New Mexico Testbericht

New-mexico
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Erfahrungsbericht von Gambler

Land der Gegensätze

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

New Mexiko gilt als einer der Wüstenstaaten Amerikas. Seine karge und bizarre Landschaft ist faszinierend aber auch befremdend zugleich. New Mexiko hat neben seinem Wüstencharakter aber noch mehr zu bieten, nämlich Geschichte, Kultur und Abenteuer.

Der Süden des Staates hat ein sehr arides Klima. Tagsüber ist es drückend heiss. Nachts wird es bitterkalt. In den Bergen fällt regelmäßig Schnee, zumindest im Winter. Der Norden ist hügeliger mit einem gemäßigten Klima. Regenschauer kommen hier häufiger vor. Diese regnen sich dann an den Bergen ab. Diesmal möchte ich über den Süden des Staates berichten.

Dreh- und Angelpunkt meiner New Mexiko-Reise war Las Cruces. Die Stadt liegt ganz im Süden des Staates, nur etwa eine Stunde von der mexikanischen Grenze entfernt. Genauer gesagt befindet sich der Grenzübergang in El Paso/Texas. Von dort gelangt man gleich nach Juarez/ Chihuahua in Mexiko.

Nun aber zu Las Cruces. Die Stadt an sich hat so etwa 100.000 Einwohner, so genau weiss das wohl niemand. Hier fanden sich schon damals die Western-Halunken ein. Wyatt Earp lässt grüßen. Mit der Stadtplanung hat Las Cruces so richtig erst vor etwa 10 Jahren begonnen. Das war vorher auch nahezu unmöglich. Die vielen Einwanderer aus Mexiko siedelten relativ unkontrolliert nach Las Cruces. Die Stadt ist heute immer noch eine der zehn am schnellsten wachsenden Städte der USA.

Hinsichtlich der Kriminalität, so denke ich, sollte man in dieser Umgebung ein bisschen aufpassen. Solange man nicht provoziert und sich nicht übertrieben auffällig als Tourist zeigt, ist das in Ordnung. Mein subjektives Sicherheitsgefühl war jedenfalls manchmal etwas danieder.

Die Namensgebung von Las Cruces stammte übrigens von einem Überfall der Apachen auf Reisende aus Taos im Jahre 1830. Die Gräber wurden mit Kreuzen versehen und so kam der Name \"La placita de Las Cruces\" zustande.

Wer sich ein kulinarisches Souvenir aus der Gegend mit in die Heima t nehmen möchte, der darf nicht auf die kleinen roten feurig-scharfen Chili-Schoten verzichten. Diese gibt es besonders in den kleineren Pueblos der Gebirgsketten im Norden des Staates an wunderschönen Kränzen zu kleinen Preisen. Eine weitere Köstlichkeit sind die Pecan-Nüsse. Riesige Felder umsäumen die Gegend. Doch Vorsicht: Diese Nüsse sind tückische Kalorienbomben, insbesondere in den leckeren Pecan Pies.

In den kargen Wüsten New Mexikos sollte man sich nicht allzu weit in die Wildnis wagen. Machen einem doch schnell das Klima und (vielleicht auch) die zahlreichen Klapperschlangen zu schaffen, die überall herumlungern. Sollte man gebissen werden, dann nichts wie ab zum nächsten Krankenhaus. Man hat nämlich nur so um die 2 Stunden...

Im Krankheitsfalle helfen einem die (teilweise) rund um die Uhr geöffneten Family Medical Center und Pharmacies weiter (selbst am eigenen Leib getestet). Man muss nur aufpassen: Alle Leistungen und Medikamente müssen in bar oder Kreditkarte bezahlt werden, ansonsten keine (nur ganz wenige Ausnahmen) Behandlung. Das mit einer Auslandsreisekrankenversicherung (hier: DEVK) hat super geklappt.

Möchte man von Las Cruces aus einen Tagesausflug unternehmen, so bieten sich mehrere Ziele an.

Zum einen ist da das 1 1/2 Stunden entfernte Karlsbad im Osten. Dort befinden sich riesige Tropfsteinhöhlen, die absolut sehenswert sind. Man muss es selbst erleben.

