Russland: Sankt Petersburg Testbericht

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Erfahrungsbericht von akison

Das etwas andere Russland: St. Petersburg!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wenn man an Russland denkt, was fällt einem spontan dazu ein? Kälte? Lange Winter? Was sonst noch?

Momentan ist die schönste Reisezeit für einen Trip nach St. Petersburg. Etwa 20 Stunden am Tag scheint die Sonne und die Gebäude erstrahlen in vollem Glanz. Nun können die St. Petersburger dem langen und dunklen Winter Tschüss sagen! Denn im Juni/Juli beginnt nach nur 3 – 4 Stunden Dämmerung der Morgen, dies ist die Zeit, die die St. Petersburger auch die „weißen Nächte“ nennen und tief bis in die helle Nacht hinein in den Cafés sitzen!

=== Wie kommt man am besten hin ===

Flug:

St. Petersburg wird aus Deutschland z.B. mit Lufthansa, Aeroflot angeflogen. Der Flugpreis liegt bei ca. 200 €!
Pulkovo, der internationale Flughafen der Stadt, liegt 17 km südlich von St. Petersburg. Die Fahrt mit dem Taxi dauert ca. 45 Minuten und dürfte 30 € kosten. Man kann allerdings auch mit einer Art Mini-Taxi \"Marshrutnoye taxi\" in die Stadt kommen.

Bahn:

In St. Petersburg gibt es fünf Bahnhöfe. Die Fahrt von Bonn nach St. Petersburg würde allerdings so ca. 40 Stunden (!) dauern, so dass ich eigentlich nur davon abraten kann!

Pauschal:

5 Tage in St. Petersburg kann man z.B. schon ab ca. 400 € pro Person (inkl. Flug, Ü/F im Doppelzimmer, Transfer, deutschsprachige Reiseleitung) bei Olympia-Reisen in Bonn buchen.

=== Einreisebestimmungen ===

Zur Einreise benötigt man einen mindestens drei Monate gültigen Reisepass und ein Visum, welches frühzeitig vor geplantem Antritt bei der russischen Botschaft beantragt werden sollte, da die Gebühren vom russischen Konsulat gestaffelt wurden und zwar:

Bearbeitung ab 15 Kalendertage = 40 €
Bearbeitung 7 – 14 Kalendertage = 54 €
Bearbeitung 3 – 6 Kalendertage = 69 €
Bearbeitung bis 48 Stunden = 105 €.


=== Devisen ===

Momentan erhält man für 1 € ca. 31,12 Rubel. Des weiteren sollte man genügend Dollar in der Tasche haben, da selbst der Rubel in Russland nicht gerne gesehen wird und das Preisniveau in St. Petersburg doch relativ hoch ist.

St. Petersburg ist wirklich ein einziges Museum und es gibt jede Menge zu entdecken:

=== Peter-Paul-Festung ===

Mit dem Bau der Festung und der Kathedrale im Jahre 1704 auf der sogenannten Haseninsel nahm die Entwicklung von Str. Petersburg ihren Lauf, denn anders als z.B. Moskau ist St. Petersburg nicht über die Jahrhunderte entstanden.
Schon kurz nach ihrer Erbauung diente die Festung als Gefängnis für die Gegner des Zarenregimes, so wurde u.a. Dostojewskij hier inhaftiert, bevor man ihn nach Sibirien deportierte.
Zum Glück haben sich die Zeiten geändert, heute kommen die St. Petersburger zum Sonnen auf die Festung!

=== Strelka ===

Von der Haseninsel gelangt man über die Börsenbrücke zur Wassilij-Insel. An deren Ostspitze, auch Strelka genannt, kann man die Rostra-Säulen bewundern, deren Skulpturen an den Füssen die 4 großen Flüsse Russlands darstellen.

=== Schlossbrücke ===

Von der Strelka hat man einen atemberaubenden Blick auf die Schlossbrücke, die in den „weißen Nächten“ des Sommers hochgezogen wird und dann wie ein riesiger Torbogen für Schiffe aussieht.

=== Isaak Kathedrale ===

Schon von weitem sichtbar: die gigantische Goldkuppel der Kathedrale. Die Bauzeit der größten Kirche Russlands betrug mehr als 40 Jahre.

