Sozopol Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von chrischan1
Sozopol - Die weiße Perle des Schwarzen Meeres
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Im Sommer 2002 wollte ich einen preiswerten Badeurlaub an der bulgarischen Schwarzmeerküste verbringen. Also ab ins Reisebüro und einen kleinen Stapel an Prospekten besorgt.
Was ich dort fand, hat mich auf den ersten Blick interessiert aber nicht unbedingt grenzenlos begeistert.
Im Angebot faden sich viele sehr preiswerte all-inclusive-Bunker am Sonnenstrand, die mit ausgesprochener Familienfreundlichkeit warben. Was mich dort erwarten würde, konnte ich mir ungefähr vorstellen, denn im Vorjahr hatte ich zum ersten mal ein all-inclusive-Angebot auf der Insel Rhodos genossen (Hotel Blue Bay).
Das übermäßig laute Animationsprogramm begann morgens um 09:00 Uhr und reichte - nur durch die Mittagspause unterbrochen - bis etwa 23:00 Uhr. Allerdings muß ich auch sagen, daß unser Balkon ausgesprochen ungünstig lag, nämlich direkt vor den mannshohen Lautsprecherboxen.
Die Massenabfertigung im Speisesaal sorgte auch nicht gerade für eine Atmosphäre der Geborgenheit.
Ich war mir also sicher, daß ich das nicht so schnell noch einmal erleben wollte.
Was ich suchte, war ein kleines, ruhiges Hotel, möglichst mit Meerblick und am Stadtrand gelegen. Und das fand ich dann auch - in Sozopol !
Die Anreise:
Die Anreise erfolgte mit einem bulgarischen Charterflieger (Via) von Hamburg nach Burgas.
Der Flieger (eine ältere Tupolev) war leider sehr eng und die Turbinen (zumindest im Steigflug) ausgesprochen laut. Die russischen Flugzeugbauer sind aber ziemlich erfinderisch und ermöglichten es mit einem kleinen Trick, daß man trotz der engen Sitzabstände seinen Fensterplatz erreichte. Die Lösung bestand darin, daß man die Rückenlehne des Vordersitzes einfach nach vorne kippt. Sollten die vorderen Sitze bereits besetzt sein, fördert das schon einmal die Kommunikation und schafft ein fröhliches „Wir-Gefühl“.
Nach der Landung erfolgt eine etwa einstündige Busfahrt nach Sozopol, die u.a. durch die Großstadt Burgas führt. Hier kann man sich einen Eindruck von den tatsächlichen Lebensverhältnissen in Bulgarien verschaffen. Die riesigen Plattenbauten befinden sich in einem erschreckenden Zustand.
Sozopol:
Sozopol ist ein kleiner Ort mit ungefähr 4.000 Einwohnern an der bulgarischen Schwarzmeerküste.
Es befindet sich weit im Süden des Landes, in der Nähe der Grenze zur Türkei und gilt als Künstlerhochburg, da sich Dichter, Denker und Maler von dieser idyllischen Kleinstadt inspirieren ließen..
Die sehr schöne Altstadt befindet sich auf einer kleinen, felsigen Landzunge und beherbergt die öffentlichen Einrichtungen (Post, Bank und Busbahnhof) und eine Unmenge von Restaurants und Cafes. Die Restaurants und Cafes sind ausgesprochen preiswert und es lohnt sich, viele verschiedene davon auszuprobieren. Da ich in der Vorsaison reiste, waren sie leider ausgesprochen leer und warteten sehnsüchtig auf Touristen. Die Wirtsleute und die Bedienung waren ausgesprochen freundlich und bemüht, jeden Wunsch zu erfüllen. Meistens waren auch Speisekarten in deutscher Sprache vorhanden (die einheimischen Schriftzeichen ähneln der kyrillischen Schrift und sind für einen Durchschnittstouri nicht zu entziffern).
Sehr gut gefiel mir u.a. das Restaurant „An der Windmühle“ (ihr werdet es schon finden, die Altstadt ist wirklich klein).
