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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von princesse
P.D. James - Wer sein Haus auf Sünden baut
Pro:
ruhig, spannend, detailliert, sehr schöner Schreibstil
Kontra:
die Detailgeteue könnte den einen oder anderen Leser nerven/ langweilen?
Empfehlung:
Nein
Der vorliegende Krimi spielt in London an der Themse und Schauplatz ist das Verlagshaus Peverell Press.
\"Dass eine Aushilfsstenotypistin eine neue Stelle antritt und dort gleich am ersten Tag Zeuge eines Leichenfundes wird, ist, wenn schon nicht einmalig, dann zumindest ungewöhnlich genug, um nicht mehr als Berufsrisiko durchzugehen. Fest steht, daß Mandy Price, mit neunzehn Jahren und zwei Monaten bereits anerkannter Star in Mrs. Crealeys Agentur \"Nonplusultra\" am Morgen des 14. September, einem Dienstag, auf der Fahrt zum Vorstellungsgespräch beim Verlagshaus Peverell Press nicht mehr Herzklopfen verspürte als vor jedem anderen Job, ein Herzklopfen, das nie arg war und auch weniger der Sorge entsprang, sie könne die Erwartungen des künftigen Arbeitgebers nicht erfüllen, als vielmehr umgekehrt er nicht die ihren.[...]\". S.9.
So beginnt \"wer sein Haus auf Sünden baut\" und genauso vielversprechend wie der erste Satz sind auch die übrigen 604 ! Seiten. Ja, wer dieses Buch lesen möchte mache sich auf einen etwas grösseren Zeitrahmen gefasst, dieses Buch kann schon alleine aufgrund seines Umfangs nicht zwischen Mittagessen und Nachmittagskaffee abgehakt werden.
Zum Buch:
Gerard Etienne, der Geschäftsführer des angesehenen Lodoner Verlaghauses Peverell Press wird ermordert. Diesem Mord voraus eilen dieverse Merkwürdigkeiten welche sich im Verlaghaus ereignen, Unterlagen verschwinden, ebenfalls Fotos und es deutete zuerst alles darauf hin, dass jemand dem Hause schaden wolle, seinen Schabernack treibt. Und als eine Lektorin Selbstmord beging nachdem sie die Kündigung erhielt tat man in der Firma auch dies als einen Teil der Pechsträhne ab, natürlich nicht ohne die gebührende Bestürzung über den Freitot der Kollegin. Aber dann geschah dieser Mord.
Den Mörder Gerard Etienne\'s zu finden sollte ein schweres Unterfangen sein, zuviele hatten ein mögliches Motiv, kaum einer mochte ihn. Er war der unbeliebte Chef wie er im Buche stand.
Da ist zum einen die Autorin deren letzes Buch nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit von Etienne rundweg abgelehnt wurde und die ihren Zorn nicht zu verbergen versuchte und wutentbrannt in den Verlag gestürmt war.
Seine Schwester versuchte verzweifelt Geld für Ihren Freund und Verlobten aufzutreiben, wofür Etienne wenig Verständinis aufbrachte.
Mehrere Mitarbeiter zitterten wegen der Einsparungsmassnahmen welche der Chef durchsetzen wollte.
Endlich wieder ein kniffliger Fall für Scotland Yards Mordspezialisten Commander Adam Dagliesh welcher mit seinen eigenwilligen Methoden schon in anderen Werken P.D. James glänzte. Und wie immer entgeht ihm auch hier der Mörder letztendlich nicht, aber bis dahin ist es ein weiter Weg und manche überraschende Wendung lässt den Leser wieder von seiner Spur abbringen und macht den Krimi spannend bis zur letzten Seite. Manchmal kann man schon ein bisschen durcheinander kommen mit den unzähligen Verdächtigen welche von P.D. James auch noch einzelnd beschrieben werden, und das ausführlich. Aber das ist James\' Markenzeichen und auch dies macht ihre Bücher so lesenswert.
