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Erfahrungsbericht von emmtie

Elliot, J.-Cold,cold heart: Auch unbekannte Autoren können schreiben

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Sehr häufig sucht man sich seinen Lesestoff doch nach Empfehlungen, Kritiken oder anderer Berichterstattung aus. Das dabei Meinungsforen wichtigste Informationsquellen sind, versteht sich von selbst.

Dieses hat viele Vorteile: Man bekommt schon vorab ein Bild darüber, worum es in dem Buch geht und kann aufgrund anderer Urteile des Beschreibers, der Kritiken in der Presse oder TV schon abschätzen, ob eventuell der eigenen Geschmack getroffen wird.

Aber es hat auch große Nachteile: Das Überraschungsmoment wird teilweise ausgehebelt. Dadurch das man vor dem Lesen schon etwas tiefere Detailkenntnisse hat, verpufft so mache Überraschung im Buch. Auch die Gefahr der „Präjudizierung“, also der Beurteilung, ohne das man das Buch gelesen hat, ist groß. Wenn Freunde, Bekannte oder die Presse etwas in den Himmel lobt oder verdammt, geht man schon mit diesem Urteil an ein Buch.
Ich weiß, das ich auch selbst in meinen Berichten gerne dazu neige, zu viel über die besprochenen Bücher zu verraten;ich bin aber ehrlich bemüht mich dabei aber zu bremsen.

Natürlich kann man seine Bücherauswahl nur mit Hilfe von Informationen treffen, doch manchmal gehe ich bewusst das „Risiko“ ein, mich einzig und allein auf den Rückentext und ein, zwei Seiten flüchtigen Lesens zu verlassen.

So ein Fall ist auch das im folgenden besprochene Buch. Dieses habe ich vor ca.2-3 Jahren auf dem Bücherflohmarkt unter der Waterloo-Bridge in London erworben. Ich hatte vorher weder etwas von dem Buch noch dem Autor gehört. Allein der Rückseitentext hat mich angesprochen.


Handlung:

Als das CIA bemerkt, dass ein KGB-Überläufer namens Malik, der unter seinem Schutz in den USA lebt, dringend tatverdächtig ist in einer Serie von brutalen Morden, bei denen der Killer mehrere College-Studentinnen entführt, ermordet und aus den Leichenteilen neue Körper zusammensetzt, die er der Polizei an prominenten Plätzen wie einer Theaterbühen oder einem Football-Stadion „präsentiert“, versuchen es, diesen Überläufer zu stellen, ohne, dass die ermittelnden Behörden und das FBI erfahren, das der Täter eigentlich unter Aufsicht des CIA hätte stehen müssen. Aus diesem Grund bieten sie den ehemaligen CIA-Agenten Mike Culley, der für 4 Jahre im Gefängnis sitzt, weil er im Zusammenhang mit CIA-Aktionen den Kongress belogen hatte und daraufhin trotz gegenteiliger Zusicherungen von CIA fallen gelassen wurde, ein Geschäft an. Seine Freiheit, wenn er Malik, für den früher Verbindungsoffizier war, aufspührt. Aber das sie Malik wegen der Morde suchen, verschweigen sie. Stattdessen bekomme er nur die Info, das Malik in Geldfälscher-Geschäfte verwickelt ist.
(Mehr Infos gebe ich jetzt bewusst nicht. Ich habe ja auch nicht mehr über das Buch gewusst, bevor ich es gelesen habe :-))


Meinung:

Das sicherste Zeichen, dass ein Spannungsroman gefällt, ist meiner Ansicht nach das Bedürfnis des Lesers, zu wissen wie die Handlung weiter geht. Wenn ich einen Thriller oder Krimi über Wochen lese, obwohl ich zwischendurch Zeit hätte, stimmt irgend etwas nicht. Daher spricht die Tatsache, dass ich dieses Buch in etwas mehr als 2 Tagen gelesen habe, eindeutig für diesen Thriller.

