Mattel Uno Junior Testbericht

Mattel-uno-junior
ab 10,63
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Summe aller Bewertungen
  • Spielanleitung:  sehr gut
  • Wird langweilig:  nie

Erfahrungsbericht von Nutsi

Urlaubsspiel

5
  • Spielanleitung:  sehr gut
  • Wird langweilig:  nie
  • Spielerzahl:  ab 2

Pro:

macht Spaß

Kontra:

teuer

Empfehlung:

Ja

Damit die An- und Rückreise unseres Mallorca-Urlaubs für meinen Sohn nicht allzu langweilig wird, hab ich ihm im Vorfeld ein paar Kleinigkeiten besorgt, die er in seinem Kinderhandgepäck selbst transportieren konnte. In seinem Kinderrucksack von TCM befanden sich Pixi-Bücher, eine Zaubermaltafel, ein Fädelkrokodil, ein Bandolino und ein Mini-Plüsch-Benjamin-Blümchen. Ich wollte aber gerne noch ein Gesellschafts-Reisespiel für ihn und ließ mich deswegen im Spielzeugfachgeschäft meines Vertrauens beraten.
Leider gibt es speziell für so kleine Kinder (mein Sohn ist knapp 2 ¾) keine Reisespiele. Eher für ältere Kinder. Aber die Verkäuferin gab sich sehr viel Mühe und wir wurden dann doch noch fündig und kauften „Uno Junior“.


***Das Spiel***
Das „normale“ Uno spielt man eigentlich genau wie Maumau. Für diejenigen, die diese Spiele noch nicht kennen, werde ich sie kurz erläutern, alle anderen haben die großzügige Erlaubnis bis zum nächsten kleinen Absatz zu scrollen, ab da werde ich dann die Unterschiede zur Junior-Edition erläutern.
Maumau und Uno sind Kartenspiele, bei denen es darum geht, so schnell wie möglich alle Karten abzulegen, denn wer als erstes nichts mehr auf der Hand hat, gewinnt. Zu Beginn bekommt jeder Mitspieler fünf Karten, eine Karte liegt aufgedeckt auf dem Tisch und die restlichen zugedeckt auf einem Stapel. Die meisten Spielkarten haben die Zahlen 1-9, die es jeweils in den Farben gelb, rot, grün und blau gibt. (ich erkläre jetzt vornehmlich Uno, bei Maumau benutzt man für diese Spiel ein Skatkartenspiel und gibt den unterschiedliche Karten die jeweilige Bedeutung, aber vom Sinn ist es genau das gleiche wie Uno.) Zusätzlich gibt es noch Aktionskarten: Aussetzen, Richtungswechsel, Farbenwünschen, Zweiziehen und Vierziehen-mit-Farbenwünschen. Der jüngste Mitspieler fängt an und muss auf die aufgedeckte Karte eine passende Karte legen. Sie muss entweder in Farbe oder Zahl übereinstimmen. Liegt zum Beispiel eine rote Neun auf dem Ablegstapel oben, kann der am Zuge seiende Spieler beispielsweise entweder eine grüne Neun oder eine rote sieben ablegen. Hat er keine passende Karte, muss er eine neue vom Kartenstock (den restlichen zugedeckten Karten) ziehen. Passt diese auch nicht, muss der Spieler aussetzen und der nächste ist dran.
Was bei den Aktionskarten passiert, werde ich nicht näher erläutern, denn ich meine die Namen der Karten sprechen für sich. Hat ein Spieler nur noch eine Karte, muss er Uno (bzw. Maumau) rufen. Vergisst er dies, muss er zur Strafe zwei Karten vom Kartenstock ziehen.

