Mehr zu AutorInnen mit O Testbericht

No-product-image
ab 23,85
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(9)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Potame

"Alle Tiere sind gleich" oder auch nicht?!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Hi Ihr!

Heute erzähle ich euch mal wieder von einem Buch. Genauer gesagt von „Farm der Tiere“ (Animal Farm) von George Orwell…


*--- Warum? ---*

Darum! Nein, mal im Ernst. Wie gesagt war ich im Urlaub und so entschloss ich mich etwa eine Woche vor der Abreise, die hiesige Bücherei aufzusuchen, um mich mit ausreichend Lesestoff zu versorgen.
Beim Stöbern in den Regalen kam mir, nachdem ich kein anständiges Stephen King Buch finden konnte, George Orwell in den Sinn. In der Schule hatte ich im Englischunterricht „1984“ von ihm gelesen und das Buch hatte mir gut gefallen. Daher entschloss ich mich dazu dem guten Orwell noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Das Buch Orwells, dass wohl am zweit bekanntesten ist, Animal Farm, war glücklicherweise vorrätig und so entschloss ich mich zuzugreifen. Da ich dem Englischen einigermaßen mächtig bin ging ich sogar soweit und nahm auch die englische Version mit, mit dem Vorsatz, das Buch genau wie „1984“ auf Englisch zu lesen. Ein Vorsatz den ich auch halten sollte.


*--- Inhalt ---*

Im urlaub widmete ich mich dann schließlich auch besagter Lektüre, nachdem ich ein bereits angefangenes Buch zu Ende gelesen hatte. Voller Erwartungen schlug ich also das (Englische-)Buch auf und begann zu lesen…
Ohne langen Vorlauf kommt Orwell zur Sache. Man wird quasi direkt in die Story hineingeworfen.
Auf der Herren-Farm (Manor Farm) eines gewissen Mr. Jones (der kurioserweise auch im deutschen Mr. heißt) gehen seltsame Dinge vor sich. Nachdem besagter Farmer, ein leicht versoffener, nicht unbedingt arbeitswütiger Kerl, sich, nicht ohne ein letztes Bier zu sich genommen zu haben, in seinem Bett niedergelegt hat, geht es auf seinem Anwesen erst richtig los. Alle Tiere folgen dem Ruf eines gewissen OLD MAJOR. Old Major ist ein preisgekröntes Schwein, vor dem alle anderen Tiere großen Respekt haben. Er hat die Tiere zusammengerufen, um ihnen von seinem Traum aus der letzten Nacht zu erzählen. Und das lustige ist, die Tiere scheint das auch noch zu interessieren. Auf jeden Fall folgen, wie gesagt, alle Tiere seinem Ruf.
Als dann alle Vierbeiner (Vögel sind auch Vierbeiner) der Farm in der Scheune eingetroffen sind und es sich bequem gemacht haben, beginnt Old Major seine Ansprache. Er eröffnet den Anderen, dass er, seiner Meinung nach, nicht mehr lange unter den Lebenden weilen wird, ihnen aber noch etwas von seiner unermesslichen Weisheit hinterlassen will.
Er habe festgestellt, dass es den Tieren, allen Tieren, schlecht geht. Dieser Zustand sei Schuld der Menschen und ohne den Mensch würde es allen besser gehen. Denn „der Mensch ist das einzige Geschöpf, das konsumiert, ohne zu produzieren“. Daher hat er eine Vision: Rebellion! Der Mensch muss weg, die Tiere müssen regieren. Diese Idee wird zusätzlich durch seinen Traum manifestiert. Dort ist ihm der Text eines alten Liedes wieder eingefallen, das die Welt ohne Menschen beschreibt. Danach gilt es fortan zu streben.
Und in diesem Sinne gehen die Dinge dann auch ihren Weg. Old Major stirbt, aber die anderen Tiere erinnern sich an sein Worte und so kommt es eines Tages zur erstrebten Rebellion auf der Herren-Farm. Als die Tiere einmal nicht gefüttert werden drehen sie durch und reißen das Ruder an sich. Die Menschen werden vertrieben, die Tiere feiern. Aber auch die Tiere sehen ein, dass es nur mit feiern nicht geht und so geht man bald an die Arbeit. Koordiniert wird das ganze von den klügsten Tieren, den Schweinen. Dabei drängen sich besonders Napoleon (?!) und Schneeball in der Vordergrund. Ein Machtkampf ist vorprogrammiert…und vieles mehr.
Wer es bis hierher interessant fand muss das Buch selbst weiter lesen, denn ich will hier nicht sämtliche Spannung vorwegnehmen und nicht alles verraten.


