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Erfahrungsbericht von emmtie
Illies, Florian - Generation Golf : Kultbuch oder zu lang geratene Glosse?
Pro:
trotz einfacher Story ein fesselnder Thriller
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Illies, Florian - Generation Golf
Generation Golf? Was soll uns das sagen?
Nachdem in Amerika Anfang der 90er Jahre, ausgelöst durch den Roman „Generation X“ von Douglas Coupland, die ganze Generation der zwischen 1960 und 1970 Geborenen quasi durch den Titel des Romanes einen Stempel aufgedrückt bekommen: Desillusionierte Menschen, am Ende ihrer Jugend, die aber den Sprung in die „Erwachsenenwelt“ nicht vollziehen wollen. Das dies eine allzu simple Vereinfachung war und natürlich nur auf einen kleinen Teil dieser Generation zutreffen konnte, ist zwar klar. Aber trotzdem wurde „Generation X“ zu einem festen Begriff und in vielen Bereichen zu einer Art Label, unter das bestimmte Musik wie der Grunge oder Modeerscheinungen wie der verlotterte Look einsortiert wurden.
Es war nur eine Frage der Zeit, wann jemand in Deutschland versucht, diese in ähnlicher Weise aufzusetzen. Erstaunlicherweise dauerte es bis zum Jahr 2000, bis Florian Illies mit seinem Buch „Generation Golf Eine Inspektion“ eine Art deutschen Generationen-Schau veröffentlichte.
Im Gegensatz zum amerikanischen Original handelt es sich hierbei nicht um einen Roman, sondern eher um eine Art Jugenderinnerung des Autors. Stellvertretend für die von ihm „Generation Golf“ getauften Geburtenjahrgänge zwischen 1965 und 1975 schildert er auf etwa 200 Seiten in lockerer Form die prägenden Ereignisse dieser Generation. Dabei geht es aber nicht um große weltgeschichtliche Themen, sondern eher um alltägliche Dinge. Sei es das Aufkommen der Mitnahme-Möbel und der damit verbundene Aufstieg von Ikea, die ja schon durch den Titel angedeutete Identifizierung durch das Auto, wobei der Golf automatisch mit cool, weltoffen etc. verknüpft wurde, oder das in den 80er aufkommende Markenbewusstsein. Dabei ist das Buch aber kein reines Erinnerungsbuch, sondern es wird auch versucht, gegenwärtiges Verhalten von Leuten aus dieser Generation mit ihren Lebenserfahrungen zu begründen.
Ich selbst bin 1967 geboren; falle also genau in das vorgegebene Raster. Außerdem komme ich wie der Autor aus der eher ländlichen Gegend Mittel- bzw. Osthessens. Somit decken sich in vielen Punkten seine Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen. Und dies ist etwas, was das Buch lesenswert macht. Seien es Erfahrungen wie das Aufkommen von Rucksäcken und Koffern als Schultaschen, bestimmte Fernsehsendungen, die man unbedingt anschauen musste oder auch erste Annähehrungsversuche zwischen den Geschlechtern. Vieles davon kommt einem sehr bekannt vor und mehr als einmal muß man aufgrund der dadurch geweckten Erinnerungen herzhaft lachen, aber manchmal auch wehmütig sinnieren.
Doch so interessant diese einzelnen Erinnerungsfetzen auch sind, eine große Schwäche hat das Buch aus meiner Sicht: Der Stoff und die Art, wie er vermittelt wird, reicht für die 200 Seiten dieses Buches nicht aus. Spätestens nach 70, 80 Seiten wirkt die nächste Anekdote doch etwas ermüdend. Denn das Buch ist eigentlich eine Aneinenderreihung von Glossen. Das mag auch damit zusammenhängen, das der Autor Florian Illies eigentlich Redakteur beim Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen bzw. bei deren Sonntagszeitung ist. In dieser Zeitung schätze ich seine punktierten, mit Spitzen versehenen Beiträge sehr. Doch dort sind sie auch maximal eine halbe Seite lang. Der Versuch, diese Stilmittel auf ein ganzes Buch anzuwenden, ist meiner Ansicht nach gescheitert. Da es keinen größeren Gesamtrahmen oder eine Art Resümee, auf das das Buch hinarbeitet, gibt, schleicht sich recht schnell eine Art Wiederholungseffekt ein, der ein wenig den Spaß am Lesen verdirbt.