Nun zu Uno Junior. Wo liegen die Unterschiede zum eigentlichen Uno?
Der Aufbau ist im Prinzip genau der selbe, nur das jede Zahlenkarte ein anderes Tier als Symbol hat:
- ein Löwe für eins
- ein Nashorn für zwei
- eine Griffe für drei
- ein Nilpferd für vier
- ein Tiger für fünf
- ein Krokodil für sechs
- ein Flamingo für sieben
- ein Zebra für acht
- ein Elefant für neun
Weiterer Unterschied zum Erwachsenen-Uno ist, das es weniger bzw. andere Aktionskarten gibt. Richtungswechsel fällt komplett weg und anstatt Vierziehen-mit-Farbenwünschen gibt es noch Eineziehen (ohne Farbenwünschen). Die anderen Karten bleiben gleich, nur das auch diese wieder Tiersymbole haben. Eine Affe mit einer Karte in der Hand für Eineziehen. Ein Affe mit zwei Karten in der Hand für Zweiziehen. Ein Tukan (oder Papagei oder so) für Aussetzen und ein Dschungel mit allen vier Farben in der Mitte für Farbenwünschen.


***Meine Meinung***
Schon beim Kauf war ich restlos begeistert von der Idee ein Uno Junior Kartenspiel zu entwickeln. Denn Uno ist ein sehr simples Spiel, das aber wirklich fast jedem eine Menge Spaß macht und sehr kurzweilig ist. Für Kinder die noch keine Zahlen kennen ist es zu schwierig, aber durch die Tiere wird dieses Problem beseitigt und so können auch schon kleine Kinder in den Genuss von Uno kommen.
Auch für mich als Mutter finde ich das klasse, denn immer nur Memory oder andere Standard Kinderspiele zu spielen, kann einem schon mal zum Hals raushängen. Aber Uno spiele ich selbst sehr gerne und dann ist es nicht gar so arg schlimm, wenn mein Sohn mich zum spielen verdonnert.
Weitere Bonus für Uno als Reisespiel war, dass es klein, handlich und leicht ist und somit prima in Jeldriks Kinderrucksack gepasst hat. Man braucht nicht viel Platz um es zu spielen, nur eine Ecke auf der man die Karten ablegen kann und so wurde Uno das ideale Urlaubsspiel im Zug, Bus, Flugzeug und am Strand oder Pool (außer wenn es super windig war).
Was ich außerdem toll finde, dass in der Spielanleitung verschiedene Varianten vorgestellt werden, so dass man das Spiel auch noch steigern kann, je nach dem Niveau des Kindes. Uno Junior wächst sozusagen mit.
Zunächst spielt man es völlig ohne Aktionskarten, damit das Kind erst mal begreift, wie das mit dem ablegen funktioniert. Außerdem nimmt das Kind die Karten nicht verdeckt auf die hand, sondern legt sie offen vor sich, damit der Erwachsene ihm ein bisserl auf die Sprünge helfen kann. Auch wenn das Kind bei der letzten Karte vergisst „Uno“ zu rufen, werden keine Strafmaßnahmen wie Zwei ziehen eingeleitet, sondern man erinnert das Kind nur höflich daran. Jeldrik musste man selten daran erinnern, denn laut Uno zu brüllen ist für ihn der größte Spaß des Spiels.
Hat das Kind dann die Grundzüge begriffen und wird Uno etwas eintönig kann man mit den Aktionskarten etwas Aktion ins Spiel bringen (ach, deswegen heißen die so!). So weit sind wir aber noch nicht, aber bald werden wir sie auch einbauen, denn Jeldrik spielt mittlerweile wie ein alter Zocker.


***Design***
Die Tiere und Farben sind sehr kindgerecht gewählt und gestaltet. Die Farben sind sehr kräftig und klar. Die Tiere sehen sehr freundlich aus und sind gut erkennbar.
Mir persönlich ist es zwar fast ein bisserl zu poppig, aber für Kinder finde ich es sehr ansprechend.
Sogar die Rückseite der Karten ist liebevoll gestaltet und nicht so trist und schwarz wie beim regulären Uno. Oberhalb und unterhalb der Uno-Junior-Emblems sind ganz klein alle Tiere die Spiel vorkommen aufgezeichnet. Dies veranlasste einen kleinen Mitspieler von Jeldrik, mir immer das jeweilige Tier auf der Rückseite zu zeigen, wenn ich ihn fragte, ob er denn das Tier was gerade an der Reihe wäre, bei seinen Karten hätte. Fand ich ja sehr gewitzt von ihm.

