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Erfahrungsbericht von bigmanu

Wenn Manu die Haare zu Berge stehen...

Pro:

spannend, gruselig, sehr gut geschrieben,

Kontra:

nix

Empfehlung:

Nein

dann ist das kein mißlungener Frisierversuch, sondern das Ergebnis einer durchlesener Nacht mit einem Barbara Erskine Buch:o)))


Ich bin wirklich kein Fan von Grusel- oder Horrorfilmen oder Büchern, aber gegen ein wenig Spannung habe ich natürlich auch nichts einzuwenden. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, das es viel unheimlicher ist, wenn unheimliche Begebenheiten nur angedeutet werden, weil dann meine Fantasie den Rest erledigt und mir dann wirklich die Haare zu Berge stehen.


Als begeisterte Leserin aller Bücher von Barbara Erskine standen mir so manches mal vor Spannung und Angst die Haare zu Bergen, obwohl diese Autorin ganz bestimmt keine Horrorromane schreibt. Als ich dann durch Zufall sehr günstig an ihr neustes Buch „Das Lied der alten Steine“ kam, habe ich natürlich sofort zugegriffen. Leider ist dieses Buch bisher nur als Hardcoverausgabe zu kaufen, und kostet so neu 39,92 DM. Das war mir zu teuer, und ich wollte die Taschenbuchausgabe abwarten. Doch dank eBay ist es mir dann gelungen, das Originalverpackte Buch für schlappe 21,00 DM zu erstehen. Wenn das kein Schnäppchen ist.


Als meine Minimonster dann abends im Bett waren, habe ich es mir mit einer Schüssel Popcorn auf dem Sofa gemütlich gemacht, und fing an zu lesen. Ich konnte mich nicht mehr von diesem Buch lösen, und habe die ganzen 479 Seiten in einem Rutsch durchgelesen. Zwar war ich dann am nächsten Morgen mehr als müde (ich habe bis 2.00 Uhr morgens gelesen) aber es hat sich wirklich gelohnt.


Dieses faszinierende Buch entführt uns nach Ägypten, und zwar in drei verschiedene Zeitepochen. Hauptfigur ist erst einmal die 35jährige Anna Fox, gerade frisch geschieden und emotional noch ziemlich angeschlagen. Um auf andere Gedanken zu kommen, unternimmt sie eine Kreuzfahrt auf dem Nil. Sie folgt hier den Spuren ihrer berühmten malenden Großmutter Louisa, die ebenfalls eine Kreuzfahrt auf dem Nil machte, und von dieser ein geheimnisvolles Glasfläschchen mitbrachte.

Ausgerüstet mit eben diesem Glasfläschchen und den Tagebuchaufzeichnungen ihrer Großmutter begibt sich Anna nun auf die Reise den Nil entlang. Während der Reise liest Anna das Tagebuch ihrer Großmutter, und der Leser springt so zwischen Anna´s Reise und den Erlebnissen ihrer Großmutter hin und her.


Aber als Leser erfahren wir auch noch eine dritte Geschichte, und zwar die des Ursprungs des geheimnisvollen Glasfläschchens, das einmal zwei Pristern der Isis und des Amun gehörte, und die sich deswegen gegenseitig getötet hatten. Beide versuchen noch immer in den Besitzt dieses Fläschchens zu kommen, wobei einer von beiden es zu bösen Zwecken missbrauchen will.


Genau wie ihre Großmutter Louisa wird auch Anna mit den Geistern der beiden Prister konfrontiert, wobei diese auch recht handfeste Gestalt annehmen können. Aber auch die Mitreisenden von Anna wie auch damals von Louisa sind an diesem Glasfläschchen interessiert und wollen es für ihre Zwecke missbrauchen. Wem Anna/Louisa nun trauen können, und wer hier böse und wer gut ist, das erfährt man so allmählich im Verlauf der Geschichte.

Ich möchte hier nicht zu viel verraten, falls sich einer von Euch das Buch noch kaufen möchte. Nur noch ein paar Worte zum Schluß, die kann ich mir nicht verkneifen. Das Ende ist recht offen und lässt einen doch recht unschlüssig zurück. Wer solch ein Ende nicht mag, dem kann ich das Buch dann doch nicht empfehlen, weil es, wie es scheint, auch keine Fortsetzung zu diesem Buch gibt.