Das Buch hat alles, was man von einem Thriller erwartet: Spannende Handlung, die nicht gleich von Anfang an zu durchschauen ist und gut dargestellte Personen, deren Handlungen und Beweggründe nachvollziehbar sind. Es ist jetzt nicht so, dass dieses Buch etwas vollkommen Neues im Genre des Thrillers darstellt, aber die Kombination aus Spionagestory und Psychothriller um einen durchgeknallten Massenmörder weiß zu überzeugen. Dadurch das natürlich noch die unvermeidliche Liebesgeschichte und die Tochter Culleys, die er seit er ins Gefängnis gekommen ist, nicht mehr gesehen hat, ins Spiel kommt, ist für weitere Abwechslung gesorgt. Es gibt zwar keine großen weltbewegenden Themen oder eine „Message“ in diesem Buch. Aber ich habe definitiv ein paar unterhaltsame Stunden verbracht und was will man mehr von einem „Unterhaltungsroman“.erwarten?


Ich sollte an dieser Stelle vielleicht noch erwähnen, dass es zwar nicht viele brutale bzw. grausame Szenen gibt. Doch in diesen Abschnitten geht der Autor dann doch ziemlich ins Detail. Also nichts für zartbesaitete Gemüter.

Zum Englisch dieses Romans kann ich nur sagen das ich absolut keinerlei Probleme hatte. Ich lese zwar ein Großteil meiner Bücher im englischen Original, aber ich glaube, dass jeder der über ein durchschnittliches Schulenglisch verfügt, Bücher auf diesem Niveau lesen kann. Ich war definitiv auch keine Englischleuchte zu meiner Schulzeit, aber wenn man sich durch die ersten zwei, drei Bücher „gekämpft“ hat, hat man einen gewissen Grundwortschatz des Alltagsenglisch aufgebaut und lies dann eigentlich flüssig. Und tut so ganz nebenbei etwas für seine Bildung. Also sich ruhig mal an englische Originale trauen. Es ist einfacher als man denkt.

Wie gesagt, habe ich das Buch auf einem Flohmarkt in London für umgerechnet 6 DM gekauft. Auf Deutsch ist es nicht erschienen und das englische Original ist zumindest bei deutschen Online-Buchhändlern momentan nicht verfügbar, aber in diversen deutschen Online-Auktionshäusern habe ich mehrmals für etwa 6- 10 DM gesehen.

Dieser spannende Krimi zeigt, dass man nicht immer die bekannten und überall besprochenen Werke lesen muß, um gut unterhalten zu werden. Auch unbekannte Autoren können gut schreiben. Und daher habe ich gleich die oben angeführte Anweisung gebrochen und wieder auf Bewährtes zurückgegriffen und mehr Bücher von diesem Autor bestellt :-))


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-17 15:39:52 mit dem Titel Eschbach,A.-Das Jesus-Video: Klasse Abenteuerroman mit SciFi-Ansatz

Manchmal benötigt man eine Art Weckruf, um endlich ein bestimmtes Buch zu lesen. So ging es mir mit \"Das Jesus Video\" von Andreas Eschbach. Von der Kritik hochgelobt und von Leuten, die den gleichen Buchgeschmack wie ich haben wärmstens empfohlen, harrte das Buch seit seinem Erscheinungstermin als Taschenbuch (Februar 2000) in meinem Regal darauf, gelesen zu werden. Aber irgendwie fiel meine Wahl dann doch immer wieder zuerst auf andere Bücher; sei es, weil ich in einer Romanserie weiterlesen wollte (Harding, Kellerman etc.) oder weil mich irgend eine aktuelle Besprechung, Kritik oder auch häufig eine Meinung in einem Meinungsforum auf ein anderes Buch so neugierig gemacht hat, dass ich nicht warten konnte. Doch als Pro7 vor einigen Wochen anfing, seine zweiteilige Verfilmung des Buches zu bewerben, war mir klar, dass ich es jetzt lesen muss. Denn dieser Fernseh-Zweiteiler interessiert mich und ich will ihn mir auch anschauen; aber im Grunde meines Herzens bin ich immer noch ein \"Buchmensch\". Und daher lasse ich mir ungern meine eigenen Vorstellungen und Phantasiewelten, wie man sie sich beim Lesen entwirft, durch eine Verfilmung, die natürlich durch die Auswahl der Schauspieler und der Kulissen prägt, einengen. Also habe ich mir am vergangenen Sonntag das Buch geschnappt und eben gerade, pünktlich etwa 3 Stunden vor der Ausstrahlung des 1.Teiles, bin ich fertig geworden. (Ich weiß, es gibt auch so etwas wie Video. Aber wenn ich etwas aufzeichne, ist die Gefahr noch größer, dass ich es ewig nicht anschaue. Ich kenne mich :-)