Mein Tipp: Das Buch nicht in einem Rutsch lesen, sondern die acht Kapitel des Buches, die die jeweiligen Werbekampagnen für den VW Golf als Überschrift tragen, einzeln mit einem gewissen Abstand lesen. Man kann man diese 8 Kapitel getrost als einzelne Kurzgeschichten zum gleichen Thema ansehen.
Ein zweiter Kritikpunkt, der zwar nicht dem Autor anzulasten ist, aber trotzdem meinen Eindruck von diesem Buch trübt, ist dessen Darstellung in der Presse. Sowohl im TV als auch bei der schreibenden Zunft wurde das Buch das DAS Buch über diese Generation dargestellt und immer wieder als absolutes Muß, um diese Generation zu verstehen dargestellt. Damit sollte wohl, wie anfangs schon erwähnt, die Parallele zur „Generation X“ hervorgehoben werden. Doch letztendlich ist das Buch nichts anders als eine lose und locker geschriebenen Sammlung von Jugenderinnerungen und deren Nachwirkungen bis in die gegenwärtige Zeit. Das ist definitiv nichts Schlechtes, aber den großen Anspruch, der in dieses Buch hereingedeutet wurde, und den ich z.B.. beim Vorbild „Generation X“ durchaus sehe, ist hier definitiv nicht vorhanden.
Insgesamt betrachtet ist diese Buch, gerade für jemanden, der in dieser Zeit aufgewachsen ist, ein amüsantes Erinnerungsbuch mit gewissen Schlüssen auf die Gegenwart, das sich gut lesen lässt. Man sollte aber definitiv keine tiefgreifende Generationendefinition oder ein Schlüsselwerk erwarten. Wer mit diesen Voraussetzungen an das Buch geht, wird einige amüsante und interessante Lesestunden verbringen (und vielleicht dem nächsten Klassentreffen entgegenfiebern)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-19 19:26:01 mit dem Titel Iles, Greg - 24 Hours: Ein (fast) perfektes Verbrechen
Wer häufig Thriller aus dem englischen Sprachraum liest, so wie ich, stößt neben den großen etablierten Namen wie Grisham, Baldacci, Crichton, Follett und wie sie alle heißen, recht schnell auch auf andere Namen, die teilweise in den USA schon zu den absoluten Top-Autoren zählen, in Deutschland aber noch eher unbekannt sind.
Greg Iles ist einer dieser Autoren, auf die ich beim Lesen in entsprechenden Foren, auf Webseiten, und nicht zuletzt bei der aus meiner Sicht sehr nützlichen Funktion von amazon.com, bei der man angezeigt bekommt, welche Bücher sich die Käufer eines bestimmten Buches ebenfalls gekauft haben (gibt es auch bei der deutschen Ausgabe von amazon), immer wieder aufmerksam wurde.
Da sich die kurzen Inhaltsangaben seiner Bücher sehr interessant anhörten, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich eines davon lesen musste. Doch ich habe nicht mit einem seiner beiden auch in Deutschland schon veröffentlichten und ein klein wenig bekannten Bücher „@ Eros“ (Originaltitel: Mortal fear) um einen Killer im Umfeld einer elektronischen Erotik-Mailbox oder „Unter Verschluß“ (Original: Quiet game) angefangen, sondern der Zufall brachte mich zu einem Roman, der erst im Herbst auf Deutsch erscheint: In einem Antiquariat entdeckte ich „ 24 Hours“ und konnte natürlich nicht widerstehen.