Mir persönlich hat dieses Buch sehr gut gefallen, ich konnte es nicht aus der Hand legen. Es ist sehr spannend geschrieben, und ich habe mich stellenweise wirklich etwas gegruselt. Die Spannung baut sich immer mehr auf, und man liest und liest, weil man sich einfach nicht von der Geschichte lösen kann. Natürlich gibt es auch eine, bzw. zwei Liebesbeziehungen, obwohl die von Louisa nicht gerade positiv endet.


Wie auch die anderen Bücher von Barbara Erskine ist es sehr gut geschrieben und bietet eine Mengen interessanter Details über das Land. Ägypten hat mich persönlich schon immer sehr interessiert, und es ist immer noch eines meiner Traumreiseziele. Und dieses Buch hat mich nur noch neugieriger auf dieses Land gemacht, wenn mich auch die Hitze die dort herrscht etwas abschreckt. Bin eben mehr ein Typ der es kühl und schattig mach :o)))


Ich will nicht abstreiten, das ich im ersten Moment über das doch sehr offene Ende etwas enttäuscht war. Allerdings schmälert das nicht den Genuss des zuvor gelesenen. Vielleicht kommt ja doch noch einmal eine Fortsetzung? Oder wir müssen uns einfach auf unsere eigene Fantasie verlassen, und uns selber ausdenken, wie die Geschichte weitergehen könnte. Mir sind da so einige Sachen eingefallen:o)))


Mein Fazit:
Ein spannendes faszinierendes Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte. Ich habe es inzwischen schon 5 mal gelesen, und es gefällt mir immer wieder. Oft entdeckte ich beim zweiten Lesen auch Sachen, die mir in der ersten Hast, die Geschichte zu verschlingen, entgangen sind. Das ging mir auch bei diesem Buch so, und so ist auch ein mehrmaliges Lesen noch spannend. Ich kann es trotz offenem Ende nur zu hundert Prozent an euch weiterempfehlen und vergebe deshalb auch alle fünf Sterne. Das richtige Buch für die dunklen Winterabende, die uns jetzt noch bevorstehen.


Gruss von Eurer BigManu

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-05 11:43:20 mit dem Titel Wenn die Vergangenheit zur Wirklichkeit wird

Eine meiner Lieblingsautorinnen von historischen Romanen ist schon seit mehr als 10 Jahren Barbara Erskine. Das erste Buch, welches ich von dieser Autorin gelesen habe war „Die Herrin von Hay“. Ich habe es mir in der Bücherei ausgeliehen und in einer Nachtaktion bis morgens um 3.00 Uhr durchgelesen, die ganzen 574 Seiten. Aber fragt lieber nicht, wie ich am nächsten Morgen aussah, als ich (Gott sei Dank) zur Berufsschule musste *ggg*. An dem Tag habe ich nicht viel vom Unterrichtsstoff mitbekommen, und wurde vom Lehrer auch noch verdächtigt, durchgesumpft zu haben!


Auch jetzt noch, nach über 10 Jahren, hat dieses Buch einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal, und wird oft herausgenommen und nochmals gelesen. Jetzt allerdings mit mehr Muse, und nicht bin nachts um 3.00 Uhr. Ich habe mir dieses Buch, nachdem es dann als Taschenbuch erschienen war, dann selber auch gekauft. Damals hat es mich 12,80 DM gekostet. Jetzt ist es unter der ISBN-Nr. 3453032780 für 8,95 Euro käuflich zu erwerben. Allerdings würde ich mich bei Interesse erst einmal auf dem Gebrauchtmarkt umsehen, dort kann man es nämlich schon für deutlich weniger kaufen.


