Mary Star of the Sea - Zwan Testbericht
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- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von hlemmur
Maybe We Were Born To Love
Pro:
Bonus-DVD.
Kontra:
Ein paar schwächere Songs.
Empfehlung:
Ja
„Mary Star Of The Sea“ ist eine typische Sommerplatte. Und wahrscheinlich gerade so typisch, weil sie relativ untypisch ist. Das ist nämlich für mich das typische an typischen Sommerplatten: Sie müssen untypisch sein. Was ist bei Sommerplatten untypisch? Unter anderem diese grenzenlose Melancholie, die sich in das unbeschwerte Sommerleben mischt – ohne, dass man sie wirklich wahr nimmt. Sie versteckt sich ganz geschickt und dann – wumm – schlägt sie. Völlig unvermittelt. Achterbahn.
„Lyric“ ist so ein typischer Jauchzsong mit einem Refrain, der einen sowas von sommerlich zappelig macht, dass man kaum stillhalten kann. Hüpf, Hüpf, Hüpf. Keine Gedanken an irgendwas. Nur Sonne, nur gut. Nur schön. Nur hier und gar nicht da. Einfach irgendwo. Das ist der Sommer. Genauso wie „Honestly“. Wie auch „Lyric“ als Single ausgekoppelt. Zurecht. Eigentlich relativ zahm und doch so nah am Geschehen. Hat man sofort im Kopf, geht auch nicht mehr raus. Wirklich. Selbst wenn die Scheibe irgendwo überwintert hat. Ein leichtes „Honestly“ liegt einem immer wieder auf den Lippen.
Dann kommt sie, die Melancholie. Allerdings erstmal etwas zu offenkundig: „Of A Broken Heart“ spielt zu offensichtlich mit dem gescheiterten Liebe. Deshalb: Etwas öde. Man nimmt dem Song auf keinem Fall ab, dass er gerade an einem gebrochenen Herzen gestorben ist. Das Herz ist höchstens geprellt. Sowieso: Mit einem wirklich gebrochenen Herzen wäre man nicht fähig Songs zu schreiben. Unter der Erde vielleicht. Gips?
Die richtige Melancholie überrascht einen erst in „Ride A Black Swan“. Das ist sie. Die, die Sommerplatten so untypisch macht. Und doch zu einer anständigen Sommerplatte gehört. Man möchte sich winden, wegsperren und doch sein Schicksal ertragen. Scheiß drauf. Mir geht's dreckig, aber der Sommer wird das schon erledigen. Und doch weiß man: Nichts wird gut. Tragisch, aber verkraftbar. „Endless Summer“ macht seinem Namen jedenfalls keine Ehre. Höchstens gegen Ende, aber das macht nix.
Der Abschuss ist jedoch „Jesus, I / Mary Star Of The Sea“. Ein 14-Minütiger Koloss, den man a) nicht in dieser Form erwarten konnte und der b) alle Erwartungen, die man nicht hatte, übertrifft. Das ist schwer. Aber bei solch einem Songmolch letztlich kein Problem. Von der ersten Minuten an kribbelt es überall. Die Steigerung. Das, was noch kommen mag. Und diese Stimme. Diese Stimme. Schnoddrig-cool-schön. Der Noise-Anteil wird in die Höhe geschraubt. Mächtig Fuzz. Und irgendwann kommt es wie es kommen muss: Spacefuzz. Das einzige Wort, dass so richtig passen mag. Diese typischen, psychodelischen, orientierungslosen Soloeskapaden, die eine Reise durch die gesamte moderne Musikgeschichte darstellt. Angefangen irgendwo in den Zwanzigern, rüber zu den Fünfzigern, rein in die Siebziger. Die Neunziger hat man schon am Anfang abgehakt. Die Siebziger sind sowieso der wahre Zwan. Irgendwie. Aber irgendwie auch überhaupt nicht. „Mary Star Of The Sea“ ist eben eine Sommerplatte. Was erwartet ihr?
Man könnte jetzt sagen: Die CD lohnt sich wegen der tollen Bonus-DVD oder wegen den tollen Aufklebern oder wegen dem Namedropping oder wegen der Musik allgemein oder wegen der Vergangenheit der Bandmitglieder oder wegen irgendwas. Ich sage: Die CD lohnt sich allein wegen diesem einem Track, „Jesus, I / Mary Star Of The Sea“. Und wenn die CD nur 14-Minuten lang wäre: Scheiß drauf. Das ist es.
