Das Lied von Eis und Feuer 1. Die Herren von Winterfell (Taschenbuch) / George R. R. Martin Testbericht

ab 9,77
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von Boodil

Politisch, Praktisch, Gut

Pro:

einfach gut

Kontra:

lange Wartezeiten zwischen den Büchern

Empfehlung:

Ja

Wow, ist diese Serie gut! Vorher habe ich Fantasie nur gelegentlich gelesen, aber das hier hat mich wirklich auf den Geschmack gebracht. Ich habe die ersten beiden auf englisch erschienenen Bücher, „A Game of Thrones“ und „A Clash of Kings“, insgesamt etwa 1600 eng beschriebene Seiten, innerhalb von einer Woche verschlungen, und bin davon so süchtig geworden, dass ich mich wochenlang auf keine anderen Bücher konzentrieren konnte, sondern ständig alle Internet-Buchläden nach dem Sequel absuchte.
Die Serie spielt auf einem Planeten, wo einzelne Jahreszeiten ganze Jahre dauern können, und während sich die Bevölkerung nach einem neunjährigen Sommer auf einen noch längeren Winter einstellt, zeichnet sich ein Bürgerkrieg ab...
13 Jahre zuvor hatten sich drei der sieben großen Regenten-Häuser, die Starks, die Lannisters und die Baratheons, zusammengeschlossen, um den verrückten alten König Aerys Targaryen zu stürzen, wonach Lord Robert Baratheon König wurde und Lord Lannisters Tochter Cersei heiratete. Nun beginnt dieses Bündnis brüchig zu werden, als Lord Eddard Stark herausfindet, dass Cersei den alten Berater des Königs ermorden ließ, um zu vertuschen, dass ihre drei Kinder überhaupt nicht vom König stammen, sondern von ihrem Zwillingsbruder Jaime.

Die Geschichte wird jeweils kapitelweise abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Hauptpersonen erzählt, darunter Lord Stark selber, seine Frau Catelyn und vier seiner sechs Kinder: Bran (zu Anfang der Geschichte 7), der querschnittsgelähmt ist, seit Jaime Lannister versucht hat, ihn umzubringen, indem er ihn vom Balkon stieß, als Bran ihn mit seiner Schwester im Bett beobachtete, Sansa (11), die von den Lannisters seit Ausbruch des Krieges als Geisel gehalten wird, Arya (9), die gerade noch rechtzeitig aus der Hauptstadt fliehen kann und als Junge verkleidet versucht nach Hause zu kommen und ihr Bastard-Bruder Jon (14), der als Mitglied der Nachtwache einen Eid geschworen hat, das Land unabhängig von den politischen Verhältnissen gegen Eindringlinge aus dem Norden zu verteidigen und dabei unerwarteterweise gegen „Andere“ kämpfen muss, mysteriöse Untote, die nur noch aus Legenden bekannt sind.

Zwei weitere Handlungsstränge befassen sich mit Danaerys Targaryen, der dreizehnjährigen Tochter des alten Königs Aerys, die zusammen mit ihrem Bruder ins Exil getrieben wurde und sich von einem anderen Kontinent aus darauf vorbereitet, die Macht zurückzuerobern, und Tyrion Lannister, einem Zwerg und jüngerem Bruder von Cersei und Jaime, der den Machtstreben seiner Geschwister zwar skeptisch gegenübersteht, sich jedoch durch seine Familienehre gebunden fühlt.

Alle Charaktere sind wunderbar einfühlsam beschrieben und sehr sympathisch, was die Geschichte umso spannender macht, da von Anfang an klar ist, dass nicht alle gewinnen oder sogar überleben können, da sie alle auf verschiedenen Seiten stehen und grundverschiedene Interessen haben.

Im zweiten Buch kommen noch zwei weiter Hauptpersonen hinzu: Theon Greyjoy, der seine Kindheit als Pflegekind (und Quasi-Geisel, um sich zu versichern, dass sein Vater sich nicht wieder an einer Rebellion beteiligt) bei den Starks auf Winterfell verbracht hat, und nun versucht, seiner Familie zu beweisen, dass er noch ein „echter Greyjoy“ ist, indem er Winterfell angreift. Und Ser Davos, ein Offizier in Stannis Baratheons Kriegsmarine.

Das ist zwar meiner Meinung nach etwas zuviel des Guten, da es schwerer wird, sich für alle Charaktere gleich zu interessieren, aber andererseits treibt es die Handlung voran und macht es möglich, die aus so vielen Blickwinkeln wie möglich zu erzählen. Außerdem wird die Liste der Hauptpersonen zwischendurch durch einige Todesfälle wieder dezimiert...

„A Song of Ice and Fire“ ist die beste Fantasyserie, die ich jemals gelesen habe; aber wenn Sie sie selber lesen wollen, warten Sie nach Möglichkeit (um Ihres Seelenfriedens Willen!), bis die ganze Serie veröffentlicht wurde, denn die neuen Bände kommen mit qualvoller Langsamkeit.

10 Bewertungen