Marius Müller-Westernhagen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Donline

Ich wäre gern dabei gewesen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

*** Dieser Bericht handelt von der CD WESTERNHAGEN LIVE aus dem Jahre 1990 ***

Marius Müller-Westernhagen fand ich Mitte der 80er Jahre gar nicht gut. Mein Nachbar hatte mir zwei seiner CD’s geliehen und meinte „das wäre guter deutscher Rock“. Aber wie Geschmäcker nun mal so sind, es gefiel mir nicht was Westernhagen da machte.
So vergaß ich diesen Sänger auch erst einmal wieder.

Anfang 1989 kam dann Marius’ Album Halleluja raus und im Radio spielten sie „Sexy“ bis zum Abwinken und plötzlich mochte ich diese Stimme Westernhagens und beschloss auf eines der Konzerte zu fahren. Leider wurde ich krank und konnte nicht hin. Als Entschädigung gewissermaßen, kaufte ich mir 1990 die WESTERNHAGEN LIVE um wenigstens zu hören was mir entgangen war.

Der Opener des am 20. Dezember in der Westfalenhalle Dortmund aufgenommenen Konzertes ist das „Halleluja“ von George Friedrich Händel in einer kurzen Interpretation eines sehr guten Backgroundchores deutlich sind hier die Fans zu hören welche auf Marius warten. Nach etwas über einer Minute ist es dann soweit und ER betritt die Bühne.
Mit „Fertig“ heizt er dem Publikum schon mal ein. Ein Stück das rockt und über die vergangene Liebe eines Mannes zu seiner Frau oder Freundin handelt vom Text ein typischer Westernhagen.
„Weißt Du, dass ich glücklich bin?“ Fragt er danach seine Zuhörer, eine Ballade mit Tiefgang an deren Ende das Publikum auch noch mitmachen darf und glaubt die siebeneinhalb Minuten seien wie im Flug vergangen. Auf dem Album kann man jetzt doch schon merken, dass es zwar Live, aber nicht ungeschnitten aufgenommen wurde. Im Übergang zum nun folgenden
„Nur ein Traum“ ist ein deutlicher Lautstärkesprung zu vernehmen. Das Publikum setzt nach den ersten Tönen sofort mit ein und zelebriert mit Marius ein Feuerwerk. Er prangert meiner Meinung nach den Krieg und alles was damit zu tun hat an.
Ins Schwitzen kommen die Fans bei dem folgenden „Keine Zeit“, ein Stück in dem Gott und der Welt erklärt wird das Marius für nichts Zeit hat. Seine Band als Backgroundchor hat allerdings reichlich Mühe, die Tonlage einzuhalten und so klingt es im Hintergrund etwas schräg. That’s Life.

Erstaunt war ich das man 105 Worte Text auf über 8 Minuten verteilen kann. Westernhagen gelingt dieses Kunststück in „Lieben wird’ ich Dich nie“ ein bluesiges Stück über sein Verhältnis zu einer Prostituierten. Bläsereinsätze kommen sauber und die Halle singt lauthals mit. Rhythm ‚n’ Blues ist der Stil des Casanovastückes „Ladykiller“ auch hier ist die Stimmung gut und falsche Töne sucht man vergebens.
Das „Halleluja“, welches nun folgt hat mit dem von Händel nur noch den Namen gemein, ansonsten ist es eine kleine Abrechnung mit den Eltern. Wiederum schöne Bläsereinsätze und ein ausgereifter Chor begleiten die gesamten 5 Minuten bis zum vorläufigen Höhepunkt „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ das ein Muss auf jedem Westerhagen Konzert darstellt. Man hört deutlich, dass es Ihm auch nach 13 Jahren immer noch riesigen Spaß macht und er von den Fans zwei Zugaben fordert. Trotz der Rückkopplung gegen Ende einmalig.

