Manfrotto MA 028B Triman Stativ Testbericht

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258,99 €
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Erfahrungsbericht von tbiegel

Damit kann ich hoch hinaus

Pro:

Stabilität und Größe

Kontra:

Gewicht, die Beine könnten für einen genaueren Auszug Markierungen gebrauchen

Empfehlung:

Ja

Wer des Abends und nachts fotografieren möchte, benötigt ein Stativ, daran führt auch kein noch so ausgeklügeltes Bildstabilisatorensystem in Objektiven (Nikon und Canon) oder in den Gehäusen (Minolta bzw. Sony) vorbei.

Die Auswahl ist groß, in Kaufhäusern stehen die Billigmodelle. Lange Zeit fotografierte ich mit einem solchen preiswerten Modell, für kleinere Kameras durchaus ausreichend.

Aber:

Beim Arretieren der Kameraposition verstellt sich der Kopf in der Regel ein wenig, eine Schnellkuppelung aus Hartplastik macht einen wenig vertrauenswürdigen Eindruck, Fotos im Hochformat bedurften einer grundsätzlichen Nachbearbeitung, da es unmöglich war, den Kopf exakt im Winkel von 90° auszurichten: Er kippte etwas über, so daß das Foto verkantet war. Außerdem hatte ich stets etwas Angst, daß die Schnellkuppelung bei Hochformataufnahmen sich vom Stativkopf lösen könnte.

Soviel zu den Nachteilen einfacher Stative.

Die Lösung:

Ein gutes, leider auch teureres Stativ mußte her. Es gibt ein paar Stativhersteller, die einen unzweifelhaft guten Ruf genießen, darunter Manfrotto.

Meine Wahl viel auf das Manfrotto Triman 028b. Anzumerken ist, daß professionelle Stativhersteller ihre Stative ohne Kopf anbieten. Der Grund ist einfach: So kann man sich seinen Bedürfnissen entsprechend seinen Kopf heraussuchen und mit dem Stativ kombinieren.

Für diejenigen, die jetzt nicht ganz so wissen, um was es geht: Unter Stativkopf versteht man das Element, das ein Verschwenken der Kamera horizontal und vertikal ermöglicht, auch ein Verstellen im 90°-Winkel für Hochformataufnahmen sollte möglich sein.

Im folgenden Bericht geht es um das Stativ, der Stativkopf ist ein eigener Bericht wert.

Anforderungen


Prinzipiell gibt es vier Eigenschaften, die ein Stativ besitzen sollte:

1. Es muß schnell aufzubauen sein
2. es soll möglichst groß sein und
3. es soll stabil sein
4. es soll leicht sein

Die Punkte Zwei und Drei stehen in gewissem Widerspruch mit Punkt Vier zueinander, da Größe und Stabilität mehr Materialaufwand erforderlich macht. „Größe“ ist natürlich relativ, ich benötige allerdings ein Stativ, daß eine Kamerapositionierung mindestens in Augenhöhe ermöglicht. Da ich auf Veranstaltungen auch schon mal über die Köpfe anderer hinweg fotografieren möchte, ist eine noch größere Auszugslänge sinnvoll.

Dann erst einmal zu den

Eckdaten

Zusammengeschoben für den Transport ist es ohne Kopf 82 cm hoch, spreizt man die drei Beine, dann beträgt die Arbeitshöhe 77 cm. Es wiegt 4,15 kg, zur Ausrichtung ist eine Dosenlibelle eingebaut. Fährt man alle Beine aus, erreicht man eine Höhe von 177 cm, mit ausgefahrener Mittelsäule 227 cm. Die Belastbarkeit beträgt 12 kg. Das Stativ ist Mittelsäule durch zusätzliche Verstrebungen an der Mittelsäule stabilisiert. Das Stativ besteht im Wesentlichen aus Aluminium.

Zum Lieferumfang gehört ein Tragegurt, hierzu befestigt man einen mitgelieferten Haken zum Einschrauben an das dafür vorgesehene Gewinde. Mit einem Karabinerhaken wird der Gurt daran befestigt. Am Beinende sorgt eine sich selbständig bei Zug schließende Gurtkonstruktion für den richtigen Sitz.

Der große Nachteil vorneweg

Das Stativ ist schwer und relativ groß, auf Flugreisen ist Übergewicht vorprogrammiert, es ist auch kein Stativ, das man so vorsichtshalber mitnehmen kann auf Fototouren. Aber hierfür wurde es ja auch nicht konstruiert.

Nun aber zu den Qualitäten

Die oberen drei Beinsegmente bestehen aus jeweils zwei Aluminiumrohren (siehe Bild 1), deswegen ist das Stativ sehr stabil. Das 2. Beinsegment ist mit gut greifbaren Griffen zum Schrauben (Flügelschrauben) fixiert. Lockert man die Schrauben, sorgt das Eigengewicht dafür, daß die Beine nach unten schnellen. Gestoppt werden die Beine dann durch am oberen Ende befindliche Gummistopper, so daß es nicht zu laut wird, wenn die Beine abrupt bremsen. Seine eigenen Füße sollte man allerdings nicht unbedingt zum Stoppen verwenden.