***Was kann man bei Uno Junior lernen?***
- Tiere
Außer dem Flamingo kannte Jeldrik zwar eigentlich schon alle Tiere, aber es gab auch so noch genug für ihm zu üben, zum Beispiel genau beim Nilpferd und Nashorn hinzuschauen. Denn die beiden sehen sich ja sehr ähnlich. So konnten Unterschiede entdeckt werden und man kann das Spiel auch kurz unterbrechen, um einen kleinen mündlichen Exkurs über Nilpferde und Co zu machen. Wo sie leben, was sie fressen und so weiter. So können die Kids bei einem einfachen Kartenspiel noch was über Tiere lernen, aber nur wenn die Eltern Lust und Muße habe sich darüber auszulassen. Wenn nicht lernen die Kinder wenigstens die Namen der Tiere.
- Farben
Meine Sohn kannte die Farben schon, bevor wir das Unospiel hatten. Aber Kinder , die sie noch nicht beherrschen, können sie hier lernen oder ihr Wissen üben und trainieren.
- Zahlen
Da außer dem Tier auch auf jeder Karte oben und unten in der Ecke die jeweilige Zahl notiert ist, können die Kinder spielerisch die Zahlen lernen. Man kann ihnen erklären welches Tier für welche Zahl steht und so erkennen sie sehr schnell auch die Ziffern. Jeldrik hat bis jetzt schon die eins und acht gelernt.
Gut an den Zahlen ist, dass man mit Älteren und Jüngeren Kids zusammenspielen kann. Die Kleinen brauchen nur die Tiere benennen und die Größeren sollen die Zahlen sagen.
- Aussprache/Wortschatz
Bei Uno Junior kann man ganz viel erzählen. Man benennt die Tiere und Farben, ruft Uno und unterhält sich über den Spielablauf. So lernen die kleinen Mitspieler ganz einfach neue Wörter oder man kann sie in ihrer Aussprache korrigieren. Dies sollte aber immer (nicht nur bei Uno) indirekt passieren. Man darf nie sagen: „Nein! Das heißt nicht Famingo, sondern Flamingo!“ Denn dies deprimiert das Kind nur, es fühlt sich als Versager und traut sich bald gar nicht mehr schwierige Wörter auszusprechen.
Statt dessen wiederholt man das falsch oder unkorrekt ausgesprochene Wort einfach in einem normalen Satz, aber dies mehrmals. „Oh, du hast einen Flamingo! Schau! Ich habe keinen Flamingo, aber gut dass du einen Flamingo hast, denn Flamingo ist gerade an der Reihe.“ So hört das Kind die richtige Aussprache, ohne das sein Selbstwertgefühl verletzt wird. Wenn man immer deutlich und klar sprecht, wird es sich irgendwann die richtige Aussprache von alleine angewöhnen. Wenn nicht sollte das Kind zum Logopäden und nicht andauernd gemaßregelt werden. Aber was hat das jetzt mit Uno zu tun?
- Ausdauer/Konzentration
Für einen kleinen Jungen wie meinen (für Mädchen natürlich auch) erfordert es schon eine enorme Konzentration und Ausdauer ein komplettes Unospiel durch zu stehen. Aber Jeldrik gefällt es so gut, dass er es sogar sooft hinter einander spielen will bis ICH keine Lust mehr habe.


***Preis***
Für ein einfaches Kartenspiel 6,99 € hinzulegen fand ich zwar etwas übertrieben, zumal es noch nicht mal eine stabile Verpackung, sondern einfach nur eine dünne Papphülle hat, die nach einem Urlaub schon ziemlich zerfleddert aussieht.


***Fazit***
Obwohl der Preis echt unverschämt ist (hat Mattel denn noch nicht genug mit Barbies verdient) finde ich das Spiel so super klasse, dass ich einfach nur fünf Sterne vergeben kann. Super Idee, super Umsetzung und eine Menge Spaß!

13 Bewertungen