Medisana Eco-Tens Testbericht

Medisana-eco-tens
ab 24,82
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Erfahrungsbericht von Anonym113

Schmerztherapie und Facelifting im Taschenformat

Pro:

vielseitig anwendbar

Kontra:

die selbstklebenden Elektroden verlieren schnell an Haftkraft

Empfehlung:

Ja

Liebe Leserinnen und Leser,

holt euch was zu trinken und macht euch ein Brot, denn dieser Bericht wird etwas länger als sonst. Ihr erfahrt in diesem Bericht etwas über mich, was ich bisher noch nicht preisgegeben habe, aber ich denke es gibt unter uns Leser für die dieser Bericht sehr hilfreich sein kann. Nämlich solche Leser denen es genauso geht wie mir. Die Rede ist von Schmerzpatienten. Ich leide seit über 10 Jahren an Knochenschwund. Am meisten ist meine Wirbelsäule betroffen, denn einige Wirbelkörper sind eingebrochen. Ich habe 25 Stunden täglich starke Schmerzen. Ich weiß, der Tag hat nur 24 Stunden, aber ich sage bewusst 25 um es noch deutlicher zu machen.
Aber dieser Bericht ist auch für diejenigen, die hier und da mal von Rückenschmerzen geplagt werden, oder Kopfschmerzen haben. Vielleicht will der ein oder andere sich auch einfach nur mal etwas gutes tun. Denn es gibt noch vieles mehr was das Gerät kann, von dem ich euch hier berichte. Und los geht's....

~Objekt~

MEDISANA
Schmerztherapie Gerät
Eco-Tens
Preis: 110,00 Euro bis 248,00 Euro
oder auf Rezept
2 Jahre Garantie


~Hersteller~

MEDISANA AG
Eisbachstraße 2
53340 Meckenheim
Tel. 02225/ 9196-0
Fax.02225/9196-26
www.medisana.de


~Bezugsquelle~

Sanitätshaus oder Apotheke
und unter www.madisana.de


~was ist ein TENS Gerät~

TENS steht für Transkutane Elektrische Nerven Stimulation. Vielleicht habt ihr schon mal was von Reizstrom gehört. Damit behandelt man Schmerzen ganz ohne Nebenwirkungen. Noch ein riesiger Vorteil ist, dass es nicht nur der Therapeut in seiner Praxis, sondern der Betroffene selbst zu Hause anwenden kann. Haut-, Muskel- und Nervenfasern werden mit Hilfe von Elektroden gereizt und stimuliert wodurch eine schmerzlindernde Wirkung erzielt werden soll.


~Inhalt und Aussehen~

Wenn man das Gerät aus der Schachtel nehmt erblickt man eine Hartplastikbox mit einem durchsichtigen Deckel, der den Blick auf das Gerät freigibt und das ist erstaunlich klein. Die sogenannte Aufbewahrungsbox inklusive Inhalt ist nur 442 g schwer bzw. leicht, 32 cm lang, 18,5 cm tief und 4,5 cm hoch. Wenn man den Deckel öffnet ist die Box in vier Fächer unterteilt. In der Mitte liegt das Gerät. Es ist kleiner als man es sich vielleicht vorstellt und es wiegt gerade einmal 72 g. Mit den Massen 6,5 cm x 9,5 cm ist es sehr handlich und inklusive Gürtelclip ist es auch nur 3 cm dick. Es erinnert mich beim Tragen an einen Mikrophonsender der im Fernsehen z. B. bei Moderatoren am Gürtel klemmt. In die linke Boxmulde kommen die selbstklebenden Elektroden. Das sind vier an der Zahl, die auf einer 11cm x 7 cm großen, durchsichtigen Trägerfolie kleben und in einem festverschlossenen Folienbeutel mitgeliefert werden. Das sind 3 cm x 5 cm kleine Klebepads mit ca. 10 cm lange Kabel inklusive Verbindungssteckern. Die rechte Boxhälfte ist noch mal in zwei Fächer unterteilt, in dem oberen Fach liegt eine 9 Volt-Block Batterie ohne die natürlich nix geht und im unteren Fach liegen zwei 112 cm lange Zweiphasen-Anschlusskabel. Ich hoffe, ich habe das richtig beschrieben. In der Gebrauchsanweisung steht Patientenkabel. Jedes Kabel hat einen roten und einen schwarzen Stecker. Dazu gibt es logischerweise eine Gebrauchsanweisung und ein Anleitungsbuch mit den verschiedensten Einsatzmöglichkeiten.


