València Testbericht

Valencia
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Erfahrungsbericht von FredOnly

Der Fall VALENCIA

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die drittgrösste, sehr attraktive Stadt Spaniens, VALENCIA, bekannt u.a. durch seine Orangenfelder in der Provinz Valenciana und dem Reisanbau (schliesslich ist das weltberühmte Pfannen-Reis-Gericht ´la Paella´ von dort) wurde im Jahr 138 v.Chr. an den Ufern des Flusses Turia, der dort ins Meer mündet, gegründet.

Diese normalerweise vorteilhafte Lage an einem Fluss und gleichzeitig am Mittelmeer hat seine fatalen Tücken. Und darum geht es in diesem Bericht.

Ich selbst habe drei Jahre in Valencia leben dürfen und weiss also wovon ich spreche. Ich bin beeindruckt geblieben, was sich die Valencianer mit ihrem sogenannten ´Plan Sur´ (der Süd-Plan) im Jahr 1957 nach einer, aber der letzten von 22 (zweiundzwanzig) Überflutungskatastrophen von verheerenden Ausmassen -vom Jahr 1321 an nachweisbar gerechnet- haben einfallen lassen; von den jährlichen Herbstüberschwemmungen ganz abzusehen.

Es blieb 1957 dem damalig ´amtierenden´ Generalisimo Franco nichts anderes übrig, Konsequenzen bzw. endlich Lehren aus dem 1957 entstandenen sozialen Disaster und der ekonomischen ´Ground-Zero´-Situation, die diese allerletzte Turia-Flut verursachte, zu ziehen:

Der Fluss, der durch die faszinierende Stadt führt, musste umgeleitet werden!

Ein neues Flussbett sollte um die Stadt herumführen, um sich dann im Meer auszulaufen. Ein 12 Kilometer-Bett, 175 Meter breit, fähig, 5.000 Kubik-Meter pro Sekunde zu verkraften. Die Arbeiten begannen 1964. Das ambitiöse Projekt war 1973 erfolgreich abgeschlossen.

Was ist aus dem ausgetrockneten Turia-Bett geworden? Die Turia selbst ist neue Wege gegangen. Das alte Bett allerdings verläuft immer noch mitten durch Valencia.

Eine Fussgänger-Zone! Eine Zone mit Palmen, Bongavillas-Blumen, Fontänen, Skulpturen, nächtlichen beeindruckenden Illuminationen, kulturellen Zentren, bis hin zu einer abstrakt-modernen Polizeirevier-Wache und einer Metro-Station!- Eine Augenweide ohne künftige Flut-Furcht; ein Ort der absoluten Entspannung, während an beiden erhöht liegenden ´Ufern´, die mit grosszügigen Freitreppen angenehm zu erreichen sind, das Gross-Stadt-Leben mit seinem Verkehr pulsiert und weitergeht. Und die Autos können nach wie vor über den \"Fluss\" fahren, denn die Brücken über die damalige Turia erfüllen natürlich auch heute noch ihren Zweck.

\"Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?....\" Die Finanzierung übernahm der Staat zusammen mit den Körperschaften aller städtischen Gemeinden von Valencia. Die Valencianer selbst erinnern sich noch heute an die jahrelange \"Sobretasa\", ein Aufschlag der Postgebühren, mit der jeder Bürger seinen Finanzierungstribut beisteuerte.

------ Dies ist natürlich nur ein Beispiel, um die Flut zu ´umgehen´. Vor nicht langer Zeit hatt ich mich über dieses Thema mit einem Forum-Mitglied unterhalten und es wies darauf hin, dass z.B. die Dresdner im 19. Jahrhundert die Weisserlitz auch umlegten. Allerdings nicht mit demselben Erfolg wie die Valencianer: Das ursprüngliche Bett verlief durch den Dresdner Hauptbahnhof! ...klingelt´s?

Tatsache ist, dass wir uns noch viel mehr und ununterbrochen Präventionsgedanken machen müssen! Ich bin kein Hellseher, aber soviel liegt klar auf der Hand: Wir haben bereits zuviele Unterlassungsfehler und Umwelt-Todsünden begangen. Unsere Enkel und Ur-Enkel werden uns dafür verantwortlich machen, selbst wenn wir längst nicht mehr leben. Und: Die nächste Flut kommt bestimmt, ....wenn auch nicht mehr nach Valencia!

¡Hasta muy pronto, mi querida Valencia!


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