Seattle Testbericht

Seattle
ab 95,79
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Erfahrungsbericht von Radar

Heimliche Hauptstadt des Norwesten

Pro:

Aufregend

Kontra:

Das oft schlechte Wetter

Empfehlung:

Ja

Meer, Berge , Wolkenkratzer: Seattles markante Skyline ragt direkt aus dem Blau des Pazifiks empor, gegenüber liegt die Halbinsel des Olympic National Parks mit seinen schneebedeckten Gipfeln Die Lage der quirligen Metropole ganz im Westen des Bundesstaates Washington und ihr Freizeitangebot machen die Stadt so sehenswert.

Auf fast allen Seiten ist Seattle von Wasser umgeben: Im Westen der Puget Sound mit Elliot Bay, im Norden der Lake Washington Kanal, der nach Osten in den Lake Union und den Lake Washington übergeht.

Berühmt ist Seattle derzeit aber auch aus einem anderen Grund. Seattles Kaffeekultur ist einzigartig. Von hier aus ging in den letzten Jahren so etwas wie eine Revolution aus. Das Land wurde und wird mit Filialen der Gourmetröster Starbucks und SBC (Seattles Best Coffee) überzogen, die mittlerweile auch in Deutschland nicht mehr ganz unbekannt sind. An die zwanzig verschiedene Sorten kommen in vielen Cafés zum Ausschank, darunter zahlreiche Blends und Flavors mit exotischen Geschmacksnoten. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen amerikanischer Kaffee wie dreimal durch den selben Filter gebrüht schmeckte.

Den besten und zugleich unterhaltsamsten Einblick in die Geschichte der Stadt erhalten Besucher, die sich in den Untergrund wagen. Auf der 90 – minütigen Underground Tour geht es in die Altstadt rund um den Pioneer Square (Bill Speidels Underground Tour: Doc Maynards Public House im Pioneer Place Park, Eintritt 9$, Reservierungen dringend erforderlich). Der Besucher erfährt, daß im Jahr 1899 ein gewaltiges Feuer die Stadt völlig zerstörte. Während die Asche noch rauchte, wurde schon mit dem Wiederaufbau begonnen. Dabei erhöhten die Stadtväter alle Downtown Straßen um ein bis zwei Meter. Sie sollten diesmal über dem Meeresspiegel liegen und sich so nicht mehr durch ständige Überschwemmungen in Morastpfade verwandeln. Da sich Privatleute weigerten, ihre Häuser entsprechend anzuheben, lagen bald Eingänge und Schaufenster unterhalb der Straßenebene, quasi die erste Indoor Mall Nordamerikas.

Der Pioneer Square ist das Herz der Altstadt mit imposanten Gebäuden, in deren Backsteininneren Cafés, Läden, Galerien und Buchhandlungen untergebracht sind. Nachts ist die Gegend rund um die First Avenue die erste Adresse für Seattles Nachtleben mit Kneipen, Restaurants und Clubs.

Vom Pionier Square auf der First Avenue in Richtung Norden gelangt man direkt in das lebhafte Zentrum der Stadt – zum Pike Place und seinen Markthallen. Schon seit 1907 verkaufen Händler und Farmer auf dem ältesten Markt der USA ihre Waren. Das Gebäude, auf hölzernen Pfählen errichtet, hat sich zu einem Irrgarten von Gängen, Treppen und diversen baulichen Ebenen entwickelt. In den verwinkelten Gassen rund um Pike Place läßt es sich schon einige Stunden verweilen. Duftendes Gebäck hier, frisches Obst dort, einige Käsehäppchen am nächsten stand, Fisch in allen Varianten als krönender Abschluß – ein einzigartiger Augen – und Gaumenschmaus. Zu den zahlreichen Lebensmittelanbietern gesellen sich zwar die wohl unvermeidlichen T – Shirt Händler und Souvenirverkäufer, aber auch eine schon am Vormittag zur Verkostung geöffnete Weinstube. Ein Deutscher Fleischer ist übrigens auch vertreten. Wer Hunger auf mehr als nur Häppchen hat kann unter rund 50 Restaurants und Kneipen mit einer Vielfalt der Speisekarten wählen, die fast grenzenlos ist.