~Bedienung~

Das Gerät hat oben neben den zwei Anschlussbuchsen für die Kabel auch zwei stufenlos verstellbare Regler mit der Aufschrift Off und 1-8. Damit stellt man die Intensität ein. Vorne hat das Gerät zwei Leuchtdioden, die den Betrieb der einzelnen Kanäle anzeigen und je nach Einstellung blinken, oder ein Dauerlicht zeigen. Darunter ist ein Sichtfenster und dahinter sind wieder zwei Regler, einen für die Frequenz und einen für die Pulsrate und ein kleiner Schalter in der Mitte. An diese Regler kommt man, indem man das Fenster nach unten schiebt. Man kann den Schiebedeckel auch ganz rausschieben, dann hat man ihn in der Hand und sieht was zuvor verborgen war, nämlich das Batteriefach. Die Batterie legt man auch sofort ein um es auszuprobieren und das Gerät mit Batterie wiegt jetzt 110g. Man nimmt die beiden Kabel und stöpselt eins in den rechten und eins in den linken Anschluss, dann verbindet man die Stecker der Kabel mit den Steckern der Elektroden und schon kann es losgehen.
Je nachdem wo man nun die Beschwerden hat platziert man die Elektroden auf, oder um die Stelle und schaltet das Gerät ein.


~Einstellungen~

Unter dem Fensterchen sind drei grüne Schalter. Mit dem in der Mitte stellt man den Betriebsmodus ein, in dem man den Schalter von links nach rechts und umgekehrt schiebt. Drei Stufen sind es insgesamt. Links ist ein B und bedeutet Burst, in der Mitte ist ein C, welches für Constant steht und rechts ist ein M für Modulated.
Im Burst-Modus werden einzelne Impulse gesendet. Das geht dann vereinfacht dargestellt etwa so: an-aus-an-aus-an-aus...
Man kriegt jedes Mal einen einzigen Impuls und man zuckt, je nachdem wie man es eingestellt hat, bei jedem einzelnen zusammen. Ich z. B. stelle immer volle Power ein und immer wenn dann ein Impuls kommt zucke ich zusammen wie ein Fisch auf dem Trockenen.
Der Constant-Modus ermöglicht eine individuelle Steuerung von Frequenz und Impulsbreite über die Regler. Man fühlt ein gleichmäßiges Kribbeln.
Vorgegeben ist eine Behandlung morgens im Burst-Modus bei einer Frequenz von 4-15 Hz und einer Impulsbreite von 150-200. Am Nachmittag stellt man den Constant-Modus ein bei einer Frequenz von 100-200 Hz und einer Impulsbreite von 150-200. Eine Behandlung sollte mindestens 20 Minuten und höchstens 45 Minuten dauern.
Im Modulated-Modus wird die Behandlungsintensität in Zyklen variiert um einer Anpassung der Nerven an eine konstante Intensität vorzubeugen. Ehrlich gesagt habe ich es nicht ganz verstanden, weil es sich ziemlich genau so anfühlt wie der Constant-Modus.

