine viertel Stunde Zeit für die Besichtigung, so dass es nicht für viel mehr als ein paar Fotos reichte...
--°--°--°--°-- Fazit --°--°--°--°--
Wie ihr bis hierhin bereits gemerkt habt, gefiel mir Mailand sehr gut. Auch wenn wir nur einen Tag für unseren Aufenthalt dort hatten, konnte ich einen ansehnlichen Eindruck dieser Metropole erhalten.
Leider war unser Tag nichts desto trotz von Hektik geprägt, da sich das vorher besprochene Programm als äußerst umfassend herausstellte. Dazu kam noch das leider sehr schlechte Wetter, geprägt von Regen und Gewittern bei nur 15°C. Verderben lassen haben wir uns unsere gute Stimmung dadurch allerdings nicht und das beste aus dem Tag gemacht. Im Gegensatz zum Lago Maggiore lohnt sich ein Besuch Mailands auch bei schlechtem Wetter eindeutig!
Wenn man die Möglichkeit hat, würde ich empfehlen mindestens eine Woche in Milano zu bleiben. So hat man die Möglichkeit sich noch viel mehr der reichlich vorhandenen Sehenswürdigkeiten anzuschauen und diese auch mehr zu genießen. Kann man nur einen Tag dort verweilen, so ist es sicher empfehlenswert vorher ein Programm festzulegen und in der Reihenfolge der örtlichen Nähe umzusetzen um lange ermattende Wege zu Fuß zu vermeiden.
Auch ein Stadtplan wäre sinnvoll. Wenn man nicht italienisch spricht, ist es teilweise sehr schwer sich durchzufragen und in einer Metropole von der Größe Mailands verliert man leicht den Überblick!
Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Artikel weiterhelfen!
Gruß, Southy
(c) by Southgirl, 19. Juni 2002
Nachdem ich in meinem ersten Bericht von meinem Schüleraustausch über den Lago Maggiore und diverse Inseln erzählt habe, möchte ich mich nun „Milano“ (italienisch; Mailand) widmen. Hier verbachten wir einen äußerst interessanten Tag, an dem wir leider nur einen kleinen Teil dieser Metropole besichtigen konnten...
Da wir mit dem Zug nach Mailand fuhren und am Hauptbahnhof -ein sehr zentral gelegener Kopfbahnhof - ankamen, hatten wir es nicht weit bis zum Zentrum...
--°--°--°--°-- Das Abendmahl --°--°--°--°--
Zunächst machten wir uns auf den Weg zu einem nicht weit entfernten Dominikanerkloster mit der dazugehörigen Kirche Santa Maria Delle Grazie. In dem Speisesaal dieses Kloster malte Leonardo Da Vinci in der Zeit von 1495 bis 1498 sein berühmtes Secco, das Abendmahl („il cenacolo“). Gegen einen geringen Eintrittspreis - den ich leider nicht genau benennen kann, da wir alle Ausgaben gebündelt zahlten – konnten wir nach kurzer Wartezeit den Raum mit dem Abendmahl betreten.
Wie alle Kunstwerke ist auch dieses Secco lichtempfindlich. Das heißt, dass es nicht fotografiert werden darf. Des weiteren sorgen zwei Schleusen, die man durchqueren muss, dafür, dass kein Tageslicht einreten kann. Auch wird Ruhe bei der Besichtigung verlangt, lautes sprechen ist untersagt.
Die Zeit, die man in dem Raum bleiben darf, ist ebenso begrenzt wie die Anzahl der Besucher, die hineingelassen werden. Wir waren circa 15 Minuten in dem ehemaligen Speisesaal und sicher nicht mehr als 20 Besucher. Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass größere Gruppen angemeldet werden sollten!
Umso interessanter ist ein Besuch des Abendmahles sicherlich, wenn man sich im voraus ein wenig mit der Thematik beschäftigt hat. Wie sollte man sonst wissen, dass dieses Gemälde ein Secco ist, es also auf trockenem, gebundenen Putz gemalt wurde und daher viel weniger beständig ist als ein Fresko? So kam es bereits 20 Jahre nach Fertigstellung des Abendmahls zu ersten Verfallserscheinungen. Trotzdem überstand das Abendmahl seine ereignisreiche Geschichte, zu der ein Bombenangriff zählt, der fast das ganze Kloster zerstörte, aber das Gemälde unversehrt ließ. Auch wurde der ehemalige Speisesaal unter Napoleon als Pferdestall benutzt und stand 1801 unter Wasser. Alles Faktoren, die den Erhalt des Kunstwerkes nicht förderten. Um es in seinen Ausgangszustand zurückzuversetzen, gab es viele Restaurationsversuche, die zum größten Teil dem Bild mehr schadeten als halfen.
Trotz all dieser Tatsachen zeigt sich das Abendmahl dem Betrachter auch heute noch sehr eindrucksvoll. Es war eines der ersten Bilder, die räumlich gemalt wurden. Auch das gegenüberliegende Fresko - die große Kreuzigung – weist noch keine exakten räumlichen Perspektiven auf.
