Erfahrungsbericht von Sven79
Das Jesus Video - Andreas Eschbach
Pro:
unendlich spannend, beste Popcornliteratur, gute Idee
Kontra:
billige Effekte
Empfehlung:
Nein
Bei Ausgrabungen in Israel wird das Skelett eines Mannes gefunden. Nichts Besonderes an sich, hätte er nicht die Anleitung eines Sony Camcorders, der noch gar nicht auf dem Markt ist, bei sich. Die Analyse des Skeletts ergibt, dass es ca. 2000 Jahre alt ist. Das lässt also nur einen Schluss zu: Der Mann war ein Zeitreisender aus der Zukunft, der mit seiner Kamera womöglich Jesus gefilmt hat. Wie nicht anders zu erwarten beginnt eine wilde Hatz nach Kamera und Kassette.
Es jagen: Ein aus Wissenschaftlern und ehemaligen Soldaten bestehendes Team des Medientycoon Kaun, der von einer Einschaltquote von 100% träumt. Der ehrgeizige Jungmillionär Stephen Foxx, der den seltsamen Fund gemacht hat und nun von der Suche ausgeschlossen werden soll. Und auch der Vatikan mischt sich, schließlich könnte dieses Video das Bild von Jesus und des Glaubens zerstören, dass sie in vielen Jahrhunderten aufgebaut hat. Oder ist doch alles ein großer Schwindel?
Aus dieser grandiosen Idee macht der deutsche Science-Fiction Autor Andreas Eschbach grundsolide Popcornliteratur. „Das Jesus Video“ ist unendlich spannend, man möchte es eigentlich in einem Rutsch durchlesen. Trotz seiner 650 Seiten hat man es relativ schnell durch, weil es in einfacher Sprache, ohne großen stilistischen Anspruch verfasst wurde. Dafür wird aber alles so genau beschrieben, dass man immer gleich einen Hollywoodfilm vor Augen hat.
Leider arbeitet Eschbach mit genauso billigen Effekten wie die Traumfabrik. Er bricht immer dann ab und führt das Thema woanders weiter, wenn es spannend wird und beendet Kapitel mit einem Knalleffekt. Da fehlt nur der Tusch und die Abblende. So erzeugt Eschbach natürlich wahnsinnige Spannung, es ist aber auch irgendwie nervig.
Natürlich kann bei solch einem Szenario Religion nicht außen vor bleiben. Wenn man weiß, dass das Copyright des Buches bei einem Verlag der bekanntlich katholischen Weltbildgruppe liegt befürchtet man schon den schlimmsten religiösen Kitsch. Aber weit gefehlt, das Buch ist voll von Kritik an den Weltreligionen. Foxx, der Held des Buches, darf zum Beispiel ungestraft aussprechen: „Ohne Religionen wäre der Welt schon geholfen.“
Das Ende des Buches ist dann wirklich überraschend. Leider hat es einen etwas belehrenden religiösen Touch, was aber wahrscheinlich auch Atheisten nicht weiter stört, weil es trotz allem stimmig ist. Es scheint, dass der Autor mit dem Buch eine Lanze für Jesus aber gegen die Kirche brechen wollte. Somit wird es irgendwie zur Bibel der „Mit der Kirche habe ich nichts am Hut, aber...“-Fraktion.
Das aber stört wirklich nicht, denn „Das Jesus Video“ ist vor allem ein unendlich spannender Mix aus Thriller, Mistery- und Abenteuerroman. Popcornliteratur halt, eine Verfilmung drängt sich wirklich auf. Obwohl das Buch bisweilen sogar lehrreich ist: Oder wussten sie wie man bei Skeletten bestimmt wie alt sie sind? Und sogar zum Nachdenken über Religion und Kirche anregt. Einen Stern Abzug gibt es allerdings für die billigen Effekt, die Eschbach eindeutig zu häufig benutzt. Was die Jury des Kurt-Laßwitz-Preis aber nicht gestört haben muss, denn sie verlieh ihm 1998 die Auszeichnung „Bester Roman des Jahres“. Von mir gibt’s nur das Prädikat: spannende Unterhaltungsliteratur.
