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Erfahrungsbericht von greinha

Ringwelt / Ringwelt-Ingenieure von Larry Niven

Pro:

ein MUSS für jeden Fan von Hard-SF

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

zum Autor
Larry Niven wurde 1938 in Los Angeles geboren, er studierte Mathematik und Physik an der Washburn University und an der University of California. Als Autor von sog. Hard-SF, also der wissenschaflich unterlegten SF gehört wohl zu seinen bedeutensten Erfindungen der Ringwelt-Zyklus.
Für seine Story "Neutron Star" gewann er 1967 den Hugo-Award.

Story's:
--Ringwelt
(Taschenbuch, 445 Seiten, 1998 bei Bastei Lübbe ISBN: 3404242386)

An seinem Geburtstag (dem 200.!!) flüchtet Louis Wu mit Hilfe der Teleport-Reisekabinen vor der Datumsgrenze, um 24 Std. lang in allen Metropolen der Welt zu feiern. Irgendwie hat er schon alles gesehen, alles erlebt, und auch diese Art zu feiern ist für ihn nichts wirklich neues. Doch dann wird sein nächster Teleport manipuliert, und er steht einem Puppetier gegenüber. Diese als extrem vorsichtig und ängstlich geltenden, zweiköpfigen Wesen wurden schon lange nicht mehr im bekannten Universum gesehen. Vor vielen Jahrhunderten entdeckten sie, dass der Kern unserer Galaxis explodiert. Seitdem sind sie auf der Flucht, obwohl diese Katastrophe unseren Teil der Galaxis erst in 20.000 Jahren erreicht. Auf dieser Flucht haben die Puppetiers ein gigantisches Artefakt entdeckt. Um eine Sonne vom Sol-Typ spannt sich ein massiver Ring, ein Bauwerk, das selbst diese fortschrittliche Rasse in Ehrfurcht erschaudern lässt.
Zusammen mit einem Kzin, einer aggressiven katzenänlichen Rasse und seiner Freundin soll Louis an einer Expedition zu diesem Artefakt teilnehmen. Als Lohn winken den Menschen wie den Kzinti die Baupläne eines Puppetier-Raumschiffs, dessen Hülle als nahezu unzerstörbar gilt. Das Team besteht aus dem Puppetier "Nessus", "Louis", der Erdenfrau "Teela" und dem Kzin "Dolmetscher", der noch keinen eigenen Namen hat.
Das Zusammenleben an Bord des Puppetier-Raumschiff ist nicht immer einfach, doch schließlich erreicht man die phantastische Ringwelt, die immerhin die 3.000.000 fache Oberfläche der Erde beinhaltet.
Die Schwierigkeiten beginnen, als während des Anfluges ein automatisches Asteroiden-Abwehrsystem auf sie feuert und damit zum Absturz zwingt.
Auf der Ringwelt zeigt sich Ihnen ein fantastisches Szenario: Es gibt keinen sichtbaren Horizont, sondern einen gigantischen Bogen, auf dem man ferne Kontinente und Ozeane erkennt, bis diser 'Bogen' hinter der Sonne verschwindet. Dafür existieren jedoch zwei gigantische, 1600 km hohe Gebirgsketten, die den Rand der Welt darstellen. Riesige Sonnenblenden simmulieren den Tag- und Nachtwechsel. Auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit und dem Kennenlernen verschiedener Ringwelt-Völker stellt sich heraus, das ein Virus alle Supra-Leiter zerstört hat. Damit fehlt die Basis jeglicher Hochtechnologie und das Ende der Ringwelt mit ihren Myriaden Bewohnern ist absehbar. Die Suche nach Antworten bzw. Lösungen beginnt...

--die Ringwelt-Ingenieure
(Taschenbuch, 430 Seiten, 1998 bei Bastei Lübbe, ISBN: 3404242394)

23 Jahre später: Louis Wu bricht wieder (wenn auch nicht ganz freiwillig) zur Ringwelt auf. Diesmal ist nicht Nessus dabei, sondern sein Geschlechtspartner, der "Hinterste". Auch der Kzin-Krieger ist wieder dabei, bei seinem ersten Abenteuer auf der Ringwelt konnte er sich endlich seinen Namen verdienen: "Chmeee". Die Ringwelt ist aus der Bahn geraten und wird in weniger als 2 Jehren mit der Sonne kollidieren. Dies wäre der Tod für Billionen intelligenter Wesen. Das Ziel der Expedition ist es, die Steuer- und Korrektur-Düsen am Rand der Ringwelt wieder funktionsfähig zu machen. Im Vordergrund steht jedoch wieder die Suche nach den geheimnisvollen Erbauern, den (nicht ganz unbekannten) Protektoren. Plötzlich geschehen unerklärliche und bedrohliche Dinge ....


Für Liebhaber technisch logischer, und gut durchdachter SF ist dieser Zyklus ein MUSS. Er enthält zwar nicht unbedingt dramatische Höhepunkte, aber der allgemeine Spannungs- und Action-Level ist schon sehr hoch. Auffallend ist die logisch durchdachte, grandiose Grund-Idee der Ringwelt, die in keinem Falle irgendwo wiedersprüchliches enthält.
Auch die Figuren, mit denen der Leser diese unglaubliche Welt erforscht, sind ausgesprochen gut charakterisiert. Die ständig schwelenden Konflikte zwischen den über alle Vernunft hinaus vorsichtigem und feigen Puppetiers und dem aggressiven, draufgängerischen Kzin sind immer wieder spannend, Louis und seine Gefährtin Teela haben es oft schwer, einen Mittelweg zwischen den beiden Extremen zu finden. Wieder bleibt (leider oder Gott sei Dank !?) manches offen, das hoffentlich im 3. Band (Ringwelt-Thron)
aufgeklärt wird.

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