Mehr zum Thema Heroin-Sucht Testbericht

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Erfahrungsbericht von Hexchen69

Diesen Bericht schreibe ich hier für meinen besten Freund

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Ich möchte Euch heute von meinem besten Freund erzählen. Er ist seit sieben Jahren Heroin abhängig und nun ergreift nun zum zweiten Mal die Möglichkeit des Entzugs in einer psychologischen Klinik. Ich habe ihm versprochen, daß ich diesen Bericht schreibe, er soll anderen zeigen, was passieren kann, er soll wach rütteln und wach halten, er soll die Gefahren zeigen.

Als erstes möchte ich Euch erklären, was Heroin ist, aus was es hergestellt wird.

Heroin wird als Opiumrohmasse aus der Schlafmohnkapsel und deren Saft durch die chemische Umsetzung des Morphins gewonnen.

Die Einnahme von Heroin ist sehr variabel, es kann geraucht werden (Folienrauchen), intranasal geschnupft werden, in die Vene gespritzt werden oder oft mit Zugabe von Kokain in Getränke gegeben werden oder als „Speedball“ gegessen werden.

Der Konsument verspürt einen „Flash“, ein deutlich spürbares Hoch - und Glücksgefühl. Da es sich bei Heroin um ein Opiat handelt, wird der Konsument für einige Zeit schmerzunempfindlich und stark euphorisch. Die „negativen“ Gefühle, wie Angst, Verfolgunswahn, Paranoia oder Sorgen bleiben in diesem Höhenrausch aus. Der Flash ist nur von ziemlich kurzer Dauer, das bedeutet, daß der Süchtige schon bald wieder eine neue Dosis braucht, um auf diesem Höhenflug zu bleiben. Das körperliche Verlangen, die Sucht, tritt ein. Mit der Sucht tritt natürlich auch der Entzug ein, der bei keiner anderen Droge so schmerzhaft und hart ist.

Jeder der mit Heroin in Berührung kommt wird bestätigen können, daß man auch nach einmaligem Ausprobieren bereits süchtig werden kann. Die Gefahr ist so hoch wie bei keiner anderen Droge, bereits nach dem ersten Kontakt, egal auf welche Art und Weise „hängen“ zu bleiben.

Die akuten Gefahren bei Heroin Gebrauch sind z.B. Schwindelanfälle, Ohnmacht bei der es zu Erstickungsanfällen kommen kann, da der Körper das Gift abstößt, der Konsument kann sich übergeben; Herzstillstand durch Überdosierung. Besonders gefährdet wird beim Heroin Konsum das Immunsystem. Zahlreiche Infektionen, wie Hepatitis und Gelbsucht können den Körper angreifen. Die inneren Organe eines süchtigen werden langsam vom Gift zerfressen, er bekommt Nierenschäden, durch die Entzündung der Leber bekommen viele Süchtige Hepatitis C.


Der akute Entzug setzt bereits nach 6-8 Stunden nach der letzten Verabreichung der Droge ein, es kommt zu Nervosität, Schüttelfrost, Schweißausbrüchen, Erbrechen und zum Teil schweren Muskelschmerzen, der „Opiumhunger“ setzt ein.

Eine weitere Gefahr ist natürlich der Gebrauch von benutzten Spritzen. Ein Konsument könnte sich mit Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder gar Aids anstecken.

Ein wesentlicher Punkt der sich in der Heroin Szene weit verbreitet hat ist die Beschaffungskriminalität. Da ein Süchtiger je nach Suchtstufe und nach körperlichem Bau des Konsumenten ca. 1-3 Gramm Heroin am Tag benötigt, muß er für seine Sucht zwischen 120,- und 360,- Mark aufbringen. Wie soll der meist arbeitslose Süchtige das machen? Er stiehlt, verübt Einbrüche und Überfälle.

Sollte ein Süchtiger es geschafft haben, einen Therapieplatz für den Entzug zu bekommen gehört er zu den wenigen Glücklichen in diesem Lande. In Bayern stehen zur Zeit laut Angabe des Bundesgesundheits Ministeriums mindestens 250 Therapieplätze zu wenig zur Verfügung.

Der Süchtige muß sich in Therapie in ein Krankenhaus begeben, wo er entweder „kalt“ ohne Medikamente oder Zusatsdrogen, wie z.B. Methadon auf einen Opiumwert von 0 gebracht wird. Das ist für den ehemaligen Konsumenten sehr schmerzhaft und meist mit starken Depressionen verbunden. Eine Alternative ist die Entgiftung „warm“, dem Süchtigen wird unter ärztlicher Aufsicht eine Zusatzdroge verabreicht. Von Tag zu Tag wird die Dosierung schwächer und der Körper ans „clean“ werden gewöhnt.

Hat er von einem Arzt einen „Clean-Schein“ erhalten, darf er sich auf die reguläre Therapie begeben, die noch mal etwa 4-6 Monate andauert.

Mein bester Freund befindet sich gerade auf der Entgiftung in der Kreisklinik Taufkirchen Vils.

Ich hoffe, daß er es diesmal schaffen wird, denn ich habe die Befürchtung, daß eine noch länger andauernde Sucht sein Todesurteil sein wird.

Nun werdet ihr Euch fragen, wie ist es so weit gekommen, was mußte passieren, damit ein Mensch die Achtung vor seinem Körper so sehr verliert. Es ist gar nichts passiert. Er ist eingestiegen in diesen teuflischen Kreis wie so viele andere auch, mit einem Joint ab und an. Natürlich hat ihm dieser Kick irgendwann nicht mehr gereicht, er ist zu Ecxtasy und Amphetaminen (Speed) und Koks übergegangen, nach einiger Zeit hat er zum ersten Mal Heroin gesnieft und dann hat er sich schon viel zu weit in dem Sog befunden, so daß ihm weder seine Familie noch seine Freund helfen konnten.

Wenn Ihr einen Bekannten, Verwandten oder Freund habt, der an der Nadel hängt oder der auf andere Weise süchtig ist, bitte zeigt ihm immer, daß ihr für ihn da seid, laßt ihn nicht allein. Damit könnt ihr ihm wahnsinnig helfen, denn er braucht Euch. Euch seine Freunde, die ihm zeigen, daß auch durch Liebe und Freundschaft ein Hochgefühl erreicht werden kann.

14 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Herzebaer

    03.09.2003, 21:00 Uhr von Herzebaer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein Entzug von Opiaten und Opioiden hat noch Knochenschmerzen und wochenlanges Niesen auf sich. Muskelzuckungen hat man dann noch etwa 5 Wochen. Jeden Falls das schlimme ist da clean bleiben, der Entzug ist das harmloseste. Übrigens guter Bericht.

  • The_Brain

    15.03.2002, 16:30 Uhr von The_Brain
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wow, da läuft es einem Eiskalt den Rücken runter. Sehr guter Bericht