Inhalt:
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Stephen Foxx, ein junger amerikanischer Student und Internet-Unternehmer, findet bei Ausgrabungen in Israel, an denen er sich als freiwilliger Helfer beteiligt, ein Skelett aus der Zeit Christi. Doch dieses Skelett hat moderne Zahnfüllungen und eine Gebrauchsanweisung für eine Videokamera bei sich, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen soll. Sobald der Geldgeber der Grabungen, John Kaun, ein amerikanischer Medienmogul, über den Fund informiert ist, lässt er die Fundstelle absperren und durch Sicherheitsleute bewachen. Außerdem kommt er selbst nach Israel und bringt einige Experten mit; u.a. einen deutschen Scifi-Autoren. Denn nach gründlicher Abwägung aller Fakten bleibt eigentlich nur eine plausible Erklärung übrig. Bei dem Fund handelt es sich um einen Zeitreisenden und dieser hat höchstwahrscheinlich Jesus Christus gefilmt. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob die Kamera und damit auch die Aufnahmen ebenfalls die letzten 2000 Jahren überstanden haben und man somit die Chance hätte, Jesus zu zeigen, wenn man sie findet. Stephen Foxx, der von diesen Entwicklungen ausgeschlossen bleibt, kommt auf Grund der Zusammenhänge und Fakten zum selben Schluss. Da er eher aus Versehen ein weiteres Fundstück, ein anfangs unleserliches Stück Papier, behalten hat, macht er sich mit dessen Hilfe zusammen mit einem Freund, der Konservator an einem Museum in Jerusalem ist, und dessen Schwester, die ebenfalls als Helferin bei den Ausgrabungen gearbeitet hat, eigenständig auf die Suche nach der Kamera. Als der Medienmogul auch noch die katholische Kirche in Form des Vatikans ins Spiel bringt, da er sich neben der Ausstrahlung auch die Option, das Video eventuell für eine Unsumme Geld an die Kirche zu verkaufen, offen halten will, entwickelt sich eine spannende Jagd nach der Kamera.


Der Autor:
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Andreas Eschbach wurde 1959 in Ulm geboren, ist von der Ausbildung her Luft- und Raumfahrttechniker und hat laut den Angaben seines Verlages u.a. eine Softwarefirma geleitet. Seit einigen Jahren schreibt er hauptberuflich.


Meine Meinung
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Wenn ein Autor versucht, gleich mehrere Genre in einem Roman unterzubringen, geht dies sehr häufig schief, weil die Konsequenzen daraus meist große Brüche zwischen den einzelnen Bereichen des Romans sind. Das es aber auch anders geht hat Andreas Eschbach mit dem hier besprochenen Buch bewiesen.