Vom Markt abwärts über steile Treppen gelangt man zu den Piers der Elliot Bay, der sogenannten Waterfront. Hervorragenden Fisch und köstliche Meeresfrüchte erhält man in den Hafenrestaurants und Imbisslokalen. Fähren zu den Inseln im Puget Sound und Hafenrundfahrten starten hier. Schiffe machen hier nicht mehr fest, um ihre Fracht zu entladen. Es tummeln sich private Yachten, Ausflugschiffe und Charterboote. Pier Nummer 59 ist der Standort des Seattle Aquarium (Tägl. 10:00 bis 17:00 Uhr, Eintritt 8,25$). An der Waterfront verkehrt die einzig übriggebliebene Strecke der historischen Straßenbahn zwischen Broad Street und Jackson Street an Seattles Chinatown.

Das Wahrzeichen der Stadt ist die zur Weltausstellung 1962 erbaute Space Needle. Von der Waterfront an der Broad Street erreicht man den 605 ft hohen Turm bergauf in circa 15 Gehminuten (geöffnet täglich 08:00 bis 24:00, Eintritt 9$). Space Needle und Downtown sind durch eine Einschienenbahn verbunden.

Auch abseits der belebten Innenstadtbereiche ist Seattle ein Erlebnis. Fährt man zum Beispiel mit dem Bus der Linie 2 den Queen Anne Hill hinauf und biegt von der Queen Anne Avenue nach links in den West Highland Drive ein, umgibt einen schon bald eine erholsame Ruhe. Schöne Backsteinhäuser und Villen verschiedener Baustile inmitten großzügiger Gärten befinden sich in dieser begehrten Wohngegend. Vom Kerry Park Viewpoint genießt man eine eindrucksvolle Aussicht über Seattles Skyline. Am Ende, wo der West Highland Drive mit der 7th Avenue zusammentrifft, befindet sich der Marshall Viewpoint mit grandiosen Ausblicken nach Westen und Süden. Der Puget Sound glitzert unter dem Besucher, die Wohnviertel Queen Anne und Magnolia sind zu überblicken und dahinter ragen die teilweise schneebedeckten Olympic Mountains hervor.

Die Umgebung Seattles hat ebenfalls einiges zu bieten. So kann man zum Beispiel mit der Fähre zu den im Nordwesten gelegenen San Juan Islands fahren – Spaziergänge, Radtouren oder einfach relaxen.

Über die Interstate 5 North und die SR 526 erreicht man die Boeing Werke in Everett. In einer etwa einstündigen Tour erhält man Einblicke in die Produktionsanlagen der Typen 747, 767 und 777. Die Touren werden von Montag bis Freitag von 08:30 bis 16:00 Uhr für 5$ angeboten.

Es ist möglich in einer Tagestour den südlich von Seattle gelegenen Mount Rainier Nationalpark zu besuchen. Allerdings muß man sich dann mit den wichtigsten Highlights am Fuße des schlafenden Riesen begnügen. Der Eintritt in den Park kostet 10$ pro Fahrzeug und gilt für sieben Tage.

Für den westlich auf der Olympic Peninsula gelegenen Olympic National Park reicht eine Tagestour allerdings nicht mehr aus. Der Park muß auf der US 101 umrundet werden, an verschiedenen Stellen ist eine Einfahrt in den Park über Stichstraßen möglich. Besonders sehenswert ist zum Beispiel das Höhengelände von Hurrican Ridge im Norden des Parks, zu erreichen über Port Angeles. Von dem im Westen des Parks gelegenen Hoh Rain Forrest, einem der wenigen noch erhaltenen Regenwäldern der gemäßigten Breiten, kann man eigentlich nicht genug kriegen. Der Eintritt kostet wie üblich 10$ pro Fahrzeug für sieben Tage.

Leider muß man auf Grund der geographischen Lage immer mal wieder mit schlechtem Wetter, Regen, Nebel und Wind rechnen. Entsprechende Kleidung sollte man also immer mitführen.

