Meereszentrum Fehmarn Testbericht

ab 9,08
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Erfahrungsbericht von Prisca

Ja, was schwimmt denn da?!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Was macht man im Urlaub, wenn mal draußen so richtig stürmt und schneit?! Na gut, geschneit hat es natürlich noch nicht, aber es gab schon den einen oder anderen Tag, da war das Wetter mehr als durchwachsen.

Gehen wir doch mal Fische gucken! Wie, was? Goldfische? Forellen? Weit gefehlt. Uns interessieren da doch eher die exotischen Exemplare: Muränen sind nett anzusehen, oder auch die giftigen Kugelfische, die niedlichen Seepferdchen und die gefährlichen Haie.

Das alles und noch viel mehr findet man im

MEERESZENTRUM FEHMARN.

Hierbei handelt es sich um ein Aquarium, das sich in Burg auf Fehmarn befindet. Und wer einmal in der Nähe von Fehmarn ist, sollte ruhig mal einen Besuch einplanen.

Das Aquarium ist ganzjährig geöffnet ( Ausnahme: 1.1.und 24.12.). Der Eintritt liegt bei 8,-- Euro für den Erwachsenen und bei 5,-- Euro für Kinder (3-15 Jahre) – Sondertarife gibt es für Studenten, Senioren und Gruppen. Ich will es gleich vorweg nehmen – der Eintritt ist vielleicht etwas hoch, sooo groß ist das Aquarium nicht und man braucht für einen Rundgang ca. 60 Minuten. Natürlich kann man sich auch noch länger hier aufhalten, sich in die Cafeteria setzen ( bedenkt aber die Extrakosten!) und ACHTUNG ( an alle Eltern) gleich nebenbei befindet sich der Souvenirshop und es ist damit zu rechnen, das man ohne Stoffhai ( den Großen, Mama, der hat ein schönes Maul!) und/oder diversen anderen „Kitsch“ (Gläser, Kettenanhänger, Poster) nicht wieder herauskommt. Man könnte ja auch zu einem der manchmal wirklich informativen Bücher greifen – aber mal ehrlich – werden die nachher denn auch wirklich gelesen?

Aber jetzt wollen wir erst mal mit unserem Rundgang beginnen. Das Gebäude des Meereszentrums ist von außen sehr schlicht gestaltet. (An alle Autofahrer – und das ist sicher die beste Möglichkeit, das Aquarium zu erreichen, der ein wenig abseits von Burg liegt – aber die Parkplatzsituation ist katastrophal! Solltet ihr vorhaben, neben dem Aquarium auch noch der Modelleisenbahnausstellung einen Besuch abzustatten, die genau gegenüberliegt, würde ich empfehlen, sich dort einen Parkplatz zu suchen!).

Betritt man den Eingangsbereich, empfängt einem eine etwas dunkele Atmosphäre, die Wände sind schlicht in blau gehalten. Kein überflüssiger Schnickschnack. Gleich hinter der Kasse kann man dann die ersten der über 40 Schauaquarien bewundern.

Die Aquarien erinnern von ihrer Form her an unser Aquarium zu Hause, einfache viereckige „Glaskästen“, mal groß, mal klein, immer in die Wände eingelassen. Auch hier wird wert auf Einfachheit gelegt, so das man sich ganz auf die Fisch- und Pflanzenwelt konzentrieren kann.

Die Unterwasserwelt, die wir hier vorfinden, ist wirklich vielfältig. Wir waren schon häufiger im Aquarium und ich staune immer wieder über die vielfältigen Größen, Farben und Formen der verschiedenen Fische. Es sollen über 1000 Meereslebewesen sein, die man hier bewundern kann ( bitte nicht festlegen, ich habe sie nicht nachgezählt, sondern diese Zahl dem Prospekt entnommen!). Neben jedem Aquarium findet man Tafeln mit Abbildungen und kurzen Beschreibungen der jeweiligen Fische. Und das ist auch gut so – manch ein Fisch scheut das Licht und versteckt sich so gut, das man ihn einfach übersehen würde, wenn man nicht wüsste: der muss doch hier irgendwo sein!

Abgesehen von den Fischen sind die Aquarien schlicht und einfach, aber schön gestaltet.Steine, Gewölbe und eine tolle Pflanzenwelt – manchmal staune ich über die bunten, wie lebendig wirkenden Pflanzen mehr, als über die Fische selbst.

