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Erfahrungsbericht von butterkeks

Thomas Jeier - Das Wissen der Bäume

Pro:

schöne Beschreibung des Alltags der Indianer, interessante Charaktere

Kontra:

...

Empfehlung:

Nein

Durch „Das Lied der Chayenne“ wurde ich auf Thomas Jeier aufmerksam. Dieses Buch hatte mir bereits gut gefallen, und deshalb wagte ich mich an den 523 Seiten starken Schmöker.

Inhalt:

Biberfrau, die heilige Frau der Tsis-tsis-tas, wurde von ihrem „Gott“ Maheo auserwählt ihr Volk aus der Erde zu führen; er lehrt sie über der Erde zu leben und schickt ihr als Schutzgeist einen weissen Biber. Nachdem sie die nötigsten Dinge gelernt hat, führt sie ihr Volk ans Licht. Ihre Brüder und Schwestern vertrauen ihren Fähigkeiten und folgen ihr blind.
Es beginnt die Zeit der Hunde, in der die Tsis-tsis-tas in Frieden leben. Maheo führt Hunde zu ihnen, die ihnen die schweren Lasten, z.B. auf der Jagd, abnehmen.
Biberfrau ist vorhergesagt, dass sie erst strben würde, wenn sie mit ihrem Volk gegen die bärtigen Männer gekämpft hat. In dieser Zeit würde sie nicht altern.
Immer wieder zieht sie sich in die Einsamkeit zurück, um von Maheo zu erfahren was ihrem Volk die Zukunft bringt. Er sagt ihr wie sie die Feinde der Tsis-tsis-tas besiegen kann und trägt ihr auf die Zelte abzubrechen und zum gelben Fluss zu ziehen. Dort solle sie Mais pflanzen und für eine Weile glücklich leben. So wurden die Chayenne für eine gewisse Zeit zu Pflanzern. Ihr Volk trifft auf die ersten weissen Händler, die ihnen Gewehre verkaufen. Es endet die Zeit der Hunde und das Zeitalter der Pferde beginnt. Maheo teilt Biberfrau mit, dass sie, um ihre Feinde besiegen zu können, Pferde brauchen. Sie verbünden sich mit einem anderen Stamm, um in den Krieg zu ziehen. Gemeinsam stehlen sie die Pferde der Ho-he und besiegen ihre Verfolger durch eine List. Bei ihrer Rückkehr in das Dorf ihrer Verbündeten, finden sie alle Menschen tot auf. Eine geheimnisvolle Krankheit hat das ganze Dorf dahingerafft. Voller Angst reiten sie in das eigene Dorf zurück und stellen erleichtert fest, dass die Tsis-tsis-tas vor der Krankheit geflüchtet sind. So ziehen sie in die Ebenen, um sich auch dort mit einem ihnen wohlgesinnten Stamm zu verbünden. Die Zeit der Büffel beginnt.

Später treffen sie auf die Lakota (Sioux), deren Medizinmann, Reitet-ein-weisses-Pferd, eifersüchtig auf Biberfrau´s Ruf ist und sie töten will. Trotzdem macht sie sich mit nur einem Krieger an ihrer Seite auf den Weg, um mit den Lakota Frieden zu schliessen. Reitet-ein-weisses-Pferd versucht Biberfrau schlecht zu machen und seinen Stammesältesten einzureden, sie sei eine Hexe. Es kommt zu einem Wettrennen, das darüber entscheiden soll, ob die Lakota gemeinsam mit den Tsis-tsis-tas gegen ihre Feinde kämpfen. Der Medizinmann versucht zu betrügen, doch Maheo hilft Biberfrau zu ihrem verdienten Sieg.

Der Frieden zwischen den beiden Völkern hält an und die Tsis-tsis-tas erleben eine sorgenfreie Zeit. Doch auch diese findet ein jähes Ende, als die blassen Männer kommen, um mit Biberfrau´s Volk zu handeln. Trotz ihres grossen Mistrauens, handeln sie mit den blassen Männern und einige Krieger lassen sich von den wertvollen Geschenken blenden.

Doch Biberfrau´s Schutzgeist, der weisse Biber, verkündet den Beginn schlechter Zeiten. Die Tsis-tsis-tas werden grosses Leid erfahren und die heilige Frau bricht auf, um in den Bergen Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Im Tal der weinenden Bäume sieht sie wie die Fremden die Büffel, ohne die ihr Volk nicht überleben kann, nur wegen der Felle abschlachten und sie weiss, dass es einen grossen Krieg geben wird. Die weissen Männer breiten ihr Netz durch das Land der Indianer aus, womit die Zeit der Spinnen beginnt.
Doch einige Häuptlinge lassen sich von den wertvollen Geschenken blenden und unterzeichnen einen Friedensvertrag. Erst als diese Stämme von den Blauröcken niedergemetzelt werden, kommt es zum entscheidenden Kampf...

Thomas Jeier beschreibt eindrucksvoll den Werdegang der Chayenne. Man erhält einige Informationen über das Leben der Indianer, wie sie im Einklang mit der Natur lebten und ist gefesselt von ihrem starken Glauben an die Zukunft. Auch wird das Verhältnis zu den blassen Männern genau beschrieben; wie sie versuchten sich bei den Indianern durch grosszügige Geschenke beliebt zu machen und Verträge mit Ihnen abschlossen, die sie nicht einhielten und wie das Volk durch sie gespalten wurde. Sie steckten die verbündeten Stämme in Reservate, wo sie schlechtes Fleisch und teilweise überhaupt keine Nahrung mehr bekamen. Sie vegetierten nur noch vor sich hin und einige entschlossen sich ein letztes Mal in den Kampf zu ziehen, in den Kampf gegen den Mann, den sie Langhaar nannten: General Custer.
Ich empfand es als ein wenig störend, dass der Autor viele Dinge immer und immer wiederholt (z.B. die Funktion von Biberfrau in der Geschichte der Cheyenne), doch tat das der Spannung keinen Abbruch.
Alles in allem kann ich das Buch guten Gewissens weiter empfehlen.

„Das Wissen der Bäume“ ist im Schneekluth-Verlag erschienen (ISB N 3-7951-1434-9), hat 523 Seiten und kostet 16,00 DM.

Also viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße von eurer Drea.

23 Bewertungen, 1 Kommentar

  • delPiero

    05.03.2002, 22:34 Uhr von delPiero
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr ausführlich :-))) Hut ab:-=)))))))