Südlich der Altstadt schließt sich zunächst ein mittelgroßer Badestrand (Zentralstrand) an, der meistens sehr gut besucht und im Süden wiederum durch eine felsige Landzunge begrenzt ist.
Auf dieser Landzunge südlichen befindet sich die Neustadt. Hier gibt es noch rege Bautätigkeit.
Es entstehen viele neue - aber kleine ! - Hotels und Pensionen, die das Stadtbild zwar prägen aber nicht erdrücken. Große Hotelburgen gibt es nicht !
In der Neustadt - insbesondere auf dem Weg zum großen südlichen Badestrand - sind inzwischen etliche Restaurants entstanden bzw. renoviert worden. Erstaunlicherweise sind diese z.T. deutlich teurer als die Restaurants in der Altstadt.
Hat man dann den Weg zum wirklich riesigen südlichen Badestrand zurückgelegt (es geht recht steil bergab, allerdings nur einige hundert Meter), wird man von einem sehr Breiten und wunderbar langen Sandstrand mit hunderten von Sonnenschirmen empfangen.
An der Strandstraße entstehen gerade eine Vielzahl von kleinen, hölzernen Strandbars, die eigentlich keinen Wunsch der „Sonnenhungriegen“ offenlassen.
Vom Snack über jegliche Erfrischung bis zur Hauptmahlzeit und Kuchen kann man im Bereich der Strandstraße alles bekommen (und das zu den bekannt günstigen Preisen).
Dort, wo der lange Sandstrand am südlichen Ende durch eine Steilküste begrenzt wird, stößt man auf Überbleibsel der sozialistischen Ära. Eine zerfallene Barackensiedlung mit verrosteten, eisernen Treppen zum Strand sind überkommene Zeugen der ehemaligen Hochzeit Sozopols als sozialistischer Badeort.
In diesem Bereich wir der Strand dann auch nicht mehr regelmäßig gesäubert (zumindest nicht in der Vorsaison) und wirkt ein wenig verwaist und idyllisch. Dafür haben die Freunde der Freikörperkultur dieses Plätzchen für sich entdeckt und können hier ihr Sonnenbad fast ungestört genießen.
Sozopol verfügt für Nachtschwärmer über zwei Discotheken. Eine am Beginn der Strandstraße des südlichen Badestrandes und eine am Rand der Altstadt (davon war die in der Nähe der Altstadt gelegene noch geschlossen).
Über die klimatischen Bedingungen kann ich leider nur Angaben machen, die sich auf die Vorsaison beziehen (Reisebeginn 31.05.). Vormittags war es meistens sehr sonnig und warm und wenn man nicht aufpaßte, zog man sich einen gehörigen Sonnenbrand zu.
Gegen Mittag bewölkte es sich dann zunehmend, wodurch die Temperaturen deutlich zurückgingen und nachmittags/abends sorgte ein hartnäckiges Tiefdruckgebiet für teilweise kräftigen Regen.
Die Wassertemperaturen möchte ich als eher „erfrischend“ bezeichnen. Die Bulgaren kennen da zwar keine Gnade und stürzen sich begeistert in die Fluten, mir genügte jedoch eine anständige Kneipp-Kur (mehr als die Beine, wurde nicht naß).
Fazit:
Wer einen ruhigen und preiswerten Badeurlaub verbringen möchte, ist in Sozopol genau richtig aufgehoben. Man kann nur hoffen, daß die Bautätigkeiten nicht zu sehr ausufern und Bulgarien zu keinem zweiten Mallorca wird. Noch ist Sozopol ein netter kleiner Badeort, der durch schöne Strände und eine wunderbare Altstadt geprägt ist.
Mit Bautätigkeiten muß man aber auch an den Wochenenden rechnen (einige Gäste waren fast außer sich darüber). Aber die Privatisierung begann (nach Angaben einiger örtlicher Wirte) vor ungefähr drei Jahren und hat zur Folge, daß sich nunmehr viele Restaurants und Hotels in „neuem Schick“ präsentieren bzw. nett restauriert sind und einige Bauvorhaben privater Investoren noch umgesetzt werden (und dann eben auch mit „Nachbarschaftshilfe“ an den Wochenenden).