P.D. James, seit 1991 Baroness James of Holland (hat sie von der Queen Elisabeth bekommen, welche bekanntermassen ein erklärter Krimifan ist und schon manche Dame dieses Genres geadelt hat) hiess mit bürgerlichen Namen Phyllis Dorothy White und wurde 1920 geboren. Nach langer Tätigkeit in der Krankenhausverwaltung und in der Kriminalabteilung des britischen Innenministeriums (in ungewohnt hoher Position für eine Frau für die damalige Zeit) . Sie lebt in Norfolk und in London.
Aus dem Englischen übersetzt von Christa E. Seibicke
Verlag: Droemer Knaur
ISBN 3-426-19367-1
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-10 14:02:25 mit dem Titel P.D. James - Was gut und böse ist
Weil die Buchanfänge von P.D. James immer so schön sind und dich gleich in die Geschichte ziehen, ohne Umschweife (die kommen dann später) möchte ich den Anfang als Leseprobe anbieten, er erklärt schon einiges über den vorliegenden Krimi:
\"Mörder pflegen sich normalerweise nicht vorher anzumelden. Mord ist eine Todesart, bei der dem Opfer, ungeachtet der grausamen Erkenntnis in letzter Sekunde, die Schrecken und Aengste im Vorfeld gnädig erspart bleiben. Als Venetia Aldridge sich am Nachmittag des 11. Septembers , einem Mittwoch, erhob, um die wichtigste Zeugin der Anklage in dem Fall \"die Krone gegen Ashe\" ins Kreuzverhör zu nehmen,hatte sie noch 4 Wochen, 4 Stunden und 50 Minuten zu leben.[....]\" (S.9)
Nach diesen Zeilen könnte man meinen schon fast alles zu wissen über die nun nachfolgende Geschichte welche sich immerhin über 548 Seiten hinzieht (gebundene Ausgabe, Droemer). Aber wer das nur eine Sekunde lang glaubt der kennt P.D. James, beziehungsweise ihre Art Krimis zu schreiben, nicht. Wir begleiten Venetia Aldridge während ihrer letzten 4 Lebens-Wochen und lernen auch noch einige andere Menschen ziemlich gut kennen. Menschen die in irgendeiner Beziehung stehen zu Venetia, sei es privat, beruflich oder familiär.
Und dann, wie es die Einleitung schon andeutet, ereilt die Anwältin Venetia Aldridge der gewaltsame Tod mittels eines dolchartigen Brieföffners in ihrem Büro an einem ruhigen Abend und ohne Vorwarnung.
Wie sich bald heraustellt hat keiner die Tote wirklich gemocht und so mancher kommt wieder mal als potenzieller Mörder in Frage. Auch etwas typisches für die Krimis von P.D. James.
Commander Dagliesh wird mit den Ermittlungen betraut und steht vor der schwierigen Aufgabe diesen doch bizarren Mord aufzuklären. Denn man hatte es beim eigentlichen Mord nicht belassen, die Tote wurde zudem mit einer Perücke über welche der Täter Blut schüttete, verunstaltet.
Viele Verdächtige und ein zweiter Mord machen es dem Commander nicht gerade einfach, dem Mörder auf die Spur zu kommen.
Da wäre zum einen die eigene Tochter, die gerade die Phase: \"ich mag meine Mutter nicht und leb mein eigenes Leben\" durchlebt. Als nächsten ist da der Bürovorsteher welche befürchten musste wegrationalisiert zu werden.
Ashe, der zwar dank Venetias Verteidung freikam, dessen Unschuld dennoch von jedem angezeifelt wurde, machte sich an die Tochter der Staranwältin ran. Was Venetia wiederum ziemlich aus der Fassung brachte.
Und noch der eine oder andere der Venetia nicht \"grün\" war.
