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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von emmtie
Jochimsen, Jess: Das Dosenmilch-Trauma - Jugenderinnerungen eines Comedian
Pro:
hoher Wiedererkennungseffekt an die eigenen Jugend, wirklich lustige Sachen dabei
Kontra:
nicht alle Stories fand ich amüsant
Empfehlung:
Nein
Bücher, die unter dem großen Motto \"Generation\" stehen und sich mit Jugenderinnerungen aus dem Zeitraum Ende der 60er bis in die 80er Jahre und den Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen bis heute beschäftigen, sind in den letzten Jahren scheinbar zum großen Trend sowohl in den USA als auch im Deutschsprachigen Raum geworden. Angefangen bei der \"Generation X\" von Douglas Coupland über das aus meiner Sicht eher schwächere \"Generation Golf\" des FAZ-Redakteurs Florian Ilies bis hin zur \"Generation Ally\" von Katja Kullmann haben sich viele Autoren mit diesem Thema beschäftigt oder versuchen mit ähnlich lautenden Titel etwas vom Verkaufserfolg der andern Titel abzubekommen.
Durch Zufall stieß ich vor Kurzem auf ein Buch, das schon im Oktober 2000 veröffentlicht wurde und gemäß Eigenwerbung des Verlages auch in oben angeführter Kategorisierung passt: \"Das Dosenmilch-Trauma\" von Jess Jochimsen.
Der Autor
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Der Name des Autors wird manchem bekannt vorkommen. Den hierbei handelt es sich um einen jungen (geboren 1970) deutschen Kabarettisten oder wie man heutzutage sagt Comedian, der in den entsprechenden Sendungen wie Quatsch Comedy Club oder RTL Samstag Nacht, aber auch Hildebrands Scheibenwischer aufgetreten ist.
Das Buch:
=======
Das Buch \"Das Dosenmilch-Trauma\" ist eigentlich nichts anderes als eine schriftliche und erweiterte Umsetzung von diversen Ausschnitten aus den Bühnenprogrammen von Jess Jochimsen.
Laut seinem Untertitel \"Bekenntnis eines 68-Kindes\" werden im Buch in 40 kurzen Episoden Geschichten und Erlebnisse aus Kindheit erzählt. Wobei man gleich wieder einschränken muss, dass nicht alle 40 Stories sich wirklich mit Kindheitserinnerung beschäftigen, sondern etwa die Hälfte auch durchaus aktuellen alltäglichen Erlebnissen und Ereignisse aufgreift.
Jochimsen ist gemäß seinen Angaben (in wie weit der Lebenslauf, den ein Kabarettist angibt und in seinen Programmen ausschlachtet, wahr ist, bleibt jedem selbst überlassen; aber ein Kern Wahrheit muss vorhanden sein, weil man gewisse Dinge nur aus der Erfahrung wissen kann) als Kind der einzigen Alt-68er in Bayern aufgewachsen. Zitat: \"Mama und Papa hatte ich nicht; ich musste immer Eberhard und Renate sagen\". Diese Grundsituation ist die Basis für die meisten der Jugendgeschichten. Egal ob es um die politisch korrekte Ernährung geht und die Oma, die immer zu Besuch kommt und statt des Dritte-Welt-Kaffee lieber Kaffe Hag, Würfelzucker und die schon im Titel des Buches verewigte Dosenmilch trinkt, die \"Wandertage\" der Eltern, die am Wochenende komischerweise immer in die Stadt führten und meist von alten Bettlaken begleitet wurden oder der Streit um Faschingskostüme (Eltern wollten ihn unbedingt als Gandhi verkleiden); immer bringt Jochimsen all die gegenseitigen Vorurteile zwischen Alt-68er und dem \"Bürgertum\" aus der Sicht eines Kindes ironisch auf den Punkt. Besonders gut hat mir auch die Geschichte gefallen, in der seine Sponti-Eltern so großen Wert auf die guten schulischen Leistungen gelegt haben. Absoluter Höhepunkt des Buches ist aber die Schilderung einer Aufführung eines Krippenspiels. Mit echter Bauchweh-vor-Lachen-Garantie.
Die Stories, die sich nicht direkt mit seinen Kindheitserinnerungen beschäftigen handeln unter anderem von Guido Westerwelle, das er die Kids von heute nicht versteht oder eine geniale Abrechnung mit Xavier Naidoo namens \"Und Gott lebt in Mannheim\".
