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Erfahrungsbericht von Libraia

Irving , Die vierte Hand - nicht sein bestes Buch

Pro:

gute Milieustudie eingebettet in einen spannenden Krimi

Kontra:

Sprache ab und zu etwas zu "blumig"

Empfehlung:

Nein

John Irvings neuer Roman „Die vierte Hand“ ist dieses Frühjahr auf deutsch im Diogenes Verlag erschienen, er kostet 22,90 Euro, die ISBN lautet: 3257063032; das Buch ist mit 438 Seiten ein „mittlerer“ Irving.
So, das wären mal die äußeren, die Rahmendaten.
Aber wie sieht es mit dem Inhalt, mit der „Füllung“ dieser 438 Seiten aus? – auch hier möchte ich sagen – und nehme somit mein Fazit gewissermaßen schon vorweg – dass es ein „mittlerer“ Irving ist.
He’s not at his best, aber das Lesen lohnt sich dennoch.

Über den Autor:
Viel muss man da nicht mehr sagen, er gehört ja zu den „Topautoren“ (wie man bei Ciao so schön, wenn auch in anderem Zusammenhang, sagt), aber dennoch – wenigstens kurz möchte ich ihn hier vorstellen.
John Irving wurde 1942 in Exeter, New Hampshire geboren., nach seinen Studien, die er in Iowa, in Harvard und in Wien betrieben hatte, wurde er erst mal Universitätsdozent, widmete sich aber später nur noch dem Schreiben von Büchern.
Darin ist er außerordentlich erfolgreich. Viele seiner Romane wurden verfilmt (Hotel New Hampshire und Garp und wie er die Welt sah beispielsweise) und seine Bücher erreichen nun schon über viele Jahre hinweg Rekordauflagen.
Ich habe zwar nicht alles von ihm gelesen, aber doch recht vieles und ich schätze ihn als einen Schriftsteller, der sich perfekt auf etwas versteht, was wenige richtig gut können: er schreibt gute Unterhaltungsromane!
Er versteht sein Handwerk, die Geschichten sind allesamt spannend, ein bisschen (oder sehr) verrückt, er charakterisiert Menschen so, dass sie vor unserem inneren Auge erstehen, es gelingt ihm, Spannungsbögen aufzubauen, retardierende Momente geschickt einzuflechten, um dann wieder zur eigentlichen Story zurück zu kommen. Sein Romanpersonal ist meist so, dass einen die dargestellten Menschen noch lange in der Erinnerung begleiten.
Wer jemals „Garp“ gelesen hat, der wird sich ganz bestimmt auch noch nach Jahren an Garps skurrile Mutter erinnern können.
Zu seinen größten Erfolgen zählen neben den beiden bereits erwähnten Büchern noch: “Owen Meany“ , „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, „Zirkuskind“, „Laßt die Bären los“ und „Witwe für ein Jahr“

Zum Inhalt:

Patrick Wallingford, Journalist und Fernsehreporter aus New York, verliert während einer Live-übertragung aus einem indischen Zirkus seine linke Hand. Sie wird ihm, da er mit dem Mikrophon zu nahe an den Käfig kam, von einem Löwen abgebissen und aufgefressen. (na, werden da nicht gewisse Erinnerungen an „Zirkuskind“ wach?)
Da Millionen von Fernsehzuschauern in aller Welt quasi Augenzeugen dieses schrecklichen und äußerst blutigen Unfalls wurden, schnellt Wallingfords Bekanntheitsgrad in ungeahnte Höhen. Er ist von nun an „der Löwenmann“.
Seiner Karriere schadet das Ganze erst mal nichts, Sympathie- und Mitleidsbekundungen aus aller Welt kommen seinen Einschaltquoten zu gute.
Nachdem er mit allen möglichen Prothesen herumexperimentiert hatte, mit allen aber unzufrieden war, ist er fast so weit, sich einfach daran zu gewöhnen, nur mehr eine Hand zu besitzen. Da tritt jedoch Dr.Zajac, ein hervorragender Handchirurg aus Boston in sein Leben. Zajacs Ziel ist es, die erste erfolgreiche Handtransplantation durch zu führen, und zwar an dem „Löwenmann“. Allerdings fehlt noch eine passende Spenderhand.
Gleichzeitig überredet eine junge (glücklich verheiratete)Ehefrau in Wisconsin, ihren Mann, seine linke Hand testamentarisch Patrick Wallingford zu vermachen.
Dieser erfreut sich zwar bester Gesundheit und weiß nicht so recht, was dieser Einfall eigentlich soll, aber , da es ja auch nichts schadet, willigt er in ihren Vorschlag ein. Es kommt wie es kommen muss, der Ehemann, Otto Clausen, stirbt – seine linke Hand aber lebt weiter...
Doris Clausen hatte jedoch eine Klausel in das Testament einfügen lassen: dass sie jederzeit ein Besuchsrecht an der Hand ihres verstorbenen Mannes habe. Kurz nach der Operation besucht sie also Patrick im Krankenhaus, allerdings begnügt sie sich nicht mit einem Besuch der Hand, sondern es gelingt ihr in einer Art Überfallaktion sich eines weiteren Körperteils Patricks zu bemächtigen – kurz darauf ist sie – die das seit Jahren erfolglos versuchte – schwanger. (na, wer denkt da nicht an „Garp“?)
Während für Doris damit der eigentliche Zweck dieser Mission erfüllt ist, beginnt für Patrick eine völlig neue Erfahrung: er hat sich verliebt – und zwar hoffnungslos. Nun war Patrick alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Nicht nur war er bereits einmal verheiratet gewesen, nein er war ein dermaßen attraktiver Mann, eine Art „großer Junge“, der in unheimlich vielen Frauen, den dringenden Wunsch erweckte, mit ihm zu schlafen. Auch wenn die Initiative selten von ihm ausging, erlebte er dennoch zahllose sexuelle Abenteuer, er genoss sie, die Frauen genossen sie, aber mit Ausnahme seiner Frau (der das irgendwann zu dumm wurde) hatte er nie eine längere Beziehung gehabt.
Liebe, eine Liebe, die auch warten kann, das hatte es bislang nicht gegeben in seinem Leben. Doris hält zwar weiterhin Kontakt zu ihm, stellt ihm auch ihre zahlreiche Familie vor (alles –ebenso wie sie und ihr frühere Mann absolute Baseballfans), aber in Wirklichkeit hält sie den Kontakt nicht zu ihm, sondern zu seiner linken Hand. Er darf auch ihren immer runder werdenden Bauch streicheln, aber wehe, er tut das mal mit seiner rechten Hand anstatt der linken...
Ob Patrick und Doris letztendlich zueinander finden, wie es Patricks Hand weiterhin ergeht (die Gefahr der Abstoßung ist immer gegeben), welche Irrungen und Wirrungen er mit seiner Karriere noch durchstehen muss (er wird nämlich zunehmend als billiger Skandalreporter missbraucht) und wie bzw. ob er den Avancen seiner Kollegin Mary entgeht, die unbedingt ein Kind von ihm möchte, das werde ich alles offen lassen und – auch wenn es mir schwer fällt, nicht weiter erzählen.
Erwähnen möchte ich aber noch unbedingt einen meiner Meinung nach sehr gelungenen Nebenstrang dieses Romans. Dr. Zajac, ein kauziger, geschiedener Vater eines kleinen Sohnes, dessen Lieblingsfreizeitbetätigung in der Jagd auf Hundehaufen mit einem Crickettschläger ist, wird von Irving ebenfalls zu einer eigenständigen Romanfigur herausgearbeitet. Seine Lebensgeschichte, sein rührender und witziger Kampf um die Liebe seines Kindes, ebenso wie der hartnäckige Kampf seiner Putzfrau Irma um seine Liebe, das gefiel mir sehr gut
Aber auch hier reichen die Ansätze, ich möchte nicht weiter ins Detail gehen.