Eine weitere Möglichkeit, einen Ausflug zu unternehmen, bietet eine Fahrt nach Mexiko. Von El Paso aus kann man unter anderem auch zu Fuss über die Brücke nach Chihuahua gehen, aber da steht man lange an... In Mexiko ist insbesondere die Architektur bewundernswert (leider ironisch). Viele Projekte, die durchgeführt werden sollten, sind einfach nicht zu Ende gebaut worden. Dementsprechend viele halbfertige Ruinen sind dort zu beobachten. Man muss jedoch auch sagen, dass sich dies offensichtlich aufgrund der mexikanischen Wirtschaftslage gewaltig geb essert hat. Ein Besuch bei dem täglich stattfindenden riesigen Markt ist auf alle Fälle Pflicht. Vielleicht handelt man sich ja das ein oder andere Schnäppchen aus. Da ist Verhandlungsgeschick gefragt. Doch Vorsicht: Trickdiebe und Gauner lauern leider in den engen kleinen Gassen und warten nur auf Touristen! Ich wünschte, es wäre nicht so, aber ich habe es selbst mit ansehen müssen und auch berichten lassen. Hat man genug von einer mexikanischen Grossstadt, kehrt man wieder nach El Paso zurück, wo im übrigen die Luftwaffe der Bundeswehr stationiert ist. Ach ja: Eine Fahrt ins mexikanische Landesinnere ist nicht zu empfehlen aufgrund der dortigen Unwägbarkeiten...

Ein kleiner Geheimtip für einen Tagesausflug ist das National Solar Observatory auf dem Sacramento Peak ganz in der Nähe von Las Cruces (ca.2 1/2 Stunden Fahrtzeit). Von dort aus kann man nicht nur in mehreren Observatorien die Sonne studieren und beobachten, nein: Das absolute Highlight ist meines Erachtens die Aussicht. Die ist einfach traumhaft. Der Blick auf die Bergwelt und die umgebenden Wüstengebiete ist fantastisch.

Wer es gruselig mag, der fährt zum Shakespeare Ghost Town. Diese kleine verlassene Stadt aus der Westerstadt liegt weit abgelegen (ca. 3 Stunden Fahrtzeit) und wurde wieder restauriert bzw. gut erhalten. Führungen können jederzeit durchgeführt werden. Ein Abschlussphoto ist immer garantiert, wenn man möchte, dann auch mit Westernkleidung. Derartige Ghost Towns kann man in der ganzen Gegend entdecken. Eine spannende Geschichte ist das. Shakespeare eignet sich am besten für einen Zwischenstopp nach Albuquerque oder Santa Fe.

Als letzten Zwischenstopp/ Ausflug sollte man auf jeden Fall White Sands einplanen. Diese Berge voll weißem Sand faszinieren und verblüffen zugleich. Die Sandberge sind derart hell, dass man es ohne Sonnenbrille nicht aushält. Das Ausmass der Fläche ist riesig. Eintritt erhält man in diesen Nationalpark (i.B. mit dem Pkw) täglich von 9-17 Uh r. Der Preis ist moderat und von individuellen Faktoren abhängig. Möchte man etwas Spass haben, dann sollte man sich eine Art Schlitten leihen oder mitnehmen. Mit diesem kann man dann spassige Rutschpartien veranstalten. Die Fahrtwege im Park werden übrigens in regelmäßigen Abständen einfach verändert, d.h. es werden neue geschoben. Die alten Wege sind binnen kürzester Zeit wieder voll mit Sand und nicht mehr zu entdecken...

Noch ein paar allgemeine Worte: Die Wüste um Las Cruces dient in vielen Bereichen als Testgebiete für die amerikanische Armee. Dort wurden auch noch in den Vierzigern die Oberflächen-Atomtests durchgeführt. Heutzutage sollte man davon aber keine Auswirkungen mehr spüren. Man sollte jedoch nicht das Wagnis eingehen und militärisches Sperrgebiet betreten. Da sind die Amerikaner mehr als pingelig.

Ein zweites Wort zu dem Trinkwasser in der Gegend. Dieses ist teilweise Oberflächenwasser des Rio Grande. Man sollte es deshalb vielleicht nicht übermäßig trinken, auch wegen der vielen chemischen Zusätze. Zum Zähne putzen ist es aber ok.