Wenn dies Beinsegment voll ausgefahren ist, erreicht man bereits eine Arbeitshöhe, wie man sie von einfachen Stativen im voll ausgefahrenen Zustand kennt, ca. 160 cm. Die Mittelsäule muß dann nur noch wenig herausgefahren werden, um die Kamera auf Augenhöhe zu bringen (berücksichtigen muß man ja noch die zusätzliche Höhe des Stativkopfes).

Die unteren Beinsegmente werden mit einfacheren Feststellschrauben arretiert. Die Stativbeine sind unten mit Spikes versehen, natürlich können auch für Innenräume Gummifüße herausgedreht werden. Hier reicht das Eigengewicht nicht mehr aus, um die Beine vollständig auszufahren.

An den Stativbeinen vermisse ich allerdings eine Skalierung zur Orientierung, wenn von vornherein klar ist, daß man die Beine nicht vollständig herausfahren muß. Zwar ist eine millimetergenaue Skalierung unnötig, aber ein paar Teilstriche alle 10 bis 15 Zentimeter hätten es sein können.

Die Mittelsäule wird mit einer Kurbel herausgefahren. Die Kurbel wird zu Transportzwecken versenkt, ein einfaches Drücken auf einen Ring, der sich um die Kurbel befindet, läßt den Hebel herausspringen. Natürlich ist die Mittelsäule mit einer Rücklaufsperre ausgestattet, so daß die Säule nicht herunterrutschen kann. Arretiert wird sie ebenfalls mit einer Flügelschraube. Ist die Mittelsäule vollständig ausgefahren, benötigt man, sofern auch die Stativbeine vollständig ausgefahren sind, eine Trittleiter, um durch den Sucher zu blicken (o. k.., Basketballspieler vielleicht nicht ;-) Stolze 227 cm werden erreicht, außerdem kommen ja noch einige Zentimeter hinzu (Stativkopf und die Kamera selbst).

Für bodennahe Aufnahmen kann auch am unteren Ende der Mittelsäule ein Stativkopf montiert werden, für solche zwecke sind aber spezielle Stative für Makroaufnahmen geeigneter.

Der Stativkopf (da gibt es unterschiedliche Modelle) wird auch oben mit einem großen 3/8-Zoll Gewinde aufgeschraubt, drei kleine Schrauben fixieren ihn endgültig.

Auf der Grundplatte befindet sich noch eine Dosenlibelle, um das Stativ exakt ausrichten zu können. Da aber die besseren Stativköpfe ebenfalls mit einer Wasserwaage ausgestattet sind, ist die Dosenlibelle an dieser Stelle nicht so unbedingt notwendig.

Preiswert ist ein solches Stativ leider nicht, je nach Händler werden zwischen 160 und 220 Euro fällig. Außerdem muß noch der Preis des Stativkopfes hinzuaddiert werden.

Fazit

Zweifelsohne ein tolles Stativ, das Triman 028b von Manfrotto. Das „b“ steht für Black, hat also weiter keine besondere Bewandtnis. Es hat natürlich eine gewisse Unhandlichkeit, die der Größe und Stabilität geschuldet ist. Hierfür kann man kein Sternchen abziehen. Dennoch vergebe ich nur vier Sterne, denn die Beinsegmente könnte besser ausgestattet sein: die unteren Arretierungsschrauben könnten höherwertiger sein, die Beinsegmente könnten eine Skalierung gebrauchen.

© Thomas Biegel für verschiedene Foren im World Wide Web

59 Bewertungen, 11 Kommentare

  • katjafranke

    18.03.2012, 01:38 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA

  • hjid55

    18.03.2012, 01:20 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich & liebe Grüße Sarah

  • morla

    18.03.2012, 01:04 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    schönes wochenende lg. petra

  • waugl555

    18.03.2012, 00:20 Uhr von waugl555
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ganz liebe Grüße. Irene

  • XXLALF

    17.03.2012, 23:01 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ein wunderschönes wochenende

  • anonym

    17.03.2012, 20:16 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Prima vorgestellt - GLG

  • ansii

    17.03.2012, 18:34 Uhr von ansii
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gut berichtet! Ich habe mir vor kurzem ein Cullmann-Stativ zugelegt.

  • Miraculix1967

    17.03.2012, 18:26 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönen Samstagabend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • Lale

    17.03.2012, 18:04 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~+

  • kruegerchristine

    17.03.2012, 17:55 Uhr von kruegerchristine
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Beitrag! Da ich für mich zwecks einen neu angeschafften 600mm Olmpus-Objektives durchaus auch nützlich! Danke für den Bericht. Sofern es nich untergeht, werde ich Dir die Höchstwertung später zukommen lassen. Für heute habe ich schon wieder alles verdattelt ... LG Günter :-)

  • uhlig_simone@t-online.de

    17.03.2012, 17:52 Uhr von uhlig_simone@t-online.de
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sonnige Frühlingsgrüße v. Simone