Mehr zu Strategiespielen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Lavosspawn

Alt, aber gut- Warlords Battlecry

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Warlords Battlecry

Einleitung

Bei >Warlords Battlecry< handelt es sich um ein bereits etwas älteres Strategiespiel, dessen Nachfolger (>Warlords Battlecry 2) schon im Handel erhältlich ist. Dennoch bin ich der Meinung, dass auch der erste, in der Zwischenzeit recht billige Teil durchaus überzeugen kann. Das Handling ist sehr gut, es gibt eine Menge verschiedener Gebäude und Einheiten und das Entwickeln des Helden, den jedes Volk als eine Art Feldherr besitzt, lässt unzählige Möglichkeiten offen. Nur bei der Grafik und der Musik haben die Entwickler etwas gepatzt. Schon zu dem Zeitpunkt, als es frisch in die Läden kam konnte WB kaum mit Konkurrenten à la Age of Empires oder ähnlichen Spielen mithalten, vom jetzigen Standpunkt aus gesehen ist die Grafik wirklich gnadenlos veraltet. Mit der Musik verhält es sich nicht anders: Das ewige, nervtötende Geklimper im Hintergrund bringt selbst den coolsten Strategen innerhalb weniger Minuten an den Rand des Wahnsinns. Dummerweise ist man schwer im Nachteil, wenn man den Sound abstellt: Warnungen, wie >> Ihre Gebäude stehen unter Beschuss<< oder >> Neue Gebäude stehen zur Verfügung<< (bei Hauptquartiererweiterungen) erhalten sie nur, wenn sie die Musik angeschaltet haben. Ansonsten ist das Spiel wie gesagt wirklich gut und ein Kauf lohnt sich mit Sicherheit

Der Spielbeginn

Nachdem man das Spiel gestartet hat findet man sich in einem Menü, in welchem man verschiedene Spiel Modi anwählen kann, wieder. Es gibt folgende Überpunkte:

-Tutorial: Hier soll man wohl lernen, was es alles im Spiel gibt, wofür welche Gebäude geeignet sind, was welche Einheit bringt, usw.. Meine Meinung dazu: Jeder, auch ein Einsteiger, sollte die Finger hiervon lassen. Es ist reine Zeitverschwendung und hat eigentlich keinen Effekt, da man nichts von der Steuerung und ähnlichem lernt. In das eigentliche Spiel findet man sich erst ein, wenn man ein paar Gefechte bestritten hat und für alle, die nicht ganz unvorbereitet in das Spiel einsteigen wollen: Es lohnt sich eher die gesamte Anleitung ein- zwei mal mehr zu lesen als auch nur einmal das Tutorial zu benutzen
-Gefecht: Wohl der wichtigste Modus in WB. Hier kann man auf zufallsgenerierten, vorgegebenen oder selbsterstellten Karten Kämpfe gegen Gegner, deren Intelligenz und Ressourcen man übrigens auch einstellen kann, bestreiten. Das Gefecht wird fast nie langweilig, selbst wenn man gut genug spielt, um die ersten beiden Intelligenzstufen des Computergegners zu besiegen, so kommen immer noch zwei weitere hinzu, die vierte Stufe ist sogar fast unbesiegbar und man benötigt schon eine extrem gute Strategie um ihn auszuschalten. Und selbst wenn man es mit allen Gegnern aufnehmen kann, so besteht immer noch die Möglichkeit gegen zwei Verbündete Volksstämme gleichzeitig zu kämpfen, was das ganze gleich noch viel anspruchsvoller macht, zudem kann man unter verschiedenen Spielmodi wählen, wie ein Gefecht nur mit einige Einheiten, ohne Gebäude bauen zu dürfen, oder dass es nur erlaubt ist einen Palast der Stufe zwei zu bauen, wodurch die richtig starken Einheiten natürlich ausbleiben und man den Gegner irgendwie mit Goblins oder Lanzenträgern erledigen muss... auch durch die Möglichkeit eigene Karten erstellen zu können bleibt das Gefecht interessant
-Karten Editor: Wie der Name schon sagt kann man hier eigene Karten erstellen, die man dann im Gefecht verwenden kann. Hierzu muss man noch sagen, dass der Map Editor wirklich sehr gut ist. Von einer unglaublichen Anzahl an Möglichkeiten die Landschaft zu verändern über das beliebige Verstellen der Eigenschaften (wie Lebenspunkte und Schaden) der Einheiten bis zum Setzen von Ereignissen (z.B. >> Wenn eine Einheit stirbt ist das Spiel aus, man muss nur 30 Minuten überleben und hat dann automatisch gewonnen<<, usw.) ist alles vorhanden. Wenn man etwas Zeit und Mühe investiert ist es durchaus möglich hochqualitative Karten zu erstellen, die durchaus mit den vorgegebenen konkurrieren können
-Die Kampagne: Die Kampagne besteht aus insgesamt 60 Missionen, von denen man allerdings mit einem Helden immer nur 40 spielen kann. Auf den Grund diese Phänomens (*g*) wird später noch genauer eingegangen. Zumindest erzählt die Kampagne eine hinreißende Geschichte, auch wenn es kaum anspruchsvolle Zwischensequenzen gibt und alle wichtigen Gespräche zwischen den Charakteren in Spielgrafik gehalten sind folgt man der Geschichte schon bald mit wachsender Spannung. Zu den Charakteren, die sich alle sehr unterschiedlich verhalten, entwickelt man, wie in einem Rollenspiel, schon bald eine gewisse Haltung, ob ablehnend oder zugeneigt hängt ganz vom Spieler ab. Doch zur Kampagne später mehr
-Multiplayer: Dazu kann ich leider gar nichts sagen, denn ich habe mich noch gar nicht damit beschäftigt, sorry