Inhalt:
=====
Ein Verbrechertrio hat scheinbar einen Weg gefunden, ein perfektes Verbrechen durchzuführen, in dem sie Familien erpressen. Dazu wird das Kind der Familie entführt, während der Vater auf einem Kongress ist. Der Kopf der Bande postiert sich bei der Mutter, sein etwas zurückgebliebener Cousin bringt das Kind an einen abgelegenen Ort und die Frau des Entführers sucht den Vater am Ort des Kongresses auf. Die Eltern werden aufgefordert innerhalb von 24 Stunden ein große Summe Geld, die aber die wohlhabenden Eltern problemlos aufbringen können, zu beschaffen. Das Trio nimmt jede Stunde Kontakt per Handy miteinander auf, sobald diese Kontaktaufnahme fehlschlägt oder Behörden eingeschaltet werden, soll das Kind sofort getötet werden. Das der Kopf der Band diese Situation auch noch dazu benutzt, die jeweilige Mutter zu entsprechenden „Gefälligkeiten“zu zwingen, erhöht nur noch den Druck.
Fünfmal hat dieser Plan, der dem Trio jeweils das Geld für ein sorgenfreies Jahr beschert, geklappt. Doch beim sechsten Versuch geraten sie an Will Jennings, einen Narkose-Arzt und seine Frau Karen. Und diese beiden, die sich ihren Wohlstand hart erarbeitet haben, sehen überhaupt nicht ein, warum sie sich ohne Gegenwehr auf diese perfide Erpressungsmethode einlassen sollen und versuchen alles, um ihre Tochter Abby zurück zubekommen. Doch auch für die Entführer ist dies kein normaler fall, da ihr Kopf scheinbar aus ganz besonderem Grund gerade die Familie Jennings ausgewählt hat ......
Meinung:
=======
Wenn man sich die kurze Inhaltsangabe anschaut, denkt man im ersten Moment, das dies eine typischen 08/15-Entführungsgeschichte ohne den besonderen Kick ist. Wenn ich dann auch noch soviel zur Handlung verrate, dass es im Verlauf nicht die großen Aufdeckungen und unerwarteten Wendungen gibt, wie sie z.B. ein Jeffrey Deaver in seine Romane mit Bravour einbaut, in denen niemand das ist, was er auf den ersten Blick scheint, könnte sich dieser Eindruck noch verstärken.
Und doch war „24 Hours“ eines der spannendsten Bücher, das ich in den letzten Monaten gelesen haben. Hauptgrund hierfür ist auf jeden Fall der Stil des Buches.
Zum einen beschränkt sich der Autor, mit Ausnahme des kurzen ersten Kapitels, in dem exemplarisch eines der vorherigen Verbrechen des Trios aufgezeigt wird, wirklich auf die 24 Stunden zwischen der Entführung und dem Termin für die Übergabe des Geldes, wie man aufgrund des Titels eventuell schon erwartet. Dabei gelingt es hervorragend, die Stimmungslage der beiden Elternteil, die ja getrennt von einander die gleichen Gefühlsschwankungen, von Angst, über Zorn und der verzweifelten Suchen nach einem Ausweg durchleben, aufzuzeigen. Man lebt förmlich mit. Parallel dazu wird als eine Art Gegenpol auch immer wieder die Situation des Kindes , das zusätzlich auch noch an Zucker leidet, was den Entführern nicht bewusst war, geschildert.
Zum anderen wurde zum Glück vermieden, eine typischen schwarz-weiß / gut-böse Situation zu kreieren. Auch die Verbrecher haben menschliche Züge, wobei dies beim Kopf der Bande weniger der Fall ist, bei seine beiden Komplizen dafür um so mehr. Somit ergeben sich für die Eltern Möglichkeiten, eventuell doch noch einzugreifen und die Situation zum guten zu wenden.
Auch wenn die Handlung relativ geradlinig verläuft, nimmt das Spannungsmoment im Verlauf des Romanes immer mehr zu. Die zweite Hälfte des Buches (etwas 200 Seiten) habe ich in einer „Nacht-Aktion“ in einem Rutsch gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Und wenn ein Buch mich zu solchen Aktionen „zwingt“ :-), ist dies für mich ein klarer Qualitätsbeweis.