Da macht es nichts, dass der eine oder andere Song nicht unbedingt ganz so toll geworden ist. Bei 14 Songs ist es auch schwer das Niveau über die ganze Distanz zu halten. Macht aber nix. Wozu gibt es die Skip-Taste? Oft muss man die sowieso nicht einsetzen.
Was man noch über Zwan wissen sollte: Dahinter stecken bekannte Köpfe. Billy Corgan und Jimmy Chamberlin von den toten Smashing Pumpkins. Paz Lenchantin (ex-A Perfect Circle) zupfte den Bass. Die beiden anderen Mitglieder David Pajo und Matt Sweeney sind zu vernachlässigen. Interessant ist lediglich, dass Zwan mit drei Gitarristen gearbeitet haben.
Doch der Sommer tat Zwan anscheinend nicht so gut, denn noch im selben Jahr in dem das Debüt „Mary Star Of The Sea“ veröffentlicht wurde, strich die Band auch schon wieder die Segel. Tja. Schade eigentlich. Vielleicht wäre das etwas Tolles über die Jahre gewachsen. Aber das werden wir nie erfahren. Komisch, denn Corgan war der alleinige Songwriter und hätte die Band locker mit anderen Leuten fortführen können. Wer kann schon in Gehirne schauen? Du?
Mal schauen, was Billy Corgan in Zukunft für uns bereit hält.
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ZWAN - Mary Star Of The Sea
(Reprise Records, 2003)
01. Lyric
02. Settle Down
03. Declarations Of Faith
04. Honestly
05. El Sol
06. Of A Broken Heart
07. Ride A Black Swan
08. Heartsong
09. Endless Summer
10. Baby, Let´s Rock!
11. Yeah!
12. Desire
13. Jesus, I / Mary Star Of The Sea
14. Come With Me
59 Bewertungen, 19 Kommentare
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21.03.2009, 13:25 Uhr von LiFo
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich. Liebe Grüße, Lifo
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28.04.2007, 18:51 Uhr von Sabate
Bewertung: sehr hilfreichlg Todd
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20.03.2006, 00:35 Uhr von ch123
Bewertung: sehr hilfreichsh! lg, ch123
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19.03.2006, 21:05 Uhr von moniseiki
Bewertung: sehr hilfreich************************************* <br/>************************************* <br/>*****Liebe grüße moniseiki******* <br/>************************************* <br/>*************************************
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19.03.2006, 16:43 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichUnd schon gegengelesen... LG, Marianne ;-)
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19.03.2006, 16:31 Uhr von Ilka123
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse, Ilka :-))
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19.03.2006, 16:13 Uhr von sascha6525
Bewertung: sehr hilfreichlg, Sascha6525
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19.03.2006, 16:03 Uhr von jenny123
Bewertung: sehr hilfreichsh & lg , jenny123
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19.03.2006, 15:43 Uhr von Nathalie
Bewertung: sehr hilfreichsh von mir
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18.03.2006, 21:36 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich***sh***Lg, Christina :)
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09.03.2006, 19:10 Uhr von Naffy
Bewertung: sehr hilfreichGruß Naffy
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02.03.2006, 23:49 Uhr von misterwhite
Bewertung: sehr hilfreichSH, weiter so! <br/>Danke für deine zahlreichen Lesung. Freue mich auch über weitere Gegenlesungen von dir. :D <br/> <br/>lg <br/>misterwhite
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02.03.2006, 20:29 Uhr von Hoffi
Bewertung: sehr hilfreichSH gruß Dominik ;-)
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02.03.2006, 13:01 Uhr von Connector
Bewertung: sehr hilfreichDanke für deine Lesung und zur Belohnung folgt auch gleich eine Gegenlesung. LG an Dich!
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01.03.2006, 20:38 Uhr von skorbut
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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28.02.2006, 20:18 Uhr von bubbelchen05
Bewertung: sehr hilfreichSH <br/>Liebe Grüße <br/>Marina
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28.02.2006, 17:39 Uhr von Alphanova1
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht!!! Bis dann mal...Lukas PS: Jeder freut sich über Gegenlesungen
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28.08.2004, 17:01 Uhr von stern.schnuppe
Bewertung: sehr hilfreich... gut, dass ich inzwischen weiß, was das bei Dir heißt ;-) Du bist auch knorke!
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25.07.2004, 23:34 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichHi, so denne ... Du schreibst "Im Sommer ist alles" ??? Meinst Du erlaubt ??? Was ist "Knorke" ??? Zwan kenne ich nur wenig, aber: wenn auch die schon wieder aufgelöst sind, wird es wieder Zeit, die "Smashing Pumpkins" wi
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