Maine Coon Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Familientauglichkeit:
- Futterkosten:
- Pflegeaufwand:
- Platzbedarf:
Erfahrungsbericht von catweazlecat
Maine Coon Katzen - unproblematische sanfte Riesen?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Sicher haben Sie auch schon mal Anzeigen im örtlichen \"Inserat\" gelesen in dem steht:
\"Maine Coon Katzen abzugeben\".
Diese sehr imposanten Katzen, die ursprünglich aus dem Bundesstaat Maine in den USA stammen, sind die zur Zeit grössten gezüchteten Hauskatzen die man weltweit findet. Sie sind auch unter dem Namen \"amerikanische Waldkatzen\" bekannt. Sie sind die schwersten und grössten Vertreter der Waldkatzenrassen, zu denen noch die Norwegische und Sibirsche Waldkatze gehört.
Ausgewachsene Kater dieser Rasse kann man sehr oft im XXL-Format bis zu 10kg Körpergewicht bestaunen. Auch die Coonie-Damen haben meist 5-7kg Körpergewicht und haben einen kräftigen Körper auf stämmigen Pfoten.
Der Name Maine Coon, setzt sich zusammen aus dem Bundesstaat Maine in dem sie zuerst entdeckt wurden und dem Wort Coon, das auf einen Waschbär deuten soll (im englischen Racoon genannt).
Es gibt Legenden in denen erzählt wird, Maine Coon Katzen seien eine Mischung aus Katze und Waschbär, was den extravaganten buschigen, langen Schwanz der Katzen erklären soll.
Ist aber biologisch so nicht nachvollziehbar, da eine Verpaarung Katze/Waschbär nicht möglich ist und gehört in den Bereich der Fabeln, die wohl aus werbetechnischen Gründen von den amerikanischen Urzüchtern so verbreitet wurde um die Rasse bekannt zu machen.
Die Maine Coon gehört nun seit einigen Jahren zu den beliebtesten Hauskatzen, und hat mittlerweile sogar die Perserkatzen von Platz 1 der Beliebtheitsskala verdrängt.
Das erklärt sicher auch weshalb es bei uns nun mittlerweile hunderte Züchter gibt, die sich auf Maine Coon Katzen spezialisiert haben. Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt.
Leider hat das auch zur Folge, das nicht jede Maine Coon Katze auch wirklich aus seriöser Hobbyzucht stammt in der man versucht, die heute schon existierenden Gesundheitsprobleme dieser Katzen weitestgehend auszumerzen.
Dagegen stammen leider viele dieser meist preiswert angebotenen Katzen aus sogenannten \"Zuchtbetrieben\" in denen teils unter unwürdigen Zuständen Katzen gehalten und verpaart werden, die nicht zur Zucht geeignet sind oder völlig ausgemergelt alle 3 Monate Babies zur Welt bringen müssen bis sie als Zuchtmaschine nicht mehr taugen.
Dann werden diese armen Kreaturen meist im Tierheim abgegeben oder für ein paar Groschen als ehemaliges Zuchttier an den Mann oder die Frau gebracht. Auch ältere Kater wechseln so nach ihrer Karriere als Deckkater oft das Heim. Vorsicht vor solchen Tieren, die meist weder stubenrein (besonders ehemalige Deckkater) noch gesund sein müssen. Oftmals ist es sehr schwer solche Tiere, die teils unter unwürdigen Zuständen leben mussten wieder in eine normale Familie zu integrieren.
Es sollte klar sein das man bei einem solchen Vermehrer, der die Tiere für wenig Geld abgibt, keine eine echte Maine Coon erhält, sondern diese Katzen evtl. rein äusserlich einem solchen Tier ähnlich sehen.
Selbstverständlich bekommt man in solchen Zuchten auch keinen Stammbaum der Tiere und nicht alles was langhaarig ist, muss Maine Coon enthalten. Auch Persermischlinge sind oft sehr hübsch und können äusserlich den Coonies sehr ähnlich werden. Vom Wesen und Charakter einer echten Maine Coon Katze sind diese Tiere allerdings weit entfernt.
\"Nicht überall wo Maine Coon draufsteht ist auch Maine Coon drin!\"
Tiere die ohne Stammbaum angeboten werden, besitzen aus gutem Grund keinen. Die Gebühren für Stammbäume liegen pro Tier bei etwa 25 EURO. Daraus resultieren keinesfalls die immensen Preisunterschiede von Katzen mit und ohne Stammbaum, das sollte hier klar werden.
