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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Prisca
Die Entmystifizierung des Sex von Erich Fried
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Entmystifizierung des Sex
Du sagst
Ich soll nicht
LIEBE
Und LIEBEN sagen
Das bringt nichts mehr
Meinst du
Und ist zu mystisch
Und zu verschwommen
Nun ja
Ich kann natürlich
Auch die Zähne zusammenbeißen
Und BUMSEN sagen
Oder vielleicht sogar
FICKEN sagen
Wie du
Doch du weißt gar nicht
Wie mich das
Abregt
Das ist Erich Fried, eigenwillig, etwas seltsam und doch nachdenklich machend.
Erich Fried wurde am 6. Mai 1921 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren. Nachdem sein Vater 1938 von der Gestapo ermordet wurde, floh er nach London, wo er sein weiteres Leben verbrachte. 1944 schreib er seinen ersten Lyrikband: Deutschland – dem folgt ein Jahr später der Band: Österreich.
Von 1952 bis 1968 war er Mitarbeiter bei der deutschen BBC. Während der ganzen Zeit publizierte er verschiedene Gedichte. Seinen eigentlichen Stil entwickelte er aber erst während des Vietnamkrieges. In dieser Zeit wurde er zum engagierten Zeit- und Gesellschaftskritiker, was sich auch auf seine Gedichte auswirkte. 1972 veröffentlichte er z.b. eine Sammlung Gedichte unter dem Titel: Die Freiheit, den Mund aufzumachen – 1974 war es der Titel: Gegengift. Seine Liebesgedichte veröffentlichte er erst ziemlich spät – 1979.
1986 wurde er von der Liga für Menschenrechte mit der Carl-von-Ozzietzky-Medaille ausgezeichnet, ein Jahr später folgte der Georg-Büchner-Preis.
1988 starb Erich Fried in Baden-Baden.
Das nur kurz zu eurer Information, damit ihr euch ein Bild von dem Leben dieses Dichters machen könnt. Ich möchte euch hier und heute einen Gedichtband : Was bist du mir? Gedichte von der Liebe vorstellen, aus dem übrigens auch das Eingangsgedicht ist.
Dieses dünne Bändchen hat ( jedenfalls in der mir vorliegenden Ausgabe) 167 Seiten. Der Einband ist ganz schlicht in einem dunklen rosa gehalten. Darauf nur ein weißes Schildchen mit dem Titel des Buches. Ein Lesebändchen vervollständigt diese Ausgabe. Über den Preis kann ich euch leider nichts mehr sagen, ich habe dieses Buch bereits 1986 im Bücherbund erstanden. Aber fragt mal im Buchhandel nach Erich Fried, ich bin sicher, dieser Gedichtband ( oder wenigstens ein anderer!) lässt sich auch heute noch auftreiben, denn die Liebesgedichte zählen zu den bekanntesten Werken von Erich Fried.
Auf jeden Fall lohnt sich mal ein Besuch bei Amazon.de. Da gibt es zwar nicht genau diesen Band, aber doch einige Bände mit Liebesgedichten von Erich Fried, auch eine von ihm selbst gelesene AudioKassette. Preis liegt immer so um 15,-- Euro.
Ein Versuch
Ich habe versucht
Zu versuchen
Während ich arbeiten muss
An meine Arbeit zu denken
Und nicht an dich
Und ich bin glücklich
Das der Versuch
Nicht geglückt ist
Kann man einen Menschen, den man liebt, eine schönere Liebeserklärung machen?
Ich gebe es zu, Erich Fried ist gewöhnungsbedürftig. Was er schreibt ist nicht die übliche Lyrik. Bei ihm findet man keine Reime. Den Gedichten fehlt jede Romantik, die in Liebesgedichten sonst üblich ist. Sie sind nüchtern geschrieben, ohne Schnörkel. Die Sätze wirken abgehackt. Erich Fried schreibt ganz ohne Satzzeichen ( Ausnahme = Fragezeichen!). Manches Gedicht muss man zwei- dreimal lesen, um den wirklich Sinn zu verstehen. Manchmal versteckt er sich zwischen den Zeilen.
Sicher, mir gefallen nicht alle Gedichte in diesem Band ( oder habe ich vielleicht bei denen den tieferen Sinn nur noch nicht entdeckt?) . Aber die anderen haben eine Aussagekraft, die mich immer wieder überwältigt. Nur, beschreiben kann ich das fast nicht – da fehlen mir die Worte – die Gedichte sprechen einfach für sich.
Darum sollte auch jeder von euch mal einen Blick riskieren – jeder, der sich mit Thema Liebe auseinandersetzen möchte – und wer möchte das nicht? Keine Angst vor irgendwelchen kitschigen Ergüssen – so was werdet ihr hier nicht finden. Viel Gefühl, viel Aussage – aber niemals Kitsch!
Statt eines Fazits möchte ich mit meinem Lieblingsgedicht aus diesem Band schließen ( was euch dann auch erklären mag, warum ich mich für DIESE Kategorie entschieden habe!)
Es ist, was es ist
Es ist Unsinn
Sagt die Vernunft
Es ist was es ist
Sagt die Liebe
Es ist Unglück
Sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
Sagt die Angst
Es ist aussichtslos
Sagt die Einsicht
Es ist was es ist
Sagt die Liebe
Es ist lächerlich
Sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
Sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
Sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
Sagt die Liebe
In der Hoffnung euch die Liebesgedichte von Erich Fried nur ein wenig näher gebracht zu haben.