Die Kämpfe

Das gesamte Spiel läuft in Echtzeit, was gerade Anfängern sicher nicht selten Probleme bereiten wird. Hat man sich aber erst mal daran gewöhnt macht es richtig Spaß. Das Schöne an dieser Spielart ist, dass man mehr strategische Möglichkeiten als in einem rundenbasierenden Game hat. So kann man, wenn man schnell genug ist, seinen Gegner schon früh mit vielen billig Einheiten überrollen, alternativ aber auch seine Basis zumauern und solange warten, bis man seine stärksten Einheiten ausgebildet hat um dem Gefecht dann ein schnelles Ende zu setzen. Doch zunächst will ich einmal näher auf die Spielweise eingehen:
Die ersten paar Minuten laufen immer nach dem selben Muster ab: Der Held steht in der nähe von einige Minen, die er umwandelt, das heißt, sie für sich nutzbar macht, um gleich zu Beginn einige Ressourcen zu haben. Dann macht er sich schnell an den Aufbau eines Hauptquartiers, wo die ersten Arbeiter erschaffen werden können, während sich der Heroe auf die Suche nach weiteren Minen macht. Bis hierhin unterscheidet sich die Strategie der Völker kaum. Doch von jetzt an muss man sich, je nach gewählter Rasse, überlegen, wie man am effektivsten fortfährt. Bei Orks beispielsweise ist es am sinnvollsten einen Aussichtsturm zu bauen. In diesem kann man innerhalb von kürzester Zeit eine kleine Armee von Goblins rekrutieren. Diese Kreaturen eigenen sich hervorragend um anfängliche gegnerische Angriffe abzuwehren, die Gebiete aufzuklären (sie haben einen unglaublich großen Sichtradius) und in größerer Zahl kann man mit ihnen sogar ungeschützte Lager der Gegner überfallen und möglicherweise sogar zerstören. In der Regel beschäftig man den Gegner auf diese Weise so lange, bis man einige Arenen und Höhlen gebaut hat. In Arenen kann man dann Orks rekrutieren, welche gemeinsam mit Goblins übel austeilen. Unvorbereitete Gegner haben kaum eine Chance einen Angriff gemischter Goblin- Ork Truppe zu überstehen. Im Verlauf des mittleren Spielstadiums kann man dann Wolfreiter, Oger und Trolle kaufen, welche dann die Goblins und Orks aus dem früheren Spielstadium ablösen. In großer Zahl sind die Wolfreiter am stärksten, mit ihnen kann mit sehr schnelle und heftige Angriffe ausführen. Für den Basisschutz eignen sich am besten die Oger. Die langsamen Giganten halten extrem viel aus und schlagen mit ihrer Keule auch heftig zu. Für einen Basissturm sind sie allerdings nur bedingt geeignet, aufgrund ihrer geringen Geschwindigkeit schlagen sie sich nämlich recht schlecht gegen schnelle gegnerische Einheiten. Im Schutz von den Geschütztürmen der Basis werden sie allerdings zum für Gegner fast unüberwindbaren Hindernis. Die Trolle werfen mit Steinen und sollten sich eher im