Gerade bei dieser Rasse ist eine seriöse Zucht mit genetisch gesunden Tieren essentiell um gesunden Nachwuchs zu erhalten. Auch eine gut sozialisierte Aufzucht und Pflege der Tiere ist unumgänglich damit aus kleinen Coonies wirklich super Maine Coon Katzen entwickeln die sich problemlos im neuen Heim integrieren und ihren Besitzern für viele Jahre viel Freude bereiten.
Leider ist auch bei dieser Katzenrasse nicht alles Gold was glänzt und somit kann ich als langjähriger Maine Coon Züchter diese sanften Riesen nur bedingt als unproblematisch bezeichnen.
Wie bei den grossen Hunderassen gibt es leider auch immer mehr Maine Coon Züchter, denen nicht das Wesen und die Gesundheit der Tiere an erster Stelle stehen sondern die Körpergrösse der Katzen weil diese besonders gefragt ist und der Katzeninteressent oftmals ehrfürchtig nach der zu erwartenden Grösse dieser Tiere fragt.
Natürlich sind besonders die Kater sehr imposant, nachdem sie ihre Gesamtgrösse erreicht haben (etwa 4 Jahre dauert die komplette Wachstumsphase).
Deshalb sind sie auch bei den meisten Katzenfreunden sehr beliebt und haben solch einen grossen Bekanntheitsgrad erreicht.
Da man aber die Tiere nicht immer ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen grösser züchten kann, tritt nun auch bei diesen Katzen vermehrt das Problem der HD (Hüftdysplasie) auf, das man meist von grossen Hunden oder auch Dackeln (die sogenannte Dackellähmung) kennt.
Die Rücken dieser Tiere werden einfach zu lang und die Knochen halten diese Belastung nicht mehr ohne Probleme aus. Somit erhält man u.U. ein Tier, das nach seiner Wachstumsphase nicht mehr in der Lage ist zu klettern oder auch nur zu laufen. Das sollte man sich gut überlegen bevor man eine Maine Coon nur nach der Grösse des Tieres aussucht!
Ein weiteres, meist unerwähntes Problem ist die dringend notwendige Fellpflege.
Maine Coons gehören zu den Halblanghaarrassen, die vor allem an den Hinterbeinen (Hosen genannt) , dem Hals (Halskrause) als auch dem Schwanz über langes Deckhaar verfügen. Dieses Fell muss am Besten täglich gebürstet werden um Verknotungen vorzubeugen und das Fell nicht verfilzen zu lassen.
Die Katzen selbst sind bei dem vielen Fell, vor allem wenn es in voller Pracht erstrahlt, nicht mehr in der Lage es vollständig selbst zu pflegen und so entstehen u.U. Haarmatten, die nur noch durch Abscheeren z.T. unter Vollnarkose in den Griff zu bekommen sind.
Nun, wer schon einmal einen ausgewachsenen Maine Coon Kater gesehen hat, kann sich vorstellen wie schwierig es sein kann, ein solch muskulöses Kraftpaket entgegen seinen Willen zu kämmen oder zu bürsten.
Das mögen die meisten dieser Katzen nämlich garnicht! Ausnahmen bestätigen die Regel...
Wenn diese Tiere dann einmal die Oberhand gewonnen haben beim Kampf um das Bürsten, kann es sein das man sie danach nie wieder kampflos unter die Bürste bekommt.
So etwas kann schon sehr zeit- und kraftaufwendig sein und einem den Spass am schönen Tier sehr schnell nehmen.
Es ist natürlich nicht unmöglich damit klar zu kommen! Man sollte sich nur von Vorneherein darüber völlig im Klaren sein was für ein Arbeitsaufwand die Haltung dieser schönen und gerade im vollen Fellstand prächtig aussehenden Katzen voraussetzt.
Sie sind wirklich eine Augenweide und
erfreuen sich oftmals einem respektvollen Bestaunen häuslicher Besucher.
Nicht umsonst werden Ausstellungskatzen auch oftmals gebadet vor dem präsentieren auf Katzenshows.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Gewöhnung an Kamm und Bürste bereits in jungem Alter durch den Züchter.
Absolut sich ihrer eigenen Schönheit bewusst, präsentieren sich diese Katzen auch immer im besten Licht.
Sie sitzen oder liegen nicht einfach herum sondern \"posen\" in jeder Lage. Dabei schauen sie mit einem edlen Blick auf uns, das Katzen-Dienstpersonal herunter und beobachten gerne was um sie herum passiert.