Die Länge des Krimis ist stellenweise etwas zermürbend und ich habe das Buch einige Male weggelegt. Zu akribisch werden die Figuren gezeichnet, zu detailiert werden ihre Verpflechtungen beschrieben und Reisen in die Vergangenheit sind ebenfalls nichts Ungewöhnliches.
Und trotzdem finde ich auch dieses Buch wieder brilliant, denn P.D. James versteht es wie immer meisterhaft den Leser mehrmals in die Irre zu führen und die Auflösung ist auch diesmal wieder eine Ueberraschung.
Wer Wert legt auf einen guten, sehr guten und schlüssigen Krimi dem lege ich dieses Buch ans Herz / auf den Nachttisch :-)
Gute Träume danach :-)
Uebersetzt aus dem Englischem von Christa F. Seibicke
Droemer Verlag
ISBN3-426-19463-5
gebundene Ausgabe
und
Taschenbuch - 637 Seiten
- Droemer Knaur, Mchn.
Erscheinungsdatum: 2000
ISBN: 3426616890
DM 16,90
EUR 8,64
P.S. wer mehr über die Autorin erfahren möchte, ich mag mich nicht in jeder Rezension wiederholen, der mag hier nachlesen:
http://www.salon.com/books/int/1998/02/cov_si_26int.html
ist allerdings englisch, oder hier
http://home.joice.net/j100108/aujames.htm
ist deutsch.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-22 01:04:00 mit dem Titel P.D. James - Ein reizender Job für eine Frau
Abgründe menschlicher Niedertracht
(S11) \"Am Morgen von Bernie Prydes Tod - oder vielleicht am Morgen danach, denn Bernie starb aus freiem Willen und hielt es nicht für wert, die mutmassliche Zeit seines Hinscheidens mitzuteilen - an jenem Morgen wurde Cordelia wegen einer Betriebsstörung der Bakerloo Line vor Lamberth North aufgehalten und kam eine halbe Stunde zu spät ins Büro. Sie kam aus dem U-Bahnhof Oxfort Circus herauf in die strahlende Junisonne, eilte an den ersten Käufern vorbei, die bei Dickins & Johns die Auslage prüften, tauchte in den schrillen Lärm der Kingly Street und schlängelte sich zwischen dem verstellten Bürgersteig und den zahllosen glänzenden Autos und Lieferwagen durch, die die schmale Strasse verstopften. [....] \" so fängt das vorliegende Buch an....
Wenig später findet Cordelia Bernie, ihren Partner tod in seinem Büro, er hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten. Erst kürzlich hatte er sie zu seinem Partner ernannt und an der Tür prangte ein nigelnagelneues Messingschild mit der Aufschrift:
Pryde Dedektivbüro
Inh: Bernhard Pryde -Cordelia Gray
Cordelia glaubte dass Bernie sich deshalb die Pulsadern aufschnitt (und nicht die Pistole zur Hilfe nahm) damit er ihr die Waffe vermachen konnte, andernfalls wäre das gute Stück in der Aservatenkammer der Polizei verschwunden, wenigstens für eine Weile.
Cordelia hatte sich schnell mit der neuen Situation abgefunden, erbte Bernies Haus und eben seine Pistole sowie sozusagen den nächsten Auftrag.
Letzterer kam von einem bekanntem Wissenschaftler dessen Sohn Selbstmord begangen haben soll, zumindestens gingen alle inklusive der Polizei davon aus. Der Vater wollte wissen weshalb sein Sohn den Freitod gewählt hatte und Cordelia machte sich auf nach Cambridge wo der Junge zuletzt in einem Gartenhäuschen gelebt hatte, nachdem er sein Studium an den Nagel hängte. Mark Callender, so hiess der Junge, verdiente sich das Aufenthaltrecht im Häuschen damit dass er den Garten des dazugehörenden Anwesens in Ordnung hielt.