Hintergrund halten- sowohl beim Angriff, als auch bei der Verteidigung. Ich persönlich halte nicht viel von diesem Einheitentyp, da sie zwar im Verhältnis sehr viel aushalten, jedoch wenig Schaden verursachen und auch eine etwas geringe Feuerrate besitzen. Aber immerhin können sie Schafe nehmen und werfen g (kein Scherz), wodurch sie deutlich mehr Schaden verursachen, außerdem zerfetzt es die Schafe beim Aufprall auf den Boden, so dass alle nah beieinander stehende Einheiten verletzt werden. Der General der Orks (jedes Volk hat einen General, der kann, wie der Held, Minen umwandeln und ist ein besonders starker Kämpfer, allerdings kostet er auch deutlich mehr als die gewöhnlichen Einheiten) ist ein Riese, der auch mit Steinen wirft. Geil daran ist nur, dass der Riese, obwohl er ein Fernkämpfer ist, mehr aushält als die meisten Nahkämpfer anderer Völker. Zudem macht er auch noch ganz gut Schaden, nur ist auch hier die Feuerrate zu gering, als dass er wirklich konkurrenzfähig mit den Distanzkämpfern anderer Völker wäre. Der Riese kann aber, wie der Troll, Schafe und Kühe nehmen und anstatt von Steinen werfen. Das mag brutal sein, ist aber umso effizienter. Mit einer etwas aggressiveren Spielweise braucht man die Riesen aber meist nicht mehr- Wolfsreiter und Basilisken genügen vollauf für einen erfolgreichen Basissturm im mittleren Spielstadium, in dem man ohnehin noch keine Riesen ausbilden kann.
Dies ist nur eine von vielen Strategien, die man für die Orks verwenden kann. Und insgesamt gibt es 9 Völker: 3 primitive (Barbaren, Ors und Minotauren), 3 magiebegabte (Waldelfen, Dunkelelfen und Hochelfen) und 3 kultivierte (Menschen, Untote und Zwerge). Man sieht also, bis man für jeden Stamm eine perfekte Strategie entwickelt hat dauert es schon seine Zeit, zumal jede Rasse ihre Vor- und Nachteile hat. Besitzen Barbaren unglaublich schnelle und starke Reiter und Bodentruppen, so haben sie Angriffen aus der Luft recht wenige entgegenzusetzen. Dagegen können Untote wiederum blitzschnell starke Einheiten aufbauen, haben dafür aber immer Probleme mit den Ressourcen, da ihre Krieger sehr teuer sind. Zwerge verfügen wohl über die mächtigste Infrantrie, brauchen aber schon mal gut eine halbe Stunde um alle nötigen Dinge zu erforschen, damit ihre Leute auch wirklich ihr volles Potenzial ausspielen können. Elfen dagegen sind alle im Verhältnis recht schlecht und haben keine wirklichen Vorteile, sieht man mal von den Waldelfen ab, die verdammt starke Distanzkämpfer ausbilden können und mit den Treants sogar über Nahkämpfer gebieten, die es locker mit den Ogern der Orks aufnehmen können.
Ich hoffe diese Beispiele geben einen gewissen Eindruck von der enormen Komplexität diese Spiels