Am besten vergleicht man eine Maine Coon mit einem gekrönten Haupt das über seinen Untertanen thront ;-)))
Noch zu bedenken ist bei der Körpergrösse, das viele Katzentransportkörbe - sogenannte Kennel - nicht gross genug sind um eine ausgewachsene Maine Coon darin zu transportieren. Da ist es unumgänglich sich einen Hundekennel anzuschaffen damit man das Kätzchen auch gut untergebracht z.b. zum Arzt transportieren kann.
Auch benutzen viele Coonie-Besitzer besonders grosser Exemplare keine normalen Katzentoiletten (besonders diese mit Deckel) mehr, da die Katzen dort oftmals nicht mehr hineinpassen. Man verwendet dann z.B. Baby-Badewannen und füllt diese mit Streu auf, nur so am Rande bemerkt.
Nun noch ein paar Anmerkungen am Rande:
Abzuraten ist vor allem davor, Maine Coons als Freigänger in die Landschaft zu schicken. Davon abgesehen das sie als ausgezeichnete Jäger sicher schnellstens die Population aller Vögel im Umkreis dezimieren, sind sie auch sehr intelligente Kämpfer und gehen keinem Streit leichtfertig aus dem Weg.
Ausserdem laufen sie gerne weite Strecken und die Gefahr das eine solche Katze nicht wieder nach Hause kommt ist doch recht gross. Andere Menschen finden sie ja sicher auch aussergewöhnlich schön und könnten sie zur eigenen Familie mit nach Hause nehmen.
Vom Mitbringen kleiner Untermieter, wie Ungeziefer das sich gerne in dem langen Fell breitmacht ganz zu schweigen. Geschoren sehen sie keinesfalls mehr so prachtvoll aus wie mit gut gepflegtem Fell...
Viele Züchter behaupten diese Katzen seien ausgesprochen familienfreundlich und kinderlieb.
Das kann ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen nicht bestätigen.
Maine Coons sind liebevolle, jedoch würdevolle und distanzierte Katzen die keinesfalls herumgetragen werden möchten oder stundenlang auf dem Schoss sitzen. Sie nehmen gerne teil, aber auf Distanz. Auch hier bestätigen Ausnahmen natürlich die Regel. Man wird aber kaum jemals eine Maine Coon ruhig im Kinderpuppenwagen sitzen sehen während das geliebte Töchterchen das Bedürfnis hat diese spazierenzufahren. Da gibt es andere, ruhigere und gelassenere Katzenrassen die damit glücklich werden würden.
Maine Coons sind sehr intelligent und gelehrig und man kann ihnen leicht Tricks beibringen. Z.B. apportieren sie Spielzeug wie ein Hund wenn man es ihnen beibringt. Auch hören viele von Ihnen wirklich aufs Wort. Natürlich bleiben es nach wie vor Katzen, die die Angewohnheit haben nur das zu hören was sie auch wirklich wollen :-))
Untereinander haben die Coonies eine wirklich lustige Sprache, die sich fast wie zwitschern anhört und ich von anderen Rassen so nicht kenne. Auch sollte man diese Katzen - wie eigentlich alle gut sozialisierten Tiere - nicht alleine im Haus halten.
Im Doppelpack machen sie auch doppelt Freude und kommen nicht auf dumme Gedanken wenn sie alleine in häuslicher Umgebung auf die Dauer frustiert leben müssen.
Auch als Zweitkatze zu anderen Rassen - auch Hauskatzen - eignen sie sich prima. Allerdings sind sie durch ihre Statur und ihr gut ausgeprägtes Wesen eher dominant und übernehmen früher oder später die Herrschaft im Haus.
Die meisten dieser Katzen haben eine ausgesprochene Vorliebe für fliessendes Wasser, manche saufen aus der Tatze, andere sollen sogar Spass daran haben mit ihren Menschne zu duschen.
Unsere Biloxy dreht nahezu durch wenn ich die Giesskanne mit Wasser fülle um die Blumen zu giessen. Sie versucht dann immer - unter lautem Gemecker - ihren Kopf zwischen Kanne und Pflanze zu zwängen um das Wasser abzuschlecken. Auch die Badewanne oder das Waschbecken ist ein gern besuchter Platz um den Durst zu stillen oder einfach nur mit Wasser zu plantschen.
Wir werden dann durch lautes Protestieren dazu aufgefordert das Wasser endlich aufzudrehen und dann möglichst solange es den Süssen passt laufen zu lassen...
Auch sollte man nicht vergessen einen grossen Kratzbaum mit mindestens 80cm Stamm zu besorgen damit sich die Tiere - wenn sie ausgewachsen sind - auch richtig strecken können um ihre Krallen abzuwetzen.
Sonst könnten diese Süssen auf die Idee kommen andere Stellen dazu zu benutzen und z.B. das teure Ledersofa auf die Dauer ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen wird.