Meine Meinung:
============
Ich mochte schon die Ausschnitte die ich von Jess Jochimsens Programmen in diversen Fernsehsendungen gesehen habe; dies waren mit ein Grund, warum ich mir das Buch gekauft habe. Auch wenn natürlich seine Sprache und Mimik fehlt, kommt der Witz der einzelnen Stories auch im Buch sehr gut rüber. Nicht alles fand ich wirklich lustig, aber eine Trefferquote von etwa 70% bei mir, finde ich bei einem Comedy-Buch schon recht ordentlich. Und es gibt kaum einen Kabarettisten, bei dem ich alle Gags gelungen finde; selbst bei meinten absoluten Favoriten Nuhr oder Astor gibt es mal Dinge die ich persönlich weniger lustig finde.
Dazu kommt gerade bei den Jugendstories auch der Wiedererkennungseffekt, der neben der lustigen Komponente so auch noch ein wenig Sentimentalität vermittelt. Ich bin 3 Jahre älter als Jochimsen; vieles kenne ich genau wie er es schildert (auch wenn meine Eltern keine Spontis waren). Der Streit ob Geha oder Pelikan besser ist, Bonanza-Fahrräder als der Gipfel der Coolness, \"La Boom\" als einer der ersten Kultfilme (heute frage ich mich, was ich jemals daran fand; außer Sophie Marceau :-)
Was ich im direkten Vergleich zu z.B. der \"Generation Golf\" äußerst positiv finde, ist die Tatsache, dass nicht versucht wird, über die Lebenserinnerungen eine Art Selbstdefinition einer bestimmten Altersgruppe zu ermitteln. Gut, das ein Comedian in einem Buch ganz anders an das Thema rangeht, als ein FAZ-Feuilleton-Redakteur war mir schon vor dem Lesen klar. Aber ich fand diesen lustigen, oft ins richtig komische gleitende Rückblick viel angenehmer zu lesen, als das Illies-Buch, da dort hinter den vordergründig genauso lustigen Geschichten immer der Anspruch \"Deshalb sind wir so geworden\" lauert.
Fazit:
====
Insgesamt ein sehr angenehm und unterhaltsam zu lesendes Buch, das gerade in seinen Kindheitserinnerungen sowohl zum Lachen als auch zur freudigen Rückbesinnung anregt. Auch wenn ich persönlich mich nicht über alle Geschichten amüsieren konnte, können diese einzeln \"Ausfälle\" den insgesamt sehr positiven Eindruck nicht stören. Eine Leseempfehlung, auch für Zwischendurch, da die einzelnen Stories unabhängig voneinander sind, wenn auch Anspielungen durchaus häufiger vorkommen können.
Durch Zufall stieß ich vor Kurzem auf ein Buch, das schon im Oktober 2000 veröffentlicht wurde und gemäß Eigenwerbung des Verlages auch in oben angeführter Kategorisierung passt: \"Das Dosenmilch-Trauma\" von Jess Jochimsen.
Der Autor
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Der Name des Autors wird manchem bekannt vorkommen. Den hierbei handelt es sich um einen jungen (geboren 1970) deutschen Kabarettisten oder wie man heutzutage sagt Comedian, der in den entsprechenden Sendungen wie Quatsch Comedy Club oder RTL Samstag Nacht, aber auch Hildebrands Scheibenwischer aufgetreten ist.
Das Buch:
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Das Buch \"Das Dosenmilch-Trauma\" ist eigentlich nichts anderes als eine schriftliche und erweiterte Umsetzung von diversen Ausschnitten aus den Bühnenprogrammen von Jess Jochimsen.
Laut seinem Untertitel \"Bekenntnis eines 68-Kindes\" werden im Buch in 40 kurzen Episoden Geschichten und Erlebnisse aus Kindheit erzählt. Wobei man gleich wieder einschränken muss, dass nicht alle 40 Stories sich wirklich mit Kindheitserinnerung beschäftigen, sondern etwa die Hälfte auch durchaus aktuellen alltäglichen Erlebnissen und Ereignisse aufgreift.