Cordelia prallt erst einemal auf eine Mauer des Schweigens, alle mit denen Mark kurz vor seinem Tod noch zu tun hatte waren zwar liebenswürdig doch Cordelia merkte ihnen an dass sie alle etwas verbargen. Nur allmählich gelang es ihr hinter das eine oder andere Geheimnis zu kommen und die Geschichte nimmt mehr als einmal eine überraschende Wendung und bald glaubt Cordelia auch nicht mehr an den Selbstmord Mark\'s, und diese Vermutung und der Fortschritt ihrer Nachforschungen handeln ihr einen Anschlag auf ihr Leben ein.
Cordelia überlebt knapp und deckt letztendlich in guter alter Dedektivmanier (Marple und Poirot lassen grüssen) den Fall und nicht zuletzt einige Abgründe menschlicher Niedertracht auf.
Ein schöner Krimi von einer Queen des englischen hintergründigen Kriminalromans, P.D. James spielt in der Liga von Patricia Highsmith und Agatha Christie, von Ruth Rendell und Dorothy L. Sayers, stilmässig ist sie allerdings eher in der Nähe Christies, vielleicht Sayers, auch wenn es um die Detailtreue geht und um die Beschreibung des englischen Alltags und der Befindlichkeiten der Protagonisten, die Kleinbürgerlichkeit der Personen die allesamt verdächtig sind und das überraschende Ende. Dies sind Attribute welche ich an P.D. James Büchern liebe, wie auch an denen der anderen Krimi-Queens.
P.D. James (Phillis Dorothy James) wurde 1920 in Oxford geboren und war bis 1979 Beamtin im Innenministerium, wo sie eine der höchsten Positionen einnahm, die Frauen im britischen Regierungsapparat damals überhaupt zugänglich waren.
Bemerkenswert ist ihre schriftstellerische Karriere welcher sie sich am schluss ausschliesslich widmete. Zweimal wurde sie mit dem begehrten Silver Dagger der Crime Writers\' Association ausgezeichnet und Königin Elizabeth erhob P.D. James in den Adelsstand und ernannte sie zur Baroness James of Holland Park.
Weiter Titel von P.D. James:
1962 Ein Spiel zuviel - Cover her Face
1963 Eine Seele von Mörder - A Mind to Murder
1967 Ein unverhofftes Geständnis - Unnatural Causes
1971 Tod im weißen Häubchen - Shroud for a Nightingale
1971 (mit T. A. Critchley) The Maul and the Pear Tree
1972 Ein reizender Job für eine Frau - An Unsuitable Job for a Woman
1975 Der schwarze Turm - The Black Tower
1977 Tod eines Sachverständigen - Death of an Expert Witness
1980 Ihres Vaters Haus - Innocent Blood
1982 Ende einer Karriere - The Skull Beneath the Skin
1986 Der Beigeschmack des Todes - A Taste for Death
1989 Vorsatz und Begierde - Devices and Desires
1992 Im Land der leeren Häuser - The Children of Men
1994 Wer sein Haus auf Sünden baut - Original Sin
1997 Was gut und böse ist - A Certain Justice
1999 Die Zeit der Ehrlichkeit - Time to Be in Earnest (Autobigraphy)
2001 Death in Holy Orders
Den einen oder anderen Titel erkannt? Bücher von P.D. James stehen bei mir ganz oben auf der Rangliste.
Ich kann nicht jedes ihere Bücher empfehlen weil ich noch nicht jedes gelesen habe, jene aber, welche ich mir schon gönnte sind allesammt erstklassig, das vorliegende sowohl wie auch \"Im Land der leeren Häuser\" (ein etwas anderer Krimi, der in der nahen Zukunft spielt) sowie mein Lieblingsbuch von ihr \"der Beigeschmack des Todes\" und ein weiteres dessen Titel mir jetzt nicht einfällt (die meisten meiner Bücher sind derzeit (und vorrübergehend) in Umzugskisten verbannt).