Englische Ausgabe:
==============
Wie aus der Einleitung schon zu ersehen, habe ich das englische Original gelesen und fand es sehr gut lesbar. Daher hier wieder mein Appell, sich auch einmal an englische originale zu trauen. Ich war in der Schule garantiert nicht die große Leuchte in Englisch. Aber wenn man erst einmal anfängt und sich durch die ersten 2-3 Bücher gekämpft hat (die zugegebenermaßen wirklich etwas Durchhaltevermögen benötigen), hat man sich einen Grundwortschatz aufgebaut, dass man Unterhaltungsliteratur fast komplett ohne Lexikon und mit viel Vergnügen lesen kann und dabei sogar etwas für die Bildung tut.
Zum Autor:
========
Wie angedeutet, ist mir der Name Greg Iles zuerst in diversen (Internet)-Infos aus dem Genre Thriller aufgefallen. Gemäß seiner eigenen Homepage ist er während der Militärzeit seines Vaters in Deutschland geboren worden und in Natchez, Missisippi, aufgewachsen. Seit 1992 veröffentlicht er bisher 6 Romane, u.a. auch 2 Thriller im Umfeld des Holocaut, die ebenfalls sehr interessant klingen.
Film:
====
Das hier besprochene Buch ist in diesem Jahr mit so bekannten Schauspielern wie Charlize Theron, Kevin Bacon und Courtney Love unter dem Titel „Trapped“ verfilmt worden und soll im Oktober 2002 in die US-Kinos kommen soll. Ich bin ja eigentlich kein Freund von Buchverfilmungen, aber was für diese Verfilmung spricht, ist die Tatsache, das Greg Iles selbst das Drehbuch geschrieben hat.
Fazit:
====
Ein absolut spannender Thriller, den man nur schwer zur Seite legen kann. Man sieht also, auch relativ simpel gestrickte Handlung kann mit dem entsprechenden Talent als Thriller-Schriftsteller zu einem hervorragenden Buch führen.
Generation Golf? Was soll uns das sagen?
Nachdem in Amerika Anfang der 90er Jahre, ausgelöst durch den Roman „Generation X“ von Douglas Coupland, die ganze Generation der zwischen 1960 und 1970 Geborenen quasi durch den Titel des Romanes einen Stempel aufgedrückt bekommen: Desillusionierte Menschen, am Ende ihrer Jugend, die aber den Sprung in die „Erwachsenenwelt“ nicht vollziehen wollen. Das dies eine allzu simple Vereinfachung war und natürlich nur auf einen kleinen Teil dieser Generation zutreffen konnte, ist zwar klar. Aber trotzdem wurde „Generation X“ zu einem festen Begriff und in vielen Bereichen zu einer Art Label, unter das bestimmte Musik wie der Grunge oder Modeerscheinungen wie der verlotterte Look einsortiert wurden.
Es war nur eine Frage der Zeit, wann jemand in Deutschland versucht, diese in ähnlicher Weise aufzusetzen. Erstaunlicherweise dauerte es bis zum Jahr 2000, bis Florian Illies mit seinem Buch „Generation Golf Eine Inspektion“ eine Art deutschen Generationen-Schau veröffentlichte.
Im Gegensatz zum amerikanischen Original handelt es sich hierbei nicht um einen Roman, sondern eher um eine Art Jugenderinnerung des Autors. Stellvertretend für die von ihm „Generation Golf“ getauften Geburtenjahrgänge zwischen 1965 und 1975 schildert er auf etwa 200 Seiten in lockerer Form die prägenden Ereignisse dieser Generation. Dabei geht es aber nicht um große weltgeschichtliche Themen, sondern eher um alltägliche Dinge. Sei es das Aufkommen der Mitnahme-Möbel und der damit verbundene Aufstieg von Ikea, die ja schon durch den Titel angedeutete Identifizierung durch das Auto, wobei der Golf automatisch mit cool, weltoffen etc. verknüpft wurde, oder das in den 80er aufkommende Markenbewusstsein. Dabei ist das Buch aber kein reines Erinnerungsbuch, sondern es wird auch versucht, gegenwärtiges Verhalten von Leuten aus dieser Generation mit ihren Lebenserfahrungen zu begründen.