Zum Stil:
Tja, wie immer: übersprudelnd, voller absurder, witziger, ab und an mal auch etwas zu skurriler Einfälle. Irving schreibt in einer lebendigen, ja sogar vor Lebendigkeit überquellender Sprache. Eines seiner Markenzeichen ist es ja, ein Sammelsurium an komischen, traurigen, sonderbaren und aberwitzigen Geschichten zu einem Ganzen zusammenzufügen. Ein weiteres Markenzeichen ist seine Freude an dem Erzählen von sexuellen Erlebnissen. Doch auch hier ist ihm „normaler“ Sex (was immer das auch sein mag, aber das Verschlucken von Kaugummi während des Orgasmus und danach eintretender kurzfristiger Atemstillstand gehört nicht unbedingt dazu) nicht spannend genug. Immer setzt er noch was drauf, seien es ganz besondere feuchte Träume unter dem Einfluss von Schmerzmittel oder Sex unter Wasser oder ähnliches.
Tja, auch hier wie immer: seine „Markenzeichen“ gelingen ihm gut (das 3. Markenzeichen, seine Lieblingssportart „Ringen“ das fehlt diesmal ganz, fällt mir grad auf), während des ganzen Buches hindurch hatte ich Freude am Lesen, wollte wissen, wie es weiter geht und fand eigentlich keine Zeile zu lang. Auch war ich etwas traurig, als das Buch zu Ende war.
Dennoch:

Meine Kritik:
Wenn ich eingangs erwähnte, Irving sei ein guter „literarischer Handwerker“, dann meine ich das nicht negativ. Im Gegenteil: vielen Schriftstellern, die etwas zu sagen haben, und die auch Talent besitzen, fehlt einfach das Know-how, ihm nicht. Trotzdem habe ich gerade bei der 4.Hand das Gefühl hier ist ein bisschen zu viel Handwerk und zu wenig „was will uns der Autor eigentlich sagen“, denn im Grunde genommen sagt mir das ganze Buch gar nichts. Die Geschichte ist zwar spannend und gut zu lesen, aber es steckt gar nichts dahinter. Auch wenn auf dem Buchrücken zu lesen ist: „Trauer, Verlust und die Kraft der Liebe sind die Themen ... ein Buch über Menschen, die sich verlieren und wieder finden, über die Entdeckung der Langsamkeit, die leisen Töne und das Warten-Können, es handelt von Menschen in Krise und von einem großen Wort, das uns heute zunächst befremdet: Seele“, so stimmt das zwar alles irgendwie, aber, ein großes Aber: diese Themen haben nicht nur andere Autoren schon besser rübergebracht, das hat auch Irving selbst schon wesentlich besser, intensiver und beeindruckender gekonnt.
Ich weiß schon jetzt, dass weder Patrick Wallingford, noch Doris Clausen so in meinem Gedächtnis weiterleben werden wie Garp oder wie die Menschen „Witwe für ein Jahr“ nur als Beispiel.

Mein Fazit:
Das Lesen lohnt sich, aber wer Irving noch nicht kennt, sollte nicht mit diesem Roman beginnen, er gehört einfach zu seinen flacheren.



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-11 23:29:54 mit dem Titel Izzo Jean Claude "Total Cheops" - der erste Band der Marseille-Trilogie

Der Krimi \" Total Cheops \" von Jean Claude Izzo ist im Jahr 2000 als Taschenbuch im Unionsverlag unter der ISBN:3293201644 erschienen. Er kostet 8,90 Euro.
Aufmerksam auf Izzo wurde ich neben Empfehlungen von guten Kunden (mit Geschmack) schon mal durch den Verlag. Der Schweizer Unionsverlag ist nämlich einer meiner ausgesprochenen Lieblingsverlage, bei dem ich schon oft auf hervorragende Geheimtipps gestoßen bin. Er bringt vorrangig Autoren und Autorinnen aus Dritte- Welt -Ländern und von außereuropäischen Regionen heraus. Bücher, an die man sonst nie herankommen würde, weil kein großer Verlag Interesse daran hat, sie zu veröffentlichen, deren Qualität sich aber sehen lassen kann. Bekannt geworden sind immerhin die \"Renner\" des Unionsverlags Dschingis Aitmatow und Assia Djebar. Krimis gibt es bei Union erst seit wenigen Jahren.
Jean Claude Izzo ist als Franzose nun zwar kein typischer Vertreter eines Dritt-Welt-Landes :), aber wir werden bald sehen, warum seine Krimis durchaus gut ins Verlagsprofil passen.