Was ich dort fand, hat mich auf den ersten Blick interessiert aber nicht unbedingt grenzenlos begeistert.
Im Angebot faden sich viele sehr preiswerte all-inclusive-Bunker am Sonnenstrand, die mit ausgesprochener Familienfreundlichkeit warben. Was mich dort erwarten würde, konnte ich mir ungefähr vorstellen, denn im Vorjahr hatte ich zum ersten mal ein all-inclusive-Angebot auf der Insel Rhodos genossen (Hotel Blue Bay).
Das übermäßig laute Animationsprogramm begann morgens um 09:00 Uhr und reichte - nur durch die Mittagspause unterbrochen - bis etwa 23:00 Uhr. Allerdings muß ich auch sagen, daß unser Balkon ausgesprochen ungünstig lag, nämlich direkt vor den mannshohen Lautsprecherboxen.
Die Massenabfertigung im Speisesaal sorgte auch nicht gerade für eine Atmosphäre der Geborgenheit.
Ich war mir also sicher, daß ich das nicht so schnell noch einmal erleben wollte.
Was ich suchte, war ein kleines, ruhiges Hotel, möglichst mit Meerblick und am Stadtrand gelegen. Und das fand ich dann auch - in Sozopol !
Die Anreise:
Die Anreise erfolgte mit einem bulgarischen Charterflieger (Via) von Hamburg nach Burgas.
Der Flieger (eine ältere Tupolev) war leider sehr eng und die Turbinen (zumindest im Steigflug) ausgesprochen laut. Die russischen Flugzeugbauer sind aber ziemlich erfinderisch und ermöglichten es mit einem kleinen Trick, daß man trotz der engen Sitzabstände seinen Fensterplatz erreichte. Die Lösung bestand darin, daß man die Rückenlehne des Vordersitzes einfach nach vorne kippt. Sollten die vorderen Sitze bereits besetzt sein, fördert das schon einmal die Kommunikation und schafft ein fröhliches „Wir-Gefühl“.
Nach der Landung erfolgt eine etwa einstündige Busfahrt nach Sozopol, die u.a. durch die Großstadt Burgas führt. Hier kann man sich einen Eindruck von den tatsächlichen Lebensverhältnissen in Bulgarien verschaffen. Die riesigen Plattenbauten befinden sich in einem erschreckenden Zustand.
Sozopol:
Sozopol ist ein kleiner Ort mit ungefähr 4.000 Einwohnern an der bulgarischen Schwarzmeerküste.
Es befindet sich weit im Süden des Landes, in der Nähe der Grenze zur Türkei und gilt als Künstlerhochburg, da sich Dichter, Denker und Maler von dieser idyllischen Kleinstadt inspirieren ließen..
Die sehr schöne Altstadt befindet sich auf einer kleinen, felsigen Landzunge und beherbergt die öffentlichen Einrichtungen (Post, Bank und Busbahnhof) und eine Unmenge von Restaurants und Cafes. Die Restaurants und Cafes sind ausgesprochen preiswert und es lohnt sich, viele verschiedene davon auszuprobieren. Da ich in der Vorsaison reiste, waren sie leider ausgesprochen leer und warteten sehnsüchtig auf Touristen. Die Wirtsleute und die Bedienung waren ausgesprochen freundlich und bemüht, jeden Wunsch zu erfüllen. Meistens waren auch Speisekarten in deutscher Sprache vorhanden (die einheimischen Schriftzeichen ähneln der kyrillischen Schrift und sind für einen Durchschnittstouri nicht zu entziffern).
Sehr gut gefiel mir u.a. das Restaurant „An der Windmühle“ (ihr werdet es schon finden, die Altstadt ist wirklich klein).
Südlich der Altstadt schließt sich zunächst ein mittelgroßer Badestrand (Zentralstrand) an, der meistens sehr gut besucht und im Süden wiederum durch eine felsige Landzunge begrenzt ist.