Der Ausdruck \"sanfte Riesen\" passt wirklich ausgezeichnet zu Ihnen, man sollte aber ihre Kraft und Ausdauer nicht unterschätzen! Es gibt ausgewachsene Coonies, die sich nur mit Lederhandschuhen kämmen lassen um blutende Unterarme zu vermeiden oder auch beim Tierarztbesuch kraftvolle Attacken losschlagen.
Deshalb ist es besonders wichtig diese Tiere nur aus verantwortungsbewusster Zucht zu sich zu nehmen. Dazu gehört das die Tiere im Haus mit den Menschen gut sozialisiert aufwachsen, die notwendigen Impfungen erhalten und der Züchter einem Katzenverein angeschlossen ist, der den Stammbaum ausstellt.
Ich kann nur dazu raten sich verschiedene Züchter-Haushalte anzusehen und den gesunden Menschenverstand eingeschaltet zu lassen auch wenn man sich auf Anhieb in ein Kätzchen aus hygienisch schlechtem Umfeld verlieben sollte.
Man erkennt auch als Laie sehr schnell ob die Tiere mit Liebe, Fürsorge und vor allem guter Ernährung grossgezogen werden oder nicht.
Haben Sie sich in ein Kätzchen verliebt dann besuchen Sie es auch während der Wachstumsphasen. Dagegen sollte der Züchter nichts haben. So bekommen sie einen guten Eindruck vom Wesen und Charakter ihres Tieres und sie finden schnell heraus ob der Züchter seriös ist oder es ihm nur um den schnellstmöglichen Profit geht.
Gerade diese Katzen müssen mit Premiumfuttersorten (kein Whiskas und Co.)gross gezogen werden, da die Knochen lange wachsen und somit eine ausgewogene Ernährung notwendig ist um Krankheiten oder Vitamin-Unterversorgung auszuschliessen. Gerade die richtige Ernährung ist entscheidend für das gesunde Wachstum und die Entwicklung einer gesunden Katze.
Kaufen Sie nie ein Kätzchen das jünger als 12 Wochen alt ist! Diese Zeit ist für das Katzenkind die wichtigste Prägephase in der es alles von Mama und Geschwistern lernt was es für das Leben braucht.
Auch sollte ein seriöser Züchter ihnen nicht ein Tier in die Hand drücken und möglichst gleich mitgeben wollen. Bei solchen Züchtern ist äusserste Vorsicht geboten!
Viele seriöse Züchter bringen ihre Tiere heutzutage höchstpersönlich ins neue Heim um sicherzustellen das ihr mit viel Liebe und Fürsorge aufgezogenes Tier den richtigen Platz auf Lebenszeit gefunden hat.
Solche Züchter sind auch im Nachhinein ansprechbar bei Problemen oder Fragen und nicht nach dem Motto: \"Aus den Augen aus dem Sinn\".
Noch eine Anmerkung zum Preis:
Maine Coons, wie auch andere reinrassige Katzen aus seriöser Hobbyzucht sind nicht zu Dumpingpreisen zu bekommen sondern kosten immer mindestens 500 Euro pro Tier. Dies ist auch abhängig von den bereits erfolgten Impfungen, Kastrationen etc.
Besonders ausgefallene Exemplare oder Tiere aus bestimmten Blutlinien können weit darüber liegen, da bei solchen Verpaarungen meist horrende Deckgebühren der Kater bis zu 1000 EURO anfallen können.
Meiden Sie Billigangebote wie z.B. Maine Coons für 200 Euro ohne Papiere in den Anzeigenblättern zu finden sind.
Dort bekommen sie u.U. eine kranke Katze die ihnen kaum Freude bereiten wird auf die Dauer. Besonders wenn sie sich als scheue und schwer zu handhabende Vertreterin ihrer Rasse entpuppt die Sie oder ihre Familie mit bösem Blick anknurrt um z.B. der Fellpflege zu entgehen. Ausserdem bekommen sie dort garantiert keine echte Maine Coon sondern maximal eine aus Inzuchtsverpaarungen oder einen Mischling zwischen Coonie und Hauskatze die vom Fell noch wie eine Maine Coon aussehen, vom Wesen aber völlig anders snd.
Aus den richtigen Händen sind diese Katzen aber wirklich liebenswerte, ausgesprochen intelligente und wunderschöne Tiere die ihrem Besitzer viel Freude bereiten. Vor allem wenn sie ihre Schmusephasen haben, sind sie echte Kuscheltiere und dann kann man mit Fug und Recht behaupten einen \"sanften Riesen\" sein Eigen nennen zu dürfen!
