Mehr zu Lauflernhilfen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Godid

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Leider musste ich feststellen, dass Lauflernhilfen oder auch Gehfrei genannte Produkte weiterhin von manchen Firmen verkauft werden.
Eigentlich war ich davon ausgegangen, das diese Produkte inzwischen aus dem Verkehr gezogen wurden, beziehungsweise nur nach als Sekondhand –Artikel gekauft werden können.
Zwar sind diese Lauflernhilfen nicht mehr so gefragt wie vor Jahren, werden aber aus Unwissenheit weiter gekauft.
Als meine beiden Kinder vor 18, bzw. 21 Jahren in dem Alter für dieses Gestell waren, habe ich leider auch ein Gehfrei für meine Beiden von einer Freundin ausgeliehen.
Damals gehörte es fast zur Grundausstattung eines Kleinkindes.
Es war so schön praktisch, wenn die Laune auf den Nullpunkt sank, hinein in die Gehhilfe und schon war wieder Frieden, sie hatten einen anderen Blickwinkel und konnten sich viel schneller fortbewegen.
Viele Eltern meinen auch, durch diese Gehhilfe würden die Kinder schneller das Laufen lernen!
Doch wofür soll man es schneller lernen?
Muss man später im Leben nicht noch genug laufen, wenn man es erst mal kann?

Statt auf dem Boden herum zu krabbeln, zu robben, zu rollen oder sich auf dem Po rutschend fortzubewegen, je nach Lust und Laune, wird das Kind in eine nach oben offene größere kurze Hose gehängt, die wiederum in einem Metall oder Kunststoffgestell hängt. Darin soll sich das Kind nun halb sitzend, mit seinen Beinen fortbewegen.
Erst stößt es sich nur etwas vom Boden ab und merkt das Teil kommt in Bewegung, das macht Spaß und so bewegt es die Beine in irgendeiner Weise immer mehr, um von der Stelle zu kommen.

Der Sitz kann aber nicht in der Höhe verstellt werden, so kommt es erst nur mit den Fußspitzen auf den Boden.
Wenn später die Beine länger sind, wird Anlauf genommen, dann die Beine nach hinten und die Füße schleifen über den Boden.

Studien haben ergeben, das hierdurch spätere Fehlstellungen begünstigt werden, wie Z. B. Spitzfuß und Haltungsschäden.
Hier ist natürlich von Bedeutung, mit welchen Alter und wie lange dieses Lauflerngerät benutzt wurde.

Schlimmer noch als die Fehlstellungsgefahr ist die Unfallgefahr.
Im Jahr 1996 sind mit einem Gehfrei allein 6000 Kinder verunglückt.

Nicht nur Gehirnerschütterungen und Knochenbrüche durch das Umkippen bei der Fahrt über Kanten und Türschwellen, sowie lebensgefährliche Treppenstürze kommen als Unfälle in Betracht, sondern auch Verbrühungen und Verbrennungen, da die Kinder durch den erhöhten Sitz leichter an das Gefahrgut heran kommen.

Hier muss ich leider auch eingestehen, das mich eine Unfallsituation unseres Sohnes erst zum sofortigen Gegner eines Gehfrei gemacht hat.

Unser Sohn hatte damals mehrere Schutzengel, denn unser Treppengitter war nicht richtig zu und so gelang es ihm dieses zu öffnen.

Mit einem Getöse und Geschrei, das mein Mann und ich noch heute im Ohr haben, fuhr unser damals ca. 13 Monate alter Sohn, die offene Treppe eine Etage hinunter, als mein Mann das Sonntagsfrühstück und ich die Betten im Schlafzimmer machte.
Mein Mann und ich stürzten beide hinter dem Jungen her in den Keller und ich war froh das er noch schrie, als das Gepolter aufhörte!
Unser damals von einer Chicco gekauftes Gehfrei, war zum Glück so gebaut, das es nach außen einen sehr großen stabilen Ring hatte, der das Kippen verhindern sollte und hatte zudem auch 6 Rollen.
Dank seines Schutzengels ist der Junge im Gehfrei stehend unten angekommen, der Außenringvom Gehfrei war zwar gebrochen, aber unser Sohn hatte nur eine kleine Schramme.
Ich darf noch heute nicht dran denken, wie es hätte ausgehen können!

Die Treppe rauf und rückwärts wieder runter krabbeln, das haben wir so früh wie möglich immer wieder trainiert, hätte er krabbelnd die Tür aufgemacht, dann wäre die Gefahr nicht so groß gewesen!
Drum mein Rat an alle Eltern überlegt es euch gut, ob diese Anschaffung einen Sinn macht, nehmt eure Kinder an die Hand, das ist der bessere Weg zum Laufen lernen!

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