Entwicklung des Helden

Wo wir gerade bei Komplexitäten sind: Die Entwicklung des Helden verdient das Wort Komplex schon fast gar nicht mehr, so überfüllt ist sie mit Möglichkeiten. Aber eins nach dem anderen. Über die Helden in WB muss man eines wissen: Nach gewonnen Kämpfen verschwinden sie nicht einfach wie in anderen Strategiespielen, sondern werden gespeichert und erhalten für jede gewonnen oder auch verlorene Schlacht unterschiedlich viele Erfahrungspunkte. Hat man sich nun für eine Rasse des Helden, wie Mensch, Untoter, Hochelfe oder sonstiges entschieden, kann man sich noch sein Geschlecht und Aussehen aussuchen (für den weiteren Spielverlauf nicht von Belangen) und nach seiner Benennung kann es auch schon losgehen. Sagen wir mal wir hätten uns einen menschlichen Helden mit Namen Lenor erschaffen. Für seinen ersten Levelanstieg benötigt Lenor gerade mal 10 Exp. Die kriegt man fast immer nach der ersten Schlacht, vorrausgesetzt man gewinnt diese auch. Hat man nun also seine 10 Erfahrungspunkte irgendwie zusammen gebracht, so kommt man in ein spezielles Menü, indem man freundlich, aber bestimmt dazu aufgefordert wird, einen Beruf zu wählen. Einem Menschen stehen alle Wege offen, er kann sich sowohl als Magier, als auch als Krieger oder Dieb versuchen. Mönch wäre auch eine nette Möglichkeit um seine Leute zu unterstützen. Andere Rassen sind bei der Berufswahl etwas eingeschränkter, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Denn wie glaubwürdig wäre ein untoter Paladin, der in seiner Freizeit Zombies und Skelette beschwört?
Je nachdem, für welchen Beruf man sich entscheidet steigen schon mal die Grundeigenschaften Stärke (Lebenspunkte, Schaden, Verteidigung des Helden), Intelligenz (Zauberkraft- und Punkte, Anzahl der Erfahrungspunkte aus einer Schlacht), Charisma (Führungsqualität, man bekommt Truppen und Gebäude billiger) und Geschicklichkeit (Bessere Treffer- und Ausweichchance, Wahrscheinlichkeit besonders starker, kritischer Schläge wächst). Entscheiden wir uns hier mal dafür, dass Lenor Magier wird. Schon steigt seine Intelligenz und er bekommt gratis für den Beruf 3 neutrale Zaubersprüche. So kann er zum Beispiel mit einem Pfeil auf seine Gegner schießen, mit dem anderen seine Abwehrkräfte erhöhen oder seinen Einflussradius erhöhen, so dass er auch Minen, die weit entfernt sind, umwandeln kann und Truppen außerhalb seines normalen Einflussradius von den Eigenschaften, der er ihnen überträgt, profitieren. Aber vom Hocker reißen einen diese Sachen nicht unbedingt. Also wird erst mal ganz normal weitergeschlachtet. Dieses mal etwas länger als zuvor, denn der Heroe braucht nun 20 Exps für einen Levelaufstieg. Die sind aber auch schon bald zusammengebracht und wieder kommt man in das bereits bekannte Menü. Nun ist die Aufforderung: >> Wählen sie ihre Spezialität<<. Das kann ein Krieger sein (eine noch spezialisiertere Version zum Kämpfer) oder ein Barbar (die extremste Version eines Kämpfers). Auch ein Paladin oder eine Assasine sind durchaus möglich. In unserem Beispiel kann Lenos sich nun für eine Sphäre der Magie entscheiden. Das heißt er kann ein Beschwörer, ein Heiler, ein Feuermagier werden oder etwas anderes in dieser Richtung. Wenn man sich