Wer noch mehr Infos oder Bilder der Süssen sehen möchte findet sie auch auf meiner HP unter:
http://www.catconnect.com/catweazle
\"Maine Coon Katzen abzugeben\".
Diese sehr imposanten Katzen, die ursprünglich aus dem Bundesstaat Maine in den USA stammen, sind die zur Zeit grössten gezüchteten Hauskatzen die man weltweit findet. Sie sind auch unter dem Namen \"amerikanische Waldkatzen\" bekannt. Sie sind die schwersten und grössten Vertreter der Waldkatzenrassen, zu denen noch die Norwegische und Sibirsche Waldkatze gehört.
Ausgewachsene Kater dieser Rasse kann man sehr oft im XXL-Format bis zu 10kg Körpergewicht bestaunen. Auch die Coonie-Damen haben meist 5-7kg Körpergewicht und haben einen kräftigen Körper auf stämmigen Pfoten.
Der Name Maine Coon, setzt sich zusammen aus dem Bundesstaat Maine in dem sie zuerst entdeckt wurden und dem Wort Coon, das auf einen Waschbär deuten soll (im englischen Racoon genannt).
Es gibt Legenden in denen erzählt wird, Maine Coon Katzen seien eine Mischung aus Katze und Waschbär, was den extravaganten buschigen, langen Schwanz der Katzen erklären soll.
Ist aber biologisch so nicht nachvollziehbar, da eine Verpaarung Katze/Waschbär nicht möglich ist und gehört in den Bereich der Fabeln, die wohl aus werbetechnischen Gründen von den amerikanischen Urzüchtern so verbreitet wurde um die Rasse bekannt zu machen.
Die Maine Coon gehört nun seit einigen Jahren zu den beliebtesten Hauskatzen, und hat mittlerweile sogar die Perserkatzen von Platz 1 der Beliebtheitsskala verdrängt.
Das erklärt sicher auch weshalb es bei uns nun mittlerweile hunderte Züchter gibt, die sich auf Maine Coon Katzen spezialisiert haben. Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt.
Leider hat das auch zur Folge, das nicht jede Maine Coon Katze auch wirklich aus seriöser Hobbyzucht stammt in der man versucht, die heute schon existierenden Gesundheitsprobleme dieser Katzen weitestgehend auszumerzen.
Dagegen stammen leider viele dieser meist preiswert angebotenen Katzen aus sogenannten \"Zuchtbetrieben\" in denen teils unter unwürdigen Zuständen Katzen gehalten und verpaart werden, die nicht zur Zucht geeignet sind oder völlig ausgemergelt alle 3 Monate Babies zur Welt bringen müssen bis sie als Zuchtmaschine nicht mehr taugen.
Dann werden diese armen Kreaturen meist im Tierheim abgegeben oder für ein paar Groschen als ehemaliges Zuchttier an den Mann oder die Frau gebracht. Auch ältere Kater wechseln so nach ihrer Karriere als Deckkater oft das Heim. Vorsicht vor solchen Tieren, die meist weder stubenrein (besonders ehemalige Deckkater) noch gesund sein müssen. Oftmals ist es sehr schwer solche Tiere, die teils unter unwürdigen Zuständen leben mussten wieder in eine normale Familie zu integrieren.
Es sollte klar sein das man bei einem solchen Vermehrer, der die Tiere für wenig Geld abgibt, keine eine echte Maine Coon erhält, sondern diese Katzen evtl. rein äusserlich einem solchen Tier ähnlich sehen.
Selbstverständlich bekommt man in solchen Zuchten auch keinen Stammbaum der Tiere und nicht alles was langhaarig ist, muss Maine Coon enthalten. Auch Persermischlinge sind oft sehr hübsch und können äusserlich den Coonies sehr ähnlich werden. Vom Wesen und Charakter einer echten Maine Coon Katze sind diese Tiere allerdings weit entfernt.
\"Nicht überall wo Maine Coon draufsteht ist auch Maine Coon drin!\"
Tiere die ohne Stammbaum angeboten werden, besitzen aus gutem Grund keinen. Die Gebühren für Stammbäume liegen pro Tier bei etwa 25 EURO. Daraus resultieren keinesfalls die immensen Preisunterschiede von Katzen mit und ohne Stammbaum, das sollte hier klar werden.
Gerade bei dieser Rasse ist eine seriöse Zucht mit genetisch gesunden Tieren essentiell um gesunden Nachwuchs zu erhalten. Auch eine gut sozialisierte Aufzucht und Pflege der Tiere ist unumgänglich damit aus kleinen Coonies wirklich super Maine Coon Katzen entwickeln die sich problemlos im neuen Heim integrieren und ihren Besitzern für viele Jahre viel Freude bereiten.