Wenn man die 565 Stufen zur Kuppel endlich hinter sich gebracht hat, hat man einen wahnsinnigen Überblick über die Stadt.

Gegenüber der Kathedrale befindet sich der

=== Eherne Reiter ===

Eigentlich ist es ein Denkmal von Peter des Großen, wird aber nach einem Gedicht Puschkins mittlerweile eben Eherner Reiter genannt und ist das Wahrzeichen der Stadt. Katharina die Zweite enthüllte 1778 dieses Denkmal.

Am gegenüberliegenden Ufer steht auf dem Schlossplatz der prachtvolle


=== Winterpalast ===

oder Eremitage genannt. Der Winterpalast beherbergt die größte Gemäldesammlung der Welt und braucht den Vergleich mit dem Louvre nicht zu scheuen! Katharina die Große hatte sich Paris zum Vorbild genommen, als sie im 18. Jahrhundert St. Petersburg zur glanzvollen Metropole ausbauen ließ. Sie erwarb u.a. Bilder der Maler da Vinci, Tizian, Michelangelo und Rubens.

Während der Oktoberrevolution im Jahre 1917 wurde die Kunstsammlung durch konfiszierte Privatsammlungen erweitert, so dass man heute dort 2,7 Mio. (!) Exponate auf 46.000 qm in 1.057 Räumen und 400 Sälen finden kann. Gemälde des 20. Jahrhunderts wie Cézanne, van Gogh und Picasso findet man hier ebenfalls.

=== Newski Prospekt ===

Die 4,5 km lange Prachtstraße „Newskij Prospekt“ ist ideal, um nach Souvenirs zu suchen. So findet man hier u.a. die Matrjoschka-Puppen (Puppen in der Puppe) oder kann in einem der Restaurants die russische Küche probieren. Bekannt dürfte schon das Befstroganow (Geschnetzeltes mit Pilzen und Zwiebeln) oder Borschtsch (Suppe aus Roter Beete mit einem Kleckser Schmand) sein.

Nach einem typischen russischen Essen werdet ihr den vom Kellner angebotenen Wodka zur Verdauung sicherlich nicht ausschlagen wollen:

Also denn, Na Sdorowje!

=== Alexander-Newskij-Kloster ===

An dem östlichen Ende des Newski Prospekt findet man das 1710 gegründete Kloster. Auf dem dazugehörigen Tichwiner Friedhof sind u.a. der berühmte Komponist Tschaikowskij und der Schriftsteller Dostojewskij begraben.

=== Petershof ===

Wenn Ihr Lust habt, Euch den Petershof anzuschauen, so könnt ihr mit einer „Raketa“ (einem Tragflügelboot) dort hinfahren.
1714 wurde der Petershof von Peter der Große nach dem Vorbild Versailles gebaut und war die Sommerresidenz des Zaren. Es ist nicht ganz so groß wie Versailles, liegt dafür aber direkt am Meer.

=== Hotel in St. Petersburg ===

Empfehlenswert ist das Hotel Neptun ***, ein Hotel der Best Western-Gruppe. So hat man einen Fußweg von ca. 10 min ins Zentrum, es liegt in der Nähe des Bahnhofs und die U-Bahn findet man auch direkt um die Ecke. Preislich liegt es bei etwa 120 € die Nacht pro Zimmer inkl. Frühstück.

=== Fazit ===

Alles in allem kann ich nur sagen, dass sich ein Kurztrip nach St. Petersburg wirklich sehr lohnt!

Man sollte – auf Rücksicht der St. Petersburger – nicht allzu overdressed und Schmuckbehangen seine Touren machen. Man erntet zum Teil sehr neidische Blicke und abends sollte man doch auf der Hut sein, denn man könnte überfallen werden, wie in jeder anderen Großstadt auch!

Die Stadt hat gelitten und ist an einigen Stellen dringend renovierungsbedürftig, anscheinend fehlt hier viel Geld. Die Preise für Waren des alltäglichen Lebens sind relativ hoch. Anscheinend versucht man auch, wieder etwas durch den Tourismus „reinzubekommen“.

Uns gegenüber waren die Leute etwas scheu, was auch an den Sprachbarrieren liegen mag, aber dank eines Lächelns versteht man sich auch ohne Worte ...!

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