Insgesamt erwies sich der Besuch des Abendmahles als äußerst interessant und hinterließ einen angenehmen Eindruck. Ein wenig jedoch störte mich die begrenzte Aufenthaltszeit, die sich als zu kurz erwies. Trotzdem kann ich jedem empfehlen, bei einem Aufenthalt in Mailand sich dieses künstlerische Meisterwerk anzusehen.
--°--°--°--°-- Der Mailänder Dom --°--°--°--°--
Wenn man schon einmal in Mailand ist, kann man natürlich auch den Mailänder Dom (Baubeginn 1386) bei einer Stadtbesichtigung nicht auslassen. Der Dom ist Mailands bedeutendstes Monument und gleichzeitig das größte Werk gotischer Baukunst in ganz Italien. Ein wahrlich majestätischer Anblick bietet sich dem Besucher bereits bei der Betrachtung der Fassade, deren unterer Teil barocke Züge aufweist wohingegen der obere Teil eindeutig gotisch ist...
Wie nicht anders zu erwarten, wird von den Besuchern des Domes angemessene Kleidung erwartet. Das heißt, auf kurze Hosen, Röcke, ärmellose T-Shirts und ähnliches muss verzichtet werden, wenn man eingelassen werden möchte. Auch wird ein ruhiges Verhalten erwartet und das fotografieren ist innerhalb des Domes verboten. Ich denke, dass sind Bedingungen, die sich problemlos erfüllen lassen. Der Eintritt ist kostenlos.
Innerhalb der Kirche finden sich viele Gemälde, allesamt natürlich enthalten religiöse Themen, und einige interessante Statuen. Auch der Fußboden kann sich sehen lassen: Er wurde nach einem Entwurf Pellegrinis gestaltet.
Genauso künstlerisch ist die Architektur des Doms: Es handelt sich um ein fünfschiffiges Gotteshaus mit dreischiffigem Querschiff, welches das sich darüber befindende Gewölbe mit 52 Bündelpfeilern stützt, die mit Pflanzenornamenten verziert sind.
Der Dom tritt somit sehr gewaltig auf, was seine Bekanntheit begründet. Künstlerisch und architektonisch hat er vieles zu bieten und ist damit nicht nur für Gläubige empfehlenswert. Mir persönlich hat er gut gefallen, insbesondere da er sich in einer schwer zu beschreibenden Weise von vielen anderen berühmten Domen absetzt. Vielleicht liegt dies auch an dem farbigen, weichen Licht, dass durch die großen Fenster einströmt, die Kirche aber nicht über die Maße erhellt.
--°--°--°--°-- Unsere Freizeit In Mailand --°--°--°--°--
Nachdem wir nun schon eine nicht gerade kurze Zeit für die Besichtigungen genutzt hatten, wurde es langsam Zeit für eine Pause. Somit sprach unser Lehrer uns eine „Auszeit“ von immerhin drei Stunden zu, die wir nutzen konnten, wie wir wollten.
Da wir ein Lunchpaket dabei hatten und weder Lust hatten, uns von Fast Food zu ernähren, noch Mengen an Geld für „normales“ Essen auszugeben, brauchten wir für das Mittagessen nicht lange und konnte so die meiste Zeit für weitere Erkundungen nutzen.
Da Mailand als die Modehauptstadt ihren ganz eigenen Ruf genießt, entschlossen wir uns zunächst „shoppen“ zu gehen. Es zog uns nahezu magisch in das nahegelegene - wir waren zu diesem Zeitpunkt auf dem Domplatz - und wohl bekannteste Einkaufszentrum Mailands, die Galleria Vittorio Emanuele II, welche von 1865 bis 1877 erbaut wurde. Das diese Galerie nicht von ungefähr bekannt war, wurde uns schnell klar. Nicht auf die Geschäfte viel unser erster Blick, sondern die mittige Kuppel aus Stahl und Glas. Aber auch der Fußboden war ein richtiges Kunstwerk: In einem Achteck liegen vier Mosaike, die Europa, Afrika, Asien und Amerika darstellen.
Nach einigen Minuten und vielen Fotos konnten wir uns schließlich wieder losreißen, um dann doch noch die umliegenden Geschäfte zu erkunden. Wie wir sehr schnell feststellten, tummelten sich hier vor allem Luxuscafés und Luxusgeschäfte, die allesamt unser Schülerportemonnaie bei weitem überbelastet hätten. Das hatten wir aber auch von einer Galleria mit einem solchen Ruf nicht anders erwartet! Trotzdem war es nicht uninteressant...
Nach diesem kurzen Abstecher in die Galleria Vittorio Emanuele II, beschlossen wir uns wieder dem draußen herrschenden Regen auszusetzen und auf die Suche nach Geschäften mit angenehmerer Preisklasse zu suchen. Zwar fanden wir ein paar kleine und auch ein paar größere Geschäfte mit einem ansprechenden Sortiment, doch gaben trotzdem bald die Suche nach Kleidung auf. Die Preise waren auch hier nicht angemessen und verhältnismäßig einfach zu hoch.