nicht entscheiden kann, dann wählt man am besten den Erzmagier. Der beherrscht alle Sphären der Magie, allerdings deutlich schlechter als ein spezialisierter Zauberer. Für Anfänger ist der Erzmagier nichts. Entscheiden wir uns also für den Pyromanen, den fanatischen Feuerkrieger. Als Geschenk für die Wahl dieses Kämpfers bekommt man dann auch schon einen gratis Zauber: Feuerhand, ein Spruch, der schon einen netten Eindruck davon vermittelt, was einen in diesem Gebiet der Magie noch so alles erwartet... mit der Feuerhand schleudert man auf alle Gegner in der Nähe kleine, nicht sonderliche starke, Feuerbälle, dennoch ist der Spruch nicht schlecht, da er recht billig ist. Aber man will ja etwas mehr haben als einen Helden, der sich gerade mal die Zigarette selbst anzünden kann, deshalb geht es noch weiter. Jetzt gilt es 40 Exps zu sammeln. Dafür muss man schon mal 3-5 Schlachten siegreich bestreiten, um diesen Levelanstieg zu schaffen. Hat man letztendlich dann seine Erfahrungspunkte beisammen, so kommt man in das altbekannte Menü. Dieses mal lautet die Aufforderung: >> Lernen sie neue Fertigkeiten<<. Für diesen Zweck stehen ihnen so genannte Lernpunkte, die man von nun an nach jedem Levelanstieg erhält, zur Verfügung. Diese zu investieren ist wirklich nicht einfach, denn man wird fast erschlagen von der Anzahl der Fertigkeiten, Zaubersprüche und Eigenschaften, die sich bei dem Helden steigern lassen. Diablo 2 Spieler werden verzweifeln, Fans von Baldurs Gate und ähnlichen Games sich schnell in das System hineinfinden und sicher bald Spaß an den unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten haben. Aber jeder findet über kurz oder lang heraus, was man bei seinem Charakter am besten lernen sollte. In unserem Beispiel ist es sinnvoll am Anfang die Grundeigenschaft Intelligenz und die weiterführende Technik Zauberkraft zu steigern, damit der Magier mehr Magiepunkte, um öfter Zaubern zu können und noch dazu eine höhere Chance, dass seine Zaubersprüche funktionieren, bekommt, außerdem muss man regelmäßig neue Magien erlernen, um seinen Helden wirklich effektiv in den Schlachten einsetzen zu können. Beginnend mit Feuerhand geht es über Wunden ausbrennen, einen schwachen Heilzauber bis zu Armageddon, mit dem man eine gegnerische Armee recht schnell und ohne selbst Verluste zu haben erledigen kann. Irgendwann wird Lenor stark genug sein um allein eine Basis stürmen zu können, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Um alle verschiedenen Heldentypen in den verschiedenen Berufen und Spezialisierungen auf ein gutes Level zu bringen muss man schon einige Wochen, ja, vermutlich sogar Monate an Spielzeit mitbringen. Dennoch macht es immer wieder Spaß die Entwicklung seines am Anfang noch recht schwachen Krieger bis hin zum mächtigen, alles zerstörenden Giga-Helden zu betrachten, da kommen fast Diablo 2 Gefühle auf. Man sieht also, dass WB nicht nur einfach ein Strategiespiel ist, sondern schon fast ein halbes Rollenspiel. Gerade das macht wohl auch den besonderen Reiz des Spiels aus: Jede gewonnene Schlacht treibt die Entwicklung des Helden voran und sorgt dafür, dass die Kämpfe und der Basisaufbau sich ständig verändern, je nach Fähigkeiten des Helden