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Andreas Eschbach: „Das Jesus Video“. Taschenbuch. Bastei Lübbe. Bergisch-Gladbach, 2001. 651 Seiten. ISBN: 3404142942. € 8,45. (Bei ebay auch billiger.)
Es jagen: Ein aus Wissenschaftlern und ehemaligen Soldaten bestehendes Team des Medientycoon Kaun, der von einer Einschaltquote von 100% träumt. Der ehrgeizige Jungmillionär Stephen Foxx, der den seltsamen Fund gemacht hat und nun von der Suche ausgeschlossen werden soll. Und auch der Vatikan mischt sich, schließlich könnte dieses Video das Bild von Jesus und des Glaubens zerstören, dass sie in vielen Jahrhunderten aufgebaut hat. Oder ist doch alles ein großer Schwindel?
Aus dieser grandiosen Idee macht der deutsche Science-Fiction Autor Andreas Eschbach grundsolide Popcornliteratur. „Das Jesus Video“ ist unendlich spannend, man möchte es eigentlich in einem Rutsch durchlesen. Trotz seiner 650 Seiten hat man es relativ schnell durch, weil es in einfacher Sprache, ohne großen stilistischen Anspruch verfasst wurde. Dafür wird aber alles so genau beschrieben, dass man immer gleich einen Hollywoodfilm vor Augen hat.
Leider arbeitet Eschbach mit genauso billigen Effekten wie die Traumfabrik. Er bricht immer dann ab und führt das Thema woanders weiter, wenn es spannend wird und beendet Kapitel mit einem Knalleffekt. Da fehlt nur der Tusch und die Abblende. So erzeugt Eschbach natürlich wahnsinnige Spannung, es ist aber auch irgendwie nervig.
Natürlich kann bei solch einem Szenario Religion nicht außen vor bleiben. Wenn man weiß, dass das Copyright des Buches bei einem Verlag der bekanntlich katholischen Weltbildgruppe liegt befürchtet man schon den schlimmsten religiösen Kitsch. Aber weit gefehlt, das Buch ist voll von Kritik an den Weltreligionen. Foxx, der Held des Buches, darf zum Beispiel ungestraft aussprechen: „Ohne Religionen wäre der Welt schon geholfen.“
Das Ende des Buches ist dann wirklich überraschend. Leider hat es einen etwas belehrenden religiösen Touch, was aber wahrscheinlich auch Atheisten nicht weiter stört, weil es trotz allem stimmig ist. Es scheint, dass der Autor mit dem Buch eine Lanze für Jesus aber gegen die Kirche brechen wollte. Somit wird es irgendwie zur Bibel der „Mit der Kirche habe ich nichts am Hut, aber...“-Fraktion.
Das aber stört wirklich nicht, denn „Das Jesus Video“ ist vor allem ein unendlich spannender Mix aus Thriller, Mistery- und Abenteuerroman. Popcornliteratur halt, eine Verfilmung drängt sich wirklich auf. Obwohl das Buch bisweilen sogar lehrreich ist: Oder wussten sie wie man bei Skeletten bestimmt wie alt sie sind? Und sogar zum Nachdenken über Religion und Kirche anregt. Einen Stern Abzug gibt es allerdings für die billigen Effekt, die Eschbach eindeutig zu häufig benutzt. Was die Jury des Kurt-Laßwitz-Preis aber nicht gestört haben muss, denn sie verlieh ihm 1998 die Auszeichnung „Bester Roman des Jahres“. Von mir gibt’s nur das Prädikat: spannende Unterhaltungsliteratur.
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Andreas Eschbach: „Das Jesus Video“. Taschenbuch. Bastei Lübbe. Bergisch-Gladbach, 2001. 651 Seiten. ISBN: 3404142942. € 8,45. (Bei ebay auch billiger.)
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