Über den Autor:
Izzo wurde 1945 in Marseille geboren. Er arbeitete jahrelang als Journalist, war ein politisch sehr interessierter Mensch und stark beeinflusst von der 68er Bewegung. Erst im Alter von 50 Jahren begann er Krimis zu schreiben. Mit \"Total Cheops\" gelang ihm auch sofort der Durchbruch, er kam prompt in Frankreich auf die Bestsellerlisten. In Deutschland dauerte es ein bisschen länger, aber im Jahr 2001 wurde ihm doch schon der Deutsche Krimipreis verliehen. Neben \"Total Cheops\" schrieb er noch zwei weitere Romane mit der gleichen Hauptfigur Fabio Montale, die alle in Marseille spielen - sie werden auch \"die Marseilletrilogie\" genannt - und zwar \"\"Chourmo\" und \"Solea\". Gerade ist auch noch ein weiteres Buch (kein Krimi) \"Aldebaran\" auf deutsch erschienen. Leider wird es dabei aber auch bleiben, denn im Januar 2000 ist Izzo an Lungenkrebs gestorben.

Zum Buch:

Fabio Montale ist Polizist in den Vororten Marseilles, eingesetzt in jenen Gebieten der Stadt, in denen es brodelt: Einwanderer aus aller Herren Länder, Armut, Drogen, in manchen Teilen breitet sich ein radikaler Islam sehr schnell aus. Doch das Wort \"brodeln\" ist nicht nur negativ gemeint, auch die überschäumende Lebensfreude, das manchmal sehr fruchtbare Aufeinandertreffen der Kulturen, die Vermischung und Verschmelzung sind dort zu finden.
Fabio, dem es als junger Mann niemand prophezeit hätte, dass er ausgerechnet zur Polizei geht, denn er war jemand, der ganz schön viel \"Mist\" (sprich Diebstähle, Überfälle etc.) gebaut hatte, gerät mit seiner Rolle auch ständig in Konflikt.
Er setzt sich ein gegen ein Polizeikonzept, das auf Einschüchterung, Brutalität und Rassismus setzt und kämpft für eine neue Art des Aufeinander Zugehens, der Offenheit und des Verständnisses für die Bewohner der ärmeren Viertel. Tatsächlich hat er damit auch eine Weile Erfolg und wird beauftragt, in seinem Gebiet seine Ideen durchzusetzen. Bald wird er aber als \"Sozialarbeiter\" beschimpft von seinen Kollegen und leider auch zunehmend von Vorgesetzten.
Als seine früheren engen Jugendfreunde Ugo und Manu, die beide ins kriminelle Milieu abgerutscht sind, getötet werden, sinnt er nicht nur auf Aufklärung, sondern auf Rache.
Die Spuren führen ins Milieu der Mafia und Fabio wird immer klarer, dass er es mit höchst gefährlichen Gegnern zu tun hat.
Zeitgleich verschwindet die junge Leila, eine hochbegabte Studentin, mit der ihn eine - zwar nie ausgelebte -Liebesbeziehung verbindet. Leila ist die Hoffnung ihrer Familie, eines der wenigen Einwandererkinder, die es \"geschafft\" haben; super Noten, intelligent, freundlich, modern und dennoch ihrer Familie zugewandt. Leila wird kurze Zeit später tot aufgefunden, vergewaltigt von mehreren Männern, gefoltert und anschließend erschossen.
Fabio gerät in eine Krise: erst seine Jugendfreunde, dann dieses Mädchen, das ihn geliebt hatte und zusätzlich der Druck der Vorgesetzten auf ihn, das alles macht ihm so zu schaffen, dass er immer öfter seine innere Ruhe im Alkohol (besonders liebt er Lagavulin, was wohl eine Whiskeysorte ist) sucht.
Der geübte Krimileser (also ich z.B.) merkt sehr schnell, dass die beiden Fälle irgendetwas miteinander zu tun haben, was genau wird aber erst am Schluss klar.
Für mein Empfinden lebt \"Total Cheops\" -das ist übrigens so ein Ausdruck in Marseille, der so viel besagt wie \"total verrückt, total aufregend, durcheinander, Chaos…\" -aber gar nicht so sehr von der Krimihandlung, doch, die ist schon spannend und man möchte wissen, wie es ausgeht, aber für mich ist es eher ein richtiger Roman, bei dem es auf anderes ankommt.
Das liegt ganz besonders an Izzos wunderbaren Schilderungen von Marseille, seinem Hafen, seinen Gassen, Kneipen, Gerüchen, seiner Musik und vor allen Dingen seinen Menschen.
Seitdem ich seine Romane gelesen habe, möchte ich da unbedingt mal hin, man hat das Gefühl, die Stadt in ihrem innersten Kern \"verstanden\" zu haben. Die Süddeutsche Zeitung notierte nach Izzos Tod den treffenden Satz \"…es war, als hätte die Stadt ihr Gedächtnis verloren\". Gerade auch seine Schilderungen des Einwanderermilieus haben es mir angetan, denn er schreibt einerseits mit großer Sympathie und Einfühlungsvermögen, auch spürt man seine Liebe zur Idee des Multikulturalismus, andererseits wird er aber nicht romantisierend, sondern sieht durchaus die negativen Seiten und thematisiert sie auch.
Aber nicht nur Izzos Blick auf die Stadt Marseille macht die Qualität des Buches aus, sondern auch seine gelungene Hauptfigur Fabio Montale. Dieser sehr widersprüchliche Mann kommt dem Leser mit allen Facetten seines Innenlebens sehr nahe. Er ist sehr ehrlich, menschenfreundlich und hat hohe moralische Ansprüche, andererseits kommt oft auch der Macho heraus, er säuft zu viel (das Trinken wird mir ein bisschen zu sehr verherrlicht in seinen Büchern), seine Gedanken über Freundschaft und Ehre sind zumindest interessant, auch wenn ich sie nicht immer teile, sein Verhältnis zu Frauen ist nicht unkompliziert. Er liebt die Frauen, und er liebt nicht nur eine. Das an sich ist ja nichts Ungewöhnliches, aber dass er die Frauen, mit denen er zusammen war, tatsächlich auch immer richtig \"geliebt\" hat, das hat schon was. Sie sind immer in seiner Erinnerung. Überhaupt: die Erinnerung! Montale lebt sehr stark auch in der Vergangenheit, eine weitere Stärke des Buches ist die Art, wie er seine Kindheits- und Jugenderinnerungen zum Leben erweckt. Toll gemacht!
Wie man sieht, geht dieses Buch wirklich weit über einen gewöhnlichen Krimi hinaus!
Die Auflösung des Falls lasse ich mal offen und auch, wie und ob sich Fabio weiterhin mit seinem Beruf arrangieren kann. Lest es einfach selbst!