Leider ist auch bei dieser Katzenrasse nicht alles Gold was glänzt und somit kann ich als langjähriger Maine Coon Züchter diese sanften Riesen nur bedingt als unproblematisch bezeichnen.
Wie bei den grossen Hunderassen gibt es leider auch immer mehr Maine Coon Züchter, denen nicht das Wesen und die Gesundheit der Tiere an erster Stelle stehen sondern die Körpergrösse der Katzen weil diese besonders gefragt ist und der Katzeninteressent oftmals ehrfürchtig nach der zu erwartenden Grösse dieser Tiere fragt.
Natürlich sind besonders die Kater sehr imposant, nachdem sie ihre Gesamtgrösse erreicht haben (etwa 4 Jahre dauert die komplette Wachstumsphase).
Deshalb sind sie auch bei den meisten Katzenfreunden sehr beliebt und haben solch einen grossen Bekanntheitsgrad erreicht.
Da man aber die Tiere nicht immer ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen grösser züchten kann, tritt nun auch bei diesen Katzen vermehrt das Problem der HD (Hüftdysplasie) auf, das man meist von grossen Hunden oder auch Dackeln (die sogenannte Dackellähmung) kennt.
Die Rücken dieser Tiere werden einfach zu lang und die Knochen halten diese Belastung nicht mehr ohne Probleme aus. Somit erhält man u.U. ein Tier, das nach seiner Wachstumsphase nicht mehr in der Lage ist zu klettern oder auch nur zu laufen. Das sollte man sich gut überlegen bevor man eine Maine Coon nur nach der Grösse des Tieres aussucht!
Ein weiteres, meist unerwähntes Problem ist die dringend notwendige Fellpflege.
Maine Coons gehören zu den Halblanghaarrassen, die vor allem an den Hinterbeinen (Hosen genannt) , dem Hals (Halskrause) als auch dem Schwanz über langes Deckhaar verfügen. Dieses Fell muss am Besten täglich gebürstet werden um Verknotungen vorzubeugen und das Fell nicht verfilzen zu lassen.
Die Katzen selbst sind bei dem vielen Fell, vor allem wenn es in voller Pracht erstrahlt, nicht mehr in der Lage es vollständig selbst zu pflegen und so entstehen u.U. Haarmatten, die nur noch durch Abscheeren z.T. unter Vollnarkose in den Griff zu bekommen sind.
Nun, wer schon einmal einen ausgewachsenen Maine Coon Kater gesehen hat, kann sich vorstellen wie schwierig es sein kann, ein solch muskulöses Kraftpaket entgegen seinen Willen zu kämmen oder zu bürsten.
Das mögen die meisten dieser Katzen nämlich garnicht! Ausnahmen bestätigen die Regel...
Wenn diese Tiere dann einmal die Oberhand gewonnen haben beim Kampf um das Bürsten, kann es sein das man sie danach nie wieder kampflos unter die Bürste bekommt.
So etwas kann schon sehr zeit- und kraftaufwendig sein und einem den Spass am schönen Tier sehr schnell nehmen.
Es ist natürlich nicht unmöglich damit klar zu kommen! Man sollte sich nur von Vorneherein darüber völlig im Klaren sein was für ein Arbeitsaufwand die Haltung dieser schönen und gerade im vollen Fellstand prächtig aussehenden Katzen voraussetzt.
Sie sind wirklich eine Augenweide und
erfreuen sich oftmals einem respektvollen Bestaunen häuslicher Besucher.
Nicht umsonst werden Ausstellungskatzen auch oftmals gebadet vor dem präsentieren auf Katzenshows.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Gewöhnung an Kamm und Bürste bereits in jungem Alter durch den Züchter.
Absolut sich ihrer eigenen Schönheit bewusst, präsentieren sich diese Katzen auch immer im besten Licht.
Sie sitzen oder liegen nicht einfach herum sondern \"posen\" in jeder Lage. Dabei schauen sie mit einem edlen Blick auf uns, das Katzen-Dienstpersonal herunter und beobachten gerne was um sie herum passiert.
Am besten vergleicht man eine Maine Coon mit einem gekrönten Haupt das über seinen Untertanen thront ;-)))
Noch zu bedenken ist bei der Körpergrösse, das viele Katzentransportkörbe - sogenannte Kennel - nicht gross genug sind um eine ausgewachsene Maine Coon darin zu transportieren. Da ist es unumgänglich sich einen Hundekennel anzuschaffen damit man das Kätzchen auch gut untergebracht z.b. zum Arzt transportieren kann.