Wenn man sich die Inhaltsangabe anschaut, wird man zuerst natürlich ein Buch über die vermeintliche Zeitreise erwarten, also echte Science Fiction. Doch Eschbach macht zum Glück nicht den Fehler, sich zu sehr auf Erklärungsversuche, Deutungen und technische Erläuterungen zum Phänomen der Zeitreise zu fixieren und damit eventuell zu langweilen, da diese Thematik doch schon sehr ausgiebig in anderen Romanen des Genres \"durchgekaut\" wurde (siehe nur den aus meiner Sicht misslungenen Crichton-Versuch \"Timeline\"). Stattdessen gibt es eine relativ simple Erklärung, die ich natürlich nicht verrate, um niemand den Lesespaß zu verderben..(Anmerkung: Einen ähnlichen Ansatz gab es schon mal in den 60ern bei Jack Finney, was aber die Leistung Eschbachs keinesfalls schmälert)

Denn die Zeitreise ist nicht das eigentliche Thema des Buches, sondern eher ein Stilmittel, das die Grundsituation schafft, auf der das Buch dann aufbaut. Was nämlich folgt, ist ein echter Thriller mit großen Abenteuerpassagen, mit Verfolgungsjagden, Action, Archäologie. So manchmal erwartet man förmlich, dass Indiana Jones um die Ecke kommt :-) Auch hier gelingt es Eschbach, sich trotz der offensichtlichen Vorbilder doch eine Art Eigenständigkeit zu bewahren. In erster Linie ist es aber unheimlich spannend.

Nach etwa 600 der 650 Seiten kommt das Buch zu einer Art Ende im Handlungsverlauf und man fragt sich, was noch folgen soll. Und es gelingt ein weiterer Genrewechsel: Zum einen, werden viele Dinge, die man bis zu diesem Zeitpunkt als sicher angesehen hat, plötzlich in einem ganz anderen Licht präsentiert und die ganze Handlung kippt noch einmal völlig überraschend. Zum anderen wird in diesem Teil auch noch ein kleiner Schuss Philosophie oder zumindest der Ansatz von Lebensweisheit vermittelt, ohne dabei schulmeisterhaft zu werden. Also auch noch ein Buch mit ein wenig Anspruch.

Was bei einer Thematik wie Jesus nicht ausbleiben kann, ist natürlich die Darstellung der Kirche, genauer gesagt der katholischen Kirche. Mit sehr pointierter Sprache wird hier ein sehr kritisches Bild gezeichnet, wobei aber immer die Institution und nicht die Religion kritisiert wird. Was würde die Kirche tun, wenn es wirklich Aufnahmen des historischen Jesus geben würde und sich diese nicht mit dem idealisierten Bild, das 2000 Jahre gepflegt wurde, decken? Vieles im Buch, gerade auf den letzten 60 Seiten regt durchaus zum Nachdenken an und in so manchen Aussagen habe ich auch durchaus meine persönliche Grundhaltung zur Religion, die man schlagwortartig vielleicht mit \"Ich habe keine Probleme mit Gott, aber mit dem Bodenpersonal\" zusammenfassen könnte, wiedergefunden.

Weiterhin erwähnenswert ist die subtile Medienkritik, die immer wieder bei der Darstellung des Moguls Kaun mitschwingt. Die Vermarktung des Videos wird wichtiger als das Video selbst; auch schon lange bevor man überhaupt realistisch an einen Fund der Kamera denken kann. Und wenn dies nicht klappt, wird halt die potentielle Möglichkeit des Vorhandenseins und die damit verbundene Gefahr für die Kirche versucht in klinge Münze umzusetzen. It\'s money that matters !!


Fazit:
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Ein spannender Mix aus SciFi, Action und Abenteuer mit einem kleinen Schuß Nachdenklichkeit. Mit das Beste, was ich aus deutschen Landen in den letzten Jahren gelesen habe.



P.S. Die Meinung war schon einmal in YOPI eingestellt, ist aberr durch die Ausfall letzte Woche verlorengegangen. Mittlerweile weiß ich, daß ich mich beim Lesen nicht hätte beeilen müssen: Den Fernsehfilm habe ich nach ca. 15 Minuten ausgemacht, weil er einfach nur schlecht war und die Handlung auch kaum etwas mit der Buchvorlage zutun hatte.

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