Mehr zum Thema Kuscheltiere Testbericht

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Erfahrungsbericht von ute161

Knopf im Ohr oder eine Liebe für's Leben

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

***PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN***


Meine Liebe zu Stofftieren begann schon sehr früh – sie wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt. Im zarten Alter von nur sechs Monaten bekam ich von meiner Oma einen Teddybären geschenkt. Kein Steiff-Tier zwar, aber dennoch wunderbar zum Knuddeln und Liebhaben. Seit ich mich erinnern kann, heißt er Teddy. Das mag vielleicht einfallslos klingen, doch habe ich seinen Namen immer im Zusammenhang mit meinem Nachnamen ausgesprochen – schließlich gehörte er ja auch zur Familie! Und so war Teddy B. in der gesamten Verwandschaft bekannt, da ich auf keiner Familienfeier ohne meinen "kleinen Bruder" auftauchte.

Wenn ich abends ins Bett musste, hatten meine Stofftiere mehr Platz als ich, denn jedes einzelne Tier hatte seinen Platz neben mir im Bett. Da waren zwei Hunde, ein Kätzchen, ein Affe, eine Ente, Schweinchen Dick, Barbapapa und natürlich Teddy B. Als ich vier Jahre alt war, begann sich zu zeigen, was es bedeutet, ein Steinbock zu sein. In der Weihnachtszeit hatte ich im Kaufhaus eine Steiff-Katze gesehen und mich sofort in sie verguckt. Klein Ute stand also im Kaufhaus, blickte hinauf ins Regal und zupfte an Mamas Mantel: "Mama, krieg ich die?" Ich war kaum aus dem Kaufhaus fortzukriegen und gab keine Ruhe, bis ich endlich zu Weihnachten die Plüsch-Katze in meinen Armen halten durfte. War ich zuvor mit meinen Tieren nicht gerade zimperlich umgegangen (das eine oder andere musste schon mal ertragen, am Hals gepackt und durch die Gegend gezerrt zu werden), ging mir meine Susi über alles. Ich war sogar so pedantisch und habe mir tatsächlich jedes Mal die Hände gewaschen, bevor ich sie angefasst habe – solch eine Ehrfurcht hatte ich vor diesem flauschigen Fellbündel.

Die Ehrfurcht ist mittlerweile verschwunden, ebenso manch einer meiner alten Spielkameraden. Einen Hund hatte meine Mutter entsorgt, nachdem schon die Holzwolle an manchen Stellen hervorlugte. Barbapapa ist bei einem Umzug verloren gegangen und der Verbleib des Äffchens ist gänzlich unbekannt. Wer weiß, vielleicht konnte es entkommen und hangelt sich nun wieder im Urwald von Baum zu Baum ;-)

Jahrelang war Susi mein einziges Steiff-Tier, bis – ja bis ich meinen Freund kennen lernte. Als er mir (da waren wir noch kein Paar) einen Krankenbesuch abstattete, brachte er ein Geschenk mit – eine Spinne (kein Steiff-Tier, sondern von Sigikid – ich habe noch mal nachgefragt). Wer mich kennt, weiß, dass ich eine absolute Spinnenphobie habe, ich konnte das Tier noch nicht einmal anfassen, so sehr habe ich mich geekelt. Stefan tat mir so leid, er hatte es ja gut gemeint, und ich fand es auch schrecklich unhöflich von mir, das Geschenk zurückzuweisen, aber meine Phobie war halt größer als die aufkeimende Liebe zwischen uns. Wie Stefan mir später erzählte, hat er schon nicht mehr daran geglaubt, dass aus uns ein Paar werden würde. Denn als er abends mit der S-Bahn nach Hause fuhr und die Spinne neben sich auf den Sitz legte, wollte jeder Fahrgast, der die Spinne sah, diese streicheln und sagte "Ach, ist die süß". Aber dies nur am Rande. Ein Paar geworden sind wir dann doch – trotz Spinne, und zum Geburtstag bekam ich ein Steiff-Tier geschenkt, das mir wirklich gut gefiel: einen Delphin. Jedes Jahr ein Steiff-Tier: es folgten ein Maulwurf, eine Eule, ein Krokodil und ein schwarzer Panther, allesamt kuschelig weich, flauschig und einfach zum Liebhaben. In dieser Hinsicht ist Stefan ganz wie mein Schwiegervater in spe: der schenkt seiner Frau nämlich seit der Hochzeit jedes Jahr ein Steiff-Tier. Die Sammlung meiner SM (Sachsenwilli, danke für diese Abkürzung!) kann sich wirklich sehen lassen, und wer weiß, in dreißig Jahren habe ich ja vielleicht auch so eine Sammlung...