Auch benutzen viele Coonie-Besitzer besonders grosser Exemplare keine normalen Katzentoiletten (besonders diese mit Deckel) mehr, da die Katzen dort oftmals nicht mehr hineinpassen. Man verwendet dann z.B. Baby-Badewannen und füllt diese mit Streu auf, nur so am Rande bemerkt.
Nun noch ein paar Anmerkungen am Rande:
Abzuraten ist vor allem davor, Maine Coons als Freigänger in die Landschaft zu schicken. Davon abgesehen das sie als ausgezeichnete Jäger sicher schnellstens die Population aller Vögel im Umkreis dezimieren, sind sie auch sehr intelligente Kämpfer und gehen keinem Streit leichtfertig aus dem Weg.
Ausserdem laufen sie gerne weite Strecken und die Gefahr das eine solche Katze nicht wieder nach Hause kommt ist doch recht gross. Andere Menschen finden sie ja sicher auch aussergewöhnlich schön und könnten sie zur eigenen Familie mit nach Hause nehmen.
Vom Mitbringen kleiner Untermieter, wie Ungeziefer das sich gerne in dem langen Fell breitmacht ganz zu schweigen. Geschoren sehen sie keinesfalls mehr so prachtvoll aus wie mit gut gepflegtem Fell...
Viele Züchter behaupten diese Katzen seien ausgesprochen familienfreundlich und kinderlieb.
Das kann ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen nicht bestätigen.
Maine Coons sind liebevolle, jedoch würdevolle und distanzierte Katzen die keinesfalls herumgetragen werden möchten oder stundenlang auf dem Schoss sitzen. Sie nehmen gerne teil, aber auf Distanz. Auch hier bestätigen Ausnahmen natürlich die Regel. Man wird aber kaum jemals eine Maine Coon ruhig im Kinderpuppenwagen sitzen sehen während das geliebte Töchterchen das Bedürfnis hat diese spazierenzufahren. Da gibt es andere, ruhigere und gelassenere Katzenrassen die damit glücklich werden würden.
Maine Coons sind sehr intelligent und gelehrig und man kann ihnen leicht Tricks beibringen. Z.B. apportieren sie Spielzeug wie ein Hund wenn man es ihnen beibringt. Auch hören viele von Ihnen wirklich aufs Wort. Natürlich bleiben es nach wie vor Katzen, die die Angewohnheit haben nur das zu hören was sie auch wirklich wollen :-))
Untereinander haben die Coonies eine wirklich lustige Sprache, die sich fast wie zwitschern anhört und ich von anderen Rassen so nicht kenne. Auch sollte man diese Katzen - wie eigentlich alle gut sozialisierten Tiere - nicht alleine im Haus halten.
Im Doppelpack machen sie auch doppelt Freude und kommen nicht auf dumme Gedanken wenn sie alleine in häuslicher Umgebung auf die Dauer frustiert leben müssen.
Auch als Zweitkatze zu anderen Rassen - auch Hauskatzen - eignen sie sich prima. Allerdings sind sie durch ihre Statur und ihr gut ausgeprägtes Wesen eher dominant und übernehmen früher oder später die Herrschaft im Haus.
Die meisten dieser Katzen haben eine ausgesprochene Vorliebe für fliessendes Wasser, manche saufen aus der Tatze, andere sollen sogar Spass daran haben mit ihren Menschne zu duschen.
Unsere Biloxy dreht nahezu durch wenn ich die Giesskanne mit Wasser fülle um die Blumen zu giessen. Sie versucht dann immer - unter lautem Gemecker - ihren Kopf zwischen Kanne und Pflanze zu zwängen um das Wasser abzuschlecken. Auch die Badewanne oder das Waschbecken ist ein gern besuchter Platz um den Durst zu stillen oder einfach nur mit Wasser zu plantschen.
Wir werden dann durch lautes Protestieren dazu aufgefordert das Wasser endlich aufzudrehen und dann möglichst solange es den Süssen passt laufen zu lassen...
Auch sollte man nicht vergessen einen grossen Kratzbaum mit mindestens 80cm Stamm zu besorgen damit sich die Tiere - wenn sie ausgewachsen sind - auch richtig strecken können um ihre Krallen abzuwetzen.
Sonst könnten diese Süssen auf die Idee kommen andere Stellen dazu zu benutzen und z.B. das teure Ledersofa auf die Dauer ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen wird.