Die Kampagne


Kaum einer könnte sich in der heutigen Zeit noch ein Strategiespiel ohne Kampagne vorstellen, eine zusammenhängende Story, in der man mehr über die Welt, in der sich die ganzen Kämpfe abspielen, erfährt. Die Kampagne in WB scheint zunächst etwas an den Haaren herbeigezogen- die Geschichte über die beiden Tränen der Morgendämmerung, die in den falschen Händen eine Gefahr für die ganze Welt von WB darstellen ist nicht unbedingt orginell... so oder so ähnlich haben schon viele Storys in diversen Rpgs begonnen. Doch schon nach kurzer Zeit übt die Geschichte um Minos, den etwas schroffen, aber edlen Ritter, der Vorurteile gegen alle Rassen, mal von Zwergen und Menschen abgesehen hat und jeden, der seine Gefühle offen zeigt verhöhnt, Robert, den Fährtensucher, der immer etwas sentimental ist und sich nicht selten mit Minos verkracht, den General (dessen Namen ich leider vergessen habe, sorry) der zwar nie an den Kämpfen teilnimmt, aber immer mit einer unglaublichen coolness sowie großer Weitsicht beeindruckt und nicht zu letzt das Elfenmädchen sowie den eigens erschaffenen Helden, eine unglaubliche Faszination auf den Spieler aus. Die Synchronisation der Krieger ist wirklich passend: Minos, der erfahrene Haudegen hat eine überlegene Stimme bekommen, während Robert, der Fährtensucher, der sich noch hochdienen muss und noch nicht sonderlich viele Kämpfe hinter sich hat, mit einer glaubwürdig ängstlichen Stimme Sätze von sich gibt wie: >> Aber die Untoten sind in er Überzahl, was sollen wir nur tun?<<. Die Kampagne schreitet ganz linear 20 Missionen voran, doch dann, nach einer kurzen Zwischensequenz, in der etwas für den Helden ganz schreckliches geschieht, wird der Spieler vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt: Soll er dem Weg des Guten weiterhin folgen, obwohl er von Minos so schwer enttäuscht wurde, oder soll er sich allein auf Suche nach den beiden Tränen der Morgendämmerung machen, um sich an allen Menschen, die ihm so viel Leid zufügte rächen. Je nachdem, wie man sich entscheidet, kommen ganz unterschiedlich Missionen auf einen zu. Musste man in den ersten 20 Missionen beispielsweise mal eine Kathedrale gegen Untote verteidigen, so muss man genau diese in einer der Missionen der bösen Seite erobern. Je nachdem für welche Seite man sich entschieden hat, kämpft man auch mit unterschiedlichen Völkern. Spielt man die ersten 20 Missionen immer mit den Menschen, so übernimmt man auf dem Weg des bösen zunächst Orks und zum Schluss die Untoten, gegen die man während des anfänglichen Spiels einen solch erbitterten Kampf führte. Auf dem Weg des Guten kämpft man mit Zwergen, soviel weiß ich schon mal, welches Volk man aber im Endspiel der Kampagne für die Guten steuern kann, das weiß ich leider nicht, sorry, so weit bin ich nie gekommen. Man muss sowieso sagen, dass man es als Vertreter des Lichts deutlich schwerer hat als wenn man für die Dunkelheit kämpft. Zumindest sind die ersten Missionen der Kampagne des Lichts unglaublich schwer. Insgesamt wird der letzte Teil der Kampagne extrem schwierig, bis zum Showdown zu kommen scheint mir auf reguläre Art und Weise fast unmöglich. Aber schließlich haben richtige Strategen immer Spaß daran an harten Stellen solange rumzuprobieren, bis man einen Weg gefunden hat, diese zu überwinden. Abschließen kann man nur sagen: Wer im Gefecht keine Herausforderung mehr hat und sich auch gerne mal mit einer anspruchsvolleren Story auseinandersetzt, für den ist die Kampagne wie geschaffen


Fazit

Warlords Battlecry ist ein extrem komplexes Spiel, das dem Spieler sowohl bei seiner Taktik in Gefechten, als auch in der Entwicklung des Charakters viel Spielraum lässt. Für Einsteiger im Gebiet Rollenspiel oder Strategie mögen die zahlreichen Möglichkeiten etwas erdrückend wirken, aber selbst wenn man sich nicht gut mit Spielen dieser Art auskennt, so macht es doch von Anfang an richtig Spaß einfach mal rumzuprobieren, so nach dem Motto: >> Was passiert wohl wenn mein Paladin ein Charisma von 50 hat und seine Handelsfertigkeit bei 99 liegt...<<. Der Spruch learning by doing trifft hier voll zu. In meinem ersten Spiel habe ich noch gegen einen Gegner mit der geringsten einstellbaren KI (künstliche Intelligenz) verloren, in der Zwischenzeit schlage ich mich aber schon mal gerne mit der KI mäßig stärksten Stufe herum und Siege gegen diese Kerle sind dabei keine Seltenheit mehr. Und wer mal richtig schwere Schlachten schlagen will, für den ist die Kampagne da. Wer behauptet, dass man in Battlecry einfach nur einen großen Haufen von Soldaten rekrutieren muss um den Gegner zu überrennen und so ohne jegliche Taktik gewinnt, mag zwar teilweise recht haben, doch ich bin dennoch der Meinung, dass Strategie auch einen großen Teil in WB ausmacht. Abschließend würde ich sagen: Ein wirklich gutes Spiel, zwar keine alternative zu Warcraft, aber immerhin ein nettes Game für zwischendurch

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