~Anwendungsmöglichkeiten~

Das Gerät ist sehr vielfältig einzusetzen, leider ist die Schmerzbekämpfung das einzige was man kennt. Aber bleiben wir mal noch kurz dabei. Es ist nämlich möglich nicht nur das konventionelle Verfahren, sondern auch eine akupunkturähnliche Anwendung durchzuführen.
Akupunktur geht nämlich nicht nur mit Nadeln, sondern auch mit elektrischen Impulsen. Letzteres kann weh tun und man sollte es daher im Burst-Modus machen mit einer niedrigen Wiederholungsfrequenz. Dabei werden auf die jeweiligen Meridiane, auf die sonst die Nadeln gesetzt werden, die Elektroden geklebt.

~Anwendungsgebiete~

Schmerztherapie:
chronische Schmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kreuzschmerzen, Wirbelsäulenerkrankungen, Neuralgien, Phantomschmerzen, postoperative Schmerzen, Kopfschmerzen, Migräne, Frakturschmerzen, Tumorschmerzsyndrome, Prellungen, Stauchungen, Schlafstörungen, Arterielle Verschlusskrankheiten, Harninkontinenz

weitere Einsatzmöglichkeiten:
Muskelaufbau wie z.B. Straffung der Bauchmuskulatur
allgemeine Gewebestraffung, Cellulitis, Gesichtspflege z.B. Antifalten Stimulation

VORSICHT
Bei Herzschrittmachern, Schwangerschaft, oder künstlichen Gelenken und Metallplatten.


~Reinigung~

Das Gerät reinigt man am besten mit einem nebelfeuchten, weichen Tuch.
Die Elektroden verlieren nach einigen Anwendungen an Haftkraft, da mit jedem Mal Hautfett an dem Klebegel hängen bleibt. Dann soll man sie eine Sekunde mit der Klebeseite unter den kalten Wasserhahn halten und trocken schütteln. Die Trägerfolie reinige ich ebenfalls mit Alkohol, bevor ich die Elektroden wieder aufklebe. Danach sollten sie mindestens 8 Stunden ruhen. Ich mache es am Abend, so können sie sich über Nacht regenerieren.
Wenn sie so oft benutzt sind, dass sie auch durch abspülen nicht mehr zu retten sind, kann man diese Elektroden nachkaufen.

~meine Erfahrung~

Dank unserer Gesundheitsreform habe ich dieses Gerät leider viel zu spät bekommen, aber ich setzte all meine Hoffnung darin, dass es mir trotzdem noch Linderung verschaffen kann. Ich habe das Tens-Gerät auf Rezept bekommen, aber man kann es auch kaufen.
Ich benutze es seit einer Woche zweimal täglich ca. eine halbe Stunde und es ist super angenehm, wie eine Massage. Ich stöpsele erst alle Anschlüsse ein und klebe die Elektroden auf die betroffene Stelle, oder gleich daneben, falls es direkt auf dem Schmerz zu weh tut. Jedes Kabel hat zwei Elektroden, mit je einem roten und einem schwarzen Stecker. Morgens klebe ich die Elektroden von einem Kabel nebeneinander und mittags untereinander, wobei ich darauf achte, dass immer die gleichen Farben untereinander oder nebeneinander passend sind. Ich stelle das Gerät so ein wie ich es in dem Moment für richtig halte und drehe die Regler soweit auf wie ich es ertragen kann. Durch das kleine, leichte Gerät und den Gürtelclip kann ich mich frei bewegen, wobei eine Behandlung im sitzen, oder liegen bevorzugt werden soll, weil sich dann die Muskeln besser anpassen können. Wenn man damit rumläuft und irgendwas arbeitet, dann sind die Muskeln ja doppelt belastet und das ist nicht so günstig.
Wenn man vom Dauerkribbeln, das man vielleicht hoch eingestellt hat, weil es gut verträglich ist, in den Impulsmodus schaltet zuckt man tierisch zusammen, das sollte man vermeiden, vorher runterregeln. Und die Drehrichtung sollte man auch nicht verwechselt, sonst stößt man schnell spitze Schreie aus und der Nachbar denkt wohlmöglich sonst was.
Ich habe die Elektroden auf dem Rücken und während der Behandlung ist der ganze Bereich wie eingeschlafen, aber sehr entspannend. Wenn man danach die Elektroden abzieht, übrigens nie am Kabel ziehen, kann es sein, dass die Stelle auf der sie aufgeklebt waren noch ein paar Minuten rot ist. Da ist nicht schlimm und tut nicht weh, es ist eher ein Zeichen, dass sie gut gehaftet haben. Die Elektroden immer sofort auf die Trägerfolie zurück kleben und ab und zu wie beschrieben reinigen. Danach ist mein Rücken viel entspannter, aber zu Beginn der Behandlung hatte ich am nächsten Tag ziemlichen Muskelkater, den ich aber gerne in Kauf nehme, weil es mir zeigt, dass da wirklich was passiert. Die Elektroden lassen sich so gut von der Haut lösen, dass man überhaupt nichts merkt. Was mir nicht so gut gefällt ist, dass die Elektroden nicht sehr viele Anwendungen überstehen, das heißt sie kleben nicht so lange wie es auf der Packung steht und man muss öfter neue kaufen, oder verschreiben lassen.