Eine der Hauptpersonen in diesem Buch ist die Reporterin Joanna (genannt Jo) Clifford. Sie soll für eine Frauenzeitschrift einen Artikel für das Phänomen der Reinkarnation und über Hypnose schreiben. Jo steht der Sache an sich skeptisch gegenüber und plant eine kritische und enthüllende Sensationsstory. Was Jo nicht mehr weiß, auch sie wurde schon einmal, in ihrer Studienzeit, hypnotisiert. Doch da es zu einer sehr drastischen Reaktion von Jo kam, sie wäre beinahe gestorben, wurde ihr die Erinnerung daran vom Hypnotiseur und seinem Helfer, genommen. Man sagt ihr, es hätte nicht geklappt und sie wäre nicht zu hypnotisieren.

Zur gleichen Zeit hat Jo auch Ärger mit ihrem Freund Nick, der sie mit einer bekannten Malerin betrogen hat. Er ist nicht davon erbaut, das sie sich mit Hypnose beschäftigt. Auch Nicks Bruder Sam findet die Sache gefährlich, ist der doch bei Jos erster Hypnose dabei gewesen. Nick soll verhindern, das Jo sich selber hypnotisieren lässt.

Doch Jo hat ihren eigenen Kopf, und sie lässt sich von einem Therapeuten, den sie nur während der Hypnose einer Patientin beobachten wollte, selber hypnotisieren. Sie ist überzeugt, das es nicht klappt, doch plötzlich befindet sie sich in tiefer Hypnose. Auf die Frage, wer sie ist, stellt sich heraus, das sie sich im Mittelalter befindet. Sie ist Mathilda de Braose, eine Frau die zur Zeit von König Johann Ohneland gelebt hat. (Der böse Prinz John aus Robin Hood *ggg*). In dieser ersten Sitzung erlebt sie ein Massaker, das ihr Mann William an seinen walisischen Gästen anrichten lässt. Nur unter großen Schwierigkeiten gelingt es dem Therapeuten, Jo in die Gegenwart zurück zu holen.

Natürlich ist Jo bestürzt und vor allem verwirrt, nach diesem Erlebnis. Erst einmal prüft sie nach, ob die Ereignisse die sie erlebt hat, den Tatsachen entsprechen. Als die geschichtlichen Daten ihr Erlebnis bestätigen, ist sie fasziniert. Trotz aller Warnungen von Nick uns seinem Bruder Sam, lässt sie sich wieder hypnotisieren, um so zu verfahren, wie es mit Mathilda weiter geht.

Sie erfährt langsam immer mehr über Mathilda, und auch über ihren Mann William und das Leben als Frau in dieser Zeit. Sie übersteht sogar in Hypnose eine Geburt der damaligen Zeit. Doch Mathilda drängt sich mehr und mehr in Jos Leben, so das Jo sogar spontan in Hypnose verfällt und alles um sich herum vergisst. Es scheint, als ob Mathilda Jo etwas mitzuteilen hat, und Jo erst wieder Ruhe hat, wenn dies geschehen ist.

Gefährlich wird es für Jo, als immer klarer wird, das auch drei Männer aus ihrer Umgebung schon einmal in der Zeit von Mathilda gelebt haben. So scheint ein befreundeter Fotograph damals ihr Geliebter gewesen zu sein, von dem sie sogar ein Kind bekam. Und ihre große Liebe Nick verändert sich vor ihren Augen und verhält sich manchmal sehr merkwürdig ihr gegenüber, als würde er sie hassen. Dem Leser enthüllt sich, das er in einem früheren Leben König John gewesen ist, und dieser war für den Tod von Mathilda verantwortlich.

Doch die größte Gefahr geht von Nick´s Bruder Sam aus. Dieser scheint in einem früheren Leben Mathildas Ehemann, William gewesen zu sein. Er manipuliert Jo und Nick, um sie so endgültig auseinander zu treiben. Er liebt Jo/Mathilda auf seltsame Art noch immer, und redet sich ein, er könne die diesmal vor dem Tod retten, da er Mathilda in ihrem früheren Leben im Stich gelassen hat.