Da die Laufzeit so eines Silberlings beschränkt ist kommen wir nun zu CD 2.
„Lieb mich“ ist das Klagelied eines jungen Mannes der glaubt seine Liebe verloren zu haben, natürlich im unverwechselbaren Marius Stil. Nicht zu laut und mit Gefühl.
Dieses ist auch in „Ganz und gar“ zu spüren. Ein Liebeslied erster Güte und guten Gitarreneinsätzen man kann die Wunderkerzen förmlich riechen.
Damit nicht genug über die holde Weiblichkeit ist „Sexy“ das rockigste Stück des Abends. Die Geschichte ist: älterer Mann fährt auf Lolita ab. Keine Fete ohne Sexy. Vom Fernweh geplagt kommt er uns in „Nimm´ mich mit“. Wieder eines der ruhigeren Stücke zum Nachdenken und träumen.
Ein Phänomen ist „Dicke“, bei diesem Song ist der Name Programm, werden doch alle Vorurteile über Vollschlanke genannt die es gibt. Aber es ist egal, alle singen mit.
Über seine Tagträumereien handelt „Lass uns Leben“, hier dominiert das Klavier die Atmosphäre eines eingängigen Popstücks das eigentlich das Ende des Konzertes darstellen sollte und zudem die Akteure die Bühne verlassen. Aber das Publikum ist da anderer Meinung und so kommt Marius zurück um noch einmal auf zu drehen. Das – wie ich es immer Nenne – Michael Schumacher Abschiedslied „Geiler is’ schon“, ist die erste Zugabe. Na ja eigentlich handelt es über einen jungen Mann der davon träumt ein großer Musiker zu werden, aber die Textpassage *ich brauch' kein Ferrari* hat mich auf den Eingangs erwähnten Einfall gebracht. Eine Gänsehaut bekomme ich nach wie vor, wenn ich mir „Freiheit“ anhöre. Es war die Zeit des Mauerfalls, auch wenn es gar nicht dafür geschrieben wurde so hat man immer das Gefühl es wäre genau dafür gemacht worden. Das Publikum ist außer Rand und Band und singt was die Lungen noch hergeben. Den krönenden Abschluss dieses Mitschnitts auf der Doppel-CD liefert „Johnny W.“! Das Lied über einen kleinen schottischen Freund, der uns Jahre später durch eine Werbefirma wieder in Erinnerung gerufen wurde. Hier müssen alle noch mal ran und zeigen was ein Live-Konzert ausmacht.

Etwas einfallslos finde ich allerdings das Coverdesign. Die Buchstaben L V E prangen in grün, gelb und blau auf dunklem Violett. Der Name Westerhagen ersetzt in roter Schrift das I und in der Mitte tanzt ein kleiner Marius mit Hut und Mundharmonika. Auf den Innenseiten des Bookletts gibt es einige Bilder vom Konzert.

Wie gesagt, das Konzert ist mittlerweile über 11 Jahre her und immer noch bin ich etwas traurig nicht dabei gewesen zu sein, aber die hervorragende Aufnahmequalität vermittelt schon recht gut die Atmosphäre in der diese CD’s entstanden sind. Dieser Querschnitt aus – seinerzeit – aktuellem Album und beliebten Stücken gehört einfach in jede Marius Sammlung.


© Donline 14.02.2002

22 Bewertungen, 5 Kommentare

  • pyragoon

    04.03.2007, 11:39 Uhr von pyragoon
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. lg mm *dreifachgrins*

  • anonym

    22.03.2002, 16:18 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bei der CD bekomme ich immer eine Gänsehaut

  • kulosa

    14.02.2002, 23:07 Uhr von kulosa
    Bewertung: sehr hilfreich

    Glaubst Du wirklich, daß Du diesmal hier etwas von Deinem Geld sehen wirst? Du wirst sehen, in einigen Monaten passiert wieder irgendetwas, daß keiner etwas von seiner Mühe hat. mfg Jan

  • ch_zocker

    14.02.2002, 14:46 Uhr von ch_zocker
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gute Meinung, kannst ja auch mal bei mir reinschauen, würde mich freuen !

  • darkunit

    14.02.2002, 14:43 Uhr von darkunit
    Bewertung: sehr hilfreich

    Westernhagen ist spitze.Liebe Grüße und alles Gute zum Valentinstag, Peggy