Auf dieser Landzunge südlichen befindet sich die Neustadt. Hier gibt es noch rege Bautätigkeit.
Es entstehen viele neue - aber kleine ! - Hotels und Pensionen, die das Stadtbild zwar prägen aber nicht erdrücken. Große Hotelburgen gibt es nicht !
In der Neustadt - insbesondere auf dem Weg zum großen südlichen Badestrand - sind inzwischen etliche Restaurants entstanden bzw. renoviert worden. Erstaunlicherweise sind diese z.T. deutlich teurer als die Restaurants in der Altstadt.
Hat man dann den Weg zum wirklich riesigen südlichen Badestrand zurückgelegt (es geht recht steil bergab, allerdings nur einige hundert Meter), wird man von einem sehr Breiten und wunderbar langen Sandstrand mit hunderten von Sonnenschirmen empfangen.
An der Strandstraße entstehen gerade eine Vielzahl von kleinen, hölzernen Strandbars, die eigentlich keinen Wunsch der „Sonnenhungriegen“ offenlassen.
Vom Snack über jegliche Erfrischung bis zur Hauptmahlzeit und Kuchen kann man im Bereich der Strandstraße alles bekommen (und das zu den bekannt günstigen Preisen).
Dort, wo der lange Sandstrand am südlichen Ende durch eine Steilküste begrenzt wird, stößt man auf Überbleibsel der sozialistischen Ära. Eine zerfallene Barackensiedlung mit verrosteten, eisernen Treppen zum Strand sind überkommene Zeugen der ehemaligen Hochzeit Sozopols als sozialistischer Badeort.
In diesem Bereich wir der Strand dann auch nicht mehr regelmäßig gesäubert (zumindest nicht in der Vorsaison) und wirkt ein wenig verwaist und idyllisch. Dafür haben die Freunde der Freikörperkultur dieses Plätzchen für sich entdeckt und können hier ihr Sonnenbad fast ungestört genießen.
Sozopol verfügt für Nachtschwärmer über zwei Discotheken. Eine am Beginn der Strandstraße des südlichen Badestrandes und eine am Rand der Altstadt (davon war die in der Nähe der Altstadt gelegene noch geschlossen).
Über die klimatischen Bedingungen kann ich leider nur Angaben machen, die sich auf die Vorsaison beziehen (Reisebeginn 31.05.). Vormittags war es meistens sehr sonnig und warm und wenn man nicht aufpaßte, zog man sich einen gehörigen Sonnenbrand zu.
Gegen Mittag bewölkte es sich dann zunehmend, wodurch die Temperaturen deutlich zurückgingen und nachmittags/abends sorgte ein hartnäckiges Tiefdruckgebiet für teilweise kräftigen Regen.
Die Wassertemperaturen möchte ich als eher „erfrischend“ bezeichnen. Die Bulgaren kennen da zwar keine Gnade und stürzen sich begeistert in die Fluten, mir genügte jedoch eine anständige Kneipp-Kur (mehr als die Beine, wurde nicht naß).
Fazit:
Wer einen ruhigen und preiswerten Badeurlaub verbringen möchte, ist in Sozopol genau richtig aufgehoben. Man kann nur hoffen, daß die Bautätigkeiten nicht zu sehr ausufern und Bulgarien zu keinem zweiten Mallorca wird. Noch ist Sozopol ein netter kleiner Badeort, der durch schöne Strände und eine wunderbare Altstadt geprägt ist.
Mit Bautätigkeiten muß man aber auch an den Wochenenden rechnen (einige Gäste waren fast außer sich darüber). Aber die Privatisierung begann (nach Angaben einiger örtlicher Wirte) vor ungefähr drei Jahren und hat zur Folge, daß sich nunmehr viele Restaurants und Hotels in „neuem Schick“ präsentieren bzw. nett restauriert sind und einige Bauvorhaben privater Investoren noch umgesetzt werden (und dann eben auch mit „Nachbarschaftshilfe“ an den Wochenenden).
10 Bewertungen, 1 Kommentar
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12.03.2012, 13:12 Uhr von pidimaus2
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse pidimaus.
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