Der Ausdruck \"sanfte Riesen\" passt wirklich ausgezeichnet zu Ihnen, man sollte aber ihre Kraft und Ausdauer nicht unterschätzen! Es gibt ausgewachsene Coonies, die sich nur mit Lederhandschuhen kämmen lassen um blutende Unterarme zu vermeiden oder auch beim Tierarztbesuch kraftvolle Attacken losschlagen.
Deshalb ist es besonders wichtig diese Tiere nur aus verantwortungsbewusster Zucht zu sich zu nehmen. Dazu gehört das die Tiere im Haus mit den Menschen gut sozialisiert aufwachsen, die notwendigen Impfungen erhalten und der Züchter einem Katzenverein angeschlossen ist, der den Stammbaum ausstellt.
Ich kann nur dazu raten sich verschiedene Züchter-Haushalte anzusehen und den gesunden Menschenverstand eingeschaltet zu lassen auch wenn man sich auf Anhieb in ein Kätzchen aus hygienisch schlechtem Umfeld verlieben sollte.
Man erkennt auch als Laie sehr schnell ob die Tiere mit Liebe, Fürsorge und vor allem guter Ernährung grossgezogen werden oder nicht.
Haben Sie sich in ein Kätzchen verliebt dann besuchen Sie es auch während der Wachstumsphasen. Dagegen sollte der Züchter nichts haben. So bekommen sie einen guten Eindruck vom Wesen und Charakter ihres Tieres und sie finden schnell heraus ob der Züchter seriös ist oder es ihm nur um den schnellstmöglichen Profit geht.
Gerade diese Katzen müssen mit Premiumfuttersorten (kein Whiskas und Co.)gross gezogen werden, da die Knochen lange wachsen und somit eine ausgewogene Ernährung notwendig ist um Krankheiten oder Vitamin-Unterversorgung auszuschliessen. Gerade die richtige Ernährung ist entscheidend für das gesunde Wachstum und die Entwicklung einer gesunden Katze.
Kaufen Sie nie ein Kätzchen das jünger als 12 Wochen alt ist! Diese Zeit ist für das Katzenkind die wichtigste Prägephase in der es alles von Mama und Geschwistern lernt was es für das Leben braucht.
Auch sollte ein seriöser Züchter ihnen nicht ein Tier in die Hand drücken und möglichst gleich mitgeben wollen. Bei solchen Züchtern ist äusserste Vorsicht geboten!
Viele seriöse Züchter bringen ihre Tiere heutzutage höchstpersönlich ins neue Heim um sicherzustellen das ihr mit viel Liebe und Fürsorge aufgezogenes Tier den richtigen Platz auf Lebenszeit gefunden hat.
Solche Züchter sind auch im Nachhinein ansprechbar bei Problemen oder Fragen und nicht nach dem Motto: \"Aus den Augen aus dem Sinn\".
Noch eine Anmerkung zum Preis:
Maine Coons, wie auch andere reinrassige Katzen aus seriöser Hobbyzucht sind nicht zu Dumpingpreisen zu bekommen sondern kosten immer mindestens 500 Euro pro Tier. Dies ist auch abhängig von den bereits erfolgten Impfungen, Kastrationen etc.
Besonders ausgefallene Exemplare oder Tiere aus bestimmten Blutlinien können weit darüber liegen, da bei solchen Verpaarungen meist horrende Deckgebühren der Kater bis zu 1000 EURO anfallen können.
Meiden Sie Billigangebote wie z.B. Maine Coons für 200 Euro ohne Papiere in den Anzeigenblättern zu finden sind.
Dort bekommen sie u.U. eine kranke Katze die ihnen kaum Freude bereiten wird auf die Dauer. Besonders wenn sie sich als scheue und schwer zu handhabende Vertreterin ihrer Rasse entpuppt die Sie oder ihre Familie mit bösem Blick anknurrt um z.B. der Fellpflege zu entgehen. Ausserdem bekommen sie dort garantiert keine echte Maine Coon sondern maximal eine aus Inzuchtsverpaarungen oder einen Mischling zwischen Coonie und Hauskatze die vom Fell noch wie eine Maine Coon aussehen, vom Wesen aber völlig anders snd.
Aus den richtigen Händen sind diese Katzen aber wirklich liebenswerte, ausgesprochen intelligente und wunderschöne Tiere die ihrem Besitzer viel Freude bereiten. Vor allem wenn sie ihre Schmusephasen haben, sind sie echte Kuscheltiere und dann kann man mit Fug und Recht behaupten einen \"sanften Riesen\" sein Eigen nennen zu dürfen!
Wer noch mehr Infos oder Bilder der Süssen sehen möchte findet sie auch auf meiner HP unter:
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