Ich selbst bin 1967 geboren; falle also genau in das vorgegebene Raster. Außerdem komme ich wie der Autor aus der eher ländlichen Gegend Mittel- bzw. Osthessens. Somit decken sich in vielen Punkten seine Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen. Und dies ist etwas, was das Buch lesenswert macht. Seien es Erfahrungen wie das Aufkommen von Rucksäcken und Koffern als Schultaschen, bestimmte Fernsehsendungen, die man unbedingt anschauen musste oder auch erste Annähehrungsversuche zwischen den Geschlechtern. Vieles davon kommt einem sehr bekannt vor und mehr als einmal muß man aufgrund der dadurch geweckten Erinnerungen herzhaft lachen, aber manchmal auch wehmütig sinnieren.
Doch so interessant diese einzelnen Erinnerungsfetzen auch sind, eine große Schwäche hat das Buch aus meiner Sicht: Der Stoff und die Art, wie er vermittelt wird, reicht für die 200 Seiten dieses Buches nicht aus. Spätestens nach 70, 80 Seiten wirkt die nächste Anekdote doch etwas ermüdend. Denn das Buch ist eigentlich eine Aneinenderreihung von Glossen. Das mag auch damit zusammenhängen, das der Autor Florian Illies eigentlich Redakteur beim Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen bzw. bei deren Sonntagszeitung ist. In dieser Zeitung schätze ich seine punktierten, mit Spitzen versehenen Beiträge sehr. Doch dort sind sie auch maximal eine halbe Seite lang. Der Versuch, diese Stilmittel auf ein ganzes Buch anzuwenden, ist meiner Ansicht nach gescheitert. Da es keinen größeren Gesamtrahmen oder eine Art Resümee, auf das das Buch hinarbeitet, gibt, schleicht sich recht schnell eine Art Wiederholungseffekt ein, der ein wenig den Spaß am Lesen verdirbt.
Mein Tipp: Das Buch nicht in einem Rutsch lesen, sondern die acht Kapitel des Buches, die die jeweiligen Werbekampagnen für den VW Golf als Überschrift tragen, einzeln mit einem gewissen Abstand lesen. Man kann man diese 8 Kapitel getrost als einzelne Kurzgeschichten zum gleichen Thema ansehen.
Ein zweiter Kritikpunkt, der zwar nicht dem Autor anzulasten ist, aber trotzdem meinen Eindruck von diesem Buch trübt, ist dessen Darstellung in der Presse. Sowohl im TV als auch bei der schreibenden Zunft wurde das Buch das DAS Buch über diese Generation dargestellt und immer wieder als absolutes Muß, um diese Generation zu verstehen dargestellt. Damit sollte wohl, wie anfangs schon erwähnt, die Parallele zur „Generation X“ hervorgehoben werden. Doch letztendlich ist das Buch nichts anders als eine lose und locker geschriebenen Sammlung von Jugenderinnerungen und deren Nachwirkungen bis in die gegenwärtige Zeit. Das ist definitiv nichts Schlechtes, aber den großen Anspruch, der in dieses Buch hereingedeutet wurde, und den ich z.B.. beim Vorbild „Generation X“ durchaus sehe, ist hier definitiv nicht vorhanden.