Fazit: Seattle und Umgebung bieten wohl für jeden Geschmack und für die ganze Familie jede Menge Highlights. Einen Besuch halte ich für absolut empfehlenswert.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-07-20 07:23:00 mit dem Titel Heimliche Hauptstadt des Nordwesten

Meer, Berge , Wolkenkratzer: Seattles markante Skyline ragt direkt aus dem Blau des Pazifiks empor, gegenüber liegt die Halbinsel des Olympic National Parks mit seinen schneebedeckten Gipfeln Die Lage der quirligen Metropole ganz im Westen des Bundesstaates Washington und ihr Freizeitangebot machen die Stadt so sehenswert.

Auf fast allen Seiten ist Seattle von Wasser umgeben: Im Westen der Puget Sound mit Elliot Bay, im Norden der Lake Washington Kanal, der nach Osten in den Lake Union und den Lake Washington übergeht.

Berühmt ist Seattle derzeit aber auch aus einem anderen Grund. Seattles Kaffeekultur ist einzigartig. Von hier aus ging in den letzten Jahren so etwas wie eine Revolution aus. Das Land wurde und wird mit Filialen der Gourmetröster Starbucks und SBC (Seattles Best Coffee) überzogen, die mittlerweile auch in Deutschland nicht mehr ganz unbekannt sind. An die zwanzig verschiedene Sorten kommen in vielen Cafés zum Ausschank, darunter zahlreiche Blends und Flavors mit exotischen Geschmacksnoten. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen amerikanischer Kaffee wie dreimal durch den selben Filter gebrüht schmeckte.

Den besten und zugleich unterhaltsamsten Einblick in die Geschichte der Stadt erhalten Besucher, die sich in den Untergrund wagen. Auf der 90 – minütigen Underground Tour geht es in die Altstadt rund um den Pioneer Square (Bill Speidels Underground Tour: Doc Maynards Public House im Pioneer Place Park, Eintritt 9$, Reservierungen dringend erforderlich). Der Besucher erfährt, daß im Jahr 1899 ein gewaltiges Feuer die Stadt völlig zerstörte. Während die Asche noch rauchte, wurde schon mit dem Wiederaufbau begonnen. Dabei erhöhten die Stadtväter alle Downtown Straßen um ein bis zwei Meter. Sie sollten diesmal über dem Meeresspiegel liegen und sich so nicht mehr durch ständige Überschwemmungen in Morastpfade verwandeln. Da sich Privatleute weigerten, ihre Häuser entsprechend anzuheben, lagen bald Eingänge und Schaufenster unterhalb der Straßenebene, quasi die erste Indoor Mall Nordamerikas.

Der Pioneer Square ist das Herz der Altstadt mit imposanten Gebäuden, in deren Backsteininneren Cafés, Läden, Galerien und Buchhandlungen untergebracht sind. Nachts ist die Gegend rund um die First Avenue die erste Adresse für Seattles Nachtleben mit Kneipen, Restaurants und Clubs.

Vom Pionier Square auf der First Avenue in Richtung Norden gelangt man direkt in das lebhafte Zentrum der Stadt – zum Pike Place und seinen Markthallen. Schon seit 1907 verkaufen Händler und Farmer auf dem ältesten Markt der USA ihre Waren. Das Gebäude, auf hölzernen Pfählen errichtet, hat sich zu einem Irrgarten von Gängen, Treppen und diversen baulichen Ebenen entwickelt. In den verwinkelten Gassen rund um Pike Place läßt es sich schon einige Stunden verweilen. Duftendes Gebäck hier, frisches Obst dort, einige Käsehäppchen am nächsten stand, Fisch in allen Varianten als krönender Abschluß – ein einzigartiger Augen – und Gaumenschmaus. Zu den zahlreichen Lebensmittelanbietern gesellen sich zwar die wohl unvermeidlichen T – Shirt Händler und Souvenirverkäufer, aber auch eine schon am Vormittag zur Verkostung geöffnete Weinstube. Ein Deutscher Fleischer ist übrigens auch vertreten. Wer Hunger auf mehr als nur Häppchen hat kann unter rund 50 Restaurants und Kneipen mit einer Vielfalt der Speisekarten wählen, die fast grenzenlos ist.

