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Erfahrungsbericht von Mephan

John Irvings wohl lustigster Roman!

Pro:

Humor, leichter Schreibstil, Kürze

Kontra:

roter Faden ist gut versteckt

Empfehlung:

Nein

Ein früher Irving. Von den Problemen des Urinierens handelt der Titel. Trumper die Hauptperson hat allerdings noch ein Menge weiterer. Diese reichen vom Geld, über Fettnäpfchen bis hin zu den Erklärungsversuchen, welchen sich ein Ehemann hin und wieder unterziehen muß.

Die Geschichte

Um jetzt nicht die Spannung des Buches zu nehemen möchte ich nur eine wichtige Dinge berichten.
Trumper Student und beim schreiben seiner Doktorarbeit, ist oder besser war verheiratet und hat einen Sohn. Dieser ist auch der Grund für seine Heirat. (Da das Buch von Kapitel zu Kapitel zeitlich springt wurde mir dies erst nach 100 Seiten klar, was mich etwas gestört hat.) Momentan lebt er mit seiner Freundin Tulpen zusammen und übersetzt „Aklet und Gunel“ das einzige bekannte Stück in altniedernordisch. Daher wird es auch eine sehr freie Übersetzung, was seinen Doktorvater, der diese für Übersetzung für Wort wörtlich hält, sehr begeistert. Aklet und Gunel spielen somit eine Hauptrolle in dem Buch und die Übersetzungen haben ganz ohne Zweifel ihren eigenen Charme.
Mit seinem Vater liegt er dagegen im Streit, was ein paar nette Geschichten über Geldprobleme zur Folge hat. Ein Kapitel widmet sich z.B. den Schuldbriefen mit genialen Formulierungen (könnte man unter Umständen selbst mal verwenden).
Die Kapitel beschreiben an sich in kleinen Geschichten die Missgeschicke Trumpers und seine Versuche alles noch schlimmer zu machen, als es ohnehin schon ist. Eine unfreiwillige Entenjagd, ein unfreiwilliger Skisprung oder der Kleinkrieg mit den Fischen Tulpens sind nur einige Geschichten. Und dies spielt sich, da es ein Irving ist in Wien und Neuengland (state o main) ab.


Roman und Autor

Wie auch in seinen späteren Romanen geht es um einen besorgten Familienvater. Auffällig ist, dass die Kinder in den Romanen von Buch zu Buch immer älter werden. Außerdem spielt das schreiben des Autors eher eine geringe Rolle. In späteren Romanen (Garp, Zirkuskind, u.s.w.) spielt es eine viel größere Rolle. Die Orte sind wie oben erwähnt mal wieder Main und Wien. Einzig in Zirkuskind konnte Irving sich je davon trennen. Und auch die komplizierten Beziehungen zu Frauen spielen die Hauptrolle, wie in späteren Romanen.

Stil

Auch wenn der Wassertrinker nicht sein groteskestes Werk ist, so ist es doch sein lustigstes. In kurzen Stücken erzählt die Geschichte immer neue Missgeschicke. Und da wo die Realität gar nicht so grotesk sein kann, genau dort ersetzen Tagträume von Trumper eben diese. Dabei haben die Träume etwas von Paranoia. Die Übergänge sind so fließend, dass man oft kaum weiß ob es sich um einen Traum handelt oder um die Realität. Die Ernsthaftigkeit mit der Trumpers Ungeschicke beschrieben werden, verursacht ein weinendes mitfühlendes und ein großes lachendes Auge. Letzteres behiehlt am Ende die Oberhand.

Fazit

Für mich Irvings lustigster Roman. Allerdings hatte er noch Probleme am Anfang das Wichtigste dem Leser zu erzählen. Dies übernimmt die Kurzbeschreibung auf dem Cover. Ansonsten liest sich das Buch wie aus einem Guss und entbehrt der Länge späterer Irvings. Wenn man das Buch einmal in der Hand hatte wird man es wahrscheinlich nicht mehr weglegen. Daher große Empfehlung auch für (noch) nicht Irvings Fans.

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