Erfahrungsbericht von dieanke
Der GeschichtsLK in der großen Stadt
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Unsere Berlinfahrt war echt die kultigste Kursfahrt aller Zeiten. Wir waren im April mit unserem Geschichtsleistungskurs da und es war echt mal richtig klasse.
Wir stiegen morgens um 8 Uhr in der Heimat in den Zug und waren gegen 15 Uhr dann in Berlin. Das hört sich eigentlich ziemlich lange an, aber wenn man mit einem Kurs unterwegs ist, geht die Fahrt schon schnell rum (mit lustigen Kartenspielen usw.). In Berlin Bahnhof Zoo angekommen, kamen wir ohne Probleme in unser Hotel Berolina nach Charlottenburg mit der S-Bahn. Das Hotel war eine Katastrophe (siehe Bericht dort!!!) aber wir waren ja eh nicht so lange im Hotel (nur zum Schlafen und zum Frühstücken).
Da unser Lehrer uns schlauchen wollte, gingen wir gleich nach dem Auspacken auf unseren selbstgestalteten Stadtrundgang. Dieser wurde mit diversen Referaten von uns Schülern selbst gestaltet, so dass er sehr interessant war, nichts im Vergleich zu einer bezahlten Führung. Der einzige Nachteil dabei war allerdings, dass die Füße nach 3 Stunden Fußmarsch etwas schmerzten. Ansonsten war der Rundgang vor allem dazu gut, sich einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen. Am Abend ging es dann noch als krönenden Abschluß auf die Kuppel des Reichstages (Bericht siehe dort). Die fand ich eigentlich ziemlich enttäuschend. Nach den Fernsehbildern hab ich mir irgendwie mehr erhofft. Man hatte einen guten Ausblick, mehr aber auch nicht!!!
Als unser Programm dann beendet war, besuchten wir dann als Abschluss noch den Potsdamer Platz. Der ist auf jeden Fall zu empfehlen. Viele Kneipen und Kinos locken vor allem ins Sony Center. Die Preise sind dort allerdings auch dementsprechend gesalzen (z.B. 2 Euro für eine 0,3 l Cola). Als wir dann um 23 Uhr im Hotel waren, fielen alle total übermüdet ins Bett.
Am nächsten Tag hieß es dann schon um 7.30 raus aus den Federn, um 8 Uhr war das letzte Frühstück möglich. Wir bestiegen dann gegen 9 Uhr die S-Bahn und fuhren zum Jüdischen Museum (Bericht siehe dort). Allein die Architektur ist den Besuch wert. Der Neubau des jüd. Museums von Libeskind stellt einen zerbarstenen Davidstern dar. Echt faszinierend. Auch das beklemmende Gefühl eines Aufenthaltes in einer Gaskammer (im sogenannten Holocaust-Turm) war für mich eine ganz neue Erfahrung. Das Museum arbeitet verstärkt mit neuen Medien (Tondokumenten und Computerpräsentationen), vor allem aber mit Bildern. Teilweise fühlt man sich von einer Informationsflut überrollt. Das Museum behandelt außerdem nicht nur die NS-Zeit, sondern die gesamte jüdische Geschichte. Da die Ausstellung so umfangreich war, gelang es den meisten nicht, sich alles anzuschauen, da die Zeit zu knapp wurde.
Am Nachmittag fuhren wir dann mit der S-Bahn raus an den Wannsee zur Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz. Dieses Museum (Bericht siehe dort) stellt von der Darbietungsform her ein genaues Gegenteil zum jüd. Museum dar. Die Ausstellung konzentriert sich allein auf den Holocaust und arbeitet fast ausschließlich mit Bildern und Originaldokumenten. Im Haus der Wannseekonferenz fiel die endgültige Entscheidung zum Judenmord. Es ist schon spannend, an dem Tisch zu sitzen, an dem vor 60 Jahren eine solche Entscheidung gefallen ist. Die Bilder vom Leid der Juden fesselten so manchen mehrere Minuten, also viel Zeit mitbringen.
Abends waren wir dann in der kultigsten Kneipe Berlins, dem „KLO“ in Charlottenburg. Diese Kneipe (Bericht siehe dort) steckt voller Überraschungen: Ein Sarg als Sitzgelegenheit, bei dem der Deckel zwischendurch mal ruckelt, ein Tisch der ständig wackelt und erst das echte Örtchen... Wer in Berlin ist, sollte auch mal ins Klo gehen!!!