Ich habe die gebundene Version gelesen, ISBN: 3 8052 0345 4 vom Rainer Wunderlich Verlag
Zu haben ist das Buch auch als Taschenbuch: ISBN: 3499230771 , Rowohlt, DM 16,90 EUR 8,64
oder ISBN: 3499261685 Rowohlt DM 10,00 EUR 5,11 (ältere Ausgabe).
\"Dass eine Aushilfsstenotypistin eine neue Stelle antritt und dort gleich am ersten Tag Zeuge eines Leichenfundes wird, ist, wenn schon nicht einmalig, dann zumindest ungewöhnlich genug, um nicht mehr als Berufsrisiko durchzugehen. Fest steht, daß Mandy Price, mit neunzehn Jahren und zwei Monaten bereits anerkannter Star in Mrs. Crealeys Agentur \"Nonplusultra\" am Morgen des 14. September, einem Dienstag, auf der Fahrt zum Vorstellungsgespräch beim Verlagshaus Peverell Press nicht mehr Herzklopfen verspürte als vor jedem anderen Job, ein Herzklopfen, das nie arg war und auch weniger der Sorge entsprang, sie könne die Erwartungen des künftigen Arbeitgebers nicht erfüllen, als vielmehr umgekehrt er nicht die ihren.[...]\". S.9.
So beginnt \"wer sein Haus auf Sünden baut\" und genauso vielversprechend wie der erste Satz sind auch die übrigen 604 ! Seiten. Ja, wer dieses Buch lesen möchte mache sich auf einen etwas grösseren Zeitrahmen gefasst, dieses Buch kann schon alleine aufgrund seines Umfangs nicht zwischen Mittagessen und Nachmittagskaffee abgehakt werden.
Zum Buch:
Gerard Etienne, der Geschäftsführer des angesehenen Lodoner Verlaghauses Peverell Press wird ermordert. Diesem Mord voraus eilen dieverse Merkwürdigkeiten welche sich im Verlaghaus ereignen, Unterlagen verschwinden, ebenfalls Fotos und es deutete zuerst alles darauf hin, dass jemand dem Hause schaden wolle, seinen Schabernack treibt. Und als eine Lektorin Selbstmord beging nachdem sie die Kündigung erhielt tat man in der Firma auch dies als einen Teil der Pechsträhne ab, natürlich nicht ohne die gebührende Bestürzung über den Freitot der Kollegin. Aber dann geschah dieser Mord.
Den Mörder Gerard Etienne\'s zu finden sollte ein schweres Unterfangen sein, zuviele hatten ein mögliches Motiv, kaum einer mochte ihn. Er war der unbeliebte Chef wie er im Buche stand.
Da ist zum einen die Autorin deren letzes Buch nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit von Etienne rundweg abgelehnt wurde und die ihren Zorn nicht zu verbergen versuchte und wutentbrannt in den Verlag gestürmt war.
Seine Schwester versuchte verzweifelt Geld für Ihren Freund und Verlobten aufzutreiben, wofür Etienne wenig Verständinis aufbrachte.
Mehrere Mitarbeiter zitterten wegen der Einsparungsmassnahmen welche der Chef durchsetzen wollte.
Endlich wieder ein kniffliger Fall für Scotland Yards Mordspezialisten Commander Adam Dagliesh welcher mit seinen eigenwilligen Methoden schon in anderen Werken P.D. James glänzte. Und wie immer entgeht ihm auch hier der Mörder letztendlich nicht, aber bis dahin ist es ein weiter Weg und manche überraschende Wendung lässt den Leser wieder von seiner Spur abbringen und macht den Krimi spannend bis zur letzten Seite. Manchmal kann man schon ein bisschen durcheinander kommen mit den unzähligen Verdächtigen welche von P.D. James auch noch einzelnd beschrieben werden, und das ausführlich. Aber das ist James\' Markenzeichen und auch dies macht ihre Bücher so lesenswert.