Vom Markt abwärts über steile Treppen gelangt man zu den Piers der Elliot Bay, der sogenannten Waterfront. Hervorragenden Fisch und köstliche Meeresfrüchte erhält man in den Hafenrestaurants und Imbisslokalen. Fähren zu den Inseln im Puget Sound und Hafenrundfahrten starten hier. Schiffe machen hier nicht mehr fest, um ihre Fracht zu entladen. Es tummeln sich private Yachten, Ausflugschiffe und Charterboote. Pier Nummer 59 ist der Standort des Seattle Aquarium (Tägl. 10:00 bis 17:00 Uhr, Eintritt 8,25$). An der Waterfront verkehrt die einzig übriggebliebene Strecke der historischen Straßenbahn zwischen Broad Street und Jackson Street an Seattles Chinatown.

Das Wahrzeichen der Stadt ist die zur Weltausstellung 1962 erbaute Space Needle. Von der Waterfront an der Broad Street erreicht man den 605 ft hohen Turm bergauf in circa 15 Gehminuten (geöffnet täglich 08:00 bis 24:00, Eintritt 9$). Space Needle und Downtown sind durch eine Einschienenbahn verbunden.

Auch abseits der belebten Innenstadtbereiche ist Seattle ein Erlebnis. Fährt man zum Beispiel mit dem Bus der Linie 2 den Queen Anne Hill hinauf und biegt von der Queen Anne Avenue nach links in den West Highland Drive ein, umgibt einen schon bald eine erholsame Ruhe. Schöne Backsteinhäuser und Villen verschiedener Baustile inmitten großzügiger Gärten befinden sich in dieser begehrten Wohngegend. Vom Kerry Park Viewpoint genießt man eine eindrucksvolle Aussicht über Seattles Skyline. Am Ende, wo der West Highland Drive mit der 7th Avenue zusammentrifft, befindet sich der Marshall Viewpoint mit grandiosen Ausblicken nach Westen und Süden. Der Puget Sound glitzert unter dem Besucher, die Wohnviertel Queen Anne und Magnolia sind zu überblicken und dahinter ragen die teilweise schneebedeckten Olympic Mountains hervor.

Die Umgebung Seattles hat ebenfalls einiges zu bieten. So kann man zum Beispiel mit der Fähre zu den im Nordwesten gelegenen San Juan Islands fahren – Spaziergänge, Radtouren oder einfach relaxen.

Über die Interstate 5 North und die SR 526 erreicht man die Boeing Werke in Everett. In einer etwa einstündigen Tour erhält man Einblicke in die Produktionsanlagen der Typen 747, 767 und 777. Die Touren werden von Montag bis Freitag von 08:30 bis 16:00 Uhr für 5$ angeboten.

Es ist möglich in einer Tagestour den südlich von Seattle gelegenen Mount Rainier Nationalpark zu besuchen. Allerdings muß man sich dann mit den wichtigsten Highlights am Fuße des schlafenden Riesen begnügen. Der Eintritt in den Park kostet 10$ pro Fahrzeug und gilt für sieben Tage.

Für den westlich auf der Olympic Peninsula gelegenen Olympic National Park reicht eine Tagestour allerdings nicht mehr aus. Der Park muß auf der US 101 umrundet werden, an verschiedenen Stellen ist eine Einfahrt in den Park über Stichstraßen möglich. Besonders sehenswert ist zum Beispiel das Höhengelände von Hurrican Ridge im Norden des Parks, zu erreichen über Port Angeles. Von dem im Westen des Parks gelegenen Hoh Rain Forrest, einem der wenigen noch erhaltenen Regenwäldern der gemäßigten Breiten, kann man eigentlich nicht genug kriegen. Der Eintritt kostet wie üblich 10$ pro Fahrzeug für sieben Tage.

Leider muß man auf Grund der geographischen Lage immer mal wieder mit schlechtem Wetter, Regen, Nebel und Wind rechnen. Entsprechende Kleidung sollte man also immer mitführen.

Fazit: Seattle und Umgebung bieten wohl für jeden Geschmack und für die ganze Familie jede Menge Highlights. Einen Besuch halte ich für absolut empfehlenswert.

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