Daher zogen wir uns bald in eine kleine, am Domplatz gelegene Eisdiele zurück, die auf Grund des Wetters recht leer war. Leider war es wieder einmal ein unglaublich hoch angesetztes Preisniveau, dass uns davon abhielt, einen Eisbecher zu bestellen. Somit entschlossen wir uns lediglich zwei Bällchen Eis zum mitnehmen zu kaufen. Auch das war schon nicht günstig. Das erste Bällchen kostete einen Euro, jedes weitere 60 Cent. Nun ja, ähnliche Preise ist man ja schon aus Deutschland gewohnt. Lecker war es aber auf jeden Fall und wenn man schon in Italien ist, sollte man auch wenigstens das italienische Eis einmal probiert haben...
So verstrichen drei Stunden in der Metropole unter vielem hin- und herrennen - aber immerhin dank Stadtplan ohne verlaufen - recht schnell. Wie am Tag zuvor am Lago Maggiore, mussten wir auch in Mailand wieder ein sehr hohes Preisniveau feststellen. Davon ließen wir uns aber nicht die Laune verderben, denn es gab genug Möglichkeiten auch ohne Konsum eine angenehme Freizeit zu verbringen. Wäre das Preisniveau niedriger gewesen, hätten wir sicherlich weniger von der – trotz Regenwetter - schönen Kulisse zu sehen bekommen...
--°--°--°--°-- Castello Sforzesco --°--°--°--°--
Als wir uns nun alle mehr oder weniger pünktlich wieder gesammelt hatten, machten wir uns auf zu unserer letzten Etappe: Dem „Castello Sforzesco“ - einer Burg, wie der Name ja bereits sagt. Nicht selten wird diese im 15. Jahrhundert erbaute Burg als „Prunkstück der Mailänder Renaissance“ betitelt – und das zu Recht.
Betritt man diese Burg, so fühlt man sich direkt in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt. Schöne Türme mit einer ansehnlichen Fassade, einen geräumigen Burghof und ein grosser Springbrunnen (Nun gut, der ist eindeutig jünger als die Burg...) runden das Ganze ab. Es fehlen wohl nur noch die Ritter und prunkvollen Burgdamen, um zu vergessen, dass man mitten im 21. Jahrhundert ist. Na ja, fast zumindest... Es gibt da ja immer noch die Souvenirhändler, die natürlich an keinem schönen Ort fehlen dürfen... (*grummel*) Schafft man es, ihnen auszuweichen, so findet man im inneren der Burg diverse Museen, die sicherlich lohnenswert zu betrachten sind. Leider konnten wir in diesen Genuss nicht mehr kommen, da es Zeit für uns wurde, zum Bahnhof zurückzukehren.
Dies war der Punkt, der mich an diesem schönen Tag in Mailand am meisten störte! Wir hatten zwar viele interessante Fleckchen besucht, doch gefiel mir diese Burg persönlich am besten. Wir bekamen aber nur eine viertel Stunde Zeit für die Besichtigung, so dass es nicht für viel mehr als ein paar Fotos reichte...
--°--°--°--°-- Fazit --°--°--°--°--
Wie ihr bis hierhin bereits gemerkt habt, gefiel mir Mailand sehr gut. Auch wenn wir nur einen Tag für unseren Aufenthalt dort hatten, konnte ich einen ansehnlichen Eindruck dieser Metropole erhalten.
Leider war unser Tag nichts desto trotz von Hektik geprägt, da sich das vorher besprochene Programm als äußerst umfassend herausstellte. Dazu kam noch das leider sehr schlechte Wetter, geprägt von Regen und Gewittern bei nur 15°C. Verderben lassen haben wir uns unsere gute Stimmung dadurch allerdings nicht und das beste aus dem Tag gemacht. Im Gegensatz zum Lago Maggiore lohnt sich ein Besuch Mailands auch bei schlechtem Wetter eindeutig!
Wenn man die Möglichkeit hat, würde ich empfehlen mindestens eine Woche in Milano zu bleiben. So hat man die Möglichkeit sich noch viel mehr der reichlich vorhandenen Sehenswürdigkeiten anzuschauen und diese auch mehr zu genießen. Kann man nur einen Tag dort verweilen, so ist es sicher empfehlenswert vorher ein Programm festzulegen und in der Reihenfolge der örtlichen Nähe umzusetzen um lange ermattende Wege zu Fuß zu vermeiden.
Auch ein Stadtplan wäre sinnvoll. Wenn man nicht italienisch spricht, ist es teilweise sehr schwer sich durchzufragen und in einer Metropole von der Größe Mailands verliert man leicht den Überblick!
Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Artikel weiterhelfen!
Gruß, Southy
(c) by Southgirl, 19. Juni 2002
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