Meine Meinung:

Tatsächlich eine Entdeckung! Izzos Stil ist so anders als man ihn sonst gewohnt ist von Kriminalromanen, dass ich eigentlich eher einen literarischen Anspruch an ihn legen möchte. Und siehe da: auch diesem Anspruch wird er gerecht. Ein vielschichtiges Buch mit \"echten\" Persönlichkeiten, mit viel Lokalkolorit und auch eines, das zum Nachdenken anregt.
Was mir persönlich etwas Probleme bereitet, ist seine manchmal zu blumige, poetische Ausdrucksweise. Manchmal gefällt mir das und ich finde es in einigen Metaphern wunderschön, manchmal kommt es mir dann aber doch zu \"orientalisch\" (damit spiele ich auf die immer etwas blumigere und mit vielen Metaphern angereicherte Art der orientalischen Literatur an) vor. Aber das ist nur ein kleiner Einwand. Dass Krimihelden und Detektive immerzu Whiskey trinken müssen, hat mich auch schon bei anderen gestört, aber nun, was soll\'s, das scheint so sein zu müssen \"g\"
Ich hab auf alle Fälle schnell mal alle Teile der Marseille - Trilogie gelesen und habe es nicht bereut.

Fazit: Ich hoffe, ich konnte irgendjemanden dazu anregen, Izzo mal zu lesen…

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