Eine Anreise nach Las Cruces erfolgt in der Regel von Deutschland aus mit dem Flugzeug nach Dallas/ Fort Worth mit allen gängigen Fluggesellschaften. Von dort aus fliegen viele inneramerikanische Carrier nach El Paso. Mit dem Auto ist es dann nur noch etwa eine Stunde.

Ein Mietwagen sollte schon von Deutschland aus gebucht werden. Unterkünfte kann man sich günstig vor Ort suchen. Sehr gut vertreten ist die Motel 6-Kette, die teilweise Zimmer für 28 $/ Nacht und weniger anbietet.

Bei einer Reise durch den mittleren Westen der USA sollte auf alle Fälle auch ein Stopp im Norden New Mexikos nicht fehlen. Im Unterschied zum sehr trockenen, durch Wüsten geprägten, Süden glänzt der Norden durch eine hügelige und abwechslungsreiche Landschaft, dessen Klima eindeutig milder ist.

Dreh- und Angelpunkt sollte wohl nicht Albuquerque (bekannt aus dem jährlichen Treffen der Ballonfahrer), die Hauptstadt, sondern Santa Fe sein. Diese historisch behaftete Stadt hat ihren Charme von damals uneingeschränkt behalten. Hier haben nicht das typische Schachbrett-Straßensystem und immens hohe Wolkenkratzer Einzug ins Stadtbild gehalten, wie es u.a. auch in Albuquerque der Fall ist.

Albuquerque an sich ist bis auf einige Ausnahmen nicht allzu reizvoll. Neben Old Town Albuquerque, dem historischen Stadtteil, sowie dem angrenzenden IMAX-Theater, sollte man seine Zeit nicht unbedingt an weiteren vermeintlichen Sehenswürdigkeiten verschwenden. Das mögen einige anders sehen, aber sei es drum...

In der Umgebung von Albuquerque finden sich mehrere Möglichkeiten, einen mehr oder minder großen Gipfel, teilweise sogar mit Seilbahn, zu erklimmen, um einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt zu haben. Das lohnt sich auf alle Fälle, so dass man insgesamt wohl mit einem Tag in Albuquerque hinkommen dürfte.

Bei einer Fahrt in Richtung Norden gibt es viel zu entdecken. Mehrere Stellen an Bächen und Flüssen laden zum Zwischenstopp ein. Santa Fe ist von Albuquerque nicht allzu weit entfernt. Wenn man die Fahrt dorthin wirklich geniessen möchte, dann sollte man so etwa 2 Stunden einplanen.

Von Santa Fe aus darf ein Ausflug zum Bandalier National Monument nicht fehlen. Neben der wunderschönen Landschaft, kann man noch alte Behausungen von Indianern besichtigen, die teilweise in den Fels als Höhlen eingeschlagen wurden. Diese sind noch gut erhalten, obwohl die Kritzeleien von unbedarften Idioten schon etwas ärgerlich sind.

In der Umgeb ung von Santa Fe finden sich viele kleine Überraschungen. Neben kleinen Schwefelquellen findet sich hier auch ein 17km breiter Krater, der durch einen Kometeneinschlag entstanden ist. Ebenfalls sehenswert sind die Taos Pueblos. Hier wohnen in kleinen Lehmhütten noch heute Indianer. Gegen einen kleinen Obolus kann man das Dorf besichtigen und recht günstige Souvenirs erwerben. Jedoch sollte man auf das Fotografieren verzichten. Das wird nicht gerne gesehen, sprich: es ist verboten.

Sollte es noch jemanden zum Wheeler Peak, dem mit über 4.000m höchsten Berg New Mexikos, verschlagen, sollte man sich dorthin nur im Sommer wagen. Im Winter ist die Gegend sehr schwierig zu befahren und auch zu begehen.

Damit kommt schon der letzte Punkt. Wer gerne Ski fährt und mal etwas anderes als die Rocky Mountains sehen möchte, der ist in New Mexiko sehr gut aufgehoben. Das ist nämlich die unbekannte Seite dieses Staates: Die Skibedingungen sind hier sehr gut.

Ganz gleich, ob Norden oder Süden: New Mexiko ist eine Reise und damit auch sein Geld wert!

Viele Grüße, Euer Gambler

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