Den nächsten Morgen waren wir dann in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Da wir nun alle leider etwas müde waren, scheuchte uns unser Lehrer erst mal durch die ganze Stadt (zu Fuß natürlich). Daher war leider die Kondition in der Ausstellung völlig hinüber. Die Ausstellung ist in dem Gebäude untergebracht, vor dem am 20. Juli 1944 die Putschisten gg. Hitler (Stauffenberg und Co.) hingerichtet wurden. Die Ausstellung an sich war interessant, wenn man sie im wachen Zustand erlebt. Das ist aber mit Schulklassen nun nicht immer der Fall!!! Daraufhin war uns dann der freie Nachmittag gegönnt. Wir nutzten ihn zum Schlafen...
Deshalb waren wir dann auch am letzten Tag, dem Tag unserer Abreise wieder einigermaßen fit. Es hieß Museum nach Wahl. Wir gingen in das Mauerdokumentationszentrum in der Bernauer Straße. Die Bernauer Straße wurde genau von der Mauer geteilt. Zum Teil waren die Bürgersteige West, die Häuser aber Ost. Gerade im Jahre 1963 spielten sich hier Dramen ab. Wer kennt nicht die berühmte Geschichte mit dem Tunnel unter der Straße? Oder die Geschichte von dem DDR-Soldaten, der sich durch einen berherzten Sprung in den Westen rettete. Menschen wurden aus den Fenstern der Häuser hinabgelassen. Allerdings wurden die Fenster wenige Tage nach dem Mauerbau zugemauert, die Häuser später sogar abgerissen.
Das Mauerdokumentationszentrum ist sehr sehenswert. Vor dem Haus steht noch ein altes Stück Todesstreifen im Original. Sehr interessant, auch so etwas zu sehen. Innen ist dann in einer Art Zeitstrahl die Geschichte der Mauer dargestellt. Durch von der Decke hängende Streben in verschiedenen Abständen ist immer der Grad der Trennung bzw. Annäherung symbolisiert. Zwischen den Streben hängen immer verschiedene Fotos mit diversen Zeitzeugenberichten und Schicksalen, die mit der Zeit gerade verbunden waren.
Aus Berlin habe ich sehr viele Eindrücke mitgenommen, positive wie negative. Trotzdem finde ich, dass Berlin eine der interessantesten Metropolen Europas ist. Mein Favorit neben Barcelona (hab ich ja auch schon drüber berichtet!!!).
Für eine "Studienfahrt" mit einem Geschichtsleistungskurs ist Berlin einfach ideal!!!
Eure Anke
Wir stiegen morgens um 8 Uhr in der Heimat in den Zug und waren gegen 15 Uhr dann in Berlin. Das hört sich eigentlich ziemlich lange an, aber wenn man mit einem Kurs unterwegs ist, geht die Fahrt schon schnell rum (mit lustigen Kartenspielen usw.). In Berlin Bahnhof Zoo angekommen, kamen wir ohne Probleme in unser Hotel Berolina nach Charlottenburg mit der S-Bahn. Das Hotel war eine Katastrophe (siehe Bericht dort!!!) aber wir waren ja eh nicht so lange im Hotel (nur zum Schlafen und zum Frühstücken).
Da unser Lehrer uns schlauchen wollte, gingen wir gleich nach dem Auspacken auf unseren selbstgestalteten Stadtrundgang. Dieser wurde mit diversen Referaten von uns Schülern selbst gestaltet, so dass er sehr interessant war, nichts im Vergleich zu einer bezahlten Führung. Der einzige Nachteil dabei war allerdings, dass die Füße nach 3 Stunden Fußmarsch etwas schmerzten. Ansonsten war der Rundgang vor allem dazu gut, sich einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen. Am Abend ging es dann noch als krönenden Abschluß auf die Kuppel des Reichstages (Bericht siehe dort). Die fand ich eigentlich ziemlich enttäuschend. Nach den Fernsehbildern hab ich mir irgendwie mehr erhofft. Man hatte einen guten Ausblick, mehr aber auch nicht!!!
Als unser Programm dann beendet war, besuchten wir dann als Abschluss noch den Potsdamer Platz. Der ist auf jeden Fall zu empfehlen. Viele Kneipen und Kinos locken vor allem ins Sony Center. Die Preise sind dort allerdings auch dementsprechend gesalzen (z.B. 2 Euro für eine 0,3 l Cola). Als wir dann um 23 Uhr im Hotel waren, fielen alle total übermüdet ins Bett.