Du sagst
Ich soll nicht
LIEBE
Und LIEBEN sagen
Das bringt nichts mehr
Meinst du
Und ist zu mystisch
Und zu verschwommen
Nun ja
Ich kann natürlich
Auch die Zähne zusammenbeißen
Und BUMSEN sagen
Oder vielleicht sogar
FICKEN sagen
Wie du
Doch du weißt gar nicht
Wie mich das
Abregt
Das ist Erich Fried, eigenwillig, etwas seltsam und doch nachdenklich machend.
Erich Fried wurde am 6. Mai 1921 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren. Nachdem sein Vater 1938 von der Gestapo ermordet wurde, floh er nach London, wo er sein weiteres Leben verbrachte. 1944 schreib er seinen ersten Lyrikband: Deutschland – dem folgt ein Jahr später der Band: Österreich.
Von 1952 bis 1968 war er Mitarbeiter bei der deutschen BBC. Während der ganzen Zeit publizierte er verschiedene Gedichte. Seinen eigentlichen Stil entwickelte er aber erst während des Vietnamkrieges. In dieser Zeit wurde er zum engagierten Zeit- und Gesellschaftskritiker, was sich auch auf seine Gedichte auswirkte. 1972 veröffentlichte er z.b. eine Sammlung Gedichte unter dem Titel: Die Freiheit, den Mund aufzumachen – 1974 war es der Titel: Gegengift. Seine Liebesgedichte veröffentlichte er erst ziemlich spät – 1979.
1986 wurde er von der Liga für Menschenrechte mit der Carl-von-Ozzietzky-Medaille ausgezeichnet, ein Jahr später folgte der Georg-Büchner-Preis.
1988 starb Erich Fried in Baden-Baden.
Das nur kurz zu eurer Information, damit ihr euch ein Bild von dem Leben dieses Dichters machen könnt. Ich möchte euch hier und heute einen Gedichtband : Was bist du mir? Gedichte von der Liebe vorstellen, aus dem übrigens auch das Eingangsgedicht ist.
Dieses dünne Bändchen hat ( jedenfalls in der mir vorliegenden Ausgabe) 167 Seiten. Der Einband ist ganz schlicht in einem dunklen rosa gehalten. Darauf nur ein weißes Schildchen mit dem Titel des Buches. Ein Lesebändchen vervollständigt diese Ausgabe. Über den Preis kann ich euch leider nichts mehr sagen, ich habe dieses Buch bereits 1986 im Bücherbund erstanden. Aber fragt mal im Buchhandel nach Erich Fried, ich bin sicher, dieser Gedichtband ( oder wenigstens ein anderer!) lässt sich auch heute noch auftreiben, denn die Liebesgedichte zählen zu den bekanntesten Werken von Erich Fried.
Auf jeden Fall lohnt sich mal ein Besuch bei Amazon.de. Da gibt es zwar nicht genau diesen Band, aber doch einige Bände mit Liebesgedichten von Erich Fried, auch eine von ihm selbst gelesene AudioKassette. Preis liegt immer so um 15,-- Euro.
Ein Versuch
Ich habe versucht
Zu versuchen
Während ich arbeiten muss
An meine Arbeit zu denken
Und nicht an dich
Und ich bin glücklich
Das der Versuch
Nicht geglückt ist
Kann man einen Menschen, den man liebt, eine schönere Liebeserklärung machen?
Ich gebe es zu, Erich Fried ist gewöhnungsbedürftig. Was er schreibt ist nicht die übliche Lyrik. Bei ihm findet man keine Reime. Den Gedichten fehlt jede Romantik, die in Liebesgedichten sonst üblich ist. Sie sind nüchtern geschrieben, ohne Schnörkel. Die Sätze wirken abgehackt. Erich Fried schreibt ganz ohne Satzzeichen ( Ausnahme = Fragezeichen!). Manches Gedicht muss man zwei- dreimal lesen, um den wirklich Sinn zu verstehen. Manchmal versteckt er sich zwischen den Zeilen.
Sicher, mir gefallen nicht alle Gedichte in diesem Band ( oder habe ich vielleicht bei denen den tieferen Sinn nur noch nicht entdeckt?) . Aber die anderen haben eine Aussagekraft, die mich immer wieder überwältigt. Nur, beschreiben kann ich das fast nicht – da fehlen mir die Worte – die Gedichte sprechen einfach für sich.
Darum sollte auch jeder von euch mal einen Blick riskieren – jeder, der sich mit Thema Liebe auseinandersetzen möchte – und wer möchte das nicht? Keine Angst vor irgendwelchen kitschigen Ergüssen – so was werdet ihr hier nicht finden. Viel Gefühl, viel Aussage – aber niemals Kitsch!
Statt eines Fazits möchte ich mit meinem Lieblingsgedicht aus diesem Band schließen ( was euch dann auch erklären mag, warum ich mich für DIESE Kategorie entschieden habe!)
Es ist, was es ist
Es ist Unsinn
Sagt die Vernunft
Es ist was es ist
Sagt die Liebe
Es ist Unglück
Sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
Sagt die Angst
Es ist aussichtslos
Sagt die Einsicht
Es ist was es ist
Sagt die Liebe
Es ist lächerlich
Sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
Sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
Sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
Sagt die Liebe
In der Hoffnung euch die Liebesgedichte von Erich Fried nur ein wenig näher gebracht zu haben.
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