Insgesamt betrachtet ist diese Buch, gerade für jemanden, der in dieser Zeit aufgewachsen ist, ein amüsantes Erinnerungsbuch mit gewissen Schlüssen auf die Gegenwart, das sich gut lesen lässt. Man sollte aber definitiv keine tiefgreifende Generationendefinition oder ein Schlüsselwerk erwarten. Wer mit diesen Voraussetzungen an das Buch geht, wird einige amüsante und interessante Lesestunden verbringen (und vielleicht dem nächsten Klassentreffen entgegenfiebern)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-19 19:26:01 mit dem Titel Iles, Greg - 24 Hours: Ein (fast) perfektes Verbrechen
Wer häufig Thriller aus dem englischen Sprachraum liest, so wie ich, stößt neben den großen etablierten Namen wie Grisham, Baldacci, Crichton, Follett und wie sie alle heißen, recht schnell auch auf andere Namen, die teilweise in den USA schon zu den absoluten Top-Autoren zählen, in Deutschland aber noch eher unbekannt sind.
Greg Iles ist einer dieser Autoren, auf die ich beim Lesen in entsprechenden Foren, auf Webseiten, und nicht zuletzt bei der aus meiner Sicht sehr nützlichen Funktion von amazon.com, bei der man angezeigt bekommt, welche Bücher sich die Käufer eines bestimmten Buches ebenfalls gekauft haben (gibt es auch bei der deutschen Ausgabe von amazon), immer wieder aufmerksam wurde.
Da sich die kurzen Inhaltsangaben seiner Bücher sehr interessant anhörten, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich eines davon lesen musste. Doch ich habe nicht mit einem seiner beiden auch in Deutschland schon veröffentlichten und ein klein wenig bekannten Bücher „@ Eros“ (Originaltitel: Mortal fear) um einen Killer im Umfeld einer elektronischen Erotik-Mailbox oder „Unter Verschluß“ (Original: Quiet game) angefangen, sondern der Zufall brachte mich zu einem Roman, der erst im Herbst auf Deutsch erscheint: In einem Antiquariat entdeckte ich „ 24 Hours“ und konnte natürlich nicht widerstehen.
Inhalt:
=====
Ein Verbrechertrio hat scheinbar einen Weg gefunden, ein perfektes Verbrechen durchzuführen, in dem sie Familien erpressen. Dazu wird das Kind der Familie entführt, während der Vater auf einem Kongress ist. Der Kopf der Bande postiert sich bei der Mutter, sein etwas zurückgebliebener Cousin bringt das Kind an einen abgelegenen Ort und die Frau des Entführers sucht den Vater am Ort des Kongresses auf. Die Eltern werden aufgefordert innerhalb von 24 Stunden ein große Summe Geld, die aber die wohlhabenden Eltern problemlos aufbringen können, zu beschaffen. Das Trio nimmt jede Stunde Kontakt per Handy miteinander auf, sobald diese Kontaktaufnahme fehlschlägt oder Behörden eingeschaltet werden, soll das Kind sofort getötet werden. Das der Kopf der Band diese Situation auch noch dazu benutzt, die jeweilige Mutter zu entsprechenden „Gefälligkeiten“zu zwingen, erhöht nur noch den Druck.
Fünfmal hat dieser Plan, der dem Trio jeweils das Geld für ein sorgenfreies Jahr beschert, geklappt. Doch beim sechsten Versuch geraten sie an Will Jennings, einen Narkose-Arzt und seine Frau Karen. Und diese beiden, die sich ihren Wohlstand hart erarbeitet haben, sehen überhaupt nicht ein, warum sie sich ohne Gegenwehr auf diese perfide Erpressungsmethode einlassen sollen und versuchen alles, um ihre Tochter Abby zurück zubekommen. Doch auch für die Entführer ist dies kein normaler fall, da ihr Kopf scheinbar aus ganz besonderem Grund gerade die Familie Jennings ausgewählt hat ......
Meinung:
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Wenn man sich die kurze Inhaltsangabe anschaut, denkt man im ersten Moment, das dies eine typischen 08/15-Entführungsgeschichte ohne den besonderen Kick ist. Wenn ich dann auch noch soviel zur Handlung verrate, dass es im Verlauf nicht die großen Aufdeckungen und unerwarteten Wendungen gibt, wie sie z.B. ein Jeffrey Deaver in seine Romane mit Bravour einbaut, in denen niemand das ist, was er auf den ersten Blick scheint, könnte sich dieser Eindruck noch verstärken.