Am nächsten Tag hieß es dann schon um 7.30 raus aus den Federn, um 8 Uhr war das letzte Frühstück möglich. Wir bestiegen dann gegen 9 Uhr die S-Bahn und fuhren zum Jüdischen Museum (Bericht siehe dort). Allein die Architektur ist den Besuch wert. Der Neubau des jüd. Museums von Libeskind stellt einen zerbarstenen Davidstern dar. Echt faszinierend. Auch das beklemmende Gefühl eines Aufenthaltes in einer Gaskammer (im sogenannten Holocaust-Turm) war für mich eine ganz neue Erfahrung. Das Museum arbeitet verstärkt mit neuen Medien (Tondokumenten und Computerpräsentationen), vor allem aber mit Bildern. Teilweise fühlt man sich von einer Informationsflut überrollt. Das Museum behandelt außerdem nicht nur die NS-Zeit, sondern die gesamte jüdische Geschichte. Da die Ausstellung so umfangreich war, gelang es den meisten nicht, sich alles anzuschauen, da die Zeit zu knapp wurde.
Am Nachmittag fuhren wir dann mit der S-Bahn raus an den Wannsee zur Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz. Dieses Museum (Bericht siehe dort) stellt von der Darbietungsform her ein genaues Gegenteil zum jüd. Museum dar. Die Ausstellung konzentriert sich allein auf den Holocaust und arbeitet fast ausschließlich mit Bildern und Originaldokumenten. Im Haus der Wannseekonferenz fiel die endgültige Entscheidung zum Judenmord. Es ist schon spannend, an dem Tisch zu sitzen, an dem vor 60 Jahren eine solche Entscheidung gefallen ist. Die Bilder vom Leid der Juden fesselten so manchen mehrere Minuten, also viel Zeit mitbringen.
Abends waren wir dann in der kultigsten Kneipe Berlins, dem „KLO“ in Charlottenburg. Diese Kneipe (Bericht siehe dort) steckt voller Überraschungen: Ein Sarg als Sitzgelegenheit, bei dem der Deckel zwischendurch mal ruckelt, ein Tisch der ständig wackelt und erst das echte Örtchen... Wer in Berlin ist, sollte auch mal ins Klo gehen!!!
Den nächsten Morgen waren wir dann in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Da wir nun alle leider etwas müde waren, scheuchte uns unser Lehrer erst mal durch die ganze Stadt (zu Fuß natürlich). Daher war leider die Kondition in der Ausstellung völlig hinüber. Die Ausstellung ist in dem Gebäude untergebracht, vor dem am 20. Juli 1944 die Putschisten gg. Hitler (Stauffenberg und Co.) hingerichtet wurden. Die Ausstellung an sich war interessant, wenn man sie im wachen Zustand erlebt. Das ist aber mit Schulklassen nun nicht immer der Fall!!! Daraufhin war uns dann der freie Nachmittag gegönnt. Wir nutzten ihn zum Schlafen...
Deshalb waren wir dann auch am letzten Tag, dem Tag unserer Abreise wieder einigermaßen fit. Es hieß Museum nach Wahl. Wir gingen in das Mauerdokumentationszentrum in der Bernauer Straße. Die Bernauer Straße wurde genau von der Mauer geteilt. Zum Teil waren die Bürgersteige West, die Häuser aber Ost. Gerade im Jahre 1963 spielten sich hier Dramen ab. Wer kennt nicht die berühmte Geschichte mit dem Tunnel unter der Straße? Oder die Geschichte von dem DDR-Soldaten, der sich durch einen berherzten Sprung in den Westen rettete. Menschen wurden aus den Fenstern der Häuser hinabgelassen. Allerdings wurden die Fenster wenige Tage nach dem Mauerbau zugemauert, die Häuser später sogar abgerissen.
Das Mauerdokumentationszentrum ist sehr sehenswert. Vor dem Haus steht noch ein altes Stück Todesstreifen im Original. Sehr interessant, auch so etwas zu sehen. Innen ist dann in einer Art Zeitstrahl die Geschichte der Mauer dargestellt. Durch von der Decke hängende Streben in verschiedenen Abständen ist immer der Grad der Trennung bzw. Annäherung symbolisiert. Zwischen den Streben hängen immer verschiedene Fotos mit diversen Zeitzeugenberichten und Schicksalen, die mit der Zeit gerade verbunden waren.
Aus Berlin habe ich sehr viele Eindrücke mitgenommen, positive wie negative. Trotzdem finde ich, dass Berlin eine der interessantesten Metropolen Europas ist. Mein Favorit neben Barcelona (hab ich ja auch schon drüber berichtet!!!).
Für eine "Studienfahrt" mit einem Geschichtsleistungskurs ist Berlin einfach ideal!!!
Eure Anke
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