P.D. James, seit 1991 Baroness James of Holland (hat sie von der Queen Elisabeth bekommen, welche bekanntermassen ein erklärter Krimifan ist und schon manche Dame dieses Genres geadelt hat) hiess mit bürgerlichen Namen Phyllis Dorothy White und wurde 1920 geboren. Nach langer Tätigkeit in der Krankenhausverwaltung und in der Kriminalabteilung des britischen Innenministeriums (in ungewohnt hoher Position für eine Frau für die damalige Zeit) . Sie lebt in Norfolk und in London.
Aus dem Englischen übersetzt von Christa E. Seibicke
Verlag: Droemer Knaur
ISBN 3-426-19367-1
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-10 14:02:25 mit dem Titel P.D. James - Was gut und böse ist
Weil die Buchanfänge von P.D. James immer so schön sind und dich gleich in die Geschichte ziehen, ohne Umschweife (die kommen dann später) möchte ich den Anfang als Leseprobe anbieten, er erklärt schon einiges über den vorliegenden Krimi:
\"Mörder pflegen sich normalerweise nicht vorher anzumelden. Mord ist eine Todesart, bei der dem Opfer, ungeachtet der grausamen Erkenntnis in letzter Sekunde, die Schrecken und Aengste im Vorfeld gnädig erspart bleiben. Als Venetia Aldridge sich am Nachmittag des 11. Septembers , einem Mittwoch, erhob, um die wichtigste Zeugin der Anklage in dem Fall \"die Krone gegen Ashe\" ins Kreuzverhör zu nehmen,hatte sie noch 4 Wochen, 4 Stunden und 50 Minuten zu leben.[....]\" (S.9)
Nach diesen Zeilen könnte man meinen schon fast alles zu wissen über die nun nachfolgende Geschichte welche sich immerhin über 548 Seiten hinzieht (gebundene Ausgabe, Droemer). Aber wer das nur eine Sekunde lang glaubt der kennt P.D. James, beziehungsweise ihre Art Krimis zu schreiben, nicht. Wir begleiten Venetia Aldridge während ihrer letzten 4 Lebens-Wochen und lernen auch noch einige andere Menschen ziemlich gut kennen. Menschen die in irgendeiner Beziehung stehen zu Venetia, sei es privat, beruflich oder familiär.
Und dann, wie es die Einleitung schon andeutet, ereilt die Anwältin Venetia Aldridge der gewaltsame Tod mittels eines dolchartigen Brieföffners in ihrem Büro an einem ruhigen Abend und ohne Vorwarnung.
Wie sich bald heraustellt hat keiner die Tote wirklich gemocht und so mancher kommt wieder mal als potenzieller Mörder in Frage. Auch etwas typisches für die Krimis von P.D. James.
Commander Dagliesh wird mit den Ermittlungen betraut und steht vor der schwierigen Aufgabe diesen doch bizarren Mord aufzuklären. Denn man hatte es beim eigentlichen Mord nicht belassen, die Tote wurde zudem mit einer Perücke über welche der Täter Blut schüttete, verunstaltet.
Viele Verdächtige und ein zweiter Mord machen es dem Commander nicht gerade einfach, dem Mörder auf die Spur zu kommen.
Da wäre zum einen die eigene Tochter, die gerade die Phase: \"ich mag meine Mutter nicht und leb mein eigenes Leben\" durchlebt. Als nächsten ist da der Bürovorsteher welche befürchten musste wegrationalisiert zu werden.
Ashe, der zwar dank Venetias Verteidung freikam, dessen Unschuld dennoch von jedem angezeifelt wurde, machte sich an die Tochter der Staranwältin ran. Was Venetia wiederum ziemlich aus der Fassung brachte.
Und noch der eine oder andere der Venetia nicht \"grün\" war.
Die Länge des Krimis ist stellenweise etwas zermürbend und ich habe das Buch einige Male weggelegt. Zu akribisch werden die Figuren gezeichnet, zu detailiert werden ihre Verpflechtungen beschrieben und Reisen in die Vergangenheit sind ebenfalls nichts Ungewöhnliches.