Cellulitis, oder Falten habe ich zwar noch nicht, aber für euch habe ich mir mal zwei Elektroden rechts und links ins Gesicht geklebt. Ich schaute in den Spiegel und musste an Keanu Reeves in dem Film Vernetzt denken. Ich drehte langsam den Strom an und es fing ganz leise an zu kribbeln und ich versuchte mal soweit aufzudrehen wie ich es ertragen konnte. Bei Stufe vier haute es mir dann fast die Plomben aus den Zähnen und ich machte schnell wieder aus. Das hat man wirklich in den Zähnen gespürt. Ich konnte es nicht glauben, ich habe doch Kunststoffplomben. Versucht es ja nicht mit Amalgamplomben, das stelle ich mir dann etwas schmerzhaft vor.
Man sollte es nicht machen, wenn man sich kurz vorher eingecremt hat. Die Stellen, auf die man die Elektroden aufklebt reinigt man auch am besten vorher mit Alkohol, dann verlängert man die Lebensdauer der Klebeflächen. Die Kabel sehen aus wie Lakritzschnecken und lassen sich gut teilen. So ist das Anbringen der Elektroden an weiter entfernten Stellen möglich. Zum Beispiel eine Elektrode am Fuß und eine auf dem Rücken, oder so ähnlich.
Es ist super so ein Gerät zu Hause zu haben, dadurch kann man es immer dann benutzen, wenn man gerade Zeit hat und braucht nicht zum Therapeut, der vielleicht nur zweimal die Woche einen Termin macht. Sonntags setze ich aus, da habe ich sozusagen Ruhetag, das ist auch gut für die Muskulatur, denn mit der Behandlung ist es wie mit allem, übertreiben soll man es nicht. Mittlerweile habe ich 16 Behandlungen durchgeführt und ich hoffe sehr, dass es nicht zu spät war, dass ich das Gerät bekommen habe und es meine Schmerzen wenigstens lindert. Wenn es rechtzeitig angewendet wird hilft es garantiert. Wenn mehrere Personen da Gerät nutzen wollen, z. B. die Familie, so sollte jeder seine eigenen Elektroden haben.
Leute die Schmerzen haben, bekommen es bestimmt verschrieben und wenn es nur leihweise ist, andere Interessierte können es wie gesagt auch kaufen. Diese Art der Behandlung hat jedenfalls keine Nebenwirkungen und ist super einfach und überall anzuwenden.
So das war mein Bericht zum Eco-Tens-Gerät, ich hoffe ihr könnt was damit anfangen und wünsche allen Leidensgenossen und anderen Schmerzpatienten schnellstmögliche Besserung.

Wenn ihr noch irgendetwas wissen wollt, schreibt einfach ins GB oder direkt hier in den Kommentar. Ich antworte dann so schnell wie möglich.

Zum Schluss danke ich euch allen wie immer recht herzlich fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren

Lieben Gruß

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