Jo selber bekommt es langsam mit der Angst zu tun. Mathilda scheint immer mehr ihr Leben zu beherrschen, und sie weiß nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Ist sie wirklich Mathilda, oder ist alles nur eine große Manipulation, die Sam veranstaltet hat? Wer es wissen möchte, der sollte sich unbedingt dieses Buch kaufen :o)))


Wie schon oben erwähnt, habe ich den Inhalt dieses Buches förmlich verschlungen, so fasziniert war ich davon. Alleine schon das Thema Reinkarnation finde ich faszinierend, und in diesem Buch wird es in eine sehr spannende und fesselnde Story mit eingebracht. Barbara Erskine verknüpft in diesem Buch sehr gekonnt die Gegenwart mit der Vergangenheit. Als Leser ist man unheimlich gespannt darauf, wie es mit Mathilda weiter geht, und hofft, das Jo sich bald wieder hypnotisieren lässt. Mathilda ist eine sehr einnehmende Persönlichkeit, die auch eine starke Wirkung auf Männer hat. Neben ihr verblasst die Person der Joanna etwas, die in diesem Buch irgendwie zu einem Spielball zwischen den drei Männern wird. Für mich war sie fast nur eine Nebenperson, ein Mittel zum Zweck, um die Geschichte von Mathilda zu erzählen.


Sehr gut hat mir an diesem Buch auch die Schilderung des Lebens im Mittelalter gefallen. Es war eben nicht so, wie es uns die alten Hollywoodschinken in Robin Hood Filmen gezeigt haben. Barbara Erskine schildert das Leben von Mathilda so genau, so detailliert, das man meint, dabei zu sein und die Szenen vor seinem Auge wirklich zu sehen. Genau das gefällt mir an diesem Buch so gut, und das macht meiner Meinung nach einen guten Mittelalterroman aus.


Trotz dem ständigen Wechselns von Gegenwart und Vergangenheit ist das Buch zu jeder Zeit durchschaubar und die Geschichte verwirrt den Leser auch nicht. Man kann alles gut nachvollziehen. Die Szenen in der Gegenwart erhöhen nur die Spannung und die Neugierde, weil der Leser wissen möchte, was mit Mathilda weiter passiert. Sehr geschickt gemacht von der Autorin, finde ich auf jeden Fall. So baut die Spannung wirklich niemals ab.


Wie oben schon erwähnt ist die Figur der Jo etwas blässlich im Vergleich zu Mathilda. Obwohl diese im Mittelalter gelebt hat, verfügt sie über mehr Energie und Durchsetzungsvermögen wie die angeblich selbstbewusste und kritische Reporterin Jo. Auch wenn man mit Mathilda nicht tauschen möchte, ihr Leben fasziniert. Jo dagegen ist der Autorin etwas langweilig geraten und manchmal etwas unglaubwürdig. Sie kommt mir für eine abgebrühte Reporterin doch oft reichlich naiv vor, und es störte mich, wie sie sich von den Männern herumschupsen lässt. Doch das hat mein Lesevergnügen nicht gemindert :o)


Vielleicht hier auch noch einige Worte zur Autorin. Man merkt es schon während des Lesen dieses Buches, ist scheint vom Mittelalter fasziniert zu sein. Tatsächlich studierte Barbara Erskine mittelalterliche Geschichte. Danach hat sie sich nur noch ihrer schriftstellerischen Tätigkeit gewidmet, und das mit Erfolg. Sie selbst lebt übrigens in Wales, einem doch sehr geschichtsträchtigen Landstrich in England. Ich selber besitze mittlerweile alle Bücher von ihr, die in deutscher Sprache erhältlich sind. Und mit am besten gefallen mir die, die nur noch im Mittelalter spielen. So auch das Buch „Die Tochter des Phönix“, das ich hier auch nur empfehlen kann. Das die Autorin in mittelalterlichen Geschichte bewandert ist kann man auch anhand des Anhanges dieses Buches erkennen. Dort findet man nämlich noch eine interessante historische Zeittafel und sie gibt an, in wie weit die beschriebenen Ereignisse tatsächlich historische belegt sind. So etwas gefällt mir :o)


Mein Fazit:
Mich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der gerne in historische Literatur eintaucht. Dieses Buch bietet Spannung, Dramatik, und eine fesselnde Beschreibung des Lebens im Mittelalter. Der historische Hintergrund ist sehr interessant, und das Thema Reinkarnation wird sehr gut mit in die Geschichte eingebaut. Mich hat dieses Buch in die Vergangenheit versetzt, und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Deshalb von mir auch eine hundertprozentige Weiterempfehlung und natürlich alle fünf Sterne. Hier würde ich am liebsten noch einen Extrastern vergeben.