***DIE GESCHICHTE DER FIRMA STEIFF***

Die Geschichte der Firma Steiff ist die Geschichte ihrer Gründerin, Appolonia Margarete Steiff. Geboren am 24. Juli 1847 in Giengen/Brenz erkrankt Margarete Steiff im Alter von nur 1 1/2 Jahren an Kinderlähmung und ist fortan an den Rollstuhl gefesselt. Von diesem Schicksalsschlag, der im 19. Jahrhundert normalerweise alle Zukunftsperspektiven zunichte machte, lässt sie sich jedoch nicht beirren und besucht zunächst die normale Schule und später eine Nähschule. Als ihr Vater das Elternhaus umbaut, richtet er seiner Tochter ein Arbeitszimmer für ihre Näharbeiten ein. Zusammen mit ihren Schwestern führt sie erfolgreich erste Näharbeiten aus, und die Werkstatt wird immer bekannter. 1877 gründet Margarete Steiff ein Filzgeschäft und stellt die ersten Hilfskräfte ein. Im Laufe der Zeit wird aus der Nähwerkstatt so eine kleine Fabrik. Der Grundstein für die Herstellung von Spielwaren ist gelegt, als sie im Jahre 1880 in einer Modezeitschrift ein Modell für einen Filzelefanten entdeckt und diese Elefanten als Nadelkissen zu Weihnachten näht. Der Erfolg ist so groß, dass mit der Zeit immer mehr dieser Elefanten hergestellt und verkauft werden. Den Elefanten folgen andere Tiere: Kätzchen, Hunde und ein rosa Schwein entstehen. Bereits 1892 wird ein Katalog gedruckt, da sich das Sortiment um Affen, Esel, Pferd, Kamel, Maus, Hase und Giraffe erweitert hat, und 1893 wird die Firma "Margarete Steiff, Filzspielwarenfabrik Giengen/Brenz" ins Handelsregister eingetragen. In den nächsten Jahren treten fünf ihrer Neffen in die Firma ein. Richard Steiff, einer dieser Neffen entwickelt im Jahre 1902 eine neue Art von Stofftier, mit beweglichen Armen und Beinen, Glasaugen und einem Fell aus Mohairplüsch. Der Teddybär ist geboren, auch wenn sich der Name Teddybär erst vier Jahre später einbürgert – nach keinem geringeren als dem damaligen amerikanischen Präsidenten Theodore "Teddy" Roosevelt. Um die Steiff-Tiere unverwechselbar zu machen, kommt Franz Steiff auf die Idee, jedem Tier einen Knopf ins Ohr zu nieten; der "Knopf im Ohr" als Markenzeichen ist geboren.
Am 09.05.1909 stirbt Margarete Steiff im Alter von 61 Jahren, doch ihr Lebenswerk dauert bis heute fort.


***STEIFF HEUTE***

Ein Jahresumsatz von rund 116 Millionen DM, über 1,5 Millionen produzierte Steiff-Tiere und rund 1000 Mitarbeiter können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Herstellung noch immer überwiegend handwerklichen Traditionen folgt.

Die Produktpalette ist heute größer denn je. Neben dem Klassiker Teddybär finden sich Kuscheltiere, Haus- und Hoftiere, Wildtiere, Babyartikel, Meckis, Reittiere, Handspielfiguren und Meisterstücke im Sortiment.

Im Margarete Steiff Museum, das 1980 zum 100-jährigen Firmenjubiläum eröffnet wurde, kann der interessierte Besucher eine kleine Zeitreise unternehmen und die Entwicklung vom ersten Filzelefanten über den Teddybär bis hin zu den neuen Tieren verfolgen. Fotos und Dokumente aus den Gründungsjahren lassen die Vergangenheit lebendig werden und ein kurzer Videofilm erklärt, wie die Herstellung der Tiere erfolgt.

Ein Verkaufsraum existiert ebenfalls auf dem Firmengelände. Das Besondere an diem Verkaufsraum sind die sogenannten "Museumsbären", die seit 1998 hergestellt werden und nur dort erhältlich sind. Jedes Jahr wird ein neuer Museumsbär hergestellt, er ist immer auf das jeweilige Jahr limitiert.

Die Homepage www.steiff.de, die ich vor Verfassen dieses Artikels ein wenig durchstöbert habe, enthält noch viele weitere Informationen. Neben den Öffnungszeiten von Museum und Verkaufsraum findet sich eine detaillierte Beschreibung über die Herstellungsweise der Stofftiere, Schritt für Schritt erklärt und bebildert. Eine Bestellmöglichkeit des Kataloges findet sich ebenso wie einen Online-Shop, in dem Schnellentschlossene sofort das Tier ihrer Träume bestellen können. Ein Punkt behandelt die erzielten Weltrekorde – oder wusste jemand, dass letztes Jahr bei Christie’s der Teddybär "Louis Vuitton" für umgerechnet DM 418.000,-- versteigert wurde?

Soviel sind meine Steiff-Tiere nicht wert, aber wer will seine Schätze schon gegen Geld aufwiegen? Die Tiere von Steiff haben ihren Preis, doch der ist gerechtfertigt, wenn man bedenkt, mit wie viel Aufwand die Herstellung verbunden ist und wie hoch die Qualität aller Steiff-Tiere ist. Wichtig ist doch, dass die Tiere geliebt werden, und da kann man sich bei Steiff immer sicher sein.

19 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Alusru

    17.02.2002, 13:11 Uhr von Alusru
    Bewertung: sehr hilfreich

    Es gibt nichts schöneres als Steiff Kuscheltiere, gruß Uschi.

  • Linnemer

    16.02.2002, 13:40 Uhr von Linnemer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Immer gut zum knuddeln, Klasse Bericht