Eine kleine Anmerkung zwischendurch: Seit meinem letzten Besuch hat es in diesem Aquarium eine tolle Neuerung gegeben – vor den Schauaquarien wurden kleine Fußbänke gemauert, so das jetzt auch die kleinen Gäste die Fische besser bestaunen können. Gute Idee!

Nachdem man jetzt alle Aquarien gesehen hat, gehen wir....nach Hause! **gg** nein, soweit ist es noch nicht! Jetzt kommt doch noch der Höhepunkt: Das große Haibecken! 400.000 Liter Wasser fasst es und bis zu 10 verschiedenen Haie tummeln sich dort. In diesem Becken wurde bewusst auf jede Bepflanzung verzichtet, alles konzentriert sich auf die „Schrecken der Meere“. Sind sie denn nun wirklich so schrecklich? Na ja, beachtlich ist es schon!

Steht man vor dem Fenster und der große Hai kommt direkt auf einen zu – das ist schon unheimlich. Besonders gut wirkt das, wenn man in dem 10 Meter langen Haitunnel steht. Dieser gläserne Tunnel führt mitten durch das Haibecken hindurch. Da fühlt man sich wie von Haien umgeben. Einige liegen oben auf der Röhre und schlafen, man kann sie ganz in Ruhe betrachten. Andere schwimmen herum – immer im Kreis. Da – da kommt er wieder – der ganz Große. Er kommt genau auf dich zu, du kannst sogar seine Zahnreihen zählen.

Interessant ist es auch, zu sehen, wie ein „Mutterhai“ mit seinen zwei Kleinen angeschwommen kommt. Die Mutter so groß, die Kleinen so klein! Ein Anblick, der besonders allen Kindern immer wieder gefällt.

Ein Nachteil des Haitunnels: In Ferienzeiten, an Wochenenden ist er einfach zu klein. Da wird gedrängelt und geschubst, jemand rollt dir mit einem Kinderwagen über die Füße und der nächste tritt noch mal kräftig nach! Mein Tipp: das Aquarium besser Wochentags besuchen, am besten um die Mittagszeit herum und die Hauptferienzeit ganz meiden. Dann kann man einen Besuch richtig genießen. Manchmal stehen im Haitunnel sogar Stühle, man kann sich setzen und so richtig in Ruhe beobachten. Für mich der schönste Ort vom ganzen Aquarium!

Ja, das war´s jetzt aber wirklich mit unserem Rundgang. Entweder geht man jetzt langsam zum Auto zurück – oder man sucht doch noch das Cafe auf ( im Sommer mit Terrasse): Hier befindet sich ein riesiges Panoramabecken ( 5x2 m – 70.000 l Wasser), das mit zwei Leopardenhaien, Barschen und Muränen bestückt sein soll ( ich betone: SOLL – meiner Erfahrung nach ist es das nicht immer!). So kann man zum Abschluss noch mal richtig die Aquarium - Atmosphäre genießen und dabei in aller Ruhe einen Kaffee schlürfen.

Was mir fehlt:
Vor Jahren war das Aquarium noch in einer Blechhall nahe des Hafens untergebracht. Natürlich nicht so aufwendig gestaltet, kein Haitunnel, kein Cafe... Damals gab es aber noch eine Menge „Drumherum-Information“ – über die Fische, über den Fischfang, über das Wattenmeer, die Umweltverschmutzung der Meere. Ich finde es schade, das man diesen Teil ganz aus der Ausstellung herausgenommen hat! Dafür hätte man wirklich einen Raum ( ein zweites Stockwerk?) einplanen sollen. Ich könnte mir auch einen Videoraum vorstellen, in dem kurze Filme gezeigt werden, z.B. über den Fischfang oder über die Arbeit von „Greenpeace“. Dann könnte man sich dort noch länger aufhalten – und man könnte noch mehr Informationen mit nach Hause nehmen.

Darum mein Fazit: Sehenswert ist dass Aquarium schon (wenn auch alles recht schlicht gehalten ist) – andererseits ist der Eintritt für ca. 1 Stunde Aufenthalt recht hoch. Und vor allem fehlen wir Hintergrundinformationen zum Thema Fischerei und Weltmeere. Darum auch meine Bewertung:

Bewertung: drei ( eigentlich tendiere ich mehr zur vier, aber der Haitunnel reißt es dann doch wieder raus) und trotzdem ein empfehlenswert!

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