Gruss von Eurer BigManu


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-21 23:01:26 mit dem Titel Manu gruselt es die ganze Nacht ;o)))

Vor ein paar Wochen musste ich mal wieder eine Nacht alleine verbringen, da mein Männe außer Haus war. Wie schlägt man so eine einsame Nacht tot? Genau, man sitzt entweder am PC und treibt sich im Internet rum, oder man liest ein gutes Buch. Ich habe das Ganze kombiniert, erst gesurft und mir dann ein gutes Buch vorgenommen.


Meine Wahl fiel an diesem Abend auf ein Buch von Barbara Erskine. Das Buch „Mitternacht ist eine einsame Stunde“ besitze ich schon seit einigen Jahren, und ich habe es bereits mehrmals gelesen. Für meine Hardcoverausgabe habe ich damals so um die 40,00 DM gezahlt. Jetzt bekommt man das Taschenbuch schon für 8,95 Euro zum Beispiel bei www.amazon.de.


Schon beim ersten Lesen hat es mich ordentlich gegruselt, und mir standen sämtlich Haare zu Berge. Allerdings habe ich es erst an jenem besagten Abend in der Nacht gelesen, alleine im Bett liegend, nur ich und dies Buch. Und wenn man so alleine im Zimmer ist, und der Wind streicht ums Haus, die Balken knacken, der Fußboden knackt, dann ist das Buch ehrlich gesagt noch unheimlicher, und ich hatte sogar ein mulmiges Gefühl im Magen, als ich schließlich das Licht löschte und schlafen wollte. Irgendwie habe ich nur noch Geräusche gehört, und ich glaubte einen fauligen Geruch wahr zu nehmen (die Kartoffeln waren schlecht geworden *ggg*) und mir war gar nicht wohl zu Mute. Die halbe Nacht habe ich wach gelegen, und ich war froh, als mein Männe am Morgen nach Hause kam :o)


Das Buch spielt in England, genauer gesagt an der Küste von Essex. Die junge Schriftstellerin Kate hat sich hier in ein einsames Cottage zurückgezogen, um an ihrem Buch über Lord Byron zu schreiben und um über ihre unglückliche Affäre mit dem Schriftsteller Jon hinweg zu kommen. Die Besitzer des Cottage, die Familie Lindsey, nehmen Kate mehr oder weniger freundlich auf. Der älteste Sohn der Lindseys, Greg, ist alles andere als begeistert, da er das Cottage als sein Eigentum und Refugium betrachtet hat. Er ist Maler, und ein sehr zorniger junger Mann. Zusammen mit seiner 15jährigen Schwester Alison schmiedet er einen Plan, wie er Kate aus dem Cottage vertreiben kann. Sie wollen ihr einreden, es würde dort spuken. Seine Eltern hingegen sind auf das Geld angewiesen, da Gregs Vater krank ist und frühzeitig in Ruhestand gehen musste. Der 17jährige Patrick ist ein eher ruhiger Geselle, der seine Nase meist in ein Buch steckt oder vor dem Computer sitzt.

Alison hat hinter dem Cottage in einem weggespültem Stück Düne einige Sachen gefunden, die römisch zu sein scheinen. Ihre Familie vermutet, das es sich um ein römisches Grab handeln könnte. Doch Alison verhält sich seltsam, sie will das Grab für sich alleine haben, und scheint richtig besessen davon zu sein. Greg ist denkbar unfreundlich zu Kate, aber diese lässt sich nicht einschüchtern. Sie ist fest entschossen, im Cottage zu bleiben. Zuerst hält sie deshalb auch die seltsamen Vorkommnisse für Streiche, die ihr Greg spielt, um sie aus dem Cottage zu vertreiben. So erscheinen merkwürdige Worte auf ihrem PC, die sie nicht getippt hat und die für sie keinen Sinn ergeben. Sie findet in ihrem Cottage nasse faulig riechende Erde, die mit Maden durchsetzt ist. Auch Greg verhält sich merkwürdig, und scheint manchmal nicht er selbst zu sein. Und es geschehen um so mehr seltsame Dinge, je mehr von dem römischen Grab freigelegt wird.