Und trotzdem finde ich auch dieses Buch wieder brilliant, denn P.D. James versteht es wie immer meisterhaft den Leser mehrmals in die Irre zu führen und die Auflösung ist auch diesmal wieder eine Ueberraschung.
Wer Wert legt auf einen guten, sehr guten und schlüssigen Krimi dem lege ich dieses Buch ans Herz / auf den Nachttisch :-)
Gute Träume danach :-)
Uebersetzt aus dem Englischem von Christa F. Seibicke
Droemer Verlag
ISBN3-426-19463-5
gebundene Ausgabe
und
Taschenbuch - 637 Seiten
- Droemer Knaur, Mchn.
Erscheinungsdatum: 2000
ISBN: 3426616890
DM 16,90
EUR 8,64
P.S. wer mehr über die Autorin erfahren möchte, ich mag mich nicht in jeder Rezension wiederholen, der mag hier nachlesen:
http://www.salon.com/books/int/1998/02/cov_si_26int.html
ist allerdings englisch, oder hier
http://home.joice.net/j100108/aujames.htm
ist deutsch.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-22 01:04:00 mit dem Titel P.D. James - Ein reizender Job für eine Frau
Abgründe menschlicher Niedertracht
(S11) \"Am Morgen von Bernie Prydes Tod - oder vielleicht am Morgen danach, denn Bernie starb aus freiem Willen und hielt es nicht für wert, die mutmassliche Zeit seines Hinscheidens mitzuteilen - an jenem Morgen wurde Cordelia wegen einer Betriebsstörung der Bakerloo Line vor Lamberth North aufgehalten und kam eine halbe Stunde zu spät ins Büro. Sie kam aus dem U-Bahnhof Oxfort Circus herauf in die strahlende Junisonne, eilte an den ersten Käufern vorbei, die bei Dickins & Johns die Auslage prüften, tauchte in den schrillen Lärm der Kingly Street und schlängelte sich zwischen dem verstellten Bürgersteig und den zahllosen glänzenden Autos und Lieferwagen durch, die die schmale Strasse verstopften. [....] \" so fängt das vorliegende Buch an....
Wenig später findet Cordelia Bernie, ihren Partner tod in seinem Büro, er hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten. Erst kürzlich hatte er sie zu seinem Partner ernannt und an der Tür prangte ein nigelnagelneues Messingschild mit der Aufschrift:
Pryde Dedektivbüro
Inh: Bernhard Pryde -Cordelia Gray
Cordelia glaubte dass Bernie sich deshalb die Pulsadern aufschnitt (und nicht die Pistole zur Hilfe nahm) damit er ihr die Waffe vermachen konnte, andernfalls wäre das gute Stück in der Aservatenkammer der Polizei verschwunden, wenigstens für eine Weile.
Cordelia hatte sich schnell mit der neuen Situation abgefunden, erbte Bernies Haus und eben seine Pistole sowie sozusagen den nächsten Auftrag.
Letzterer kam von einem bekanntem Wissenschaftler dessen Sohn Selbstmord begangen haben soll, zumindestens gingen alle inklusive der Polizei davon aus. Der Vater wollte wissen weshalb sein Sohn den Freitod gewählt hatte und Cordelia machte sich auf nach Cambridge wo der Junge zuletzt in einem Gartenhäuschen gelebt hatte, nachdem er sein Studium an den Nagel hängte. Mark Callender, so hiess der Junge, verdiente sich das Aufenthaltrecht im Häuschen damit dass er den Garten des dazugehörenden Anwesens in Ordnung hielt.
Cordelia prallt erst einemal auf eine Mauer des Schweigens, alle mit denen Mark kurz vor seinem Tod noch zu tun hatte waren zwar liebenswürdig doch Cordelia merkte ihnen an dass sie alle etwas verbargen. Nur allmählich gelang es ihr hinter das eine oder andere Geheimnis zu kommen und die Geschichte nimmt mehr als einmal eine überraschende Wendung und bald glaubt Cordelia auch nicht mehr an den Selbstmord Mark\'s, und diese Vermutung und der Fortschritt ihrer Nachforschungen handeln ihr einen Anschlag auf ihr Leben ein.