*--- Hintergrund ---*

Orwell schrieb Farm der Tiere mit der Intention Stalin und das russische Regime zu kritisieren. Daher sind diverse Parallelen zum Russland in Orwells Zeit zu finden. Diese sind größtenteils ganz offensichtlich und leicht zu erkennen. Beispielsweise symbolisieren die beiden Schweine Napoleon und Schneeball Stalin und Trotzki und deren Beziehung und Verhalten zueinander. Auch das System, das auf der Farm von den Schweinen installiert wird erinnert stark an den Kommunismus.
Aber wie gesagt, der Roman ist verfasst worden um zu kritisieren, um kontrovers aufzufallen, und stieß nicht unbedingt auf Wohlwollen bei den Verlegern. Daher zog sich die Publikation hin, weil zur damaligen Zeit in England kaum oder keine antirussischen Texte veröffentlicht wurden. Da der Text aber arg antirussisch ist, war er von diversen Verlegern der damaligen Zeit als ungeeignet erklärt worden. Nichtsdestotrotz schaffte es das Buch glücklicherweise irgendwann veröffentlicht zu werden.


*--- Sprache ---*

Die Sprache ist während des gesamten Buches relativ einfach. Daher ist das Buch leicht verständlich und man hat es schnell durchgelesen. Das Schwierige ist sicher die kritischen, satirischen Hintergründe zu erkennen und zu verstehen. Aber bei Farm der Tiere scheinen mir diese leichter zu entdecken zu sein als bei 1984.
Persönlich würde ich jedem, der dazu fähig ist, raten das Buch in Englisch zu lesen, denn ich finde im Deutschen wirkt die Sprache ein wenig geschwollen und zudem finde ich einige Übersetzungen arg fragwürdig. So heißt zum Beispiel das Propaganda-Schwein Squealer in der deutschen Version des Buches Schwatzwutz, oder der Hund Pincher Zwickzwack.
Da Orwell ein Verfechter des einfachen Englisch ist, sind seine Werke, zumindest die, die ich gelesen habe, recht leicht zu verstehen. Mit einem einigermaßen guten Schulenglisch lässt sich Animal Farm wohl sogar ohne Wörterbuch bewältigen und man kann trotzdem problemlos der Story folgen. Wenn man etwas tiefer ins Geschehen eintauchen will nimmt man einfach den Langenscheidt zur Hilfe und hat gar keine Probleme mehr.


*--- Infos ---*

Geschrieben: November 1943 – Februar 1944

Veröffentlicht: 1945

Umfang Englische Version: 95 Seiten, erschienen im Pinguin Verlag

Umfang Deutsche Version: 119 Seiten, erschienen im Diogens Verlag


*--- Fazit ---*

Animal Farm/ Farm der Tiere ist ganz sicher ein Buch, das es wert ist gelesen zu werden. Zwar ist dieses Werk nur auf den ersten Blick leichte, amüsante Lesekost, aber wer ein kritisches Buch, das gleichzeitig aber auch eine sehr einfallsreiche Story besitzt, lesen will, ist mit Farm der Tiere sicher gut beraten. Ich persönlich fand zwar Orwells 1984 etwas interessanter und Parallelen zu Orwells Zeit waren, finde ich, nicht ganz so deutlich zu erkennen, aber nichtsdestoweniger ist auch diese Schriftstück Orwells ganz sicher mehr als lesenswert.
Wer allerdings mit den historischen Begebenheiten zur Zeit der Niederschrift so gar nichts anfangen kann und den es auch gar nicht interessiert, sollte vielleicht besser die Finger von diesem Buch lassen und zu anderer Lektüre greifen.
Hier noch einmal die Empfehlung, das Buch auf Englisch zu lesen, denn ich habe den Eindruck die Übersetzung nimmt der ganzen Geschichte etwas. Aber auf jeden Fall würde ich dazu raten Farm der Tiere/ Animal Farm zu lesen. Viel Spaß dabei!


Zum Schluss möchte ich mich bei euch noch fürs Lesen bedanken, bewertet bitte und kommentiert wenn ihr wollt!!!

12 Bewertungen