Die Lage spitzt sich zu, als das Cottage durch ein Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten wird. Ein Schneesturm unterbricht die Stromversorgung, das Telefon ist tot. Und das ist nicht das einzige, das tot ist. Es kommt zu Todesfällen, und es scheint, als ob die Seelen der vor 2000 Jahren gestorbenen Menschen aus dem entdeckten Grab Rache nehmen wollten, da es sich um Mordopfer handelt. Die Energie dafür ziehen sie aus der Angst und dem Zorn der Lebenden, und gerade Alison und Greg sind ihre Opfer. Kate und die Lindseys müssen um ihr Leben fürchten, und auch Kates Schwester und Jon, ihr Ex-Freund werden mit hineingezogen, als sie im Cottage auftauchen.

Die Geschichte der Geister erfährt der Leser übrigens immer so nach und nach, im Verlauf des Buches, bis es dann am Schluss zum großen Höhepunkt kommt und das Rätsel gelöst wird. Und mehr möchte ich hier auch über die Geschichte nicht verraten, wer Interesse hat, sollte sich das Buch unbedingt kaufen :o)))


Dieses Buch ist wirklich unheimlich spannend, und manchmal richtig furchteinflößend geschrieben. Hier wird mit der Fantasie des Lesers gespielt, mit der Angst vor Dunkelheit und Einsamkeit. Mir standen oft wirklich die Haar zu Berge, und ich hatte nach dem Lesen, wie oben bereits erwähnt, Schwierigkeiten mit dem Einschlafen.


Der Autorin gelingt es meiner Meinung nach meisterhaft, die Vergangenheit mit der Zukunft zu verknüpfen. Es ist nicht bloß eine Gespenstergeschichte, es ist viel mehr. Man kann die Angst richtig fühlen, so treibt die Autorin die Spannung hoch. Es hat mich so gefesselt, das ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte, obwohl ich mich gegruselt habe und Angst hatte. Die Idee, mit den Seelen der Vergangenheit, die nicht zur Ruhe kommen, weil sie eines unnatürlichen Todes gestorben sind, ist wirklich gut umgesetzt. Eine schöne römische Frau, ein Druidenprinz, ein römischer Edelmann, der von seiner Frau betrogen wird und sich rächt und zum Mörder wird. Und alle drei können nicht zur Ruhe kommen, und tragen ihre Rache 2000 Jahre später auf dem Rücken der Lebenden aus. Und das alles noch so gut und spannend geschrieben, das man es für wahr halten könnte, das ist meiner Meinung nach meisterhaft.


Ich habe sämtliche Bücher von Barbara Erskine gelesen, die in deutscher Sprache erhältlich sind. Sie haben mir alle sehr gut gefallen, und „Mitternacht ist eine einsame Stunde“ ist meiner Meinung nach eines ihrer besten Bücher, obwohl hier mehr die Gegenwart im Vordergrund steht. Allerdings sollte man es nicht Nachts lesen, vor allem nicht, wenn man alleine ist, und womöglich noch der Wind um das Haus heult. Dann wird Mitternacht wirklich zu einer einsamen Stunde, und die Angst springt über und packt auch den Leser. Also nichts für empfindsame Gemüter ;o)


Mein Fazit:
Ich kann dieses Buch, trotz der Angst, die mich gepackt hat, nur zu hundert Prozent weiterempfehlen. Es ist sehr gut und vor allem sehr spannend geschrieben. Die Charaktere sind interessant und werden gut beschrieben. Die Spannung steigert sich immer mehr, bis es zum großen Finale kommt. Von mir deshalb auch alle fünf Sterne und eine uneingeschränkte Empfehlung für alle, die gute Nerven haben :o)


Gruss von Eurer BigManu

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