Und doch war „24 Hours“ eines der spannendsten Bücher, das ich in den letzten Monaten gelesen haben. Hauptgrund hierfür ist auf jeden Fall der Stil des Buches.
Zum einen beschränkt sich der Autor, mit Ausnahme des kurzen ersten Kapitels, in dem exemplarisch eines der vorherigen Verbrechen des Trios aufgezeigt wird, wirklich auf die 24 Stunden zwischen der Entführung und dem Termin für die Übergabe des Geldes, wie man aufgrund des Titels eventuell schon erwartet. Dabei gelingt es hervorragend, die Stimmungslage der beiden Elternteil, die ja getrennt von einander die gleichen Gefühlsschwankungen, von Angst, über Zorn und der verzweifelten Suchen nach einem Ausweg durchleben, aufzuzeigen. Man lebt förmlich mit. Parallel dazu wird als eine Art Gegenpol auch immer wieder die Situation des Kindes , das zusätzlich auch noch an Zucker leidet, was den Entführern nicht bewusst war, geschildert.
Zum anderen wurde zum Glück vermieden, eine typischen schwarz-weiß / gut-böse Situation zu kreieren. Auch die Verbrecher haben menschliche Züge, wobei dies beim Kopf der Bande weniger der Fall ist, bei seine beiden Komplizen dafür um so mehr. Somit ergeben sich für die Eltern Möglichkeiten, eventuell doch noch einzugreifen und die Situation zum guten zu wenden.
Auch wenn die Handlung relativ geradlinig verläuft, nimmt das Spannungsmoment im Verlauf des Romanes immer mehr zu. Die zweite Hälfte des Buches (etwas 200 Seiten) habe ich in einer „Nacht-Aktion“ in einem Rutsch gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Und wenn ein Buch mich zu solchen Aktionen „zwingt“ :-), ist dies für mich ein klarer Qualitätsbeweis.
Englische Ausgabe:
==============
Wie aus der Einleitung schon zu ersehen, habe ich das englische Original gelesen und fand es sehr gut lesbar. Daher hier wieder mein Appell, sich auch einmal an englische originale zu trauen. Ich war in der Schule garantiert nicht die große Leuchte in Englisch. Aber wenn man erst einmal anfängt und sich durch die ersten 2-3 Bücher gekämpft hat (die zugegebenermaßen wirklich etwas Durchhaltevermögen benötigen), hat man sich einen Grundwortschatz aufgebaut, dass man Unterhaltungsliteratur fast komplett ohne Lexikon und mit viel Vergnügen lesen kann und dabei sogar etwas für die Bildung tut.
Zum Autor:
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Wie angedeutet, ist mir der Name Greg Iles zuerst in diversen (Internet)-Infos aus dem Genre Thriller aufgefallen. Gemäß seiner eigenen Homepage ist er während der Militärzeit seines Vaters in Deutschland geboren worden und in Natchez, Missisippi, aufgewachsen. Seit 1992 veröffentlicht er bisher 6 Romane, u.a. auch 2 Thriller im Umfeld des Holocaut, die ebenfalls sehr interessant klingen.
Film:
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Das hier besprochene Buch ist in diesem Jahr mit so bekannten Schauspielern wie Charlize Theron, Kevin Bacon und Courtney Love unter dem Titel „Trapped“ verfilmt worden und soll im Oktober 2002 in die US-Kinos kommen soll. Ich bin ja eigentlich kein Freund von Buchverfilmungen, aber was für diese Verfilmung spricht, ist die Tatsache, das Greg Iles selbst das Drehbuch geschrieben hat.
Fazit:
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Ein absolut spannender Thriller, den man nur schwer zur Seite legen kann. Man sieht also, auch relativ simpel gestrickte Handlung kann mit dem entsprechenden Talent als Thriller-Schriftsteller zu einem hervorragenden Buch führen.
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