Cordelia überlebt knapp und deckt letztendlich in guter alter Dedektivmanier (Marple und Poirot lassen grüssen) den Fall und nicht zuletzt einige Abgründe menschlicher Niedertracht auf.
Ein schöner Krimi von einer Queen des englischen hintergründigen Kriminalromans, P.D. James spielt in der Liga von Patricia Highsmith und Agatha Christie, von Ruth Rendell und Dorothy L. Sayers, stilmässig ist sie allerdings eher in der Nähe Christies, vielleicht Sayers, auch wenn es um die Detailtreue geht und um die Beschreibung des englischen Alltags und der Befindlichkeiten der Protagonisten, die Kleinbürgerlichkeit der Personen die allesamt verdächtig sind und das überraschende Ende. Dies sind Attribute welche ich an P.D. James Büchern liebe, wie auch an denen der anderen Krimi-Queens.
P.D. James (Phillis Dorothy James) wurde 1920 in Oxford geboren und war bis 1979 Beamtin im Innenministerium, wo sie eine der höchsten Positionen einnahm, die Frauen im britischen Regierungsapparat damals überhaupt zugänglich waren.
Bemerkenswert ist ihre schriftstellerische Karriere welcher sie sich am schluss ausschliesslich widmete. Zweimal wurde sie mit dem begehrten Silver Dagger der Crime Writers\' Association ausgezeichnet und Königin Elizabeth erhob P.D. James in den Adelsstand und ernannte sie zur Baroness James of Holland Park.
Weiter Titel von P.D. James:
1962 Ein Spiel zuviel - Cover her Face
1963 Eine Seele von Mörder - A Mind to Murder
1967 Ein unverhofftes Geständnis - Unnatural Causes
1971 Tod im weißen Häubchen - Shroud for a Nightingale
1971 (mit T. A. Critchley) The Maul and the Pear Tree
1972 Ein reizender Job für eine Frau - An Unsuitable Job for a Woman
1975 Der schwarze Turm - The Black Tower
1977 Tod eines Sachverständigen - Death of an Expert Witness
1980 Ihres Vaters Haus - Innocent Blood
1982 Ende einer Karriere - The Skull Beneath the Skin
1986 Der Beigeschmack des Todes - A Taste for Death
1989 Vorsatz und Begierde - Devices and Desires
1992 Im Land der leeren Häuser - The Children of Men
1994 Wer sein Haus auf Sünden baut - Original Sin
1997 Was gut und böse ist - A Certain Justice
1999 Die Zeit der Ehrlichkeit - Time to Be in Earnest (Autobigraphy)
2001 Death in Holy Orders
Den einen oder anderen Titel erkannt? Bücher von P.D. James stehen bei mir ganz oben auf der Rangliste.
Ich kann nicht jedes ihere Bücher empfehlen weil ich noch nicht jedes gelesen habe, jene aber, welche ich mir schon gönnte sind allesammt erstklassig, das vorliegende sowohl wie auch \"Im Land der leeren Häuser\" (ein etwas anderer Krimi, der in der nahen Zukunft spielt) sowie mein Lieblingsbuch von ihr \"der Beigeschmack des Todes\" und ein weiteres dessen Titel mir jetzt nicht einfällt (die meisten meiner Bücher sind derzeit (und vorrübergehend) in Umzugskisten verbannt).
Ich habe die gebundene Version gelesen, ISBN: 3 8052 0345 4 vom Rainer Wunderlich Verlag
Zu haben ist das Buch auch als Taschenbuch: ISBN: 3499230771 , Rowohlt, DM 16,90 EUR 8,64
oder ISBN: 3499261685 Rowohlt DM 10,00 EUR 5,11 (ältere Ausgabe).
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