Jochimsen ist gemäß seinen Angaben (in wie weit der Lebenslauf, den ein Kabarettist angibt und in seinen Programmen ausschlachtet, wahr ist, bleibt jedem selbst überlassen; aber ein Kern Wahrheit muss vorhanden sein, weil man gewisse Dinge nur aus der Erfahrung wissen kann) als Kind der einzigen Alt-68er in Bayern aufgewachsen. Zitat: \"Mama und Papa hatte ich nicht; ich musste immer Eberhard und Renate sagen\". Diese Grundsituation ist die Basis für die meisten der Jugendgeschichten. Egal ob es um die politisch korrekte Ernährung geht und die Oma, die immer zu Besuch kommt und statt des Dritte-Welt-Kaffee lieber Kaffe Hag, Würfelzucker und die schon im Titel des Buches verewigte Dosenmilch trinkt, die \"Wandertage\" der Eltern, die am Wochenende komischerweise immer in die Stadt führten und meist von alten Bettlaken begleitet wurden oder der Streit um Faschingskostüme (Eltern wollten ihn unbedingt als Gandhi verkleiden); immer bringt Jochimsen all die gegenseitigen Vorurteile zwischen Alt-68er und dem \"Bürgertum\" aus der Sicht eines Kindes ironisch auf den Punkt. Besonders gut hat mir auch die Geschichte gefallen, in der seine Sponti-Eltern so großen Wert auf die guten schulischen Leistungen gelegt haben. Absoluter Höhepunkt des Buches ist aber die Schilderung einer Aufführung eines Krippenspiels. Mit echter Bauchweh-vor-Lachen-Garantie.
Die Stories, die sich nicht direkt mit seinen Kindheitserinnerungen beschäftigen handeln unter anderem von Guido Westerwelle, das er die Kids von heute nicht versteht oder eine geniale Abrechnung mit Xavier Naidoo namens \"Und Gott lebt in Mannheim\".
Meine Meinung:
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Ich mochte schon die Ausschnitte die ich von Jess Jochimsens Programmen in diversen Fernsehsendungen gesehen habe; dies waren mit ein Grund, warum ich mir das Buch gekauft habe. Auch wenn natürlich seine Sprache und Mimik fehlt, kommt der Witz der einzelnen Stories auch im Buch sehr gut rüber. Nicht alles fand ich wirklich lustig, aber eine Trefferquote von etwa 70% bei mir, finde ich bei einem Comedy-Buch schon recht ordentlich. Und es gibt kaum einen Kabarettisten, bei dem ich alle Gags gelungen finde; selbst bei meinten absoluten Favoriten Nuhr oder Astor gibt es mal Dinge die ich persönlich weniger lustig finde.
Dazu kommt gerade bei den Jugendstories auch der Wiedererkennungseffekt, der neben der lustigen Komponente so auch noch ein wenig Sentimentalität vermittelt. Ich bin 3 Jahre älter als Jochimsen; vieles kenne ich genau wie er es schildert (auch wenn meine Eltern keine Spontis waren). Der Streit ob Geha oder Pelikan besser ist, Bonanza-Fahrräder als der Gipfel der Coolness, \"La Boom\" als einer der ersten Kultfilme (heute frage ich mich, was ich jemals daran fand; außer Sophie Marceau :-)
Was ich im direkten Vergleich zu z.B. der \"Generation Golf\" äußerst positiv finde, ist die Tatsache, dass nicht versucht wird, über die Lebenserinnerungen eine Art Selbstdefinition einer bestimmten Altersgruppe zu ermitteln. Gut, das ein Comedian in einem Buch ganz anders an das Thema rangeht, als ein FAZ-Feuilleton-Redakteur war mir schon vor dem Lesen klar. Aber ich fand diesen lustigen, oft ins richtig komische gleitende Rückblick viel angenehmer zu lesen, als das Illies-Buch, da dort hinter den vordergründig genauso lustigen Geschichten immer der Anspruch \"Deshalb sind wir so geworden\" lauert.
Fazit:
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Insgesamt ein sehr angenehm und unterhaltsam zu lesendes Buch, das gerade in seinen Kindheitserinnerungen sowohl zum Lachen als auch zur freudigen Rückbesinnung anregt. Auch wenn ich persönlich mich nicht über alle Geschichten amüsieren konnte, können diese einzeln \"Ausfälle\" den insgesamt sehr positiven Eindruck nicht stören. Eine Leseempfehlung, auch für Zwischendurch, da die einzelnen Stories unabhängig voneinander sind, wenn auch Anspielungen durchaus häufiger vorkommen können.
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